Taschenbuch: 608Seiten

Autor: E.L.James

Verlag: Goldmann Verlag (30. Juni 2012)

ISBN-13: 978-3442478958

Originaltitel: Fifty Shades of Grey


 

Erster Satz: Frustriert betrachte ich mich im Spiegel.

Ich wollte schon so lange Erotik lesen, alle Welt scheint von diesem Buch zu sprechen und das Cover ist auch noch schön. Ganz abgesehen davon, dass mich der Klappentext neugierig gemacht hat. Nach ein paar erotischen Kurzgeschichten und Szenen habe ich mich nun endlich an einen ganzen Roman herangewagt. 608 Seiten in zwei Tagen! Ja, mein Haushalt schreit nach mir und mein Bett vermisst mich.
Danny hat mich allerdings noch getoppt und das ganze Buch in 13 Stunden durch gehabt.

Ana verliebt sich total in Mr. Grey und kann sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Er warnt sie und umgarnt sie dennoch. Schlussendlich gibt sie nach, trifft sich mit ihm und lässt sich auf ihn und seine Welt ein. Sie will hinter die Fassade des jungen Geschäftsmannes sehen und verstehen, warum er so ein Kontrollfreak ist. Dabei lässt sie sich in ein erotisches Abenteuer ein, indem sie hofft, die Liebe zu finden, jedoch an die Grenzen ihrer Lust getrieben wird. Christians Greys Vorlieben sind dunkel und Ana will sich ihnen stellen, um den wahren Christian zu finden.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Tja, irgendwie finde ich diese „Studentin lässt sich verführen“- Sache ja nicht neu, aber die Sache mit dem Vertrag fand ich dann doch reizvoll. Und überhaupt ist es ja irgendwie ein krasses Angebot, was Mr. Grey ihr da macht. Allein das Thema polarisiert. Außerdem gibt es eine Handlung mit, meiner Meinung nach, Tiefgang, was ich nicht erwartet habe.

Plot: Der Anfang war mir persönlich ein bisschen zu lang, allerdings baut sich zwischen den Protagonisten etwas auf, bevor es zum ersten „Akt“ kommt. Insgesamt wechselt die Handlung immer wieder in erotische Szenen, die ich wirklich gut dargestellt fand, um dann wieder zu Anas normalem Leben zu wechseln. Gespickt mit wunderbaren E-Mail Sequenzen und der stellenweise zu oft wiederholten Vertragsbedingungen, hat der Plot ein schönes Tempo. „Höhepunkte“ wechseln gut getimed mit der Story drum herum.

Danny fand den Anfang nicht zu lang. Ihr war er wichtig, um die „Beziehung“ der beiden darzustellen und die Charaktere kennenzulernen. Außerdem hat er ihr geholfen von Christian genau so fasziniert zu sein wie Ana. Die ausformulierten Vertragsbedingungen und Regeln machen das Ausmaß, in was Ana da ‚hineinrutscht‘ erst deutlich.

Schreibstil: Pluspunkt Ich-Perspektive, aber dass dürfte aufmerksame Leser bei mir nicht wundern. Es lässt sich flüssig und schnell lesen, aber: zu viele Wiederholungen und teilweise zu abgehackt in der Abfolge. Ein paar Absätze hätten dem Werk gut getan. Manchmal, besonders am Anfang kommt es einem heruntergeleiert vor. Dennoch hat mich das Buch in einen Sog mitgenommen.

Für Danny waren es nicht so viele Wiederholungen und ihr hat, wie mir im Grunde auch, der umgangssprachliche Stil geholfen, sich leichter mit Ana identifizieren zukönnen.

Charaktere: Ana hat mich am Anfang sehr an Bella erinnert, aber das hat mich nicht weiter gestört. Ana ist kein Charakter, von dem man viel erwarten darf. Sie geht naiv an die Sache heran und lässt sich total in Christians Bann ziehen. Allerdings kann ich ihr Handeln nachvollziehen. Wenn „Frau“ verknallt ist, geht man oft unbedarft an die Dinge heran und hat verworrene Gedankengänge. Dass man da mit Unterbewusstsein und „innerer Göttin“ im Clinch liegt, kommt meinem jüngeren Ich doch vertraut vor. Gerne hätte ich Ana manchmal geschüttelt. Dass sie doch so sehr an Christians Geschichte interessiert ist, macht sie sympathisch.
Christian ist der typisch reiche Traumcharakter mit unendlich viel Geld, Autos, Privatjet und Hubschrauber, aber er hat eben diese dunkle Seite. Genau wie Ana möchte man herausfinden, warum er diese extreme Neigung hat. Teilweise wird das angedeutet, aber sicher erst in den Fortsetzungen aufgelöst. Ich finde Christian ist facettenreich gelungen und ich mag ihn sehr, obwohl ich ihm gerne mal die Meinung geigen würde. Er macht mich neugierig. Und er ist sexy und hat seinen gewissen Charme und Reiz.

Hintergrund: Ich denke, die Autorin hat gut recherchiert und irgendwo habe ich gelesen, dass sie einige Sachen mit ihrem Mann ausprobiert hat, um zu wissen, worüber sie schreibt. Das nenne ich Einsatz. Mutig Mrs. James. Es macht zumindest den Eindruck, dass sie gut informiert ist. Außerdem habe ich nicht erwartet, dass doch so viel tiefgründige Story in Form von Christians Vergangenheit enthalten ist.

Fazit: „Eine Premiere“, um mal Mr. Grey zu zitieren. Mein erster erotischer Roman und ich bin froh, dass die Fortsetzung bald erscheint. Obwohl ich schon überlege, in Englisch weiter zu lesen, so sehr reizt mich die Geschichte. Ich hätte nicht erwartet, dass ich in so einen Lesesog gerate. Erotik zu lesen, hat seinen Reiz. Vor allem aber war ich überrascht, dass die Sexszenen im Endeffekt nicht so heftig waren, wie ich es zunächst erwartet habe. Nachdem man erst mal Christian Vorlieben gelesen hat, ist man schockiert. Ich denke, die nächsten Teile werden intensiver, denn die Autorin kann ja nicht schon im ersten Band alles herausholen. Ich bin gespannt, in welche Abgründe Mr. Grey die Leser noch führen wird. Wen ein umgangsprachlicher Stil nicht stört, und sich einfach ohne viel darüber nachzudenken auf die Geschichte einlässt, wird nicht enttäuscht. Unbedingt möchte ich erwähnen, dass ich es trotz der fünf Punkte zu meinen persönlichen Tops zähle. Der Lesesog hat mich mal wieder überrascht und fasziniert. Ich freu mich auf die Fortsetzungen.

 

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Shades of Grey, 5.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail