Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Leipziger Buchmesse 2013

März 29

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Wow! Mir fehlen eigentlich die Worte. Was vor einem Jahr Premiere war, in Frankfurt verfeinert wurde, hat sich nun in Leipzig gefestigt. Man wird begrüßt und kommt ins Gespräch und ich habe mich das ein oder andere Mal gefühlt, als ob wir „dazugehören“ würden. Nach zwei einhalb Tagen Leipziger Buchmesse sind wir mit dem Gefühl nach Hause gefahren, als Blogger ernst genommen zu werden.

SAMSUNG DIGITAL CAMERANatürlich hatten wir auch wieder ein wunderschönes gemeinsames Wochenende und freuen uns schon auf das Nächste.

Unsere Reise stand zunächst im Zeichen des Schnees. Aus geplanten 4 Stunden wurden 7 Stunden Anreise. Keine Zeit um sich einzugewöhnen. Schnell das Gepäck in der Pension verstaut sausten wir auch schon zur Messe, um unseren ersten Termin nicht zu verpassen. Wir schauten ein bisschen herum und blieben zunächst beim Thienemann Verlag kleben, um sich auszutauschen und etwas über das Herbstprogramm zu erfahren. Die Ladys vom Verlag waren wie immer total nett und neben einem tollen Herbstprogramm, auf das ihr euch freuen dürft, war mein persönliches Highlight die Info, dass auch der dritte Teil von »Touched« in der Übersetzung liegt und im Frühjahr 2014 erscheinen wird.

SAMSUNG DIGITAL CAMERAMan verquatscht sich schnell und nachdem wir uns noch ein wenig umgeguckt hatten, trafen wir uns mit Daniela Kern von Arena. Die hatte aber auch noch einen Termin mit Arndt und Bianca von Literatwo, die wir so spontan kennenlernten. Zusammen sprachen wir vor allem über das neue Herbstprogramm. Da sind interessante Titel dabei und was mich sehr gefreut hat – es sind Einzeltitel. Der Messegong unterbrach unseren Plausch und man verabschiedete sich in den Donnerstagfeierabend.

Unser Abendessen bestand aus Nachos und Popkorn, denn Danny und ich haben uns »Rubinrot« im Kino angeguckt. Ich bin mit gemischten Gefühlen aus dem Kino gegangen. Wer eine richtige Buchverfilmung wie bei „Harry Potter“ oder „Herr der Ringe“ erwartet, wird enttäuscht werden. Der Film muss als eigenständiges Werk gesehen werden, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut.

Astrid-mit-JennyNach einem Frühstück in der Pension ging es auch schon wieder Richtung Messe. Wir haben ein wenig der Lesung von Janine Wilk gelauscht und uns kurz mit der Programmleitung von Thienemann unterhalten. Eben noch ein paar Fotos und ein Autogramm mussten wir auch schon weiter. Das erste Highlight des Tages wartete auf uns: Jennifer Benkau. Gemeinsam suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen und bei einem Kaffee haben wir fast eine Stunde mit Jenny geplaudert und Fragen gestellt. Was für eine nette und lustige Autorin.

Danach ging es weiter zum nächsten Highlight des Tages: Interview mit Kai Meyer. Ebenfalls eine Stunde plauderten wir. Sicher hätten wir noch länger geredet, wenn nicht schon der nächste Termin für Herrn Meyer anstand. Leider reichte die Zeit nicht mehr für ein gemeinsames Foto, obwohl wir es uns fest vorgenommen hatten.

Danny-und-JosieWeiter ging es zur Lesung aus ‚Göttlich: verliebt‘ mit Autorin Josephine Angelini. Fast eine halbe Stunde mussten wir anstehen, bis Danny ein Autogramm in ihr Buch bekam. Doch das Warten hatte sich gelohnt. Bei einem anschließenden gemeinsamen Foto mit der Autorin am Stand von Dressler, bot sich für Danny das absolute Highlight des gesamten Messebesuchs. Wir konnten ein spontanes Interview mit Josie führen. Auf Englisch wohlgemerkt. Ungefähr eine 3/4 Stunde lang haben wir uns über das Schreiben im Allgemeinen und der Göttlich-Reihe im Besonderen unterhalten, bevor es für die Autorin in Richtung LitCologne weiterging.

Einmal am Stand von Dressler, nutzten wir die Gelegenheit und stellten uns der Pressevertretung des Verlags persönlich vor.

Maggie-StiefvaterDieses Mal hatten wir dann Zeit nach Messefeierabend noch einen Mc Donalds zu suchen (herje, in was für Gefilde uns die Handynavigation geschickt hat) um noch was zu essen bevor wir uns zur „Nacht der jungen Belletristik“ aufgemacht haben  . Bettina Belitz war leider erkrankt und so las die Moderatorin aus »Linna singt« vor. Dieser Abend war einmalig, zumal Maggie Stiefvater beim Lesen auf dem Stuhl stand und so das Publikum sehr zum Lachen gebracht hat. Die Moderatorin wusste teilweise gar nicht, ob sie Übersetzen sollte oder nicht. Auch Jennifer Benkau hat mich so richtig hungrig auf »Dark Destiny« gemacht.

Der Samstag gestaltete sich dann sehr kurz. Gestärkt vom Frühstück ging es mit Sack und Pack wieder zur Messe, um dann gleich den Termin mit der Lektorin von FJB wahrzunehmen. Ebenfalls ein tolles und informatives Gespräch.

Bei einem Kaffee mit Herrn Rumler von der Literaturagentur Rumler, ließen wir unseren Messeaufenthalt ausklingen, bevor es wieder Richtung Heimat ging.

Es war ein wunderbares Messewochenende und ich freue mich schon auf die Frankfurter Buchmesse im Oktober.

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Grischa

März 26

Grischa - Goldene Flammen

Price: EUR 17,90



Autor:
Leigh Bardugo

Originaltitel:Shadow & Bone. The Grisha, Book One

Übersetzer: Henning Ahrens

Erscheinungsdatum: 01.September 2012

ISBN-13: 978-3551582850

Verlag: Carlsen Verlag GmbH

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten

Klappentext:

 

Grischa hat ein wunderschönes Cover und ich mag den Titel. Ich konnte mir zunächst nicht wirklich was unter diesem Buch vorstellen, obwohl der Klappentext ansprechend ist. Aber die Begeisterung einiger Blogger haben mich dann doch neugierig gemacht.

Die Waise Alina hat die meiste zeit ihres Lebens mit Maljen verbracht. Zusammen aufgewachsen stehen sie gemeinsam im Dienst der ersten Armee von Rawka. Alina ist ein schmächtiges Mädchen mit Augenringen und alles andere als attraktiv. Vor allem wenn man sie neben den wunderschönen Grischa sieht. Die Grischa beherrschen Magie in unterschiedlicher Weise. Bei der Durchquerung der Schattenflur, ein dunkler Nebel, der das Land teilt, entspringt Alina beim Versuch Maljen vor den bösen Volkra zu schützen ein gleißendes Licht. Der mächtigste unter den Grischa, nur der „Dunkle“ genannt, erkennt sie so als „Sonnenkriegerin“. Einer Grischa mit einer einzigartigen Gabe. Alina allein ist imstande die Schattenflur zu besiegen. Sie lernt bei den Grischa mit ihrer Fähigkeit umzugehen, jedoch trachtet das Böse ihr hinterher. Wem kann sie noch vertrauen und wer sagt die Wahrheit?

Erster Satz: Die Diener nannten sie Malenchkij, Geisterchen, denn sie waren die Kleinsten und Jüngsten und suchten das Haus des Herzogs heim wie kichernde Phantome, flitzen durch die Zimmer, versteckten sich in Schränken, um zu horchen, stahlen die letzten Pfirsiche des Sommers aus der Küche.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Das russische Setting ist außergewöhnlich, aber die perfekte Bühne für die Grischa und Leigh Bardugos Geschichte. Besonders die Schattenflur hat mir in der Idee und Umsetzung sehr gefallen.

Plot: . Mit Alina begibt man sich auf die Reise. Es beginnt recht gemächlich, aber dennoch spannend, da man sich in dem Setting und mit Alinas Leben erst mal zurechtfinden muss. Dann folgt eine Handlung die immer wieder dann, wenn es nötig ist, rasanter wird, aber dann auch wieder abebbt und schließlich in einem aufregenden Showdown endet. Obwohl ich das Ende recht früh erahnt habe, hat das meinen Lesespaß nicht getrübt. Ich fand die Dauer der Reisen vor allen Dingen angemessen. Dass eben Zeit vergeht, bis etwas passiert.

Schreibstil: Es gibt einen Prolog und Epilog in der dritten Person geschrieben. Der Hauptteil jedoch ist in meiner Liebligsperspektive angelegt: Ich-Erzähler im Präteritum. Die russisch angelehnten Begriffe sind Zungenzerbrecher. Am Anfang hat mich das aus dem Lesefluß gebracht. Nach einer Weile war ich jedoch damit vertraut. Obwohl ich den Stil jetzt nicht als besonders herausragend bezeichnen würde, musste ich doch ständig weiterlesen. An sich lässt sich das Buch zügig lesen. Fast zu zügig. Gut, dass ich auf die Fortsetzung nicht allzu lange warten muss. Ein Buch mit Lesesogcharakter.

Charaktere: Mir haben die Charakter im allgemeinen sehr gut gefallen. Alina macht dabei eine sehr große und deutliche Entwicklung durch. Zu sehen, wie aus dem ‚leisen‘ kränklich aussehendem Mädchen eine selbstbewusste und starke Grischa wird ist richtig toll. Leigh Bardugo macht das ganz gut, indem sie Alinas Gedanken preisgibt und man als Leser mit ihr fühlt. Die Verunsicherung, die Angst und die Selbstzweifel sind greifbar. Dur die Ich-Perspektive liegt der Fokus bei Alina und sie dominiert die Geschichte ganz klar. 

Als Antagonisten mag ich den „Dunklen“. Er hat gute schlechte Facetten und ist nicht gleich von Anfang an zu durchschauen. Ich hätte mir ein bisschen mehr von ihm gewünscht. Etwas mehr aus ihm herausgekitzelt. Aber das sind nur Feinheiten und ich denke mal die nächsten beiden Bücher bieten da noch viel Spielraum.

Ein Nebencharakter ist mir besonders aufgefallen. Baghra mochte ich auf Anhieb. Weil sie eben so ein verschrobenes und eigensinniges Weib ist.

Hintergrund: Zwar findet man Ähnlichkeiten zu russischen Begriffen aber ansonsten scheint mir das Setting gut recherchiert. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sich darin sehr wohl gefühlt hat. Grischa beinhaltet eine tolle Fantasywelt, die mich an meine Rollenspielzeiten erinnert hat. Ich bin schlichtweg begeistert.

Fazit: Grischa hat mich entführt und überrascht. Es ist genau das richtige Buch die gerne mal in die Fantasy abdriften möchten, ohne gleich einen epischen Mehrteiler vor der Nase zu haben. Schnell zu lesende einfach gestrickte Fantasy in Bestform. Die Geschichte hat ihren eigenen Charme und es fand eben ein Lesesog statt. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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Pandämonium

März 22



Autor:
Andrew Prentice, Jonathan Weil

Originaltitel: The Books of Pandemonium

Übersetzer: Ursula Höfker

Erscheinungsdatum: 25. Februar 2013

ISBN-13: 978-3570136027

Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Klappentext:

 

Als ich das Cover von „Pandämonium“ sah, war mir gleich klar „Das musst du lesen“. Es sticht sofort ins Auge und die goldene geprägte Titelschrift passt sehr gut zu dem roten Einband. Als nächstes hat mich der Klappentext sehr neugierig gemacht, und wenn man diesem glauben kann, soll man eine spannende, fantasievolle und magische Geschichte erwarten. Und was soll ich sagen … die Leser wurden nicht enttäuscht.

Jack lebt mit seiner Ma in England des 16. Jahrhunderts, auf einem kleinen verlassenen Hof. Sie haben nicht viel zum Leben aber sind zufrieden damit. Jacks „Beruf“ ist Taschendieb und diesen soll er nun professionell ausüben. Und damit ihm das gelingt, hat er viel geübt und absolviert nun die Prüfung zum „Filzer“ bei dem obersten Dieb … bei Mr. Sharkwell. Zu dieser Prüfung gehören drei Teile und 2 davon hat er gut gemeistert. Nun ist der nächste Teil dran. Er soll in einem Theater einen Besucher bestehlen, was ihm zwar gelingt aber er hat zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, auf was er sich da eingelassen hat … denn die bestohlene Person ist Nicholas Webb, Magier und Hexenjäger seiner Zeit.

Erster Satz: Das Mädchen starb als Erste. Sie knüpften sie an einer Weide auf.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Bücher mit solchen Themen gibt es schon sehr viele, aber keine davon ist gleich. Auch diese Story hebt sich von den anderen ab, wobei auch die Hauptperson mal kein Mädchen ist, wie in so vielen anderen Büchern. Die Zeit, in der das Buch spielt, spiegelt auch einige Aspekte der Geschichte wieder, wie z. B. die Hexenjagd, wenn auch auf eine andere Art und weise. Aber die Idee an sich ist sehr gut gelungen.

Plot: Schon am Anfang des Buches lernt man sehr viele Personen kennen, wie z. B. den Jungen Jack, seine Mutter, Sharkwell, Mr. Smiles und Webb, sowie einige andere. Es geht sofort richtig los mit der Story ohne großes drum herum Gerede. Als Jack Mr. Webb beklaut, ahnt er nicht, was ihn danach erwarten wird. Er konnte ihm eine kleine Geldbörse abnehmen in der er auch eine Pfeife (zum Rauchen) findet. Diese will sich Webb zurückholen und tötet dabei Jacks Mutter. Jack hingegen wird mit einem Pulver aus der Pfeife am Auge erwischt und sieht seitdem merkwürdige Dinge. Aber dabei soll es nicht bleiben. Das Buch ist von Anfang bis Ende ein spannendes und magisches Abenteuer und für junge, sowie ältere Leser sehr gut geeignet.

Schreibstil: Der Schreibstil des Autoren ist sehr einfach gehalten, aber dennoch fiel mir das lesen an einigen Stellen schwer und ich musste immer noch mal drüber lesen. Wörter die eine bestimmte Betonung haben sollen, sind auch dementsprechend markiert mit einer anderen Schreibart. So bekommt man den gelesenen Satz gleich in die richtige „Tonart“.

Charaktere: Jack ist ein Charakter, den man nicht so leicht einschätzen kann, aber ich mochte ihn von Anfang an. Vor allem weil er auch eine so gute Beziehung zu seiner Mutter hat und die beiden ein starkes Band verbindet. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es ist, seine Mutter zu verlieren und dennoch so stark zu bleiben.

Mr. Sharkwell ist ein strenger aber gerechter Mann, für den jedes Mitglied seiner „Diebes-Truppe“ wie Familie ist und um diese kümmert er sich sehr gut. So auch um Jack, nach dem Tod seiner Mutter. Aber man sollte sich nie mit ihm anlegen.

Nicholas Webb ist ein dunkler Magier und skrupelloser Hexenjäger … mehr muss man dazu nicht sagen. 🙂

Hintergrund: Diese Geschichte spielt, wie so viele Jugend-Fantasy Bücher, in England und in diesem Falle im London des 16. Jh.

Die Story ist gespickt mit viel Fantasie, Magie und rasanter Spannung.

Fazit: Mit den knapp 500 Seiten (480) ist dieser Jugendroman keine leichte Kost aber durch die Spannung und die Geschichte an sich liest man einfach immer weiter und ist auch schnell damit durch, je nachdem wie schnell oder langsam man liest 🙂

„Pandämonium“ ist, wie ich hörte, der Auftakt einer neuen Jugendbuchreihe, und wenn die Geschichte so spannend bleibt und die Cover so schön, dann kann ich mir durchaus vorstellen, die Reihe weiter zu lesen.

 

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Zwischen ewig und jetzt

März 19



Autor:
Marie Lucas

Erscheinungsdatum:
7. März 2013

ISBN-13: 978-3841422149

Verlag:
FISCHER FJB

Gebundene Ausgabe:
464 Seiten

Klappentext

 

Als ich das Cover von „Zwischen ewig und jetzt“ sah, wurde ich neugierig. Ich mag diesen Stil der Gestaltung sehr. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Trotzdem war ich ein bisschen hin- und hergerissen, ob es ein Buch für mich ist. Denn ich hätte nach dem Klappentext weniger Seiten erwartet. Dieser ist nämlich leider etwas irreführend. „Zwischen ewig und jetzt“ ist nicht einfach eine Liebesgeschichte, im Grunde geht es noch um etwas ganz anderes.

Julia kommt in eine neue Stadt an eine neue Schule. Im Gepäck eine von Lügen geschwängerte Vergangenheit. Aber das hilft ihr, sich unter Vorgabe falscher Tatsachen der hippen Clique reicher Teenager anzuschließen und mit dem süßen Felix anzubändeln. Allerdings hat ihr eigentlich der unnahbare Niki den Kopf verdreht, den alle meiden. Als ihr Opa stirbt, kommt sie hinter Nikis Geheimnis, der mit den Toten spricht. Er hat eine Nachricht von ihrem Opa. Dieser will seiner Enkelin mitteilen, dass noch ein Testament ihres Vaters existiert. Allerdings ist es anderen Mächten und Personen daran gelegen, ebenso an den Nachlass zu kommen. Julia bittet Niki um Hilfe und verstrickt sich neben den ganzen Geistern auch in eine Dreiecksbeziehung.
Erster Satz: Auf dem Innenhof habe ich ihn gesehen, noch vor allen anderen, und mich sofort verliebt.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Wäre es eine reine Liebesgeschichte, würde der Reiz fehlen. Auch wenn die Umsetzung mich nicht ganz umgehauen hat, ist der gruselige Aspekt dieser Geschichte von der Idee her gut.

Plot: Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, wobei mir der Schnitt zwischen ersten und zweitem Teil noch am deutlichsten und passendsten aufgefallen ist. Die Handlung beginnt sehr gemächlich und man findet sich zusammen mit Julia erst mal in ihrem neuen leben zurecht. Bis zu dem Tod ihres Opas wirkt alles noch wie eine locker, flockige Teenagergeschichte. Dann aber kommt der mystische Aspekt dazu und letztendlich auch der gruselige. Dadurch, dass man vom Klappentext her eine Liebesgeschichte erwartet, war ich doch sehr überrascht, welche Wendung das Buch nimmt. Ich hätte mir all dass, was zum Showdown führt, etwas ausführlicher gewünscht. Da war doch etwas zu viel Tempo und ich hatte etwas Mühe es richtig auf die Reihe zu bekommen. In sich wurde aber an allen Fäden schlüssig gezogen.

Schreibstil: Es ist als Ich-Erzähler aus Julias Sicht im Präsens geschrieben. Was sicher gut ist, weil man so sehr nah an Julia herankommt. Besonders fand ich die Dialoge. Denn Marie Lucas spart sich häufig diese Zusätze wie „sagte er“ usw. Ich mag das ganz gerne in Dialogen, weil es die Sache dynamischer macht. Auch wenn man stellenweise bei Nikis einseitigen Dialogen mit den Geistern etwas verwirrt ist, finde ich diese doch gut gelungen. Erstaunt war ich über den sehr guten Lesefluss, sodass die 464 Seiten nur so dahinfliegen. Auch wenn ich nicht restlos von der ganzen Geschichte überzeugt war, wollte ich doch immer weiterlesen und wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Charaktere: Insgesamt finde ich es richtig toll, wie Marie Lucas die Charaktere transportiert hat. Endlich mal Protagonisten, die sich ihrem Alter entsprechend verhalten. Mit all den Zweifeln und Dingen, die man sich selbst vormacht. Besonders bei Julia kommt das durch die Ich-Perspektive voll zur Geltung.

Ich bin kein Fan von Dreiecksbeziehungen und ich hab mich so manches Mal gefragt, wann Julia es endlich merkt. Wenn ich aber bedenke, wie alt die Protagonisten sind und für welche Zielgruppe das Buch geschrieben ist, finde ich sie richtig gut. Denn Julia hat für beide Jungs Gefühle und schwankt lange. Mir persönlich hat Niki besser gefallen. Ich mag einfach das Lippenpiercing. Felix war mir etwas zu „korrekt“. Was sehr spannend war zu sehen, wie die Jungs miteinander interagieren. Sie buhlen um das Mädchen und eigentlich sind sie jahrelang die besten Freunde gewesen.

Der Antagonist ist lange als solcher nicht zu erkennen und eigentlich hätte ich ihm in der bösen Rolle mehr Raum gewünscht. Zu kurz ist sein Auftreten am Schluss.

Als Nebencharakter muss ich Nikis Vater nennen. Der griechische Bestatter hat mich einfach zum Schmunzeln gebracht.

Hintergrund: Ich habe mich in einem Teenagersetting wiedergefunden. Die Geschichte spielt in Deutschland und auch das kam so rüber. Selbst die Clique der reichen Kids wirkte für mich authentisch. Auch die Geistergeschichte ist schlüssig und ich bin mir fast sicher, dass Marie Lucas in paranormaler Literatur recherchiert hat.

Fazit: Ich war nicht vollends überzeugt und bin immer noch hin- und hergerissen. Lange musste ich über die Rezension nachdenken. Mir war der Schluss zu kurz und im Allgemeinen entwickelt sich die Gruselgeschichte immer mehr in Kontrast zur Liebesgeschichte. Letztendlich wurde ich jedoch gut unterhalten und trotz der Länge kam ich schnell durch.

Ein wunderbares Buch, vor allem für Jugendliche und all jene, die nicht nur schwärmen, sondern zur Abwechslung auch einmal gruseln wollen.

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Feuer (Engelsfors – Trilogie 2)

März 12



Autor:
Sara Bergmark Elfgren, Mats Strandberg

Originaltitel: Eld

Übersetzer: Friederike Buchinger

Erscheinungsdatum: 1. Februar 2013

ISBN-13: 978-3791528557

Verlag: Dressler

Gebundene Ausgabe: 727 Seiten

Klappentext:

 

„Zirkel“ war eine der Überraschungen im letzten Jahr für mich. Das die Fortsetzung nun endlich erschien hat mich sehr gefreut. Auch wenn mich die 727 Seiten abgeschreckt haben, bin ich mit Vorfreude auf das schwedische Setting an das Buch herangegangen. Ich hoffe, dass die Wartezeit bis zum Abschluss der Trilogie nicht so lang ist. Das schwedische Duo hat mich einfach gepackt.

Der Sommer ist vorbei und die Schule startet wieder. Die fünf verbliebenen Auserwählten müssen mit sich und ihren Fähigkeiten zurechtkommen. Jede führt ihr eigenes Leben und dennoch sind die Mädchen füreinander so wichtig. Das merken sie, als sie Nikolaus Geheimnis lüften, aber auch, als sich alle Freunde plötzlich „Positives Engelsfors“ anschließen. Einer Bewegung, die zum Ziel hat, das Leben in der Stadt aufzuwerten. Oder steckt noch etwas ganz anderes dahinter? Die Mädchen wollen den Kampf gegen das Böse aufnehmen, aber leider bremst sie die Ankunft des Rats. Denn Anna-Karin wird der Prozess gemacht. Sie hat jedoch den Zirkel im Rücken und alle versuchen ihr den Rücken zu stärken. Denn der Rat stellt sich gegen die Mädchen. Wer erkennt außer den jungen Hexen, dass sich wieder Dämonen in Engelsfors herumtreiben?

Erster Satz: Sonnenlicht strömt durch die hohen Fenster des Zimmers und offenbart jeden einzelnen Schmutzfleck auf der weißen Vliestapete.

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Plot
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Charaktere
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Idee: Immer noch bin ich von dem Hexenzirkel und den Mädels begeistert. Auch die Komponente, die „Positives Engelsfors“ mit sich bringt, hat was. Ein wenig wurde ich zwar an „Die Welle“ erinnert, aber dennoch gut.

Plot: Wieder ist das Buch in mehrere Teile aufgeteilt, die in sich immer einem Handlungsstrang folgen. Dahinter steht das große Ganze. Obwohl es ein richtiger Wälzer ist, wird einem nicht langweilig. Geschickt ziehen die Autoren alle Stränge. Lassen hier und da Hinweise einfließen und packen den Leser, indem man einfach miträtseln muss. Dabei bewahrheiten sich Vorahnungen und andere Ideen werden verworfen. Ein spannender Plot, genau wie beim Auftakt der Trilogie. Erstaunlich, dass man sofort wieder in der Geschichte drin war. Vor allem bei den vielen Charakteren, welche die Geschichte so interessant machen.

Schreibstil: Wie auch im ersten Teil wird aus den Blickwinkeln der Mädchen in der dritten Person im Präsens. Dabei hat mir vor allem diese nüchterne, einfache skandinavische Stimmung gefallen. Die Sprache ist recht einfach gehalten, kaum verschachtelte Sätze und somit leicht und flüssig zu lesen. Das ist auch gut so, denn so fliegen die Seiten dieses Wälzers nur so dahin. Man muss keine Scheu haben vor den vielen Blickwinkeln, denn das Autorenduo schaffte es, dass man leicht Hin- und herwechseln kann. Selbst in dem Teil der Handlung, wo es verworren wird, verliert man durch die geschickte Erzählweise nicht den Überblick.

Charaktere: Ich mochte die Mädchen schon im ersten Teil und finde auch im zweiten Teil ist jede wunderbar in Szene gesetzt. Vor allem Ann-Karin und Ida stechen hervor, dass sie meiner Meinung die größte Entwicklung mitmachen. Aber jede geht einen Schritt nach vorn und was wirklich schön ist, auch einen Schritt zueinander. Sie werden eine Gemeinschaft und vertrauen einander. Außerdem lernen sie ihre Kräfte besser kennen. Man sollte diese Trilogie wirklich lesen, wenn man Wert auf durchdachte und gut angelegte Protagonisten legt.

Nicht nur die Hauptprotagonisten sind starke Charaktere. Ebenso viel Hingabe haben die Autoren auch den Nebencharakteren geschenkt. Durch das Auftauchen der Ratsmitglieder kommt noch mal eine ganz andere Komponente dazu.

Hintergrund: Die skandinavische Stimmung macht einen besonderen Reiz aus. Vor allem gefallen mir die Hintergründe der Familien, die sich untereinander kennen, wie es in einer Kleinstadt/Dorf üblich ist. Engelsfors ist für mich noch plastischer und greifbarer geworden. Auch das die Mädchen für die Rituale teilweise richtig was machen müssen, um sie zu wirken finde ich gut. Es ist nicht einfach eben Magie einsetzte.

Fazit: Wer skandinavische Settings liebt, gute Charaktere und Magie mag, wird die Engelsfors-Trilogie lieben. Trotz der dicken Bücher. Lasst euch davon nicht abhalten. Ich freue mich jetzt schon total auf den dritten Teil. Nicht nur wegen der Auflösung und dem Finale, auch weil es eben so anders von der Atmosphäre ist und mich total gepackt hat. Diese Reihe hat alles: Triller, Fantasy, Liebe, Krimi. Absolut empfehlenswert.

 

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Interview mit Heinke Schöffmann von der Thienemann Verlag GmbH

März 10

Thienemann_Logo_4c

Ein tolles Gespräch führten wir mit Heinke Schöffmann vom Thienemann Verlag.

Was gibt es Neues, seit unserem letzten Interview? Gibt es im Programm Neuorientierungen?

Da in Verlagen die Programmplanung 1-2 Jahre im Voraus feststeht, ist nicht so viel passiert. Man kann natürlich schon sehen welche Schwerpunkte funktionieren. „Wieviel Leben passt in eine Tüte“ hat eine wunderbare Entwicklung gemacht. Da bekommen wir ganz tolle Rezensionen. Uns freuen diese positiven Leserstimmen.

Habt ihr das bei diesem Buch so erwartet?

Als der Titel in unserem Haus gelesen wurde, waren die Meinungen von allen positiv und uns war klar, dass wir diesem Titel zu einem Schwerpunkt machen müssen. Wir haben 100 Erscheinungen im Jahr, davon sind so drei bis fünf Schwerpunkte im Halbjahr. Diese bekommen dann das größte Budget an Marketing und werden Bloggertitel.

Portrait_HS

Wird das dann im Team entschieden?

Ja, da gibt es eine große Marketingrunde, wobei wir den Vorschlägen aus dem Lektorat oft folgen. Wenn allerdings die Mehrheit für einen anderen Titel stimmt, entscheiden wir an

ders. So war das z. B. bei „Dummie die Mumie“. Eigentlich gab es einen anderen Schwerpunkt, aber nachdem wir es alle gelesen haben, wurde relativ kurzfristig noch mal umgestrickt, weil es das wert war. Wir haben damit auch recht behalten und es läuft sehr gut.

Ihr habt immer noch einige Mehrteiler im Programm. Wie ist euer Kaufverhalten für die neuen Programme?

Das kommt immer darauf an, was angeboten wird. Wir wollen Mehrteiler vermeiden aber es ist tatsächlich so, das sie stark dominieren. Wir haben jetzt ein Angebot bekommen, was noch nicht geschrieben ist, wo wir die Autorin gefragt haben, ob man es nicht zusammenschnüren kann und wir einen Einzelband mit 600 Seiten machen können.

Bei Mehrteilern muss man oft lange warten, was als Leser manchmal nervt uns aber die Mechanismen bewusst sind, dass es auch Zeit braucht. Wie gehen Verlage damit um?

Im Kinderbuchbereich kann man natürlich nicht so lange warten, weil die Leser sehr schnell aus dem Alter heraus sind, das ist schon manchmal problematisch.

Dann gibt es andere Faktoren. Bei „Touched“ z.B. war der zweite Band einfach noch nicht geschrieben zu dem Zeitpunkt, wo wir ihn gerne nachgeschossen hätten. Da mussten wir zwei Mal schieben. Die Autorin hat länger gebraucht und in diesem Fall muss dann ja auch noch übersetzt werden. Wir hätten es natürlich gerne anders gehabt, gerade weil wir es so früh eingekauft haben. Da gab es das Buch noch gar nicht.

Bei „Homelanders“ konnten wir gleich vier fertige Teile einkaufen, die wir dann alle halbe Jahre herausbringen können. Das ist der Idealfall.

Wieso sind Ebooks kaum günstiger als die Printausgabe?

Wir bringen zum Hardcover das Ebook gleichzeitig heraus, damit der Kunde direkt entscheiden kann, in welcher Form er es haben möchte. Dazu müssen wir eine Mischkalkulation erstellen. Wenn das Ebook viel später auf den Markt kommen würde

, wie zum Beispiel bei unserem „Räuber Hotzenplotz“, da entstehen viel geringere Kosten, vor allem weil sich das Buch schon jahrelang gut verkauft hat. Da haben sich die Herstellungskosten schon amortisiert. Allerdings wenn man es als ein Produkt sieht, das einfach in verschiedenen Erscheinungsformen auf dem Markt kommt, ist es nur logisch, dass es einen Preis gibt.

Einen richtigen Anreiz stellt das Ebook dann nicht dar.

Ich glaube das Ebook wird vor allem dem Taschenbuch stark Konkurrenz machen, weil die Leute sich z. B. für den Urlaub oder unterwegs einen Reader kaufen.

Nach ein paar Jahren wird der Ebookpreis sicher sinken, wenn die Taschenbuchausgabe eines Hardcover erscheint und sich daran orientiert wird.

Kann Selfpublishing ein Sprungbrett sein?

Nele Neuhaus hat auch so angefangen. Vor ca. 6 Jahren. Sie hat die Bücher drucken lassen und dann in der Metzgereikette ihres Mannes vertrieben. Das ist natürlich ideal, weil man breit streuen kann. Dann hat eine Ullsteinlektorin es gelesen und fand es gut.

Ist so ein Buch dann für den Verlag noch interessant?

Wenn die Geschichte gut ist, ja. Natürlich muss es im Fall einer Erscheinung noch durch das Lektorat und Korrektorat.

Wer bestimmt die Auflagenhöhe? Inwieweit hat man als Autor Mitspracherecht beim Cover?

Das bestimmt der Verlag. Er sucht den Covergestalter aus und bestimmt generell die Ausstattung. Kommt es als Hardcover oder Taschenbuch. Wir versuchen aus unserer Erfahrung einzuschätzen, wie der Markt mit dem Buch umgehen wird und versuchen so gut wie möglich zu kalkulieren. Wir müssen natürlich das Geld, was wir im Vorfeld investiert haben wieder reinholen. Also was wir teuer eingekauft haben müssen wir in einer höheren Auflage wieder verkaufen als wie bei einer Neuentdeckung, bei der man nicht so viel Geld in die Hand genommen hat.

Wie hoch sind die Auflagenhöhen?

Im Bilderbuch sind 3.000 viel, Klassiker wie „Jim Knopf“ haben auch schon eine Höhe von 25000 Stück.

Kinderbücher wie „Dumie die Mumie“ verkaufen wir auch 20.000 bis 30.000 mal, aber in mehreren Auflagen.

Im Jugendbuch sind 10.000 zu erreichen echt schwer.

Wenn ein Buch unter eine bestimmte Stückzahl rutscht und unser Vertrieb sieht, dass es gut verkauft wird, bestellen wir eine neue Auflage. Das kann bei einem Buch ein halbes Jahr dauern, beim anderen vielleicht auch zwei. Das beobachten wir ständig. Wenn wir pro Jahr weniger als 200 Stück absetzen überlegen wir uns, ob wir den Titel aus dem Programm nehmen.

Es gab ein Buch von einem anderen Verlag, wo nur der erste Teil erschienen ist. Anscheinend hat es sich nicht genug verkauft. Wonach richtet es sich, auch die Fortsetzung zu verlegen?

Bei „Homelanders“ mussten wir die ersten vier Teile auf einmal kaufen, da bringt man die dann auch. Wenn man wie bei „Touched“ die Titel erst nach und nach bekommt, überlegt man schon. Sollte dann ein zweiter Teil gar nicht laufen, kaufen wir den dritten nicht ein.

Wenn z. B. eine Trilogie schlussendlich abgeschlossen am Markt erhältlich ist, merkt man einen Anstieg in den Abverkaufszahlen?

Der erste Teil zieht dann noch nach. Aber bei allen Mehrteilern, verkauft sich der erste Teil am besten.

Wie verhält es sich mit Lizenzkäufen?

Man kauft häufig nur aufgrund des Exposés, also sprichwörtlich die Katze im Sack. Dann bekommt man ein paar Monate später das ganze Manuskript, danach die Übersetzung. Das ist für den Verlag immer ein hohes Risiko.

Wäre es denn nicht weniger Risiko einen neuen deutschen Autor heranzuziehen und aufzubauen?

Das hat Thienemann sehr lange gemacht. Wir sind der Verlag der Autoren und haben uns lange als solchen verstanden. Michael Ende z. B. haben wir aus dem Stapel gezogen, ebenso Ottfried Preussler. Wir haben Joachim Friedrich und Ralf Isau aufgebaut. Wir arbeiten jetzt mit Janine Wilk. In den letzten vier Jahren haben wir vermehrt Lizenzen aufgemacht, davor hatten wir ganz wenige und lieber unsere Lizenzen ins Ausland verkauft. Den Räuber Hotzenplotz gibt es in 34 Sprachen, da verdienen wir jedes mal mit. Somit lohnt es sich durchaus Autoren zu suchen und aufzubauen und eben den Weg anders herum in das Ausland zu gehen.

 

Vielen Dank für das Gespräch. Es hat Spaß gemacht

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Monatsrückblick Februar

März 8

Kurzer Monat, viel Stress und nicht zuletzt auch noch die Grippe. Ihr seid hoffentlich verschont geblieben.





Gelesen habe ich „BETA“, was im Grunde toll ist, man nur vor dem rasanten Ende warnen sollte. „80 Days-Die Farbe der Erfüllung“ war für mich eher die Erlösung. Leider nahmen in ideser Reihe die Qualitäten des ersten Bandes von Teil zu Teil ab. „Dark Canopy“ war grandios und ein Must-Read für alle Fans von einer düsteren Zukunft. Danny hat „Die Ankunft“ gelesen und die Trilogie um Cassia &Ky damit beendet.


Gehört habe ich „Shades of Grey – Gefährliche Liebe“. Ich hab es fast durch. Im Wahn des ganzen Hypa habe ich es seinerzeit auf englisch gelesen und finde die deutsche Übersetzung teilweise beser, aber auch an einigen Stelln nicht so gut. Mich überrascht dennoch, wieviel ich im Englischen verstanden habe.

Geschrieben habe ich tatsächlich auch etwas wieder. Ich fange an meinen Erstling zu überarbeiten. In kleinen Dosen, aber es kommt.

Der Monat verging zu schnell. Die Messe ist noch noch nicht vorbereitet, aber wie auch, wenn plötzlich die ganze Familie sich die Grippe ins Haus holt. Einen Vorteil hatte es: Ich weiß jetzt wie sich mit fast 40 Grad Fieber anfühlt.

Im März erscheinen so viele neue gute Bücher, dass ich jetzt schon einen kleinen Ministapel liegen habe. Sicher wird es aufgrund der Messe ein stressiger Monat. Aber es ist Buchmesse, worauf ich mich wie ein Honigkuchenpferd freue. Einige von euch treffe ich hoffentlich. Ihr könnt mich wie in Frankfurt daran erkennen:

Tasche

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Dark Canopy

März 7

Dark Canopy

Price: EUR 18,95



Autor:
Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum: 1. März 2012

ISBN-13: 978-3839001448

Verlag: Script5

Gebundene Ausgabe: 534 Seiten

Klappentext:

 

Endlich habe ich „Dark Canopy“ gelesen. Letztes Jahr gab es einen großen Hype um das Buch. Zurecht! Ich bin sprachlos und gerade deshalb fällt mir die Rezension so schwer. Diese Gefühle auszudrücken, die in mir losgetreten wurden … mir fehlen die Worte.

Joy lebt in einer dunklen rauen Welt. Ihr Leben ist vom Überleben bestimmt. Als Clanmitglied schützt sie sich und die anderen Menschen vor den Fängen der Percents. Denn diese furchteinflößende Rasse hat die Herrschaft über die Welt an sich gerissen. Während einer Rettungsaktion für ihre Freundin Amber gerät sie jedoch in eine Falle und wird erwischt. Aber anstatt als Sklavin eines Percent, landet sie im alten Gefängnis als Soldat, was als Frau absolut unüblich ist. Die Idee des  Mentors eines Percent. Neél ist von der Idee seines Übergeordneten gar nicht überzeugt und empfindet sie als Demütigung. Er muss Joy so gut trainieren, dass sie im Chivvy, der traditionellen Menschenjagt, so gut ist, um als letzte übrig zu bleiben. Denn nur dann winkt ein angenehmeres Leben und ein hohes Ansehen für den Percent. Je länger sie bei ihm ist, desto mehr verändert sich ihre Sichtweise. Aber warum fühlt sie plötzlich in seiner Gegenwart diese Wärme und kann ihn nicht mehr hassen?

Erster Satz: Ich hatte immer behauptet, der erste Percent, der in meinen Wurfradius tritt, würde ihn nicht lebend verlassen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Mich hat die Geschichte stark an den Film erinnert, den ich sehr gemocht habe: „Enemy Mine“ von 1985. Hinter der Geschichte von Dark Canopy steckt ebenso eine tiefe Aussage über Respekt verschiedener Rassen und Sichtweisen. Die Idee ist nicht neu, aber gefällt mir gut.

Plot: Das Buch startet mit einem Prolog. Joys erster brenzliger Begegnung mit einem Percent, in der die beiden Feinde sich leben lassen. Jahre später lernt man Joy und ihr Leben als Rebellin kennen bevor sie in die Welt der Percents eintaucht. Man ist direkt mitten drin und wird sofort in die Welt hineingezogen. Die ganze Atmosphäre und Stimmung ist fühlbar. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Länge. Es vergehen mehrere Monate, in denen Joy trainiert wird. Das macht die ganze Story authentischer. Hier und da wird zeitlich gesprungen, aber durch die optische Trennung der Absätze merkt man das sofort. Für mich ist „Dark Canopy“ filmreif. Eine gute Vorlage um einen tollen Kinostreifen daraus zu machen (was ich insgeheim hoffe). Nicht zu schnell, dennoch in keiner Weise langweilig. An den spannenden Stellen packend und beim Kampf schnell und durchdacht.

Schreibstil: Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht Joys als Ich-Erzähler im Präteritum. Yeah! Meine Lieblingsperspektive. Es gibt allerdings auch Teile, die in der dritten Person aus der Sicht Mathials, Joys Rebellenfreund, geschildert werden. Ich gestehe, dass ich diese Teile mit etwas weniger Begeisterung gelesen habe. Das lag aber nur daran, dass ich viel lieber Joys und Neéls Beziehung so spannend fand.

Jennifer Benkau hat einen Stil, den ich als besonders nennen möchte. Ihre Beschreibungen sind nicht langweilig und es stellt sich allgemein recht schnell ein starker Lesesog ein. Mir fehlen einfach die Worte. Sie hat es geschafft tiefe Gefühle in mir auszulösen, mich immer wieder zu den Charakteren hinzuziehen und so sehr in die Welt abzutauchen, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Ich kann eigentlich in jeder Situation immer und überall lesen aber bei „Dark Canopy“ hatte ich das tiefe Bedürfnis mir beim Lesen Ruhe um mich herum zu gönnen. Ein tiefer Wunsch der Geschichte ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Wie kann man nur so gut schreiben? Jennifer Benkau ist ein Beweis, dass es gute Autoren in Deutschland gibt, die eine ganz besondere Art der Sprache herüberbringen.

Charaktere: Ich kann kaum in Worte fassen, was ich bei den Charakteren empfunden habe. Auch hier fällt mir das schwer. Sie sind so gut. Durchdacht von vorne bis hinten mit den nötigen Details, dem passenden Handeln, um sie so plastisch vor der Nase zu haben. Ich hätte nahezu nach ihnen greifen können. Selbst kleine Nebenrollen gewinnen durch einfache, aber einprägsame Mittel an Wichtigkeit und bleiben nicht vergessen. Hinter jeder Figur wird der innere Antrieb sichtbar.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass Joy schon 20 ist.  Das ist erwachsener als das sonst häufige 16-18Jahre. Nicht nur durch die Perspektive ist man ihr nah, auch durch ihre deutliche Zeichnung steckt man förmlich in ihr drin. Die Entwicklung, die sie durchmacht, ist absolut nachvollziehbar und wirkt echt.

Neél, vor allem als Percent, ist mir sympathisch. Außerdem habe ich nicht damit gerechnet so einen guten männlichen Charakter zu finden. Er hat Macken und Kanten und Ecken, die ihn authentisch machen. Aber er hat auch die gefühlvolle, weitsichtige und aufgeschlossenen Seite an sich. Intelligent, geduldig und vor allem stark.

Allein wegen der starken Charakterdarstellung sollte man das Buch lesen.

Hintergrund: Der Hintergrund wird zwar an einer Stelle recht detailliert erklärt, was ich in manch anderen Bücher als Infodump empfinden würde, hier jedoch nicht so. Es ist perfekt in das Geschehen eingeflochten. Andere Details hier und da wirken weiter vertiefend. Die Zeiträume sind gut gewählt und machen alles nachvollziehbar und klar. Mir würden noch ein paar Fragen zu den Percents einfallen, aber das soll hier nicht ins Gewicht fallen. Details wie Umgebung oder das Überleben, Kämpfe, Reiten usw. sind sehr gut recherchiert.

Fazit: In diesem Buch steckt so viel mehr. So viel Tiefe. Es ist nicht einfach nur eine Dystopie. Für mich schwingt eher auch Si-Fi mit. Natürlich Liebe. Zwischenmenschliches. Ich kann gar nicht genug Gründe aufzählen, warum man es lesen sollte, aber wenn ich mir einen rauspicke, dann wirklich den Tiefgang der Story. Wer am Ende auf fiese Cliffhänger steht, für den ist Dark Canopy ein Muss. Wer düstere Dystopien mag, für den ist es ein Muss. Wer auf tolle Charaktere mit Tiefgang steht, für den ist es ein Muss. Und letztendlich kann man durch den Status als Zweiteiler alle Leser erfassen, die genug von Trilogien und Serien haben. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und wette, dass ich das Buch sicher schnell lesen werde. Die Geschichte um Joy könnte bei mir durchaus auf dem Re-read Regal landen. (Und ich lese selten zwei Mal). Danke für diese tolle Geschichte.

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Interviews in Leipzig auf der Buchmesse

März 4

Danny und ich werden in Leipzig wieder Interviews machen. Außerdem treffen wir einige Verlagsmenschen und werden das ein oder andere Gespräch haben. Dieses Jahr werden wir nun endlich auch mal Autoren befragen können. Darunter Kai Meyer und Jennifer Benkau. Hier könnt ihr nun in den Kommentaren eure Fragen hinterlassen.

Was wollt ihr wissen? Was möchtet ihr speziell von Kai Meyer und Jennifer Benkau erfahren? Was drückt euch als Blogger und möchtet es loswerden? Was wünscht ihr euch von den Verlagen?

Ich werde versuchen möglichst alles in Erfahrung zu bringen und weiter zu tragen.

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