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Kirschroter Sommer

September 30

Format: Kindle Edition

Dateigröße: 736 KB

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 426 Seiten

Autor: Carina Bartsch

Verlag: Schandtaten Verlag

Erscheinungsdatum: 14.Dezember 2011

Beim Durchstöbern von Amazon – und ich weiß nicht mal mehr, was ich überhaupt gesucht hatte – bin ich auf diese Perle unter den Selfpublished-Ebooks gestoßen. ‚Kirschroter Sommer‘. Der Titel war schon vielversprechend, der Kurztext auch, also dachte ich mir, versuche ich mich mit der Leseprobe (Blick ins Buch). Ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt immer sehr schlechte Erfahrungen mit Selfpublished-Ebooks gemacht. Nichts was ich gelesen habe, gefiel mir. Teilweise schlechte Sätze, oder Rechtschreibfehler auf der ersten Seite. ‚Kirschroter Sommer‘ stach da von vornherein raus. Nachdem ich die ersten beiden Kapitel (glaube ich) gelesen hatte, stand fest, ich muss dieses Buch haben.

Kurzerhand habe ich mich auf der Internetseite von der Autorin gemeldet und gaaaanz lieb gefragt, ob ich ein Rezi-Exemplar bekommen kann und et voilà – vorgestern hatte ich es in den Händen, bzw. auf den Läppi.

 

Erster Satz: Es war jedes Mal dasselbe: Entweder die Zeit war von vornherein mein Feind oder einer meiner Mitmenschen machte mir bei dem kläglichen Versuch, wenigstens einmal im Leben pünktlich zu sein, einen Strich durch die Rechnung.

 

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Idee erinnert mich ein wenig an ‚Email für dich‘ mit Meg Ryan und Tom Hanks. Die Geschichte ist sehr ähnlich und genauso schön. Emely kennt Elyas schon seit der Kindheit und ist mit ihm aufgewachsen, denn seine Schwester (Alex) ist Emely’s beste Freundin. Sie haben sich nach der Schule aus den Augen verloren, und nachdem Alex zu Emely nach Berlin zieht, sehen sich die beiden wieder.

Emely hasst Elyas regelrecht und jedes nette Wort oder Geste, nimmt sie nicht ernst und denkt nur das Schlechteste von ihm. Doch so sehr sie versucht, sich von Elyas und seinen Annäherungsversuchen fernzuhalten, desto verbissener legt er es darauf an, ihr über den Weg zu laufen. Das Resultat sind witzige Wortgefechte zwischen den beiden, die nicht nur den gemeinsamen Freundeskreis der beiden erheitern, sondern auch die Leserschaft.

Plot: Die Geschichte ist sehr gut strukturiert. Keine Plotlöcher, keine offenen Fragen. Hauptort des Geschehens ist Berlin, was eine schöne Abwechslung ist, da die letzten Texte die ich gelesen habe, alle im Ausland gespielt haben (sogar mein eigener )

Schreibstil: Alles in allem aber eine schöne flüssige Schreibe, flott formuliert, genau nach meinem Geschmack. So müssen Bücher für mich geschrieben sein. Ein Pünktchen Abzug gibts: Hier und da hätten Stellen gekürzt, einige Füllwörter gestrichen und einige Sätze „Lesefluss-Freundlich“ formuliert werden können. ABER: Ich meckere hier auf ganz hohem Niveau, denn der Schreibstil ist im Grunde super. Davon könnte sich so manch anderer Selfpublished-Autor eine Scheibe abschneiden

Charaktere: Der Text ist eine Ich-Erzählung aus Sicht von Emely. Durch diese Perspektive erlebt man die Protagonisten immer sehr nah und man kann am schnellsten eine „Beziehung“ zu ihr aufbauen. Deswegen war sie für mich als Charakter auch sehr greifbar. Ihre Handlungen waren gelegentlich etwas ‚schusselig‘ und oft genug habe ich gesagt: „Man bist du blöd.“

Elyas (ich hatte jedesmal ein Bild von Elyas M’Barek den Schauspieler im Kopf – obwohl das nicht von der Autorin beabsichtigt war) ist schlagfertig, cool, liebevoll, einfühlsam, nett, freundlich … und (wie immer) gutaussehend.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Leider lächelt und schmunzelt er mir eine Nummer zu viel. Des weiteren haben mir Elyas und Emely zu viele Gemeinsamkeiten. Eigentlich mögen sie alles, was der andere auch mag. Das war mir ein bisschen too much, denn jedes Mal wenn einer der beiden etwas mochte, war klar, der andere tut es auch.

Hintergrund: Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl ein Fragezeichen im Gesicht zu haben. Leider kann ich die Details nur spoilern. 

Achtung:Spoiler Aufklappen

Emely lernt von Elyas Motorrad fahren. Ich selbst habe nur einen Autoführerschein, aber sogar ich konnte mir unter Elyas Erklärungen etwas vorstellen. Die Recherche (oder der womöglich vorhandene Zweiradführerschein der Autorin) hat gut funktioniert. Dann gibt es noch einen Unfall, der meiner Meinung nach auch gut und plausibel recherchiert ist.

Fazit: Eine Perle, mit der ich gerne mein Bücherregal schmücken würde, wenn ich es denn als Printausgabe hätte. Ende Oktober erscheint ein zweiter Teil, denn der Erste hat mit einem bösen Cliffhanger aufgehört. Ich fiebere einer Rezi-Version schon entgegen, ich hoffe die Autorin lässt mir eine zukommen.

Jeder der keine Lust mehr auf die tausendste Dreiecksbeziehungs-Version a la ‚Biss‘ hat, dem Dystopien zu eintönig geworden sind und auch von Vampirbüchern die Nase voll hat, empfehle ich diese schöne Liebesgeschichte. Sie spielt in Deutschland, in der Gegenwart und ist einfach mal was anderes.

Leider gibt es das Buch zur Zeit nur als Ebookausgabe.

Ich wünsche der Autorin ganz ganz viel Erfolg mit ihrer Geschichte und möchte an dieser Stelle nochmal fett ‚DANKE‘ für das Rezi-Exemplar sagen.

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Slide

September 29

Autor: Jill Hathaway

Originaltitel: Slide

Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg

Erscheinungsdatum: 26. September 2012

ISBN-13: 978-3841421494

Verlag: Fischer FJB

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Kurzinhalt:

 

Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht. Natürlich finde ich diesen mystischen Aspekt interessant. Außerdem wollte ich wissen, wie die Protagonistin dargestellt wird, da Narkolepsie eine spezielle Sache ist.

Erster Satz: Ich wälze mich auf der Laufbahn neben dem Fußballfeld und schlage um mich.

Sylvia leidet an Narkolepsie. Als wäre das plötzliche Einschlafen nicht schon genug, „wandert“ sie währenddessen auch noch. Berührt sie beim wegdämmern einen Gegenstand, auf dem jemand einen „emotionalen Abdruck“ hinterlassen hat, sieht sie die Welt durch dessen Augen. Ein lästiges Übel, das sie eines Tages zur Zeugin eines Mordes macht, den alle anderen als Selbstmord ansehen. Sie ist fest entschlossen den Mörder zu finden, doch das ist gar nicht so einfach. Einige Personen in ihrem Umfeld sind verdächtig. Zuflucht und Halt findet sie nur in Zane, dem „Neuen“ an der Schule, in den sie sich verliebt. Schließlich muss sie lernen mit ihrer Fähigkeit umzugehen, denn der Mörder hat es auch auf ihre Schwester Mattie abgesehen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Idee hat ein bisschen was von „Wake“.  Sie ist nicht also nicht neu, aber trotzdem gut.

Plot: Erst dachte ich: Okay, man lernt alle Figuren kennen. Es plätschert vor sich hin, ist aber dennoch spannend. Dann passiert der Mord und man geht mit Sylvia auf die Suche. Ein paar Mal habe ich gedacht, dass ich weiß, wer es ist, wurde jedoch mit dieser Auflösung zum Schluss dann doch überrascht.

Schreibstil: Erzählt wird als Icherzähler im Präsens. Mir wurde nie langweilig und man konnte die Geschichte schön und recht zügig lesen. Hathaway schreibt zumindest so spannend, dass ich es nicht weglegen konnte.

Charaktere: Sylvia ist mit ihrer Narkolepsie schon interessant. Dazu kommt der Tod ihrer Mutter, der sie mit elf praktisch zur Mutter ihrer Schwester gemacht hat. Aber da ist noch ein Erlebnis, was das junge Mädchen erschüttert hat und sie nun mit pinken Haaren herumlaufen lässt. Sylvia wirkt sehr ernst, aber wenn sie zusammen mit Zane ist, zeigt sie sich als ein normales Mädchen ihres Alters. Besonders sympathisch finde ich Sylvias Haarfarbe und ihren besten Freund Rollins. Auch wie sie sich um Mattie kümmert, obwohl sie auch mal genervt ist von ihrer Schwester, ist toll. Ein Pluspunkt für Sylvia: Ihr Musikgeschmack. Er spiegelt meinen aus der Jugend wieder und hat mich in Erinnerungen schwelgen lassen.

Rollins ist Sylvias bester Freund. Nicht der typische Herzensbrecher, sondern ein Außenseiter. Sylvia merkt kein Stück, das er in sie verliebt ist. Er hat mir die ganze Zeit über etwas leidgetan, bis auch er in den Kreis der Verdächtigen rutscht. Ebenso wie Sylvia ihre Fähigkeit vor ihm verbirgt, erzählt er nie, wie es bei ihm zu Hause wirklich aussieht.

Zane ist der Typ, in den man sich verlieben möchte. Er sieht nicht nur gut aus, er bringt Sylvia Unbeschwertheit. Mit ihm scheint alles einfach und doch birgt auch er ein Geheimnis. Zane steht damit selbst in Konflikt, aber das bekommt man eher passiv mit.

Auch wenn man nun eine Dreiecksbeziehung vermutet, das ist es nicht. Nur am Rande, denn es geht doch mehr darum, den Mord aufzuklären.

Hintergrund: Man hat keineswegs das Gefühl, das etwas nicht passt. Auch wenn der Plot teilweise überraschend daher kommt, fügt sich doch alles zusammen. Zwar habe ich das Motiv des Mörders nachvollziehen können und es war nicht unlogisch, aber dennoch hat es mich nicht vollends überzeugt.

Fazit: Slide ist genau die passende Dosis, um zwischendurch ein gutes Buch zu lesen. Es war so schnell durch, das ich mich auf eine Fortsetzung freue. Allerdings frage ich mich, was da Thema sein wird, denn dieser erste Teil geht durchaus als Einzelroman durch. Wer ein bisschen rätseln möchte, den mystischen Aspekt des „wandern“ mag und ein kurzweiliges Leseerlebnis sucht liegt mit „Slide“ genau richtig.

 

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Ashes – Brennendes Herz

September 28


Autor: Ilsa J. Bick

Originaltitel: Ashes

Übersetzer:  Robert A. Weiß, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Sonja Schuhmacher

Erscheinungsdatum:  4. August 2011

ISBN-13: 978-3863960056

Verlag: Ink

Gebundene Ausgabe: 502 Seiten

Kurzinhalt:

 

Ich hatte „Ashes“ schon länger im Hinterkopf, und als nun der zweite Band erschien, war die Zeit reif endlich Teil 1 zu lesen.

Erster Satz:  „Wo bist du?“, wollte Tante Hannah wissen, kaum das Alex auf die Sprechtaste gedrückt hatte.

Alex (Alexandra) ist im Waucamaw Park unterwegs. Als ihren Weg ein Großvater und dessen Enkelin Ellie streifen, passiert das Unvorstellbare. In ihrem Kopf scheint es zu blitzen und der Großvater des Mädchens fällt tot um. Hirsche rennen über die Klippe und überall fallen tote Vögel vom Himmel. Als es aufhört, bleibt Alex mit Ellie zurück. Die beiden müssen sich arrangieren, denn die Welt ist nicht mehr so, wie sie war. Jugendliche verwandeln sich in blutrünstige Monster. Und noch etwas ist anders: Alex hat ihren Geruchssinn wieder, den sie zuvor durch einen Gehirntumor verloren hatte. Auf Alex‘ und Ellis Weg durch die Wildnis treffen sie auf Tom. Nun sind sie zu dritt, schöpfen Hoffnung und machen sich auf, um in der Stadt „Rule“ Zuflucht zu finden. Schaffen sie es?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.5/6 (2 votes cast)

Idee: Endzeitszenarien sind nichts Neues und der Zombieaspekt auch nicht. Also kann ich der Idee an sich nicht so viele Punkte geben.

Plot: Es fällt mir schwer dieses Buch zu beschreiben und auch den Plot. Alles fängt so normal an, und doch wiederum auch nicht und die Autorin schafft es nach dem „Blitz“, wie Alex es nennt, einen direkt in die Katastrophe mit hineinzuziehen. Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl einen gut produzierten Film zu gucken. Für mich hat das Buch zwei Hälften, die vor Toms Verschwinden und die danach. Die Autorin selbst hat in fünft Teile geteilt, wobei der letzte Teil wirklich nur ein paar Seiten am Schluss sind. Der Plot ist gut, aber dazu etwas zu schreiben ist wirklich nicht einfach. Da wirken so viel Gedanken und Gefühle mit. Obwohl er in meinen Augen in der Form auch zu erwarten war, aber wiederum auch nicht. Da sind Details und Kleinigkeiten, die das Ganze von einer schnöden Suppe zu einem fulminanten Festmahl machen.

Schreibstil: Endlich mal wieder ein Schreibstil, den ich als eigen bezeichnen kann. Nicht im Falle von schwierig, ganz und gar nicht. Man kann es sehr gut lesen. Auch hier fällt es mir schwer zu beschreiben. Es wird aus der dritten Person im Präteritum erzählt. Trotzdem ist man so nah, ja im Grunde selbst in der Hauptprotagonistin drin. Teilweise bricht der Stil auch kurz aus und lässt Raum für persönliche Gedanken von Alex. Das passt so gut, dass es einem kaum auffällt. Während des Lesens habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich nervös auf den Nägeln gekaut habe. Ilsa J. Bick zieht einen mit ihren Worten tief in die Geschichte rein.

Charaktere: Alex ist siebzehn, hat aber nicht das Leben eines typischen Teenagers hinter sich. Mit vierzehn sterben die Eltern, der Vater Polizist und die Mutter Ärztin gemeinsam in einem Hubschrauber bei einem Notfall. Des Unglücks nicht genug, bekommt sie mit fünfzehn die Nachricht, einen Tumor im Kopf zu haben. Unheilbar. Die Protagonistin hatte sich und ihr Leben eigentlich schon aufgegeben, als der Blitz ihr verloren gegangene Sinne und Stärke wieder gibt und sich das „Monster“, wie Alex es nennt, als scheinbarer Lebensretter herausstellt. Zusammen mit ihrer Ausrüstung und der nervigen Ellie im Schlepptau packt sie der Überlebenstrieb. Sie ist ein sehr starker Charakter und hält viel aus. Man merkt, dass sie sich schon mal mit dem Sterben auseinandergesetzt hat. Eine Prota, die man mögen muss, obwohl sie widerspenstig ist. Im entscheidenden Moment macht sie doch das Richtige.

Tom(20) ist ein Soldat auf Heimaturlaub und man weiß nicht, was ihm in Afghanistan wiederfahren ist. Er hat eine gute Seele und ein Händchen für Ellie. Was sich zwischen Tom und Alex anbahnt, passiert passiv. Was anderes würde auch zu beiden nicht passen. Tom übernimmt aber auch ein wenig die Vaterfigur und das Kommando. Leider muss man wohl noch abwarten, bis man mehr über ihn herausbekommt.

Es gibt noch so viele andere Charaktere. Was mich etwas gestört hat, waren die Fähigkeiten. Alex kennt sich gut in der Wildnis aus, was Erfahrungen von vielen Campingausflügen sind. Sie kann nicht fischen, womit sich jedoch Ellie wieder auskennt. Tom ist mit seiner Soldatenlaufbahn natürlich bestens gerüstet. Das ist ja alles nicht unrealistisch, aber für die Story äußerst praktisch. Auch andere Charaktere haben in der Hinsicht sehr stereotype Eigenschaften. Aber die Autorin schafft es die einzelnen Figuren so echt darzustellen und vermag es in nur einem Satz über einen Charakter ganz viel auszusagen. Ein unglaubliches Talent.

Hintergrund: Als ich gelesen habe, dass die Autorin Kinder- und Jugendpsychiaterin ist und bei der Air Force war, hat es mich auch nicht mehr gewundert, warum dieses Buch einen so gut recherchierten Hintergrund hat. Ich nehme ihr alles vollkommen ab. Sogar die Erklärung zur Katastrophe, obwohl ich keine Ahnung habe, ob das so möglich ist. Mir bleibt nur ein Kommentar zum Hintergrund: Brillant.

Fazit: Wer eine Liebesgeschichte erwartet, wie es der Klappentext verspricht, lässt sich in die Irre führen. Wen das nicht abhält und sich lieber in ein düsteres, blutiges, brutales, und nur wenig hoffnungsvolles Endzeitszenario treiben lassen möchte, ist mit „Ashes“ bestens bedient. Aber Vorsicht! Der Cliffhanger zum Schluss ist gemein. Also seid froh, dass der zweite Teil schon raus ist. Hätte ich ihn da gehabt, würde ich hier jetzt keine Rezi schreiben, sondern schon darin schmökern. Und obwohl mein Durchschnitt mich nach der Rundungsregel zu 5 Punkten verpflichtet, gebe ich 6, denn das Motto „lässt Nächte durch lesen“, was sich der Verlag Ink auf die Fahne geschrieben hat, erfüllt dieses Buch zu 100 %.

 

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Die 5 Leben der Daisy West

September 18

Autor: Cat Patrick

Originaltitel: Revived

Übersetzer: Anja Malich

Erscheinungsdatum: 10. August 2012

ISBN-13: 978-3414820617

Verlag: Bastei Lübbe (Boje)

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten

Kurzinhalt:

 

Der Titel macht neugierig und das Thema fand ich auch interessant. Das Cover ist für meine Begriffe jedoch nicht ansprechend. Zwar mag ich die Schriftart, aber das Mädchen, der Hintergrund und die Busgrafik passen nicht zusammen. Aber da ich mich ja nicht von Covern abschrecken lasse und es ja immer noch auf den Inhalt ankommt, habe ich mich dann doch sehr gefreut, dass ich bei Blogg dein Buch von „Bastei Lübbe“ für ein Exemplar ausgewählt wurde.

Erster Satz: Ich wälze mich auf der Laufbahn neben dem Fussballfeld und schlage um mich.

Daisy beginnt in Omaha ein neues Leben. Ihr Fünftes, um genau zu sein. An ihrer Seite die „Pseudoeltern“ Mason und Cassie, die in Wirklichkeit Agenten und Wissenschaftler sind und Daisy bei jedem Tod mit „Revive“ wiederbeleben. Alle sind Teil eines geheimen Programms, an dem auch noch andere Kids beteiligt sind, die bei einem Busunfall vor elf Jahren ihren ersten Tod überlebten. Nach einem erneuten Umzug freundet sich Daisy mit Audrey und dessen Bruder Matt an. In Matt verliebt sie sich zudem und bekommt zum ersten Mal Zweifel am Programm. Dazu häufen sich ein paar merkwürdige Ereignisse, die Daisy immer mehr auf die Spur der Wahrheit hinter dem Busunglück und Revive bringen. Wem kann sie noch vertrauen?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Absolut etwas für mich. Ein geheimes Programm, den Tod überleben und dann noch eine kleine Liebelei. Sehr gute Idee.

Plot: Es beginnt mit Daisys Tod und dem Neuanfang in Omaha. Was manch einem zu langweilig erscheinen könnte, war für mein Empfinden genau richtig. Langsam wird der Leser an die Situation herangeführt, erlebt mit Daisy zusammen den ersten Tag und findet sich in der neuen Umgebung ein. Bis ca. Seite 250 hat mir das Tempo der Geschichte richtig gut gefallen und denke immer noch gern an diesen Teil zurück. Leider ging es mir dann ein bisschen zu rasant. Zu sehr Knall auf Fall. Meiner Meinung hätten da gut noch 30-50 Seiten mehr hinein gekonnt. Daisy schließt mir die Schlüsse zu schnell. Das wirkt etwas zu konstruiert, wenn auch alles logisch ist. Ein bisschen mehr hätten am Schluss die Handlungsstränge miteinander verwoben sein können. Denn eine Weile fragt man sich: Was ist jetzt mit Matt? Und denkt denkt sie gerade nicht an Audrey? Da war man gerade noch den Tränen nah und möchte die Szene verarbeiten, da macht Daisy das in einem Abschnitt. Nichtsdestotrotz hat mir die Story gefallen.

Schreibstil: Icherzähler im Präsens. Ja, ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und um ehrlich zu sein, ist es mir nicht mal richtig bewusst gewesen, als ich Daisy West gelesen habe. Recht zügig war ich damit durch. Sehr gefallen haben mir die Gedankengänge, die in meinen Augen absolut altersgerecht zur Protagonistin sind. Was mir aufgefallen ist, dass die Autorin manche Ereignisse in ein paar Sätzen abhandelt. Das war bis besagtem Punkt im Plot für mein Empfinden auch gut eingesetzt. Man hat dabei das Gefühl gehabt, wie in einem Film von der einen Szene in die nächste zu wechseln, die mit einem kurzen Untertitel den Zuschauer hilft sich zurechtzufinden, um im Geschehen zu bleiben.

Charaktere: Daisy ist meiner Meinung nach genau richtig geraten. Sie ist 15/16 und spricht auch so. Die Bloggerei mit Freundin Megan, die teilweise verworrenen Gedankengänge, dass sie Matt so schnell vertraut und glaubt es die wahre Liebe. Wo viele den Kopf schütteln, kann ich nur sagen: In dem Alter tickt man so, hab ich auch, obwohl man das nicht wahrhaben will. In der Beziehung fand ich Daisy sehr realistisch. In Bezug auf das Programm wirkt ihr Hinterfragen jedoch sehr plötzlich. Aber um ehrlich zu sein, möchte ich das auch nicht wirklich bewerten. Schlussendlich war ich nie in einer solchen Situation und weiß selber nicht, ab wann man als Teenager das Vertrauen in ein Programm verliert, was einem das Leben rettet und mit dem man groß wird. Zumal Daisys Wissen darüber ja groß ist, den Mason gewährt ihr Zugang zu allen Akten. Alles in allem mochte ich Daisy und konnte mit ihr mitfühlen. Aber ich hätte gerne mit ihr zusammen die Schlüsse gezogen, denn die waren für mich zu vorhersehbar. 

Matt ist zu gut, um wahr zu sein, aber daran störe ich mich nicht. Er kommt so gefühlvoll herüber und die Interaktion mit Daisy habe ich genossen.

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Auch sein Verhalten, kurz bevor und nachdem seine Schwester Audrey stirbt, kann ich nachvollziehen.

Sicher wirkt er sehr erwachsen für einen Jungen seines Alters, aber in Anbetracht der Umstände um Audrey finde ich das vollkommen passend.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Lediglich dir Reaktion, nachdem Daisy ihn in das Programm eingeweiht hat, fand ich zu kühl und rational. Da hätte ich mir mehr Unglaube und Zweifel, aber auch Erschrockenheit gewünscht.

Alles in allem mochte ich Matt sehr.
Auch Audrey ist ein Charakter, den man von Anfang an gern haben muss. Sie hat eine tragende Rolle, aber überzeugt euch selbst, denn ich möchte nicht noch mehr Spoiler einbauen.

Hintergrund: Revive als Geheimprojekt klingt sehr plausibel. Allerdings blieben bei mir hier Fragen offen. Auch wenn die Autorin versucht alles aufzulösen, hat sie das in meinen Augen nicht elegant gelöst. Da kam zu viel auf einmal zum Schluss und wirkte zu konstruiert. Gut möglich wäre noch eine Fortsetzung, aber wie ich gehört habe, ist die laut Autorin ausgeschlossen. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Metapher mit den Bezeichnungen „Gott“ für den Kopf des Projektes und „Jünger“ für seine engsten Mitarbeiter. Gerade weil mit dem Medikament über Leben und Tod geherrscht werden kann.

Fazit: Es gab positive Meinungen und ich habe auch einige negative Meinungen gehört. Ich versuche mich immer davon freizumachen, was ich über ein Buch im Vorfeld höre. Bei „Die 5 Leben Daisy West“ ist mir das einfach gelungen.  Denn auch wenn mir das Tempo und die Auflösung zu rasant war, empfand ich die Teenager als echt und die gesamte Geschichte gut und lesenswert.

 

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Seelenflüstern

September 14

Seelenflüstern

Price: EUR 14,95

Autor: Mary Lindsay

Originaltitel: Shattered Souls

Übersetzer: Usch Pilz

Erscheinungsdatum: 27. August 2012

ISBN-13: 978-3522502795

Verlag: Planet Girl

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten

Kurzinhalt:

 

Erster Satz: Die Kinderstimme kam von irgendwo hinter mir.

Mich hat das Cover absolut angesprochen. Allein diese Farben; und als ich es dann in Händen hielt, fühlte es sich auch noch mit dieser Softtouchoberfläche so gut an.  Der Klappentext hat mein Interesse geweckt. Die Idee fand ich einfach gut.

Lilian hört Stimmen, genau wie ihr verstorbenen Vater. Langsam aber sicher glaubt sie, so paranoid zu enden wie er. Doch dann taucht Alden auf, der ihr die unglaubliche Geschichte auftischt, sie sei eine Seelenflüsterin, die mit ihm als ihren Wächter, gestrandete Seelen auf ihrem letzten Wegstück begleiten soll. Die beiden sind seit Jahrhunderten ein Team, nur kann sich Lilian, im Gegensatz zu Alden, kein Stück daran erinnern. Auch nicht daran, dass ihr Name eigentlich Rose lautet. Zunächst will sie von all dem nichts wissen, aber nach einem brutalen Überfall einer Seele auf ihren Körper, lässt die sich von Alden das Grundwissen erklären. Den beiden läuft die Zeit davon, denn sie müssen Punkte sammeln, damit Lilians Gedächtnisverlust nicht auffällt und keiner von ihnen ausgeschlossen wird. Das wiederum würde den Tod bedeuten.

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Idee: Was soll ich sagen? Die Idee den wandernden Seelen ins Licht zu helfen und die dahinterstehende geheimnisvolle Organisation, hat mir sehr gut gefallen.

Plot: Es war angenehm, dass alles etwas langsam vorangeht. Gespickt mit den Übergriffen der Aggrots, den „bösen und aggressiven“ Seelen wird das Ganze aufgelockert. Das hinter der Aufgabe, den verlorenen Seelen den Weg zu weisen, die Organisation „RF“ steckt und wie diese genau funktioniert, kommt erst nach und nach heraus. So hatte die Geschichte einen fantastisch/mystischen Touch, aber bringt einen auch immer wieder auf den Boden zurück. Leider frage ich mich immer noch, wozu das Punktesystem da ist und wie das genau funktioniert, dass die Seelen sich bei jedem neuen Leben erinnern, ob sie Flüsterer oder Wächter sind. Aber da es ja eine Fortsetzung geben wird, kommen die Antworten auf diese Fragen sicher noch in den Folgebänden. Lilian hat neben ihrem „Job“ auch noch ein normales Leben, doch leider verkompliziert sich alles durch die Eifersucht ihres Freundes Zak. Dieser Wechsel zwischen Erlebnissen mit Zak und Alden macht die Story interessant und bereitet einen unweigerlich auf den Schluss des Buches vor.

Schreibstil: Ich habe dieses Buch nur schlecht aus der Hand legen können und das lag mitunter an dem Schreibstil. Wer den Blog aufmerksam liest, wird sich nicht wundern, dass ich mich mal wieder total über eine Icherzählerin im Präteritum gefreut habe. Man konnte die Story gut weglesen und der Protagonistin folgen. Ich habe mich in Lilian hineinversetzen können, aber ich war nicht sie, wie mir das mit Figuren in anderen Geschichten schon passiert ist. Allerdings ein Umstand, den ich nicht wirklich erklären, aber verschmerzen kann.  Nicht ein Mal kam ich währen des Lesens ins Stocken. Zudem fand ich die Sprache in den Dialogen sehr passend zu den Charakteren.

Charaktere: Lilian kann sich nicht an ihre vergangenen Leben erinnern, was sie eigentlich sollte. Sie ist total überrascht, als Alden auftaucht und ihr erzählt, warum sie die Stimmen hört. Am meisten hat mir an Lilian gefallen, dass sie nicht gleich gesagt hat. „Okay, ich bin also Seelenflüsterin, alles klar.“ Es dauert lange (ca. 70 Seiten), bis sie es endlich glaubt. Für manch einen Leser mag das zu langwierig sein. In meinen Augen hat die Autorin daran gut getan. So hat sich Lilian echt angefühlt. So wie Lilian reagiert hat und auch mit den Jungs, Zak und Alden, interagiert, würde ich es mir so manches Mal öfter wünschen. Lilian ist, abgesehen von ihrer Fähigkeit und Aufgabe, ein ganz normaler Teenager. Was sie auch für mich sympathisch gemacht hat, ist das Origami falten, wenn sie nervös ist. Mal was anderes als das sonst übliche schwitzen, nervös mit dem Fuß tappen o. ä. Auch ihr innerer Kampf gegen ihr altes Ich „Rose“ ist nachvollziehbar.

Alden wirkt sehr glatt. Irgendwie mochte ich ihn, aber er ist definitiv nicht der Typ, den ich anschmachten würde. Für Lilian ist er jedoch genau richtig. Alden nimmt seien Aufgabe als Wächter ernst. Zum Schluss versteht man auch seine ganzen, teils nervigen, Bemühungen. Für ihn ist es eine neue Chance als er bemerkt, dass Lilian sich nicht an die gemeinsame Vergangenheit  erinnern kann. Er ist unsicher, wie er mit ihr umgehen soll, und enthält ihr Informationen vor. Das hat jedoch eine Ursache, die ich hier aus Spoilergründen nicht nennen will. Man merkt dadurch aber auch, wie sehr ihm Lilian/Rose am Herzen liegt. Er stellt sogar sein eigenes Leben aufs Spiel, um sie zu retten. Dabei bleibt er der „RF“ total loyal. Er liebt seinen Job ebenso und hält seine Aufgabe für absolut wichtig. Man merkt ihm am ganzen Verhalten und Sprechen seine besondere „Lebenserfahrung“ an. Im Buch ist er 17, aber begeht sein X-tes Leben und da ist es nur plausibel, so routiniert und vorhersehend zu handeln.

Zak ist Lilians Freund, der die Stimmen als Krankheit bezeichnet, wie bei ihrem Vater. Gemeinsam teilen sie die Leidenschaft zum Gitarrenspiel, was zum Ende hin eine entscheidende Rolle spielt. Zaks Hintergrund ist eine zerrüttete Familie. Seine Probleme ertränkt er gerne im Alkohol, was ihm schlussendlich auch zum Verhängnis wird.

Hintergrund: Es bleiben noch Fragen über die „RF“ offen, aber bisher finde ich die Regeln dazu gut ausgedacht. Ein bisschen mehr Information zum Prozess der Wiedergeburt hätte die Autorin geben können. Alles in allem aber finde ich keine Logikfehler in der Geschichte und die Charaktere kommen ihren Rollen und Hintergrund entsprechend rüber.

Fazit: Das wunderschöne Cover spiegelt den Inhalt wieder. So oder so finde ich ein Thema rund um wiedergeboren werden und gemeinsamer vergangener Leben spannend. Mich hat es auch etwas zum Nachdenken angeregt, denn jede Seele, die sich zu Lilian verirrt, hat noch etwas zu erledigen, etwas, was zu Lebzeiten nicht bewusst war und bis in den Tod hinein beschäftigt. Ich freue mich auf die Fortsetzung. Auf der Homepage der Autorin hab eich gelesen, dass sie nicht vor 2014 erscheint, was natürlich eine lange Wartezeit ist. Nichtsdestotrotz kann man das Buch auch als Einzelband sehen.

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Verräter der Magie

September 6

Verräter der Magie

Price: EUR 9,99

Autor: Rebecca Wild

Erscheinungsdatum: 1. August 2012

ISBN-13: 978-3473584178

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Taschenbuch: 320 Seiten

   

Kurzinhalt:

 

Erster Satz: Wenn man ein Magier ist, die Geheimnisse des Universums entschlüsseln kann und die verborgenen Kräfte der Erde zu nutzen weiß, neigt man dazu, arrogant zu werden.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch Laura, von „The mortal bookshelf“. Das Cover in Zusammenhang mit dem Klappentext hat mich dann neugierig gemacht, denn für mich ergab sich da irgendwie keine Gemeinsamkeit. Als ich das Buch dann im Original in Händen hielt, hat mich der goldene Prägedruck gleich begeistert und alles in allem finde ich ist es ein sehr gelungenes Cover. Etwas schade, dass es nur ein Taschenbuch ist. Ich finde, es ist eines Harcovers würdig. Der Klappentext führt etwas in die Irre. Die WG ist nicht wirklich „schrill“ und kommt außerdem nur kurz am Anfang vor.

Kira wird von einer Seele befallen. Cian Kingsley, der Meistermagier, wurde Opfer eines Attentats und konnte seinen Geist in letzter Sekunde retten. Ausgerechnet mit ihm muss sich die freche Fee jetzt abplagen. Denn Cian ist arrogant und möchte ebenso wie Kira schnell getrennt werden und einen neuen Körper erhalten. Irgendetwas verleitet Kira schließlich doch dazu sich auf den Weg zu machen, um Cians Freund und Magier Evan zur Hilfe zu bitten. Es startet eine rasante Flucht und Verfolgungsjagd mit jeder Menge Werwölfen, Feen und anderen magischen Wesen. Immer dabei und stetiger Begleiter der beiden Streithähne in einem Körper: Pooka, Kiras wandlungsfähiger Freund aus der Kindheit, der sich auch mal als Ananas tarnt. Schnell merken die beiden, dass sie doch so einiges gemeinsam haben und schlussendlich auch zusammenarbeiten müssen.

 

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Idee: Einfach genial. Story und Charaktere sind offensichtlich einem sehr kreativen Kopf entsprungen.

Plot: Ich liebe Storys mit Prolog und Epilog. Nach dem aufregenden Auftakt wird man dann erst in die ganz normale Wohnsituation Kiras geworfen. Schnell kommt die Autorin an den Punkt, wo es nur noch rasant wietergeht. Dann nimmt das Tempo wieder etwas ab, um erneut in einem klasse Ende zu münden. Die Geschichte fesselt, denn man muss einfach wissen: Was kommt als Nächstes? Über was streiten sie gleich wieder? Und ganz abgesehen davon möchte man einfach die ganze Zeit das amüsierte Grinsen im Gesicht behalten.

Schreibstil: Was mir am meisten gefallen hat, waren vor allem die Dialoge. Die sind einfach gerade heraus und dieser Stil wird in der Gedankenkommunikation der beiden Hauptprotas weitergeführt. Speziell auch diesen Part, als Cian in Kiras Kopf ist, hat die Autorin glaubwürdig herübergebracht. Der ständige Wechsel der  beiden, wobei auch mal Cian die Macht über Kiras Körper hat, ist zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar. Nie habe ich mich gefragt, wer da gerade spricht oder denkt. Zudem lässt sich das Buch locker flockig weglesen. Rebecca Wild meidet komplizierte Formulierungen und hätte ich mehr Zeit und Ruhe gehabt, wäre dieses Buch an einem Tag von mir verschlungen worden. Man wird durch den Stil direkt in das Geschehen reingesogen und kann sich schwer lösen.

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die Begriffe! Da spielt sicherlich meine Aversion gegen Vokabeln lernen mit, aber ich konnte mir die Aussprache mancher Begriffe (die wunderbar in einem Glossar aufgeführt sind), zunächst  nicht merken. Diese Tatsache hat dem ganzen Lesespaß jedoch keinen Abbruch getan.

Charaktere: Ein Kompliment an diese anderen Charaktere. Kira ist einem von Anfang an sympathisch.
Frech und frei Schnauze redend geht sie ihren Weg. Gerade dass fand ich so toll an ihr. Manchmal ist sie dabei zu impulsiv und handelt unüberlegt. Man fiebert richtig mit und fasst sich auch mal an den Kopf, um gleich wieder über Kira zu schmunzeln. Außerdem gibt es da noch eine ernste Seite an ihr und die betrifft ihr Geheimnis. Kira ist eine besondere Fee.

Ihr Weggefährte Pooka ist einer meiner Lieblingsnebenrollen überhaupt. Spätestens nach der Verwandlung in eine Ananas musste ich dieses rotäugige Wesen lieben, welches Kira so manches Mal aus der Patsche hilft.

Cian ist ebenso kein typisch männlicher Hauptprotagonist. Er besticht natürlich durch Charakter, seine vorlaute arrogante Art, in der ein warmes Herz innewohnt, anstatt durch blendendes Aussehen, wie so manch andere Protas in anderen Büchern.

Auch die Entwicklung zwischen den beiden stufe ich als realistisch ein. Kein ewiges Liebesgesäusel. Die beiden haben sich einfach irgendwann, dagegen können sie gar nichts machen. Eben wie es im richtigen Leben oft passiert. Natürlich spielt die Entwicklung der Figuren dabei eine Rolle, denn durch ihr unfreiwilliges Zusammensein verlieren sie die Vorurteile gegenüber der jeweiligen Art.

Auch alle anderen Charaktere sind frisch und spritzig und auf ihre Art individuell.

Hintergrund: Eine tolle Welt hat die Autorin da geschaffen. Die Vorstellung mit den Reservaten und den Magierstädten ist klasse. Da werden ganz normaler realistischer Alltag mit Fantastischem kombiniert. Auch dass so viele verschiedene paranormale Wesen in der Geschichte vorkommen, mag ich hier gern. Nichts wirkt übertrieben sonder eher selbstverständlich. Die beiden Hauptcharaktere agieren so toll miteinander, vor allem wenn sie die Macht über Kiras Körper tauschen.

Fazit: Ich freue mich schon auf Teil zwei und bin froh, dass man nur ein halbes, statt ein ganzes Jahr darauf warten muss. Ich bin gespannt, welchen Weg Kira und Cian noch zusammen und getrennt gehen werden. Wenn die Spritzigkeit und der Witz dieser Geschichte und ihrer Figuren so bleiben, oder sich noch steigern, können sich die Zwerchfelle freuen. Ein tolles Debüt einer jungen Autorin, von der wir hoffentlich noch mehr großartige Geschichten erwarten dürfen und weiter schreiben wird.

 

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Elfenbann

September 4

Elfenbann: Band 3

Price: EUR 16,99

Autor: Aprilynne Pike

Originaltitel: Illusions

Übersetzer: Anne Brauner

Erscheinungsdatum: 17. April 2012

ISBN-13: 978-3570138861

Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Kurzinhalt:

 

Da dachte ich den Abschluss der Geschichte in Händen zu halten, da stellte sich heraus, es wird einen vierten Teil geben. Da mir die Idee der Elfen von Frau Pike sehr gefällt, verzeihe ich mal eine weitere Fortsetzung.

Erster Satz: In den Gängen der Del-Norte-Highschool tobte am ersten Schultag nach den Ferien das übliche Chaos, als Laurel sich durch eine Gruppe von Zehntklässlern drängte.

Laurel hat sich für David entschieden und startet in ein neues Schuljahr. Sie kann es kaum glauben, als sie unter den Austauschülern Tamani entdeckt und in ihr vergessene Gefühle entfacht. Er hat den Auftrag Laurel so nah wie möglich zu beschützen. David gefällt das gar nicht und die beiden Rivalen stoßen öfter aneinander. Laurel steht dazwischen und ist sich ihrer Gefühle nicht sicher. Genauso wenig, wie sie sich sicher ist, ob ihr Leben in Avalon eine Zukunft an der Akademie hat oder sie in der Menschenwelt auf ein College gehen soll. Und dann ist da noch Yuki, die japanische Austauschschülerin, mit der sie sich auf Kleas Bitte hin anfreunden soll. Warum aber meidet Yuki Laurel? Und warum macht es sie so eifersüchtig, als Tamani mit Yuki anbändelt, um mehr über das Mädchen zu erfahren?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Grundidee der Tetralogie gefällt mir seit dem ersten Band sehr gut und das spielt bei der Bewertung dieses Punktes mit. Ich mag Pikes Version der Elfen. Die Geschichte in diesem Band finde ich von der Idee her allerdings nicht so neu. Es dreht sich fast alles um die Dreiecksbeziehung, auch wenn Yuki einen interessanten Aspekt bietet.

Plot: Die immer weiter aufbauschende Auseinandersetzung zwischen David und Tamani ist sehr gut umgesetzt. Ich bin eigentlich kein Fan von diesen hin’s und her’s, aber hier ist das Thema gut umgesetzt. Der ganze Konflikt baut sich nach und nach auf, bis es zwischen David, Tamani und Laurel kocht. Die Bedrohung durch die Orks, die für mich eher ein Nebenstrang der Handlung war, lockern den Plot der Dreiecksbeziehung auf. Ebenso der weitere Handlungsstrang, die Suche danach, was es mit Yuki auf sich hat. Immer wieder ist die Geschichte mit Hinweisen gespickt und bringt etwas Spannung in die Handlung. Zwar hat man eine Ahnung, was Yuki ist, aber man ist doch überrascht, wer sie ist. Diese Frage wird allerdings wirklich erst auf den letzten Seiten beantwortet.

Schreibstil: Pikes Stil ist sehr einfach und daher schnell zu lesen. Leider entwickelt er sich im Laufe der Bücher nicht. Trotzdem kann man sich in die Charaktere einfühlen, was daran liegt, dass die Autorin sehr darum bemüht ist, den Leser an der Gefühlswelt der Protagonisten teilhaben zu lassen. Pike erzählt  in der dritten Person  und man ist manchmal bei Laurel, dann wieder bei Tamani, bei David und anderen Protagonisten.

Charaktere:Laurel steht zwischen dem Elfendasein und ihrer Menschlichkeit; zwischen David und Tamani. Sie meistert ihre soweit Situation gut, kann sich aber auch gar nicht entscheiden, ob sie später in Avalon studieren möchte oder doch lieber an ein College geht. Sie wehrt sich gegen den aufgeblasenen Streit zwischen David und Tamani um sie, was ihre Stärke zeigt. Bei einer Szene in Avalon merkt man, wie sehr sie sich mittlerweile ihrer Stellung unter den Elfen bewusst ist. In meine Augen ist Laurel charakterlich gewachsen.

David und Tamani rivalisieren miteinander und mir hat das die Protagonisten näher gebracht. Die Autorin hat die Streitigkeiten und Beweggründe meines Erachtens sehr gut umgesetzt. Sicher, für manch einen scheint das Buch von der Handlung her nicht ganz so spannend, aber die Dreiecksbeziehung ist realistisch und gut gelungen. Tamani ist gewohnt frech; scheint sogar noch mehr Selbstbewusstsein zu haben, als in den Bänden davor. Bisher konnte ich ihn mir nicht immer an Laurels Seite vorstellen, aber in diesem Teil kehrt er den Teenager in sich heraus, was ihn sehr sympathisch macht. David dagegen kämpft mir zu wenig um Laurel. Vielleicht liegt das daran, dass die beiden als Elf/Mensch kaum eine vorstellbare Zukunft haben.

Yuki ist interessant. Sie wirkt naiv und unscheinbar; lässt sich von Tamani um den Finger wickeln. Schnell bekommen die anderen Protas heraus, was sie ist, aber wer sie genau ist, bleibt bis zum Schluss verborgen.

Hintergrund: Aprilynnes Welt der Elfen finde ich gut.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Die Idee, dass die Elfen Pflanzen sind, finde ich genial.

Es ist etwas anderes und gut durchdacht. Auch die Darstellung der Orks ist mal was anderes. Die Beziehungen und ihre Entwicklung wirken für mich in diesem Band echt. Tamani und David verhalten sich wie Jungs. Das ist gut so.

Fazit: Nicht der spannendste Band der Tetralogie. Ein bisschen wirkt er so, als müsste man die gesamte Geschichte in die Länge ziehen. Ein bisschen mehr zu der Story um Yuki herum wäre wünschenswert gewesen, dafür überzeugen die Beziehungen der Charaktere untereinander. Ich mag die Geschichte insgesamt immer noch und freue mich auf den Abschluss. Dieser wird sicher ein paar neue Aspekte mit sich bringen und hoffentlich an Spannung wieder das haben, was Teil 1 und 2 hatten. Das Buch endet in einem gemeinen Cliffhanger; gerade wenn man herausfindet, was es mit Yuki komplett auf sich hat, endet die Geschichte. Wir dürfen also gespannt sein!

Vielen Dank an cbj für das Rezensionsexemplar.

 

 

 

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Monatsrückblick August

September 3

Der August ist vorüber. Mein stressigster Monat in diesem Jahr, denn ich hatte alle Hände voll zu tun, meiner Freundin ihr Brautkleid zu schneidern. Trotz allem habe ich so viel gelesen wie schon lange nicht mehr.









Gelesen habe ich „Renegade“, von dem ich mir ausnahmsweise mal eine Fortsetzung erhoffe. Es war zu gut, um abgeschlossen zu sein. Außerdem bin ich mal von der Fantasy weg und habe mich „ gewidmet. Ein netter Einblick in die Welt der Reality–Dokus. Danach habe ich den fulminaten zweiten Teil der Trilogie von Beth Revis gelesen. „Godspeed–Die Suche“ schlägt seinen Auftakt „Godspeed–Die Reise beginnt“ um Längen. Eine echte Überraschung. Danach dachte ich, die Reihe von Aprilynne Pike zu beenden, aber Pustekuchen: „Elfenbann“ ist eine Fortsetzung und erst Teil vier schließt die Geschichte ab. Auf den letzten Drücker habe ich sogar „Verräter der Magie“ abgeschlossen und mich beim Lesen köstlich amüsiert. Ich freue mich schon, die Autorin auf der Messe in Frankfurt zu treffen.

 






Gehört habe ich Darkside Park. Ich glaube, das ist einfach nicht mein Thema. Sicher ein gutes Hörspiel was Freunde in den Himmel gelobt haben, aber einfach nicht meins.

Geschrieben habe ich einen kurzen Abschnitt. Ich stresse mich nicht. Die Vorbereitungen zur Messe gehen vor und ich muss erst mal den privaten Stress hinter mich bringen, um wieder richtig in Fahrt zu kommen.

Zurzeit lese ich „Seelenflüstern“ was mich überrascht. Bisher tolle Darstellung der Charaktere und vor allem die Hauptprotagonistin ist nicht naiv und lässt sich gleich auf ihr Schicksal ein.

Wer die Artikel aufmerksam bis zum Ende liest, hat vielleicht bemerkt, dass ich was am Blog geändert habe. Nun werden jeweils drei ähnliche Artikel unter dem Hauptartikel angezeigt. Das war schon lange ein Wunsch von mir. Als nächstes steht das Überarbeiten der Archiv–Seite an, was schön längst hätte gemacht werden sollen.

Ich wünsche allen einen spätsommerlichen September, mit viel Sonne, dafür aber nicht so heiß. Mir selbst wünsche ich, dass ich meinen kleinen aber feinen SuB dezimiere, denn eigentlich hasse ich es, überhaupt einen zu haben.

 

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