Liberty 9 - Sicherheitszone

Price: EUR 18,99



Autor: Rainer M. Schröder

Erscheinungsdatum: 27. August 2012

ISBN-13: 978-3570154649

Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten

Klappentext:

 

Der Titel gefiel mir sehr gut. Ich mag den Klang des Wortes „Liberty“. Außerdem ist es ein von einem deutschen Autor geschriebenes Buch und umso mehr habe ich mich darauf gefreut. Denn meistens sind es ja englische Autorinnen, die ich so in die Finger bekomme.

Kendira lebt ein geregeltes Leben in einer abgeschotteten Zone, in der sie eine Ausbildung zu einem höheren Dienst erlangt. Leistung ist wichtig. Die Welt in der sie lebt wird von Klassen, aber auch von viel Technik und Licht beherrscht. Seit der Kindheit wird ihr eingetrichtert, auserwählt und etwasBesonderes zu sein. Der strenge Lehrplan und die ununterbrochene Beschäftigung lassen keinen Spielraum, eigene Gedanken zu fassen. Erst als Dante, ein niederer Servant in ihr Leben tritt und sie ihn aus unerfindlichen Gründen schützt, fängt sie an die Dinge in Liberty 9 zu hinterfragen. Nach und nach wird das Bild der lobpreisenden Zukunft in eine dunkle Todbringende gefärbt. Wird Kendira sich aus dem goldenen Käfig befreien?

Erster Satz: Kendira schreckte aus dem Schlaf und richtete sich mit einem Ruck im Bett auf.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Idee hat mich sehr angesprochen. Herr Schröder hat sich da wirklich was tolles einfallen lassen mit der abgesicherten Zone in der die Bewohner unwissend sind. Auch das ganze Technikzeug war richtig was für mich.

Plot: An sich ist der Plot nicht schlecht, aber mir sind einige Schlüsse zu plump gezogen worden. Es wirkte hier und da etwas zu konstruiert und hat mich leider nicht in die Geschichte eintauchen lassen. Das Konstrukt aus Libertianern, Servanten, Nightraidern und den Parallelen zum Christentum ist sicher gut ausgedacht. Am Anfang war ich jedoch etwas erschlagen von den ganzen Begriffen und Erklärungen und hätte mir da weniger Info und mehr Handlung gewünscht. Die Steigerung der Zweifel von Kendira durch die aufbauende Folge von Ereignissen ist nachvollziehbar. Leider habe ich es aber nicht als so spannend empfunden. Ein Lesesog ist nicht entstanden. Für mich ein guter solider Plot mir richtig guten Ideen, der aber packender ausgearbeitet hätte können.

Schreibstil: Woran es auch immer lag, ich bin mit dem Stil nicht warm geworden. Der Text ist gut zu lesen. Mit der Perspektive der dritten Person aus Kendiras Sicht gut gewählt. Ich glaube drei Mal wurde von einer anderen Person die Perspektive eingenommen. Davon hätte man mehr haben können, denn so wirkte es als unbedingt eingefügt. Die Dialoge empfand ich als zu konstruiert und wirkten künstlich. Die Beschreibungen der Umgebung waren zu ausführlich. An manchen Stellen zu viel des Guten und an manchen Stellen zu wenig. Was mir außerdem aufgefallen ist, und eigentlich lese ich generell darüber hinweg, sind die Rechtschreibfehler. Ja, selbst mir sind sie aufgefallen.

Charaktere: Auch hier ist es nicht einfach, etwas zu schreiben. Als Erstes fällt mir nur ein: flach. Zu keinem Charakter konnte ich eine innige Beziehung aufbauen. Es gab nicht mal einen Nebencharakter, den ich toll fand. Kendiras Entwicklung ist vorhersehbar und ihr ganzes Handeln zu steif. Warum sie Dante so mag, wird nicht wirklich deutlich. Dante, der nach meiner Meinung eigentlich der Protagonist zum anschmachten sein müsste, bleibt farblos. Die Beziehung zwischen den beiden weist kein Knistern auf. Das ist so schade, denn Herr Schröder hat so viele Charaktere mit tollen Ansätzen geschaffen, deren Potenzial ausgeschöpft bleibt.

Hintergrund: Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich wirklich loben muss. Auch wenn viele Fragen offen bleiben, merkt man hier, wie viel Liebe zum Detail Herr Schröder in die Geschichte gelegt hat. Ich bin bekennender Technikfreak und mit den ganzen Lichtern und Technikzeug schafft er es total, mich zu kriegen. Für manch einen mag die Darstellung der „Rides“ langatmig erscheinen; mir haben diese Parts sehr gut gefallen, obwohl sie so ausführlich dargestellt wurden. Man kann sich Liberty 9 sehr gut vorstellen und ich würde gerne mal die „Tube“ ausprobieren oder einen „Ride“ machen. Ich finde auch die Ähnlichkeit zu einem Kloster sehr gut durchdacht. Die Kutten, die Lichtmesse etc.  Das mit der modernen elektronischen Welt zu kombinieren ist ihm gelungen und eine geniale Idee.

Fazit: Puh, ein Buch was mich spaltet. So sehr ich über den Stil und die Charaktere meckern kann, so toll finde ich den Hintergrund, selbst wenn fast alle Fragen offen leiben und Antworten nur angedeutet werden. Ich frage mich mehr, was hinter allem steckt, als was mit Kendira und Dante passiert. Das mag sich merkwürdig anhören, aber immerhin schafft die Geschichte es dadurch, dass ich Teil 2 lesen möchte. Wer also ein bisschen darüber hinwegsieht, dass das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft wurde, kann sich in eine interessante lichtdurchflutete und düstere Welt entführen lassen.

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