Sonntagmorgen um 11.00 Uhr hatten wir einen „Termin“ mit Herrn Ehrich vom Oetinger Verlag. Die Oetinger Verlagsgruppe hat ihren Sitz im Nordosten Hamburgs und setzt sich zusammen aus dem 1946 gegründetem Friedrich Oetinger Verlag, dem Cecilie Dressler Verlag, Heinrich Ellermann Verlag, Erika Klopp Verlag und dem Verlag für Kindertheater. Der sympathische Mann hat sich viel Zeit genommen, um unsere Fragen zu beantworten. An dieser Stelle möchten wir auch nochmal DANKE sagen. Es hat viel Spaß gemacht. Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr in Leipzig wieder.

 

Haben Sie das Gefühl, dass Deutsche mehr schreiben und Sie in den letzten Jahren mehr Manuskripte erhalten, als es früher der Fall war?
Leider kann ich hierzu gar nicht viel sagen, da ich für den Vertrieb zuständig bin. Aber ich habe bei meiner Kollegin Frau Weitendorf vor zwei Tagen gehört, dass es circa 1000 Manuskripte im Jahr sind. Ich würde aber sagen, dass die Tendenz aber auf jeden Fall mehr ist als früher.

Mit oder ohne den von Ihnen angeforderten Manuskripten?
Oh, das kann ich leider nicht sagen. Sie sprach nur von 1000 Stück pro Jahr.

Wie viele der unverlangt eingereichten Manuskripte werden von Ihnen letztendlich verwirklicht?
Nicht viele, aber hin und wieder kommt es vor.

Die Regale der Bücherhandlungen sind voll von ausländischen Autoren. Was sagen Sie dazu?
Die Qualität der Manuskripte ist für den Oettinger-Verlag wichtiger als die Herkunft. Aufgrund der familiären Beziehungen der Gründerfamilie nach Skandinavien haben wir neben vielen deutschen und englischen Titel auch eine Auswahl von skandinavischen Autoren im Programm.

Warum werden so viele ausländische Lizenzen erworben?
Der Erwerb von ausländischen Lizenzen aus dem Ausland ist anhaltend. Nicht weil die Deutschen schlecht schreiben, sondern eher, weil es sich in die Richtung entwickelt hat. Den „Startschuss“ hat J.K.Rowlings mit ihrem Harry Potter gemacht. Danach kam Cornelia Funke mit ihren Tinten-Büchern, Eragon, Biss und jetzt Panem. All diese Trendtitel kommen von Übersee (abgesehen von Cornelia Funke). Davon abgesehen wissen die großen amerikanischen Verlage, was für Marketing sie machen müssen, um einen Durchbruch zu schaffen.

In den Buchhandlungen findet man immer mehr Trilogien. Wird das von den Verlagen so gewünscht?
Laut Aussagen der Buchhandlungen wünschen die Leser keine Mehrteiler mehr. Die Tendenz geht eher zu Einteilern, bzw. Bücher, die in sich geschlossen sind. Ich wurde sogar schon von einigen meiner Kunden (Buchhandlungen) darum gebeten diese Informationen an die entsprechenden verlagsinternen Stellen weiterzuleiten.

Wo sehen Sie den Trend in den kommenden Jahren?
Das ist schwer zu sagen. Ein Trend wird von dem Nächsten abgelöst. Das Zeitalter der Vampire, Werwölfe geht langsam vorbei. Vielleicht werden skandinavische Krimis der neue Trend.

Was sagen Sie zum Thema, deutscher Autor soll nur in deutschen Settings schreiben?
Eigentlich ist das kein Problem. Wobei bei Oetinger eher deutsche Autoren mit deutschen Settings erscheinen. Cornelia Funke ist da sicher eine Ausnahme.

 

Vielen Dank auch für die Mühe das Rezensionsexemplar „Zirkel“ zuzusenden, zu dem in den nächsten Wochen ein Artikel folgen wird.

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