Ich freue mich riesig euch von meinem ersten Messebesuch zusammen mit Danny zu berichten.

Danny fragte mich Anfang des Jahres, ob wir dieses Jahr nicht nach Leipzig fahren wollten. Recht schnell stand fest, dass wir wirklich fahren würden. Am 16. März ging es dann los Richtung Leipzig.

Astrid auf der Buchmesse
Astrid

Die Fahrt nutzten wir um über unsere derzeitigen Schreiberei-Projekte zu sprechen und so vergingen die vier Stunden Fahrt wie im Flug. Nachdem wir schnell in der Auenwald-Pension eingecheckt hatte, machte wir uns gleich zur Messe auf, um noch zwei Stunden vom bunten Büchertreiben zu erleben.

Die ersten Eindrücke waren überwältigend und ernüchternd. So ganz unvorbereitet sollte man sich nicht auf eine Messe begeben, erkannten wir schnell und versuchten uns erst mal einen Überblick zu verschaffen, den ich bis zum Schluss nicht hatte. Zum Glück erwies sich Danny schnell als lebendes Navigationssystem.

Danny auf der Buchmesse
Danny

Nach frühem Aufstehen, der Autofahrt und der totalen Reizüberflutung freuten wir uns dann auf die Lesung mit Kerstin Gier. Fast hätte wir sie verpasst und konnte doch noch in letzter Sekunde Karten ergattern. Danny wird zur Lesung noch einen separaten Artikel verfassen. Ich kannte Kerstin Gier zwar vom Namen her, habe aber bisher noch nichts von ihr gelesen. Aber der Abend war sehr lustig und unterhaltsam und hat mich neugierig auf ihre Bücher gemacht.

Wieder in der Pension angekommen gab es ein kurzes Kennenlernen mit Yvonne von Fantasy-Fans.deund Laura von The mortal bookshelf, mit denen ich schon über E-Mail und Twitter länger Kontakt hatte. Wir hatten Zimmer in derselben Pension.

Samstag ging es dann früh los. Wir ahnten, dass es voll werden würde, aber solche Menschenmassen, waren zu viel. Obwohl, Menschenmassen? Da man nicht nur Bücher, sondern auch Comics und Mangas auf der Messe fand, wurde das Gelände am Samstag von Unmengen an Cosplayern gestürmt, die an einem Wettbewerb teilnahmen. Man sah illustre Gestalten. Für mich als Schneiderin lag mein Hauptaugenmerk bei diesem kreativen Hobby natürlich auf den Kostümen. Es gab wirklich tolle Cosplayer, die viel Liebe zum Detail hegten, aber auch viele einfache, nicht so schön gestaltete Figuren. Nach einem kurzen Treffen des Schreibwerkstattforums, bei dem leider nur eine Handvoll Mitglieder anwesend waren, machten wir uns dann auf um im Forum Leipzig liest digital dem Geschubse zu entkommen. Wir hörten einen Vortrag von Wolfgang Tischer vom Literaturcafe zum Thema: Verlage suchen und Verlage finden. Sehr interessant für neue Autoren, die sich noch nicht mit der Materie auseinandergesetzt haben. Für mich und Danny persönlich nichts Neues, aber es war mal wieder gut, noch einmal alles konzentriert ins Gedächtnis gerufen zu bekommen. Danach folgte: Autoren-Pitch – Angehende Autoren präsentieren ihre Buchprojekte vor einer Jury. Vier unveröffentlichte Autoren stellten ihre Buchprojekte in einer kurzen Lesung vor und stellten sich dann einer Jury von Lektoren und Agenturvertreten. Leider entsprachen die Vorträge nicht unserem Genre und konnten nur wenig überzeugen. Da es immer noch voll auf der Messe war und das Schieben der Besucherströme noch zu sehr abschreckte blieben wir bei Eis und Cola sitzen und hörten uns noch eine weitere Gesprächsrunde: Wie finde ich den richtigen Verlag für mein Manuskript? Auch hier war es interessant wie die Meinungen teils auseinander gingen. Sei es um das Design und Notwendigkeit einer Autorenwebseite oder ob man sich mit oder ohne Foto bei der Einreichung eins Exposés vorstellte. Jedoch waren sich alle einig: Der Text sollte immer das Wichtigste sein.

Glashalle zwischen den Messehallen
Glashalle zwischen den Messehallen

Nach diesem Vortrag stellten wir erleichtert fest, dass sich die Reihen der Menschen plötzlich gelichtet hatten und die Messe erstaunlich leer wurde. Wir hatten noch zwei Stunden und waren plötzlich hoch motiviert. Sicher kostete es einige Überwindung bei dem ersten Verlag nach einem Interview zu fragen. Aber wir wollten Infos. Wir wollten wissen wie es am Buchmarkt aussieht und endlich Fragen beantwortet haben, die uns nur Vertreter der Verlage geben konnten. Am Samstag und Sonntag schafften wir es mit sechs Verlagen zu sprechen und werden nach und nach davon berichten.

Messehalle
Messehalle

Samstagabend wurde es mal wieder hektisch und wir schafften es mal wieder sehr knapp zur Lesung mit Kai Meyer in dem beeindruckenden Gewölbe der Moritzbastei. Ich hatte Arkadien fällt bereits gelesen und mich sehr gefreut noch einmal Passagen daraus zu hören. Anschließend konnten Fragen gestellt werden. Kai Meyer äußerte sich zu den Publikationen seiner Bücher im Ausland, der diesmal größeren Werbekampagne für die Arkadien-Trilogie und verriet, dass das Buch bei einem Regisseur in Hollywood vorliegt. Leider konnte er noch nicht sagen, ob es schon gelesen wurde. Er erzählt auch, das Rosa der erste Charakter gewesen sei, über den er sich im Vorfeld intensiv Gedanken gemacht hatte und sie somit von Anfang an während des Schreibprozesses voll da war. Meyers Geschichten spielen nicht immer in Europa, und wenn er für manche Settings Bildbände zur Hilfe nimmt, fuhr er für Arkadien doch nach Sizilien und machte so viele Fotos wie noch nie auf einer Reise. Meyer schrieb bisher 51 Bücher, wobei er im Schnitt zwei bis drei Monate für die Recherche benötigt um dann vier bis fünf Monate sich dem Schreiben zu widmen. Er überarbeitet seine Manuskripte zwei Mal, wobei ihm nicht immer Zeit bleibt zwischendurch ein paar Wochen Abstand zu wahren.

Ich habe den Autor als sehr angenehm empfunden und genoss seinen Lesevortrag. Sicher werde ich wieder auf eine seiner Lesungen gehen.

Am Sonntag ging es dann schon zurück. Die Fahrt über beschäftigt die Berge an Verlagsprogrammen und einige Rezensionsexemplare zu ordnen und aufzuteilen. Zum krönenden Abschluss hörten wir dann noch den Anfang des Rubinrot-Hörspiels, damit ich endlich mal mitreden kann.

Viele Eindrücke habe ich mitgenommen aus Leipzig und ich hoffe im nächsten Jahr wieder dorthin zu fahren. Es hat Spaß gemacht, auch wenn jetzt ein wenig Arbeit wartet mit den Rezensionen und den Artikel zu den Interviews. Die nächste Buchmesse findet in Frankfurt statt, die anders sein soll und so hoffe ich, werde ich mich auch dort mit Danny durch den Bücherdschungel kämpfen um neue Fragen zu stellen.

Ich kann jedem nur empfehlen: Bereitet euch auf einen Messebesuch vor. Und wer denkt, er wird sein Manuskript dort an einen Lektor bekommen, hat weit gefehlt. Außer er gerät an einen der unzähligen Druckkostenzuschussverlagen, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Finger weg. Fasst euch lieber ein Herz und stellt Fragen. Interessiert euch für den Buchmarkt und vor allem lest! Dann habt ihr viel von so einer Messe und könnt etwas mitnehmen.

 

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