Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Interview mit Jennifer Benkau

Juli 12

Richtig toll war das Treffen mit Jennifer Benkau. Bei einem Kaffee im ruhigeren Teil der Messe, sprachen wir über das Schreiben und ihren Weg in die Verlagswelt.

Liest Du Deine veröffentlichten Bücher selbst noch mal?

Es kommt vor, das ich irgendetwas nachgucken will. Natürlich bei einer Lesung. Richtig festlesen kann ich mich, wenn zwischen Schreiben, Überarbeiten und das gedruckte Buch in Händen halten viel Zeit vergangen ist. Manchmal ärgere ich mich dann über Formulierungen, denke aber an anderen Stellen: „Wo kommt das denn her? Das hab ich geschrieben?“

 

Wieviel Zeit vergeht von der ersten Rohfassung bis zum ersten Leser?

Zwischen ein paar Jahren und ein paar Monaten. Das ist ganz schwer zu sagen. Das nächste Buch, was von mir im Sommer erscheint, habe ich im Winter 2008 geschrieben. Mein Erstling ist erst jetzt soweit, dass er veröffentlicht werden kann. Ich habe lange für das Überarbeiten gebraucht und ihn dann auch ein Jahr liegen lassen, nur um wieder von vorne anzufangen. „Dark Destiny“ habe ich im letzten Frühjahr bis Sommer geschrieben. Das war relativ schnell.

 

War es von Anfang an als Zweiteiler geplant?

Angeboten wurde es als Trilogie oder Dilogie. Als ich es angefangen habe zu schreiben, war es noch nicht für den Verlag, sondern für mich. Ich merkte dann, dass die Geschichte keinen dritten Teil braucht.

 

Wie stehst Du zu Trilogien?

Ich persönlich mag lieber Einzelbände. Bei Trilogien lese ich oft nur den ersten und letzten Band, weil der Zweite mich meist nicht so begeistert. Für Autoren ist es bei einer Trilogie natürlich spannend, was in der Wartezeit zwischen den Fortsetzungen passiert. Es bildet sich eine Fangemeinde, und wenn der zweite Teil erscheint, zieht der Erste noch mal an.

Die Gefahr beim Einzelband liegt darin, dass er eine Zeit im Buchhandel liegt und dann doch relativ schnell wieder in Vergessenheit gerät. Das ist zumindest mein Gefühl.

 

Liest Du selbst noch Bücher?

Ja. Natürlich weniger, wenn ich viel schreiben muss, weil der Termin drückt oder ich eben das Bedürfnis habe, alles rauszulassen. An solchen Tagen sehe ich dann abends lieber einer Serie. Aber normalerweise muss es ein Buch pro Woche sein.

 

Hast Du noch einen anderen Job oder arbeitest Du hauptberuflich als Autorin?

Mittlerweile hauptberuflich. Mein Mann übernimmt im Haushalt ebenso viel wie ich und meine beiden großen Kinder sind relativ selbständig. Wir arbeiten beide mehr als vierzig Stunden in der Woche, da muss man hier und da Abstriche machen. Das Mama – Taxi kann ich zum Beispiel nicht anbieten.

 

Welchen Beruf hast Du ursprünglich ausgeübt?

Ich habe eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Sicherheit und ein solider Beruf sollte es sein. Während mein Mann Karriere gemacht hat, habe ich die Kinder großgezogen und ganz nebenbei mit dem Schreiben angefangen.

 

Überarbeitest Du noch viel, gerade jetzt bei dem Erstling?

Die Überarbeitungsphasen hören nie auf. Gerade den Erstling habe ich 50 Mal überarbeitet. Der einzige Roman, den ich nie leid werde. Bei allen anderen kam der Punkt, an dem man keine Lust mehr hatte und das Manuskript in– und auswendig kannte.

 

Streichst Du gerne?

In der Regel schon, aber gerade wenn aus dem Lektorat ein Vorschlag zum Streichen kommt, kann es wehtun. Wenn ich aber dann die gekürzte Version lese, sehe ich, wie gut es war, den unnötigen Ballast loszuwerden.

 

Musst Du für manche Szenen kämpfen, dass sie bleiben?

Kämpfen nicht wirklich, aber wir legen unsere Argumente dar und treffen uns meistens auf der Mitte.

 

Wird eins Deiner Bücher in andere Sprachen übersetzt?

Mein erstes veröffentlichtes Buch: „Nybbas Blut“. Eine klassische Dark Romance Geschichte. Das wird gerade für den amerikanischen E-Book-Markt übersetzt. Ich habe schon die erste Leseprobe bekommen. Den eigenen Text, den man in und auswendig kennt, auf englisch zu lesen ist unglaublich spannend und aufregend.

Die Hauptübersetzungsarbeit macht eine Deutsche. Eine Amerikanerin macht praktisch als Muttersprachlerin das Lektorat.

 

Ich finde es schön, das „Dark Canopy“ ein englischer Titel ist! Wer hat den Titel gefunden?

Das war mein Arbeitstitel. Eigentlich sucht der Verlag den Titel aus, weil man als Autor keinen Überblick hat, welche Titel es schon gibt und was gut am Markt ankommt. Bei „Dark Canopy“ war ich überrascht, als ich das Cover bekam und der Arbeitstitel darauf stand. Ich habe direkt meine Lektorin angerufen und nachgefragt. Die bestätigte mir, dass der Titel so bleibt, was mich sehr gefreut hat.

 

Hast Du als Autor Mitspracherecht beim Cover?

Nein. Ich kann natürlich sagen, wenn etwas gar nicht geht, aber dafür muss man einen guten Grund haben. Bis jetzt habe ich mich immer auf den Verlag verlassen. Bislang gefallen mir auch alle sehr gut. Das erste Cover gefiel mir damals zunächst gar nicht, aber es hat sich herausgestellt, dass das Buch durch Titel und Cover gut lief. Die Leser Leute wussten, was sie zu erwarten haben.

 

Jetzt erscheinen „Stolen Mortality“ und „Himmelsfern“. Was bedeuten diese Bücher für Dich?

„Stolen Mortality“ ist mein Erstling und bei dem kann ich immer noch lachen und weinen. Da existiert eine starke emotionale Bindung. Aber auch „Himmelsfern“ (ebenfalls Arbeitstitel), das viel später geschrieben wurde, bedeutet sehr viel. Damit habe ich meinen Agenten bekommen und auch den Verlag „Script 5“. Der Agent hat „Himmelsfern“ innerhalb von ein paar Stunden genommen und der Verlag ebenfalls. Freitags wurde der Titel angeboten und Dienstags war der Vertrag bei mir.

 

Der Cliffhanger bei Dark Canopy ist ja sehr gemein! Wie kam es zu der Entscheidung?

Wir mussten den Cut irgendwo in dem Bereich machen und dann habe ich diese Stelle bewusst gewählt.

 

Der Klappentext von Dark Destiny ist ja auch nicht ohne! Woher kam der?
Den hat die Lektorin geschrieben. Er ist gemein und ich hätte das so nicht gemacht.

 

Bist Du jemand der plant? Plottest Du?

Ja, ich muss. Es geht gar nicht ohne. Der Verlag würde das Buch nicht kaufen, wenn er nicht ungefähr erfährt, was passiert.

 

Hältst Du Dich beim Schreiben dann daran?

Es kann natürlich passieren, das eine Figur eine bessere Idee hat und anders handeln möchte. Dann geht der Plot natürlich zur Seite. Es wird spannend, wenn ich selbst nicht weiß, was auf den nächsten zehn Seiten passiert. In solchen Situationen kommt bei mir dieser Schreibfluss auf, mit dem ich 20 Seiten am Tag schreibe, weil ich selber wissen will, wie es weitergeht. Dann ist das Schreiben nicht mehr Arbeit und es ist aufregend, wenn jedes Buch und jede Freizeitaktivität links liegen gelassen wird.

 

Entwickelst Du Charakterbögen?

Gar nicht. Es kommt schon mal vor, dass ich ein Begleitheft mit den Nebenfiguren mache, die ich selbst nicht so im Kopf habe. Die Hauptcharaktere kommen so wie sie sind bei mir an und ich habe nicht das Gefühl, dass ich da viel dran machen muss. Ich mache mir mehr Gedanken um die Nebenfiguren als um die Hauptfiguren, weil diese einfach stimmig sind. Da muss ich nicht überlegen wie sie reagieren.

 

Entwickeln Deine Charaktere Eigenleben?

Ja, sie stellen sich dann schon mal quer und entwickeln einen Knoten im Gehirn. Dann passiert auf einmal nichts mehr und alles fühlt sich falsch an. Oft hilft es zwei Seiten zurückzuspringen und etwas zu ändern, damit wieder alles passt.

 

Wie hast Du Dich mit Deinen Sachen beworben?

Ich habe erst recherchiert. Wer bietet welches Programm? Was kann ich in etwa erwarten? Ich habe erst mal nur eine E-Mail geschrieben. Darin habe ich erklärt, dass ich auf der Suche nach einer Agentur bin, was ich habe und in welche Richtung es geht. Recht schnell kam die Antwort mit der Bitte um Exposé und Leseprobe. Zwei Stunden später kam schon die Zusage. Es ist nicht die Regel, das es so schnell geht, aber der Agent hatte gerade Zeit und der Text gefiel auf Anhieb.

„Dark Canopy“ habe ich dann auch angeboten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber erst 100 Seiten Rohfassung. „Himmelsfern“ war fertig und vom Verlag direkt genommen. „Dark Canopy“ wurde auf der Messe mit angeboten. Der Verlag wollte es mit der Bedingung, dass es im Sommer (innerhalb 2-3Monate) fertig sein müsse, weil sie das gerne vorziehen würden. Zu dem Zeitpunkt konnte man Dystopien noch gut auf den Markt bringen. Ich habe es dann tatsächlich fertigbekommen, sodass es im März 2012 erscheinen konnte. So rutschte“Himmelsfern“ erst nach hinten.

 

Was ist es für ein Gefühl, in acht Wochen aus einer 100 Seiten Rohfassung einen Roman zu schreiben?

Das war der Moment, in dem ich gemerkt habe, wie aus dem Hobby Arbeit wurde. Bei „Dark Canopy“ kamen dann auch noch private Gründe dazu, die mich beim Schreiben gehemmt haben. Ich habe viel zu spät angefangen, und wenn man das dann so „runterschreiben“ muss, ist man zum Schluss froh, wenn es vorbei ist.

 

Wie läuft es dann ab, wenn die Rohfassung fertig ist?

Die Rohfassung bekommen meine Testleser und die überarbeitete Fassung geht dann zum Verlag. Dort wird mit dem Lektorat zusammen daran gefeilt. Wobei man bei Änderungen aufpassen muss, da sie sich durchs ganze Buch ziehen. Logikfehler in Büchern findet man in der gedruckten Fassung im Endeffekt dann, wenn zu viel daran gearbeitet wurde. Das passiert eben. Der Verlag hat noch eigene Testleser, die vorab eine Tendenz geben, wie das Buch ankommt.

 

Wie war das in Deinen Anfängen. Hast Du Testleser in Schreibforen gesucht?

Ich habe mit Fanfiction angefangen zu schreiben und dort findet man sich so. Ich habe noch eine Testleserin aus dieser Zeit und mittlerweile drei Kolleginnen, die den Sprung in einen Verlag geschafft haben.

 

Bist Du noch in Schreibforen unterwegs?

Nicht mehr den gleichen Seiten wie früher, aber grundsätzlich schon. Es gibt für veröffentlichte Autoren eigene Foren, wo man wieder andere Kollegen kennenlernt. Das ist ganz spannend, weil man dort seinen früheren Idolen über den Weg läuft. Ich bin immer noch in der Büchereule vertreten und versuche ein bisschen Zeit zu finden.

 

Liest Du noch „beta“ für andere?

Wenig. Ich habe noch zwei bis drei liebe Kolleginnen, mit denen ich gegenseitig Korrektur lese. Das ist dann aber eher so, dass man ein Problem hat und um Rat fragt. Oder man wird gefragt, ob man ein Buch vorab lesen darf, was immer ganz schön ist.

 

Wie viele Manuskripte hast Du noch in der Schublade liegen?

Drei Fertige, aber die sind alle nicht auf dem Level, den ich abgeben würde. Eins habe ich geschrieben als ich 16 war, dass ich vor ein paar Jahren endlich zu Ende gebracht habe. Das ist zwar nett und ich lese es gerne, aber nichts, was ich abgeben würde.

 

Hast Du Schreibworkshops mitgemacht?

Nein ich habe „Learning by doing“ und „Try and Error“ angewendet. Einfach viel Kritik holen. Ich habe immer die Kritik von denen geholt, die am Ehrlichsten waren. Die Kritik, die am meisten wehtut.

 

Du hast Erfahrungen mit zwei Verlagen, arbeiten die unterschiedlich?

Es ist ein sehr kleiner und ein sehr großer Verlag und die arbeiten natürlich unterschiedlich. Das ist auch das, was ich von Kollegen höre. Jeder Verlag hat seine Vorgehensweise und auch jeder Lektor arbeitet unterschiedlich. Beim Sieben Verlag arbeite ich mit der Lektorin am fünften Buch zusammen, da ist nicht mehr so viel im Text markiert. Wir sind so gut aufeinander abgestimmt, sie streicht nichts mehr an von dem sie weiß, dass ich es nicht streichen möchte und Stellen, die sie immer wieder streichen wird, schreibe ich direkt anders. Es ist schön, wenn man weiß, wie der andere tickt. Dann ist es auch kaum noch Arbeit. Es ist aber auch schön, wenn man von einem anderen Lektor wieder neue Anreize bekommt.

 

Vielen Dank für dieses tolle Gespräch!

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Stolen Mortality

Juli 11

Stolen Mortality

Price: EUR 14,90



Autor:
Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum: 28. Juni 2013

ISBN-13: 978-3864431111

Verlag: Sieben Verlag

Taschenbuch: 360 Seiten

Klappentext:

 

Oh ja, wenn Jennifer Benkau drauf steht, habe ich gewisse Erwartungen. Ganz klar, dass ich „Stolen Mortality“ lesen musste. Zum einen, wegen dem wunderschönen Cover, zum anderen, weil Vampire drin vorkommen. Ach ja, und natürlich wegen Jennys unnachahmlichen Stils.

Jamian und sein jüngerer Bruder Junias sind Kienshi, Vampirwächter. In dem kleinen Nest Glen Mertha herrscht ein einvernehmliches Nebeneinander, solange die Blutsauger die Menschen nicht töten. Doch dann nimmt Jamian die Schuld eines Fehlers seines Bruders auf sich, die ihm Unsterblichkeit einhandelt. Er ist nun verdammt auf ewig 19 zu sein. Keine rosigen Aussichten. Lange kann Jamian nicht darüber nachdenken, den es taucht ein weiblicher Partisane Vampir auf. Vampiere die keine regeln akzeptieren. Ungewollt rettet er die hübsche Blonde und das Schicksal nimmt seinen Lauf
.
Erster Satz: Flüsterworte in einem Wald, irgendwo in den Highlands

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Ich fand besonders die Idee der Kienshi toll. Ein Gegenpart zu den Vampiren, den ich so noch nicht kannte. Vor allem, weil sie nicht unbedingt die »Guten« sind

Plot: Ich brauchte meine Zeit, um in das Buch reinzukommen. Man weiß nicht genau wohin will die Geschichte und um was geht es jetzt genau. Dann setzt plötzlich ein Sog ein. Es gibt mehrere Handlungsstränge die durch die Perspektiven der verschiedenen Figuren dargestellt wird, bis sich alles zusammenfügt. Es gibt Blut, es gibt Leidenschaft und eine Verschwörung. Genau die richtigen Zutaten um eine spannende Geschichte zu erzählen.

Schreibstil: Grandios. Wieder bin ich total beeindruckt, wie man so etwas auf die Beine stellt. Zumal es der Erstling der Autorin ist und in dem steckt meist ein besonderes Herzblut und sehr viel Überarbeitung. Durch diesen tollen Stil, den sie auch noch aus dem Erstling herausgekitzelt hat wird es nie langweilig, selbst wenn der Plot eine Länge hat. Ein wahrer Genuss des Lesens.

»Stolen Mortality« wird in der dritten Person im Präteritum erzählt. So kann sich die Autorin auch der verschiedenen Sichtweisen der Figuren bedienen. Die Geschichte bleibt meist bei Jamian, aber findet auch bei Junias und Laine statt. Dabei werden die verschiedenen Sprünge zwischen den Schauplätzen wunderbar ineineadergefügt. Das erzeugt Spannung und treibt das Lesen voran. Vor allem fiebert man so mit mehreren Charakteren mit, kann auf zwei Liebesgeschichten hoffen und wird dabei wieder so gut unterhalten, dass ich auch an Stellen lachen musste, aber auch aufgeregt und vor allem traurig war. Ein unbeschreiblich gefühlvoller Stil mit Tiefe, der einen mitreißt und berührt. Es macht Lust auf mehr, auch wenn Jennifer Benkau Wege in der Handlung geht, die man nicht gehen möchte. Ihre Schreibe ist einfach zu gut um es ungelesen zu lassen. So gibt es Momente, in denen man das Buch gegen die Wand hauen möchte, nur um es dann doch wieder in den Arm zu nehmen.

Charaktere: Ganz besonders hat mir die Beziehung der beiden Brüder zueinander gefallen. Jamian, der früh das Erbe seines Vaters annehmen musste und Junias, der schon mit sechzehn, anstatt achtzehn zum Kienshi wurde. Beide Brüder entsprechen ihren Rollen. Jamian, der führsorgliche Große Bruder, der auch ein Stück Vaterrolle übernommen hat, lässt immer wieder seine Jugendlichkeit durchblitzen. Die meiste Zeit ist er beherrscht, umsichtig und meidet unvorsichtige Dinge. Doch Laine bringt seine Gefühlswelt durcheinander, seine Sichtweise und lockt seine naive Seite hervor.

Junias ist ein so wunderbar gelungener Jugendlicher. Seine Naivität, Impulsivität aber auch Schüchternheit sind geeignete Faktoren um ihm dem Leser nahe zu bringen. Ich mochte ihn sehr gern und er ist mein heimlicher Star der Geschichte. Schlägt er sich nachts gemeinsam mit seinem Bruder die Nächte um die Ohren, um in Glen Mertha Frieden  zu bewahren, entpuppt er sich für Amy, dem Mädchen was er mag,  als wahr gewordener Mythos. Eine schöne und süße jugendliche Liebesgeschichte entsteh zwischen ihnen, die einfach echt wirkt.

Was mir bei Laine besonders gefallen hat, das ihre Wurzeln und ihr Alter hervorkam. Die Begegnung mit Jamian und seine andere Art, die sich von anderen Kienshi unterscheidet, bringt ihr Weltbild durcheinander. Zum einen blutliebendes Monster, ohne Rücksicht auf Leben, ist sie zum anderen eine junge Frau geblieben, die plötzlich ihr Herz verliert und dadurch wiedergewinnt.

Hintergrund: Mir ist bei diesem Roman besonders aufgefallen wie nah Frau Benkau mir Schottland gebracht hat. Ich habe richtig Lust auf Urlaub dort bekommen. Das Setting scheint mir mehr als sehr gut recherchiert. Auch die Hintergründe der Figuren sind sehr gut und durchdacht.

Die Idee der Kienshi ist klasse und ebenso gut umgesetzt. Sie hat Hand und Fuß und war für mich neu. Bei manchen Dingen hätte ich gern etwas nachgefragt, aber das waren Details, die für die Geschichte irrelevant waren.

Fazit: Wunderbar! Man merkt diesem Werk zwar etwas den Erstling an, aber Jennifer Benkaus Stil ist unverkennbar. Endlich wieder ein Vampiroman, den man gelesen haben sollte. Eben weil er nicht der Norm entspricht. Er ist düster, blutig und brutal, aber ebenso liebevoll und schön. Die Kampfszenen sowie auch die heißen Szenen zwischen Laine und Jamian sind plastisch. Ein Muss für jeden Jennifer Benkau Fan.

Für alle, die Vampire satt haben, und sich eines Besseren belehren lassen wollen.

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Rush of love – Verführt (Rush of love 1)

Juli 10



Autor:
Abbi Glines

Originaltitel: Fallen too far

Übersetzer: Heidi Lichtblau

Erscheinungsdatum: 14. Mai 2013

ISBN-13: 978-3492304382

Verlag: Piper Taschenbuch

Taschenbuch: 240 Seiten

Klappentext:

 

Momentan macht sich auf dem deutschen Markt ein neues Genre breit. Wo mich der Hype um „Beautiful Disaster“ nicht so packen konnte, überzeugte mich „Rush of Love“ umso mehr. Der Klappentext hörte sich nach netter Unterhaltung an. Das war es auch, leider nur zu kurz.

Blaires Mutter unterlag dem Krebs. Nach dem Verkauf des Hauses und aller anderen Habseligkeiten, um die ausstehenden Krankenhausrechnungen zu bezahlen, macht sich die 19jährige sich suf den Weg zu ihrem Vater umd dort zu wohnen, bis sie Arbeit gefunden und sich ein neues Leben aufbauen kann. Aber anstatt ihren Vater, findet sie Rush in dem Haus vor. Er entpuppt sich als ihr Stiefbruder, Sohn eines Rockstars, reich, arrogant und unsagbar sexy. Sie darf bleiben, in der Kammer der Haushälterin und Rush  lässt sie deutlich spüren, dass sie nicht erwüscht ist. Dennoch kann sich Blaire seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Doch warum ist Rush plötzlich so eifersüchtig, als Blaire als Getränkeverkäuferin auf dem Golfplatz allen Männer den Kof verdreht? Und wieso hasst seine Schwester Blaire so sehr?

Erster Satz: Wo ich herkam, standen alte Trucks mit großen erdverkrusteten Rädern vor den Häusern, in denen eine Party stieg.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Idee ist nicht neu, recht klassisch und nicht wirklich innovativ. Armes Mädchen trifft reichen Bad boy. Trozdem stehe ich ja auf so ein Thema.

Plot: Den Anfang fand ich irgendwie doof und im Endeffekt zeigt er ein anderes Bild von Blaire, zumindest für meine Begriffe. Aber dann geht alles seinen Weg. Da die Geschicht auf 240 Seiten gepackt ist, geht alles recht rasant. Mir hat das deshalb gefallen, da ich den absoluten Lesesog hatte. Manche Dinge waren vorhersehbar, haben aber das Lesevergnügen nicht getrübt. Man muss ein bischen aufpassen um bei der Auflösung nicht den Faden zu verlieren, wie jetzt wer zueinander steht. Ich fand die Handlung nicht zu kurz und nicht zu lang. Perfekt für ein Lesevergnügen zwischendurch.

Schreibstil: Locker und leicht. Nichts besonderes, aber eben schnell zu lesen, sodass die Seiten dahinfliegen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive im Präteritum. Mir haben die Dialoge gefallen, vor allem aber die Art, wie Blaires Gefühle geschiltert wurden. Das konne zwar auch stellenweise nerven, passt aber zum Alter von Blaire.

Charaktere: Blaire. Obwohl ich den Charakter nicht ganz stimmig finde, mochte ich sie. Erst wirkte sie wie ein taffes Mädel, aber das dreht sich nach dem ersten Kapitel  und damit  musste ich erst zurecht kommen. Mit ihren 19 Jahren musste sie schon das Haus ihrere Mutter verkaufen, die Beerdigung organisieren und sich mit Krankenhasurechnugen rumplagen. Deshalb nehme ich ihr das Streben nach dem eigenen Lebensunterhalt ab. Auch, dass sie niemandem zur Last fallen und nichts geschenkt haben möchte, verstehe ich. In Puncto Rush ist sie total naiv. Ihre vielen Gedankengänge sind fast zu viel, aber wenn ich recht darüber nachdenke, für eine 19–jährige Jungfrau absolut nachvollziehbar. So sehr ich mir an den Kopf gefasst habe, warum das Mädchen so blind ist, kann ich es dennoch verstehen.

Rush ist der stereotype Badboy schlechthin. Ich kann es nicht genau erklären, aber trozdem hatte er mich von Anfang an. Im Grunde könnte man an allen Ecken meckern. Er lässt sie in einer Kammer hausen, ist unfreundlich, weist sie ab und alles nur, weil er sie nicht zu nah an sich rankommen lassen möchte, da sonst seine Libido mit ihm durchgeht. Ja, er erfüllt alle Klischees und dennoch hat er seine süße Seite. Abbi Glines schaffte es irgendwie diesen Charakter trotzdem zu mögen um ihn anzuschmachten.

Bei den Nebecharakteren gibt es keinen, den ich besonders hervorheben könnte. Sie sind gut, vielfältig und erfüllen ihren Zweck.

Hintergrund: Ich habe keine Ahnug von Golf und auch nicht davon, wie es ist als neuzehnjägrige all diese Dinge nach dem Tod der Mutter zu organisieren. An keiner Stelle habe ich das Gefühl gehabt, dass etwas am Hintergrund nicht stimmt. Die Familienverhältnisse sind etwas verworen, aber die Erklärung ihres Zustande kommens nachvollziehbar.

Fazit: Ein unerwartet gutes Buch, für dieses Genre. Ein Lesevergnügen nach meinem Geschmack, wenn ich leicht unterhalten werden möchte. Da fühlt man sich wieder jung und die Erotik kommt nicht zu kurz. Was ich bei „Beautiful Disater“ vermisst habe, ist Abbi Glines hier vollends gelungen. Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Ein wahrer „Rush of Lesen“.

Für alle, die Bad boys mögen und sich bei leichtem Lesevergnügen über eine Prise Erotik freuen.

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