Autor: Marie Lu

Originaltitel: Legend

Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Erscheinungsdatum: 10. September 2012

ISBN-13: 978-3841421494

Verlag: Loewe

Gebundene Ausgabe: 363 Seiten

Kurzinhalt:

 

Kann man sich dem Hype wirklich entziehen? Wohl kaum, und ich bin froh darüber, denn zunächst war ich nicht sicher, ob ich das Buch lesen möchte. Ich fand das Cover erst nicht ansprechend, was aber live und in weiß–gold doch gut ist. Irgendwie war der Klappentext nett, aber nicht so appetitanregend. ‚Legend‘ war schon auf der Liste der Bücher, die ich irgendwann mal lesen möchte, aber der Hype und die guten Kritiken haben mich schlussendlich sehr neugierig gemacht.

Erster Satz: „Meine Mutter glaubt, dass ich tot bin.“

June ist das Wunderkind der Republik und die jüngste Absolventin der Drake–Militärkademie. Ihre erste offizielle Mission ist auch gleich eine persönliche. Sie soll den Mörder ihres Bruders aufspüren. Day, der meistgesuchte Verbrecher des Landes. Im Zuge einer Undercoveraktion findet sie ihn tatsächlich – unwissentlich – und verliebt sich, nicht nur in ihn, sondern auch in die Geborgenheit, die ihr das Zusammenleben auf der Straße mit ihm und seiner Freundin Tess geben. Als sie herausfindet, wer er wirklich ist, liefert sie ihn ans Messer. Gemeinsam jedoch kommen sie nach und nach hinter die Wahrheit der „Seuche“, die die Armenviertel und auch Days Familie regelmäßig heimsucht. Ändert June ihre Meinung? Wird Day gerettet?

VN:R_U [1.9.22_1171]
Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.7/6 (1 vote cast)

Idee: Der Klassiker lässt grüßen: Romeo und Julia. Bis auf das Ende, soviel sei gesagt. Und da man mich mit diesem Schema immer wieder begeistern kann und Marie Lu die Idee in ein tolles Gewand gekleidet und zu ihrer eigenen gemacht hat, kann ich sie nur gut finden.

Plot: Gerade durch den Perspektivenwechsel ist der Plot sehr spannend. Mir fielen keine Lücken auf und im Grunde bin ich begeistert, denn mir war die ganze Zeit so, als säße ich im Kino und gucke einen spannenden Film. Allerdings wurden mir einige Schlüsse zu einfach gezogen. Da hatte ich ein Gefühl wie bei manchen Romanverfilmungen, bei denen man denkt: Im Buch ist das sicher länger, da haben sie gekürzt.

Schreibstil: Jeden Moment, den ich lesen konnte, habe ich entgegengefiebert. Erster Pluspunkt: Perspektivenwechsel. Zweiter Pluspunkt: Icherzähler. Ganz kleiner Miniminuspunkt: Manchmal musste ich nachsehen, wer gerade erzählt. Ich war im Bann und habe die Seiten so schnell gelesen, dass ich mich vorm Ende gefürchtet habe, nur weil das Buch dann vorbei war. Ein regelrechter „Pageturner“. Und toll geschrieben. Da war nichts, was mir zu viel war oder mich gelangweilt hat. Auch die immer wieder auftauchenden Rückblenden waren passen platziert und so in die Geschichte geflochten, dass mich das keineswegs gestört hat.

Charaktere: June und Day sind sich sehr ähnlich. Man könnte das als Manko sehen, aber ich empfand es mit dem Hintergrund dieser Geschichte genau richtig. Beide haben auf ihre Weise mit dem Verlust der Familie zu kämpfen. Beide haben eine sehr gute Auffassungsgabe und körperliche Talente. In Sekundenbruchteilen analysieren sie ihre Umgebung und handeln überlegt. June war mir richtig sympathisch, den trotz ihres Wunderkindstatus kommt sie nicht arrogant daher. Und Day? Ach ja, was soll ich sagen? Wenn der Hauptprotagonist blonde lange Haare und blaue Augen hat, ist es um mich geschehen. Wenn er dann noch so taff und doch gefühlvoll angelegt ist… Ja, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit ihm.

Ein ganz großen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die beiden sind mit 15 Jahren eindeutig zu jung angelegt. Das wollte nicht in meinen Kopf und ich habe währen des Lesens irgendwann beschlossen das für mich einfach abzuändern und sie älter zu machen. Sorry, Frau Lu, aber dass verstehe ich immer noch nicht. Die Motivation der beiden passt vielleicht noch, aber nicht das Handeln an sich.

Auch wenn Metias nur einen kurzen Auftritt hat, ist er doch immer präsent, was an Junes Erinnerungen liegt. Ein starker Charakter, der auch nach seinem Tod in die Geschicke der Geschichte eingreift.

Thomas ist sehr klar strukturiert und im Endeffekt war mir klar, welche Rolle er in der Geschichte einnimmt. Aber das passt zu ihm.

Ich hoffe es gibt ein Wiedersehen mit Tess. Ich mag diese kleinen quirligen Mädchencharaktere, die den Optimismus und die Leichtigkeit in die Geschichten bringen.

Hintergrund: Ich weiß zwar immer noch nicht genau, wie sich diese Staatsform gebildet hat, aber am Ende der Trilogie ist man sicher schlauer. Ich mag die ganze Welt. Fragt mich nicht warum, aber das Kino fand ich toll beschrieben. Aber auch alles andere war schlüssig und meiner Meinung nach durchdacht. Sogar die Uniformen wechselten der Veranstaltungen entsprechend. Ausserdem konnte man den Rang erkennen. Ebenso die Unterteilung der Stadtteile und auch das Erkennungsmerkmal eines „Lake“–Bürgers, wie Tess und Day, die alle anderen Bewohner mit Cousin oder Cousine anreden. Solch netten kleinen Details machen die Welt lebendig.

Fazit: Legendär! Ich kann nicht anders als zu sagen: Her mit der Fortsetzung und Gott sei Dank ist es eine Trilogie! Ja ihr lest richtig. Noch nie war es mir so zuwider das Ende zu lesen, weil ich nun warten muss um wieder mit den Protas in die Welt einzutauchen. Ein Buch, was ich ein zweites Mal lesen würde. Und da ich schon gelesen habe, dass die Filmrechte verkauft sind, freue ich mich auch schon darauf. ‚Legend‘ ist filmreif. Der Hype ist absolut gerechtfertigt. Wer auf starke Charaktere steht und die ein oder andere heftige Szene verträgt, sollte sich darauf einlassen und sich vom Lesesog mitreißen lassen.

VN:R_U [1.9.22_1171]
Bewertung
Rating: 6.0/6 (1 vote cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 votes)
Legend – Fallender Himmel, 6.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail