INK_RGBSamstagsmorgens haben wir doch glatt verschlafen, es aber unter Einsatz von Dannys Fahrkünsten mit nur fünf Minuten Verspätung zum Interview mit Katharina Braun, der Programmleitung von INK, geschafft.

Prompt wurden wir mit einem Kaffee und Wasser versorgt und haben direkt losgelegt.

INK gehört zur den Egmont Verlagsgesellschaften.

Was macht die Programmleitung genau?

Wir suchen nach neuen Autoren, beziehungsweise arbeiten mit denen, die wir bereits unter Vertrag haben, eng zusammen. Auf den Messen pflegen wir den Kontakt mit Agenturen und anderen Verlagen, aber auch die Sichtung von Manuskripten, die wir bei Agenturgesprächen auf den Messen angefordert haben, gehört zu meinem Aufgabenbereich. Zusammen mit dem Team entscheide ich, welche Titel in das Programm aufgenommen werden. Darüber hinaus wirken wir bei der Covergestaltung mit.

 

Ist die Arbeit am Buchmarkt so, wie Sie sich es vorgestellt haben? Wie sieht der Alltag aus?Katharina_Braun1-(2)

Ich liebe meinen Beruf, aber es ist längst nicht so romantisch, wie viele glauben. Der Buchmarkt ist ein hartes Business wie jeder andere Markt auch. Bücher werden gekauft und verkauft. Dennoch bin ich immer wieder aufgeregt, wenn es zu den Messen geht: Finde ich aufregende neue Titel? Entdecke ich etwas Besonderes? Das ist es was es ausmacht; was am Beruf so viel Spaß macht.

 

Woher beziehen Sie Ihre Manuskripte?

Zu 98% bekommen wir Texte über Literaturagenturen und ausländische Verlage angeboten. Eine literarische Agentur leistet schon eine gute Vorauswahl.

 

Lesen Sie die unverlangt eingesandten Manuskripte?

Jeder bei uns im Team hat seine Aufgaben, und so haben wir dafür jemanden, der die unverlangt eingesandten Manuskripte sichtet und sortiert und den Autoren antwortet. Bei mir auf dem Tisch landen nur Einsendungen, die nach Meinung meiner Mitarbeiter vielversprechend sein könnten.

 

Habe sie schon mal ein Manuskript abgelehnt, was sich später bei einem anderen Verlag als Bestseller herausstellte?

Ja, leider. Manchmal sind die ausländischen Buchlizenzen einfach zu teuer. Irgendwann kann man bei den Auktionen nicht mehr mithalten und muss auf ein vielversprechendes Manuskript verzichten.

Wie viel Wert legt INK auf deutsche Autoren?

Darauf legen wir großen Wert. Aktuell haben wir mit Andrea Schacht, Veit Etzold und Veronika Bicker bereits drei tolle deutschsprachige Autorinnen und Autoren im INK-Programm. Natürlich kaufen wir auch ausländische Lizenzen ein, aber bei INK möchten wir künftig gerne noch mehr mit deutschsprachigen Autoren zusammenarbeiten.

 

Wie viel Wert wird auf die Aufmachung der Bücher gelegt?

Darauf wird sehr viel Wert gelegt. Ein ansprechendes Cover ist die halbe Miete. Das macht einen potentiellen Leser zuallererst auf das Buch aufmerksam und verleitet ihn in der Buchhandlung dazu, genau dieses Buch in die Hand zu nehmen.

 

Wo sehen Sie den Trend für die kommenden Jahre?

Das ist schwierig zu sagen. Dystopien sind langsam vorbei. Ein Trend könnten die realen Liebesgeschichten sein.

 

Wie wichtig ist für Sie die Zusammenarbeit mit den Bloggern?

Blogger und das Internet im Allgemeinen haben einen hohen Stellenwert bei uns. Soziale Netzwerke gehören bei unserer Zielgruppe zum Alltag. Unser Facebook-Auftritt spielt daher eine große Rolle. Es macht uns großen Spaß, Specials und Gimmicks für die Community bereit zu stellen und selbstverständlich gehen wir auch auf alle dort anfallenden Fragen und Anregungen ein! Das direkte Feedback unserer Leser ist uns sehr wichtig!

Vielen Dank an Katharina Braun für Ihre Zeit und das nette Interview.

 

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