Das letzte Zeichen

Price: EUR 8,99

Autor: Gemma Malley

Originaltitel: The Killables

Übersetzer: Friedrich Pflüger

Erscheinungsdatum: 8. Juni 2012

ISBN-13: 978-3570308172

Verlag: cbt

Taschenbuch: 352 Seiten

Klappentext:

 

Erster Satz: Augen und Nase verklebt von Dreck und Staub.

Ich hatte das Buch seit Erscheinen im Hinterkopf, weil mich der Klappentext einfach ansprach. Sehr neugierig habe ich mich dann diesem „schreiend“ pinken Taschenbuch gewidmet.

Evie lebt in einem von Rangzeichen dominierten Welt. in der sich jeder Bewohner als Baby der „Neutaufe“ unterzieht. Dabei wird die Amygdala (der Teil des Gehirns, in dem Angst entsteht) entfernt und macht den Menschen gut. Jeder strebt danach ein „A“ zu werden, ein Mensch, befreit vom Bösen und durch und durch gut. Evie selbst trägt Rang „B“. Keiner weiß, dass sie sich trotz der Avancen von Lucas, der ein „A“ ist, sich mit dessen Bruder Raffy trifft, den sie heimlich liebt. Eines Tages hört Evie, das Raffy auf Rang „K“ gestuft werden soll, was eine erneute „Neutaufe“ bedeutet, nach der Raffy Evie sicher vergessen wird. Evie ist hin und hergerissen. Sie liebt Raffy, ist Lucas versprochen und weiß, dass ihr Verhalten böse ist und sie jederzeit Gefahr läuft, herabgestuft zu werden. Für wen entscheidet sie sich, und kann sie Raffy vor der Neutaufe bewahren?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Rangabzeichen sind ein interessanter Aspekt und auch der Zeitpunkt, zu dem die Geschichte spielt, liegt nicht in unvorstellbaren Weiten. Die abgeschottete, von Mauern umringte Stadt und die Idee mit der Amygdala, deren Entfernen die Menschen „gut“ macht, geben eine gute Grundlage.

Plot: Der Anfang konnte mich nicht fesseln. Man war zu sehr bei Evies Gedanken, was ich ja grundsätzlich mag, aber hier, in meinen Augen, nicht gut gelöst war. Wenn diese etwas monotone Wirkung des Anfangs von der Autorin so beabsichtigt war, ist das in Ordnung, mein Fall war es nicht. Auch die gesamte Entwicklung der Geschichte war zwar nachvollziehbar, aber hat mich nicht vom Hocker gehauen. Leider. Der Höhepunkt am Schluss ging mir zu glatt und zu schnell. Außerdem habe ich Logikfehler entdeckt, oder es hat sich zumindest so angefühlt. Man hätte mehr aus dem Plot machen können. Mehr Dramatik zwischendurch und nicht nur kurz vor Ende. Es war mir unmöglich so richtig abzutauchen.

Schreibstil: Keine Ahnung, ob es an der Übersetzung lag, aber ich fand den Stil langweilig. Erzählt wird in der dritten Person im Präteritum. Es gibt auch Perspektivenwechsel, aber selbst die haben es nicht geschafft bei mir Spannung zu erzeugen. Die ganze Zeit über habe ich mich von dem Geschehen distanziert gefühlt. Es kamen keine Emotionen an. Sicher ist der Stil einfach und leicht zu lesen, aber mehr als solide kann ich ihn nicht bezeichnen. Schade, denn da hätte man einiges mehr an Tempo in die Geschichte und  Brisanz in den Stil legen können. Der Klappentext verspricht so viel, dessen die Autorin in meinen Augen  nicht gerecht geworden ist. Was ich auch sehr schade fand, waren die einfachen Benennungen. Die Stadt hat keinen Eigennamen, ebenso einfallslos die Bezeichnung der  „Bösen“. Sowieso habe ich das Wort „böse“ viel zu oft gelesen.

Charaktere: Evie ist mir zu flach. Sie nervt und es gibt es kaum Entwicklung bei dieser Figur. Am Ende dann gibt es eine zu plötzliche Wendung, die aber auch nicht überzeugt.

Raffy, ihr Freund stellt den Rebell dar. Und obwohl er Gefühlsausbrüchen zeigt, kommt man ihm nicht nah. Ich habe sein Handeln auch nicht immer verstanden und eigentlich ist er für mich der unsymhatischere von den beiden Brüdern.

Lucas dagegen zeigt am meisten Entwicklung und spielt seine Rolle perfekt. Ein Charakter, der mir richtig gut gefallen hat und auch toll rüberkommt. Ohne groß zu spoilern: Er trägt ein zu einem interessanten Aspekt der Geschichte bei.

Selbst die Dreiecksbeziehung  der Jugendlichen bringt zu wenig Spannung. Evie ist zwar verwirrt, was die Gefühle für die beiden Jungs anbelangt, aber wirklich verstanden habe ich sie nicht.

Auch die Nebenrollen hatten gute Ansätze, wurde leider für meine Begriffe nicht genug ungesetzt.

Hintergrund: Es wird einiges erklärt und hört sich schlüssig an, aber überzeugt nur oberflächlich. Ich persönlich finde den Zeitraum knapp gewählt. Eigentlich müssten sich noch genug Menschen an die Zeit vor der „Schreckenszeit“, nach der die Stadt errichtet wurde, erinnern können. Dass sich die Menschen freiwillig in so ein strenges, Angst einflößendes System begeben, kann ich nicht nachvollziehen.

Fazit: Schade. So enttäuscht war ich selten. „Das letzte Zeichen“ ist der Auftakt einer Trilogie, die ich nicht weiter lesen werde. Nur um Lukas tut es mir leid. Was mit ihm passiert, wüsste ich schon gerne, aber dazu hätten der Stil und die Umsetzung der Idee besser sein müssen. Für all diejenigen, die noch nie eine Dystopie gelesen haben, könnte es allerdings ein gutes Buch und der Einstig in dieses Genre sein.

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Das Letzte Zeichen, 3.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail