Gebundene Ausgabe:
  448 Seiten


Autor:  Beth Revis 

Verlag: Dressler (August 2011)

ISBN-13: 978-3791516769 

Originaltitel: Across the Universe

Erster Satz:  “Lass Mom als Erste gehen”, sagte Dad.

Mir ist der Titel des Buchs im Ohr geblieben und die Tatsache, dass es auf einem Raumschiff spielt, in dem Menschen im Kryoschlaf reisen, waren Auslöser, das Buch zu lesen.

 

Idee:  Ich bin mit Star Wars und Raumschiff Enterprise groß geworden, habe sogar ein paar Folgen Raumpatroille Orion gesehen. Mich haben die weiten des Alls schon immer faziniert und deshalb finde ich die Idee der Geschichte total super. Ein neuartiges Setting im Bereich der Dystopien.

Plot: Sicher gab es Überraschungen, aber leider waren mir auch Dinge sehr schnell klar, die erst zum Ende aufgelöst wurden. Mir war der Plot teilweise zu vorhersehbar. Ich habe immer noch auf den Knaller am Schluss gewartet, und deshalb auch weitergelesen, aber den hatte ich dann doch vorhergesehen. Zumindest den Einen. Das mag vielleicht an all den vielen Science Fiction Serien/Filmen liegen, die ich schon gesehen habe und doch auch immer wiederkehrende Storylines haben. Aber abgesehen davon baut der Plot gut aufeinander auf und hinterlässt keine Lücken. Es gab dann doch auch eine Überraschung für mich zum Schluss. Natürlich endet die Geschichte in einem richtig guten Cliffhanger und man bekommt Lust, den zweiten Teil zu lesen.

Schreibstil: Als ich das Buch aufgeschlagen hatte, dachte ich: Toll, Perspektivenwechsel! Und dann: Super, Ich-Erzähler! Gleich zwei Faktoren die mich das Buch schnell und flüssig haben lesen lassen.  Die Autorin spielt passend mit den Blickwinkeln aus Amys und Juniors Sicht und lässt sie rein von der Handlung her teilweise nahtlos ineinander übergehen. Leider habe ich nach den Lesepausen meist erst nicht gewusst, aus wessen Sicht die Autorin gerade erzählt. Sicher hätte eine deutlichere Differenzierung im Stil der Charaktere etwas geholfen.

Charaktere: Amy ist mir leider etwas zu ungreifbar geblieben. Stellenweise kommt sie mir zu gut mit der neuen Situation klar. Es ist schon deutlich, dass sie aus einer anderen Gegenwart kommt, aber ein bisschen mehr Tiefe hätte ihr nicht geschadet. Bei Junior gibt es leider eine Sache die ich nicht mag, aber die ist kosmetisch: Ich mag den Namen nicht. Ich finde ihn zwar von der Story her logisch und passend, aber für mich ist Junior kein Junior. Er wird gerade zum Mann, steht davor mehr und mehr der nächste Älteste zu werden und hat einen inneren Kampf auszutragen. Alles Punkte, bei denen sich mir alles sträubt, wenn ich seinen Namen lese. Definitiv konnte ich mich nicht in ihn verlieben. Dafür ist er ausgereifter als Amy. Auch die Nebenrollen sind nett und schön dargestellt, aber ausnahmsweise habe ich keinen Favoriten.

Hintergrund: Der Punkt den ich immer ganz kritisch sehe, wenn es um Dystopien geht. Wirklich gut gefallen hat mir vor allem die erste Szene, in der die Autorin ganz genau beschreibt, wie der Vorgang des Einfrierens von statten geht. Aber mir bleiben Fragen offen:

Achtung:Spoiler Aufklappen

Warum lässt der Älteste Amy einfach so frei herumlaufen, obwohl er in ihr eine so große Gefahr sieht? Das hat mich gleich am Anfang gestört, weil ich es so unlogisch finde. Wie ist das mit den Technikern? Warum nehmen sie alles so hin? Bekommen sie denn auch Phydus, die ins Wasser gemischte Droge? Aber können sie dann noch forschen? das Technikdeck blieb mir sowieso viel zu sehr aussen vor. Wenn ich im Maschinenraum arbeiten würde und vom defekten Antrieb wüsste, würde ich Amok laufen. Ich konnte leider auch nicht die Größe des Schiffes fassen. Warum gibt es eine gebaute Stadt? Müsste es nicht feste Unterkünfte geben? Kann man 300 Jahre lang den Acker bestellen, der sich in einem Raumschiff befindet? Ganz ehrlich fand ich die Vorstellung des Versorgerdecks viel zu unrealistisch. Zumindest für meine Raumschiffvorstellungen. Über 2000 monoehtnische Menschen? Wie das geht, klärt Beth Revis hoffentlich noch. Menschen, die freiwillig auf ein Raumschiff als Versorger anheuern, obwohl es eine Reise ohne Wiederkehr ist?

Allerdings finde ich es schon interessant, wie so ein Leben auf einem Raumschiff vor sich gehen kann. Gut fand ich, dass sich die Technik weiterentwickelt. Aber ich werde mich gerne noch überraschen lassen, was in den anderen Teilen noch so passiert und die Autorin die Welt angelegt hat.

Fazit: Schön auf einer Reise durchs All mitgenommen zu werden. Für mich war Godspeed nicht der Oberknüller, aber schlecht war es auch nicht und ich werde sicher die anderen Teile nicht nur lesen, weil ich grundsätzlich Trilogien immer komplett lese, sondern auch, um herauszufinden, wie Amy und Junior die neue Situation am Schluss meistern und was zwischen den beiden noch passiert. Ausserdem denke ich, das die Autorin das Potenzial ihre Idee noch viel weiter ausschöpfen kann.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Bewertung
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Godspeed – Die Reise beginnt, 4.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail