Aufbruch: Partials I

Price: EUR 16,99


Autor: Dan Wells

Originaltitel:  Partials

Übersetzer: Jürgen Langowski

Erscheinungsdatum: 12. März 2013

ISBN-13: 978-3492702775

Verlag:  ivi

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten

Klappentext:

 

„Aufbruch“ war mir durch englisch lesende Blogger schon ein Begriff. Künstlich erschaffene Menschen haben mich an „Dark Canopy“ erinnert und wecken grundsätzlich meine Leselust. Was ich besonders interessant fand, war die Sache, dass keine Kinder mehr geboren werden. Ich mag Dystopien/Endzeitromane so oder so gerne. Ivi garantiert gute Bücher und deshalb war es keine Frage, ob ich das Buch lese oder nicht.

Kira ist 16 und ein „Seuchenbaby“. Ein Kind, was sich nicht an die alte Welt erinnern kann, die Welt vor dem Zerfall. Sie möchte dem bedrohlichen RM-Virus entgegentreten, der die Menschheit dahin gerafft hat, und entscheidet sich für eine medizinische Ausbildung. Als ihre Freundin schwanger wird und trotz aller Wahrscheinlichkeit und Erfahrung voller Hoffnung ist, nach elf Jahren ein Baby zu bekommen was RM überlebt, ist Kira motiviert. Sie scharrt ihre Freunde um sich, um einen gefährlichen Plan in Angriff zu nehmen. Sie will die Lösung und Rettung für das RM-Virus bei den Partials finden, die immun dagegen sind. Sie machen sich von Long Island auf nach Manhattan und finden unter Einsatz von Menschenleben tatsächlich einen Partial. Aber alles entwickelt sich anders, als Kira geplant hat. Schnell hängen ihr nicht nur die Partials im Nacken, sondern auch das eigene menschliche Lager stellt sich gegen sie. Und dann ist da noch die „Stimme“, die Rebellen der Menschen, die sich gegen das System auflehnen. Wird Kira ein Heilmittel finden, bevor das Baby ihrer Freundin stirbt?

Erster Satz: Das neugeborene Mädchen 485GA18M starb am 30. Juni 2076 um 6.07 Uhr.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.6/6 (1 vote cast)

Idee: Die Partials erinnern an „Dark Canopy“ und es gibt etliche Romane und Filme, in denen ein Virus eine Rolle spielt. Ich mag aber Dinge wie künstlich erschaffene Menschen und das in Kombination mit einem Virus hörte sich gut an. Das Ganze in einer Stadt spielen zu lassen setzt der Idee das Tüpfelchen auf.

Plot: Ich gestehe: Es war nicht einfach mit mir und „Aufbruch“. Dem Buch kam zugute, dass ich sehr selten abbreche. Im Nachhinein betrachte finde ich den Aufbau jedoch gut. Es lohnt sich, über die ersten 100 Seiten hinaus zu gehen. Was mich fasziniert, ist die Tatsache, dass mich das Buch wirklich erst auf den letzten 70 Seiten total überzeugt hat. Dan Wells hat die Geschichte in drei Teile unterteil. So was finde ich immer gut, weil den Teilen in sich noch mal einen eigenen Aufbau geben kann.  „Aufbruch“ hat schon eine filmreife Spannung uns Szenen, die den Leser mitreißen. Teilweise ein bisschen typisch amerikanische Dramatik, aber darüber sehe ich hinweg und sicher gibt es genug Leser, denen genau das gefällt.

Schreibstil: Der Stil hat mir von Anfang an gefallen und hat auch dazu beigetragen, bei der Stange zu leiben. Ich empfand es nicht als superleicht zu lesen. Dafür gibt es zu viele Passagen in denen Zusammenhänge erklärt werden, die sehr komplex sind. Sicher hat auch die Perspektive, dritte Person im Präsens, dazu beigetragen ein eher langsames Lesetempo bei mir hervorzurufen. Das ist auch der einzige Kritikpunkt. Ansonsten finde ich die Geschichte spannend erzählt und man ist mittendrin, wenn es Szenen gibt, in denen es gefährlich wird. Die Stimmung und Ereignisse werden perfekt vom Autor transportiert.

Charaktere: Mir waren es ein bisschen zu viele Charaktere, vor allem in den ersten 100 Seiten. Da konnte ich nicht jede Figur so fassen, wie es sonst bei mir passiert. Was ich auch nicht so gut fand, dass die Figuren für meine Begriffe zu alt agieren. Kira soll 16 sein und sicher machen  die Umstände, in denen sie aufwächst, jemanden schneller erwachsen. Aber ich fand sie einen Tick zu abgeklärt, wie auch bei den anderen Charakteren.  Wenn man über das Alter hinweg sieht, passen die Figuren jedoch gut zusammen und handeln sehr gut unter– und miteinander. Schön fand ich Details, wie die Gedanken über Klamotten oder das Zurechtmachen für eine Party. An diesen Kleinigkeiten konnte man dann doch das junge Alter der Protagonisten ablesen. Was ich auch negativ empfunden habe, war der Zeitpunkt des inneren Anstoßes für Kira. Es vergehen wirklich 100 Seiten, bis es passiert und für meine Begriffe hat sie sich auch ab da erst wirklich entwickelt. Insgesamt hätte ich mir für alle Charaktere etwas mehr Tiefe gewünscht. Besonders hervorheben möchte ich jedoch einen Nebencharakter: Xochi. Wer in einer Welt, in der Strom rar ist, all seine Energie für Musik einsetzt, muss mir einfach ans Herz wachsen. Ein wunderbarer Charakter, der aus dem Herzen handelt.

Hintergrund: Mein persönliches Highlight: Endlich hat mal ein Autor sich Gedanken darum gemacht, was mit den Atomkraftwerken passiert, wenn kein Mensch mehr da ist. Allein dafür gebe ich volle Punktzahl. Aber auch alle medizinischen Details müssen gut recherchiert sein. Der Autor kennt sich in New York aus und ich glaube er hat eine Zeit bei der Army verbracht. Die ganze Kulisse stimmt. Ein perfektes Setting, was richtig gut durchdacht wirkt und mit Sicherheit auch  ist.

Fazit: Ich und „Aufbruch“. Als ich die letzten Seiten gelesen hatte, verstand ich, warum mich alle zum Weiterlesen animiert haben. Bis zur letzten Seite dachte ich es funktioniert auch super als Einzelband und dann so ein Cliffhanger? Grrr. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt. Ob es wieder so ein Buch wird, bei dem ich eigentlich die meiste Zeit von einer mittelmäßigen Bewertung ausgehe? Wer das Genre mag, einen guten Stil schätzt und sich gern überraschen lässt, dürfte mit „Aufbruch“ seinen Spaß haben. Mal wieder beweist sich mit einem Buch von ivi nicht enttäuscht zu werden.

 

 

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