Autor: Ilsa J. Bick

Originaltitel: Ashes

Übersetzer:  Robert A. Weiß, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Sonja Schuhmacher

Erscheinungsdatum:  4. August 2011

ISBN-13: 978-3863960056

Verlag: Ink

Gebundene Ausgabe: 502 Seiten

Kurzinhalt:

 

Ich hatte „Ashes“ schon länger im Hinterkopf, und als nun der zweite Band erschien, war die Zeit reif endlich Teil 1 zu lesen.

Erster Satz:  „Wo bist du?“, wollte Tante Hannah wissen, kaum das Alex auf die Sprechtaste gedrückt hatte.

Alex (Alexandra) ist im Waucamaw Park unterwegs. Als ihren Weg ein Großvater und dessen Enkelin Ellie streifen, passiert das Unvorstellbare. In ihrem Kopf scheint es zu blitzen und der Großvater des Mädchens fällt tot um. Hirsche rennen über die Klippe und überall fallen tote Vögel vom Himmel. Als es aufhört, bleibt Alex mit Ellie zurück. Die beiden müssen sich arrangieren, denn die Welt ist nicht mehr so, wie sie war. Jugendliche verwandeln sich in blutrünstige Monster. Und noch etwas ist anders: Alex hat ihren Geruchssinn wieder, den sie zuvor durch einen Gehirntumor verloren hatte. Auf Alex‘ und Ellis Weg durch die Wildnis treffen sie auf Tom. Nun sind sie zu dritt, schöpfen Hoffnung und machen sich auf, um in der Stadt „Rule“ Zuflucht zu finden. Schaffen sie es?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Endzeitszenarien sind nichts Neues und der Zombieaspekt auch nicht. Also kann ich der Idee an sich nicht so viele Punkte geben.

Plot: Es fällt mir schwer dieses Buch zu beschreiben und auch den Plot. Alles fängt so normal an, und doch wiederum auch nicht und die Autorin schafft es nach dem „Blitz“, wie Alex es nennt, einen direkt in die Katastrophe mit hineinzuziehen. Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl einen gut produzierten Film zu gucken. Für mich hat das Buch zwei Hälften, die vor Toms Verschwinden und die danach. Die Autorin selbst hat in fünft Teile geteilt, wobei der letzte Teil wirklich nur ein paar Seiten am Schluss sind. Der Plot ist gut, aber dazu etwas zu schreiben ist wirklich nicht einfach. Da wirken so viel Gedanken und Gefühle mit. Obwohl er in meinen Augen in der Form auch zu erwarten war, aber wiederum auch nicht. Da sind Details und Kleinigkeiten, die das Ganze von einer schnöden Suppe zu einem fulminanten Festmahl machen.

Schreibstil: Endlich mal wieder ein Schreibstil, den ich als eigen bezeichnen kann. Nicht im Falle von schwierig, ganz und gar nicht. Man kann es sehr gut lesen. Auch hier fällt es mir schwer zu beschreiben. Es wird aus der dritten Person im Präteritum erzählt. Trotzdem ist man so nah, ja im Grunde selbst in der Hauptprotagonistin drin. Teilweise bricht der Stil auch kurz aus und lässt Raum für persönliche Gedanken von Alex. Das passt so gut, dass es einem kaum auffällt. Während des Lesens habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich nervös auf den Nägeln gekaut habe. Ilsa J. Bick zieht einen mit ihren Worten tief in die Geschichte rein.

Charaktere: Alex ist siebzehn, hat aber nicht das Leben eines typischen Teenagers hinter sich. Mit vierzehn sterben die Eltern, der Vater Polizist und die Mutter Ärztin gemeinsam in einem Hubschrauber bei einem Notfall. Des Unglücks nicht genug, bekommt sie mit fünfzehn die Nachricht, einen Tumor im Kopf zu haben. Unheilbar. Die Protagonistin hatte sich und ihr Leben eigentlich schon aufgegeben, als der Blitz ihr verloren gegangene Sinne und Stärke wieder gibt und sich das „Monster“, wie Alex es nennt, als scheinbarer Lebensretter herausstellt. Zusammen mit ihrer Ausrüstung und der nervigen Ellie im Schlepptau packt sie der Überlebenstrieb. Sie ist ein sehr starker Charakter und hält viel aus. Man merkt, dass sie sich schon mal mit dem Sterben auseinandergesetzt hat. Eine Prota, die man mögen muss, obwohl sie widerspenstig ist. Im entscheidenden Moment macht sie doch das Richtige.

Tom(20) ist ein Soldat auf Heimaturlaub und man weiß nicht, was ihm in Afghanistan wiederfahren ist. Er hat eine gute Seele und ein Händchen für Ellie. Was sich zwischen Tom und Alex anbahnt, passiert passiv. Was anderes würde auch zu beiden nicht passen. Tom übernimmt aber auch ein wenig die Vaterfigur und das Kommando. Leider muss man wohl noch abwarten, bis man mehr über ihn herausbekommt.

Es gibt noch so viele andere Charaktere. Was mich etwas gestört hat, waren die Fähigkeiten. Alex kennt sich gut in der Wildnis aus, was Erfahrungen von vielen Campingausflügen sind. Sie kann nicht fischen, womit sich jedoch Ellie wieder auskennt. Tom ist mit seiner Soldatenlaufbahn natürlich bestens gerüstet. Das ist ja alles nicht unrealistisch, aber für die Story äußerst praktisch. Auch andere Charaktere haben in der Hinsicht sehr stereotype Eigenschaften. Aber die Autorin schafft es die einzelnen Figuren so echt darzustellen und vermag es in nur einem Satz über einen Charakter ganz viel auszusagen. Ein unglaubliches Talent.

Hintergrund: Als ich gelesen habe, dass die Autorin Kinder- und Jugendpsychiaterin ist und bei der Air Force war, hat es mich auch nicht mehr gewundert, warum dieses Buch einen so gut recherchierten Hintergrund hat. Ich nehme ihr alles vollkommen ab. Sogar die Erklärung zur Katastrophe, obwohl ich keine Ahnung habe, ob das so möglich ist. Mir bleibt nur ein Kommentar zum Hintergrund: Brillant.

Fazit: Wer eine Liebesgeschichte erwartet, wie es der Klappentext verspricht, lässt sich in die Irre führen. Wen das nicht abhält und sich lieber in ein düsteres, blutiges, brutales, und nur wenig hoffnungsvolles Endzeitszenario treiben lassen möchte, ist mit „Ashes“ bestens bedient. Aber Vorsicht! Der Cliffhanger zum Schluss ist gemein. Also seid froh, dass der zweite Teil schon raus ist. Hätte ich ihn da gehabt, würde ich hier jetzt keine Rezi schreiben, sondern schon darin schmökern. Und obwohl mein Durchschnitt mich nach der Rundungsregel zu 5 Punkten verpflichtet, gebe ich 6, denn das Motto „lässt Nächte durch lesen“, was sich der Verlag Ink auf die Fahne geschrieben hat, erfüllt dieses Buch zu 100 %.

 

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Ashes – Brennendes Herz, 6.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail