Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Verlieb Dich nie in einen Vargas

August 28



Autor:
Sarah Ockler

Originaltitel: The Book of Broken Hearts

Übersetzer: Katrin Weingran

Erscheinungsdatum: 26. August 2013

ISBN-13: 978-3570162729

Verlag: cbt

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Klappentext:

Da habe ich mit etwas sommerlich leichtem gerechnet, fand das Cover zu kitschig, um eine wirklich gute Story zu erwarten, und habe einfach nur auf ein nettes Romeo und Julia Geplänkel für zwischendurch gehofft. Was habe ich bekommen? Ein Buch, das ernster ist, als man meint und!mich! zu Tränen gerührt hat.

Judes Papi hat  frühzeitig Alzheimer. Um ihn bei sich zu halten schmiedet sie einen Plan, nachdem sie Papis alte Harley gefunden hat. Das Teil soll wieder fahren und einen Vater-Tochter Trip ermöglichen. Nur wer repariert das Ganze? Um Kosten zu sparen, wird kurzerhand der unerfahrenste Mitarbeiter eines Biker-Laden angeheuert. Zu spät merkt Jude, dass es sich bei dem smarten Puertoricaner um Emilio Vargas handelt. Jüngster Spross einer, von ihren Schwestern erklärten, Herzensbrecherdynastie. Doch Jude kann nicht anders. Emilio ist süß und versteht sich prima mit Papi, der beim Werkeln an der Harley er selbst bleibt. Doch die Krankheit schreitet voran und das Dreigestirn in Form von Judes Schwestern reisen an. Jetzt kann sie Emilios Identität nicht mehr verbergen. Aber der Kampf um Emilio bleibt nicht der einzige.

Erster Satz: Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit sieht vor, dass ein Mädchen mit drei älteren Schwestern wenigstens ein Paar süße Shorts erben sollte, die ihm tasächlich passen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.9/6 (1 vote cast)

Idee: Nicht neu, wenn man den Part der Liebesgeschichte ansieht. Zusammen mit der Geschichte um den kranken Vater jedoch gut.

Plot: Nach Beenden des Buches dachte ich: Toller Aufbau. Vom lustig amüsanten Anfang wird es immer ernster, bis ich zum Schluss einfach nur noch traurig war. Ganz allmählich führt uns die Autorin in diese Situation. Manchmal war ich mir allerdings nicht gerade sicher, welche Kernhandlung das Buch hat. Ist es die Liebesgeschichte oder das Drama um die Krankheit des Vaters. Der Titel des Buches hätte passender gewählt werden können. Für mich steht nicht die Lovestory im Vordergrund, sondern Judes Selbstbehauptung und -findung. Dennoch finde ich das alles schlüssig zusammen findet und das Timing gut passt. Zudem ein Buch, was mich gefesselt hat und ich kaum aus der Hand legen konnte.

Schreibstil: Ich mochte sehr das jugendlich  Flapsige am Anfang. Es wirk aus Judes Sicht als Icherzählerin im Präteritum wunderbar passend und man merkt auch am Stil die Entwicklung der Protagonistin.  Die spanischen Worteinwürfe waren toll, aber durch ihre Häufigkeit etwas gewöhnungsbedürftig beim Lesen, da erst mal die Aussprache sitzen musste.

Charaktere: Mir haben die Charaktere sehr gefallen. Jude fand ich  authentisch. Passend zum Plot entwickelt sich auch das junge unbeschwerte Mädchen in eine ernste Richtung. Sie übernimmt  Verantwortung und kümmert sich mit viel Hingabe um ihren Papi. Natürlich will sie nicht wahrhaben, dass Papi immer öfter Aussetzer hat. Gegenüber ihrer drei Schwestern hat sie sich noch nie behauptet, wird aber durch die Situation unweigerlich damit konfrontiert. Emilio ist natürlich auf den ersten Blick ein Bad Boy. Ein Biker der gerne oben ohne schraubt und das klischeehafte Lächeln samt Grübchen aufweist. Aber Jude erkennt, dass Emilio eine verletzliche und sensible Seite hat. Er ist anders als  seine Brüder, da er einen schweren Schicksalsschlag mit sich herumträgt.

So traurig es auch ist, musste ich mich sehr über Judes Vater amüsieren. Er ist einfach sympathisch und wird meine Lieblingsfigur in dieser Geschichte bleiben.

Die Figuren haben ihre eigenen Macken, was ich gut finde. In meinen Augen ist Jude, wenn auch teils überdreht, altersentsprechend. Emilio ebenso, auch wenn er im ersten Moment dem Klischee entspricht.

Hintergrund: Mit Alzheimer wird hier natürlich ein heftiges Thema angesprochen, scheint mir aber gut recherchiert zu sein. Ebenso die Reparatur an der Harley wirkt authentisch. Mir hat das Einstreuen der spanischen Worter gut gefallen, weil es so das Setting viel näher gebracht hat.

Fazit: Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Auch wenn Klappentext und vor allem das Cover etwas irre führen. Wer eine Liebesgeschichte such, findet sie, aber für mich steht die Krankheit des Vaters und Judes Entwicklung dahingehend mehr im Fokus. Am Anfang musste ich lachen und am Ende weinen, jedoch fand ich das Buch klasse. Eben weil es überrascht und für mich eine Wichtige Message trägt. Das Leben ist zu kurz, drum sollte man es genießen und manchmal einfach loslassen.

Für alle, die ein sommerliches Buch mit ernstem Hintergrund mögen.

 

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This is what we love – Literaturtipp 2

August 25

TIWWL-Literaturtipp

Es ist wieder soweit und ich freue mich, dass ich wieder für „This is what we love“ einen Literaturtipp schreiben darf. Die Seite birgt ein Lifestylemagazin mit vielen Artikeln und Tipps.

Schon beim letzten Mal habe ich eine Dystopie vorgestellt. Dieses Mal geht es in die Richtung ist aber gleichzeitig auch Sience Fiction, Liebesgeschichte und Thriller zugleich. Und da ich aktuell den finalen Band gelesen habe möchte ich euch diese Trilogie wirklich gerne ans Herz legen:

Wer gerne Raumschiffe mag, Dystopien eigentlich mag aber etwas leid ist, und wer sich absolut in der Handlung überraschen lassen möchte, liegt mit der Wahl zu diesen Büchern richtig. Beth Revis steigert sich in Schreibstil und Dramaturgie von Band zu Band.

Hier findet ihr die Rezensionen zu den einzelnen Bänden:

1 „Godspeed – Die Reise beginnt“

2 „Godspeed – Die Suche“

3 „Godspeed – Die Ankunft“

Wer das Buch kaufen möchte, sollte unbedingt mal nachschauen, ob hier vielleicht aktuell ein passender Gutschein zu finden ist: deals.com

Und während ihr auf die Zusendung des Buches wartet, könnt ihr hier solange die Artikel lesen und stöbern:

 

TIWWL-Logo

 

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Godspeed – Die Ankunft (Godspeed 3)

August 25

Godspeed - Die Ankunft

Price: EUR 19,95



Autor:
Beth Revis

Originaltitel: Shades of Earth

Übersetzer: Simone Wiemken

Erscheinungsdatum: 1. August 2013

ISBN-13: 978-3791516783

Verlag: Dressler

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Klappentext:

 

Zunächst griff ich zu Godspeed, weil ich Kryoschlaf und Raumschiff im Klappentext gelesen habe. Teil eins war gut, aber erst Teil zwei hat mich umgehauen. Dementsprechend war ich gespannt, ob sich Beth Revis noch steigern konnte und bekam mit Teil drei einen Abschluss den ich so nicht erwartet habe. Wow!

Amy und Junior landen das Shuttel der Godspeed. So hoffnungsvoll, wird schon während des Landeanflugs klar, dass etwas nicht stimmt. Das Shuttel kommt vom Kurs ab, weil von irgendwas getroffen wurde. Kaum gelandet, tauen die Erdenbürger auf und kriechen aus ihren Kryosärgen. Amy ist glücklich ihre Eltern in die Arme zu schließen. Ihr Vater übernimmt das militärische Kommando. Als das Shuttel droht sich dauerhaft abzuschotten flüchten Erdenbürger und Juniors Leute in die neue und aufregende Welt von Zentauri-Erde. Doch Amy und Junior sind misstrauisch. Warum finden sie eine Siedlung und was hält Amys Vater vor den Kolonisten versteckt? Hält Amy den Avancen stand, die der junge Soldat Chris macht? Zentauri-Erde mit den zwei Sonnen: Neuanfang oder Untergang?

Erster Satz: „Warte“, sage ich, und mir schlägt das Herz bis zum Hals.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.9/6 (1 vote cast)

Idee: Ich brauch wohl nicht mehr erwähnen das ich die Grundidee liebe. Bei diesem Teil finde ich sie noch übertroffen. Ganz nach meinem Geschmack. Aber ich müsste spoilern und das würde nur den Lesespaß trüben.

Plot: Es war total unvorhersehbar in welche Richtung es geht. Ich hab mir das ein oder andere überlegt, aber was Frau Revis schlussendlich daraus gemacht hat ist grandios. Filmreif! Die ganzen Verstrickungen und Elemente der Handlung so gut ineinaderzubauen zeugt von ihrem Talent. Sie überrascht und scheut es nicht neue Figuren einzubauen und alte sterben zu lassen.

Schreibstil: Altbewährt wird mal aus Amys und mal aus Juniors Sicht in der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Zwar hatte ich immer noch das Problem, wenn ich mitten im Kapitel aufgehört habe, im ersten Moment nicht zu wissen bei wem ich gerade bin, aber das ist nur ein kleines Manko. Schnell und zügig zu lesen, fiel es mir noch schwerer, dieses Buch aus der Hand zu legen. Das sich Frau Revis wirklich noch gesteigert hat ist unglaublich. 

Charaktere: Amy und Junior müssen sich ganz neuen Dingen stellen. Junior verlässt zum ersten mal das Raumschiff. Das Zusammenleben mit den Erdenbürgern ist gespalten. Akzente und unterschiedliches Aussehen und eine Welt ohne Wände, was Amy vertraut ist, macht den Schiffbewohnern und Junior Angst. Durch Chris, den jungen Soldaten bring Beth Revis eine Nebenbuhler in das Geschehen, aber keine Angst, dies ist kein klassisches Love-Triangle. Durch die neuen Charaktere (Amys Eltern, Chris …) wird das Spielfeld noch mal neu aufgerollt. Darin versteht sich die Autorin bestens, denn es wirkt keineswegs konstruiert. Jede Figur hat seinen Platz. Amy und Junior haben genug Raum für neuen Konflikt und seine Lösung. Ihre Beziehung wird auf die Probe gestellt und sie wachsen daran.

Hintergrund: Sich so einen tolle Welt auszudenken braucht viel Kreativität und ich habe Respekt vor der Autorin sowohl was das Konstrukt der Godspeed, als auch des Planeten angeht. Da hat sich jemand viel Gedanken gemacht. Auch wenn ich in Band eins noch einige Dinge hinterfragt habe, wirkt alles insgesamt stimmig und kommt real rüber. Klasse!

Fazit: Absolut überraschend ist der Abschlussband, wie die Trilogie ansich in der Gesamtheit auch. Für mich eine absolute Leseempfehlung. Es ist Liebesroman, Sience Fiction und Thriller zugleich. Etwas ganz anderes zwischen all den anderen Jugendbüchern. Unerwartet und grandios. Toll geschrieben und dadurch packend. Ein Pageturner den man kaum weglegen kann.

Für alle! Godspeed gehört für mich zu dem Must-Read-Trilogien. Vor allem für diejenigen die gerne ins All fliegen möchten um neue Welten zu entdecken.

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Der Geschmack von Glück

August 24

Der Geschmack von Glück

Price: EUR 17,90


Autor:
Jennifer E. Smith

Originaltitel: This Is What Happy Looks Like

Übersetzer: Ingo Herzke

Erscheinungsdatum: 25. Juli 2013

ISBN-13: 978-3551583048

Verlag: Carlsen

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Klappentext:

 

Ein so schöner Titel: „Der Geschmack von Glück“. Mädchen verliebt sich in Filmstar. Ja das weckt Jungmädchenträume in mir und musste natürlich gelesen werden. Die Geschichte um Elli und Graham hat mich nicht enttäuscht und mir eine kurze, aber wudervoll leichte Lesezeit beschert.

Elli schreibt schon seit Monaten mit dem smarten Graham, allerdings kennen sich die Teenager nur als „G“ und „E“. Elli ahnt nicht, dass sich dahinter der Teenagerstar Graham Larkin verbirgt. Als Graham merkt, dass er sich zu Elli hingezogen fühlt, drängt er den Regisseur die Dreharbeiten für seinen neuen Film in das schöne Städtchen Henley zu legen. Ellis Heimat! Nach kurzen Irrungen finden sich die beiden und stellen sich nicht nur den Unannehmlichkeiten, die Grahams Berühmtheit mit sich bringt, sondern auch Ellis Geheimnis um ihre Herkunft.

Erster Satz: Hey, wir werden hier ziemlich überziehen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.4/6 (2 votes cast)

Idee: Die Idee ist sicher nicht neu, aber einfach zu süß. Vor allem weil „Er“ ein Filmstar ist. Ganz nach meinem Geschmack.

Plot: Immer wieder ist die Geschichte mit E-Mails gespickt, was das Ganze auflockert. Dabei sticht gerade der Mailwechsel am Anfang heraus. Ich musste dabei grinsen und hätte mir gerne mehr davon gewünscht, allerdings trennen nur noch einzelne Mails später die Kapitel voneinander. Es gibt sehr viele Gedankengänge, teilweise ist die Handlung ausführlich , um dann wieder einen Zeitsprung zu haben. Der Story dadurch eine Dynamik zu geben ist leider nicht gut geglückt, aber es bringt einen auch nicht total aus dem Lesefluss. Der Fortgang der Geschichte passt perfekt in den Sommer. Sicher geht der Plot auch ein tiefgründiges Thema an, der Glücksfindung, überlädt damit die Geschichte jedoch nicht.

Schreibstil: Das Buch ist als allwissender Autor in der dritten Person im Präteritum geschrieben. Eigentlich nicht so mein bevorzugtes Stil, dennoch konnte mich der Text überzeugen. Ich kannte Jennifer E. Smith schon von „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick“ und schon da fand ich es toll wie sie dem Leser die Umgebung nahe bringt. Ich habe das Salz geschmeckt und die Meeresluft Henleys gerochen. Außerdem habe ich noch mehr Lust, Amerikas Nordostküste zu besuchen. Die Geschichte lässt sich schnell und flüssig lesen, sodass es mir fast ein wenig zu schnell ging. Es war deshalb ein Pagetuner, weil mir der ganze Charme, den der Ort, die Protagonisten und die Idee mit sich bringt, so gut gefallen hat.

Charaktere: Ich mochte Elli, die so locker leicht durchs Leben geht, obwohl sie ein Familiengeheimnis mit sich herum trägt. Zu ihrer Mutter hat sie ein ganz besonderes Verhältnis. Elli ist jung und unbeschwert, trotz allem und trägt eine gewisse Leichtigkeit mit sich. Sie hat ihre ganz eigenen Vorstellung von Glück, die im Grunde nicht in Graham Larkins Hollywood–Welt passt.

Graham ist ein Teenstar, durch Zufall entdeckt und schnell zu Ruhm gekommen. Eigentlich entstammt der smarte Junge einer ganz normalen Familie und vermisst diese sehr. Ein bisschen hat mir die Überheblichkeit gefehlt, die ich bei einem Star erwarte. Er war mir etwas zu gelassen, vernünftig und normal. Zu perfekt. Trotzdem mochte ich ihn sehr.

Mein Highlight: Quinn! Ich habe ja eine Vorliebe für die Nebencharaktere. Sie ist einfach sympathisch und hätte ruhig eine größere Rolle verdient. Eine tolle beste Freundin.

Hintergrund: Darüber lässt sich streiten. Zum einen fand ich den Rummel in dem Küstenstädtchen gut umgesetzt. Das alle Leute aufgeregt sind. Zum anderen habe ich die Geschichte mit den Paparazzi nicht so wirklich abgekauft. Erst sind alle wie wild hinter Graham her und dann ist da plötzlich niemand mehr, um doch wieder überraschend aufzutauchen. Dafür haben mich die Beschreibungen des Settings überzeugt.

Fazit: Eine sommerlich leichte Lektüre die mir Spaß gemacht hat und ein Thema behandelt was ich gerade heute sehr wichtig finde. Man ist umgeben von der Medienwelt, alles geht höher , schneller, weiter. Jeder kann , wenn auch kurz, zum Star werden. Aber braucht es das, um Glück zu finden? Elli und Graham zeigen, dass es mehr gibt als nur Blitzlicht.

Für alle, die ein leichtes und ebenso nachdenkliches Buch mögen, dass schnell gelesen ist.

 

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Rush of love – Erlöst (Rush of love 2)

August 21

Autor: Abbi Glines

Originaltitel: Never too far

Übersetzer: Heidi Lichtblau

Erscheinungsdatum: 16. Juli 2013

ISBN-13: 978-3492304375

Verlag: Piper Taschenbuch

Taschenbuch: 272 Seiten

Klappentext:

 

Der erste Teil war für mich unerwartet gut und ein absoluter Pageturner. Deshalb musste ich Teil zwei lesen. Leider haben sich meine Befürchtungen als wahr bewiesen und deshalb wird diese Rezension nicht ohne Spoiler auskommen.

Blaire versucht ihr Leben ohne Rush aufzubauen. Um die Wohnungskosten in Grenzen zu halten zieht sie mit Bethy zusammen und kehrt sogar in ihren alten Job im Golfclub zurück. Sie kann das Geld gut gebrauchen, will aber in ein paar Monaten weiterziehen. Doch sie läuft Rush, der Blaire unbedingt wiederhaben will da er sie abgöttisch liebt, weiter über den Weg. Blaire kann sich Rush nicht entziehen und fängt wieder etwas mit ihm an.  Allerdings sieht sie nichts Ernstes darin, bis Rush ihr Geheimnis erfährt und um sie kämpft.

Erster Satz: Es klopfte an der Tür, dann war nur noch leises Fußscharren zu hören.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.3/6 (1 vote cast)

Idee: Sorry, abgedroschen und nicht kreativ. Da frage ich mich wirklich, warum der Autorin nichts anderes eingefallen ist. Ich verzeihe ähnliche Ideen wirklich, aber hier muss ich meckern.

Plot:

Achtung:Spoiler Aufklappen

Warum? Musste es eine Schwangerschaft sein? Ganz abgesehen davon, dass man wirklich immer sofort schwanger wird. Leider hat mir das gar nicht gefallen, weil die Idee nicht mal anders verpackt wurde.

Zum Spoiler hinzu kommen noch familiäre Irrungen und Wirrungen. Die kennt man schon vom ersten Teil, aber hier wird ein weiteres Mal gewürfelt. Für meine Begriffe zu viel des Guten. Sicher baut die Handlung aufeinander auf, aber ich hatte  das Gefühl, dass nicht wirklich etwas passiert. Der Konflikt ist mir zu einfach gestrickt und nicht glaubwürdig. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass Frau Glines unbedingt die Geschichte weitererzählen wollte, aber keine Zeit hatte sich intensiv Gedanken dazu zu machen. Das ist schade, wo mir Teil eins recht gut gefallen hat. Sicher erwarte ich bei so einem Genre keine tiefgründige Handlung, aber hier wirkt es zu oberflächlich und konstruiert.

Dennoch hat sich bei mir der Lesesog eingestellt, also wurde doch irgendetwas richtig gemacht. Trotzdem hoffe ich sehr, dass der dritte Teil das Ruder wieder zum Positiven herumreißt.

Schreibstil: Es wird wieder aus der Ich-Perspektive erzählt, dieses Mal aber nicht nur aus Blaires, sondern auch aus Rushs Sicht. Was zunächst ein interessanter Aspekt ist, wirkte auf mich dennoch nicht gut, da mir die Protagonisten so zu ähnlich wirkten. In den Dialogen hat Frau Glines nachgelassen. Schade, denn gerade die fand ich im Auftakt der Reihe gut. Insgesamt ist keine Steigerung zu erkennen, ich würde sogar behaupten, das Teil 1 besser geschrieben ist, das mag aber vielleicht auch an meiner überraschenden Erfahrung damit liegen. Insgesamt lässt sich der Text jedoch gut und schnell lesen und hat sich bei mir zum Pageturner entwickelt.

Charaktere: In Teil 1 mochte ich Blaires Naivität und hab ihr die zweifelnden Gedanke voll abgenommen. In der Fortsetzung jedoch entwickelt sich Blaire nicht. Sie zweifelt sogar erneut an Rushs Gefühlen, obwohl er ganz klar  zu ihr steht.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Wo sie teilweise so schön altersgrecht naiv im ersten Teil ist, frage ich mich doch, warum sie relativ locker mit der Schwangerschaft umgeht. Das passt nicht zusammen.

Mir ist sie einen Tick zu ambivalent und ich hoffe doch, dass ich sie in Teil drei wieder mag.

Rush? Wo ist der süße Bad Boy? Er scheint ein nahezu anderer Charakter zu sein und das ist leider nicht positiv. Er wirkt viel zu weich.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Überhaupt nicht verstanden habe ich die Lockerheit, mit der er mit Blaires Schwangerschaft umgeht. So nach dem Motto: Du bist schwanger? Hey, das schaffen wir, kein Problem!)

Mir fehlte seine Rotzigkeit und die Züge des Rockstarsohns. Fast scheint es so, als hätte man einen ganz neuen Charakter.

Mein Lichtblick war mal dieses Mal eine Nebenfigur. Wieso fällt mir Bethy erst jetzt so stark auf? Sie bringt den quirlig, gut gelaunten Charakter mit. Unbekümmert und Blaires gute Stütze.

Hintergrund: Die Familienverhältnisse sind mir zu verworren und die Charaktere gehen viel zu einfach mit ihrer Situation um. Etwas mehr Ausarbeitung in der Entwicklung der Figuren hätte ich mir gewünscht.

Fazit: Trotz aller Kritik hatte ich das Buch schnell durch und ließ die Seiten nur so dahin fliegen. Warum das so war? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht lag es an der Kürze, vielleicht daran, weil ich einfach geglaubt habe, das die Story noch in eine Richtung schlägt, die mich hoffen lässt. Ob ich Teil drei lesen werde? Im Grunde schon, weil mich der Klappentext anspricht und die Bücher dieser Reihe einfach schön für zwischendurch sind, aber viel erwarten werde ich nicht.

Für alle, denen eine klischeehafte Story nicht das Lesevergnügen trübt und mit einer Softie-Version von Rush leben können.

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Interview mit Kai Meyer

August 19

Als ich bei Carlsen für dieses Interview angefragt hatte, hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, eine Zusage zu bekommen. Um so schöner war es, auf der Leipziger Buchmesse einem der erfolgreichsten Autoren Deutschlands gegenübersitzen und ihn interviewen zu dürfen.

KaiSchreibst Du gerade an etwas Neuem?
Den neuen Roman für Carlsen habe ich schon abgegeben. Der Arbeitstitel ist „Smile“, aber das fertige Buch wird wohl einen anderen Titel bekommen.

Ist das wieder eine Mischung von Genres, wie Du es gerne machst?
Es ist eine Mischung aus Weltuntergang/Endzeit und einer Geistergeschichte. Ein Roman über die Apokalypse, aber auf keinen Fall eine Dystopie.

Gibt es eine Liebesgeschichte?
Ja, diesmal allerdings sehr zurückgenommen. Der Roman erscheint bei Carlsen unter dem Bittersweet-Label, aber in erster Linie besteht er aus einer Menge Action.

Wird es ein Einzelband oder ein Mehrteiler?
Ein Einzelband, was ich in nächster Zeit wohl wieder häufiger machen werde.

Ist eine Trilogie anstrengender zu verfassen?
Es ist eine andere zeitliche Verpflichtung. Bei ‚Arkadien‘ zum Beispiel wusste ich, es werden drei Jahre. Das war einer der Gründe, warum der Roman auf Sizilien spielt. Wenn ich drei Jahre mit einer Geschichte verbringe – und im Kopf reise ich ja ziemlich intensiv zu den Schauplätzen – dann lasse ich sie lieber irgendwo spielen, wo es hübsch ist.

Als Du die Recherche für ‚Arkadien‘ betrieben hast, waren da Filme wie „Der Pate“ oder die Serie „Die Sopranos“ ein Thema?
Ich hab eher die italienischen Mafiafilme aus den Siebziger angeschaut. Die Atmosphäre der Sechziger und Siebziger sollte in die Geschichte einfließen. So kam auch das Lied „My Death“ in den Roman. Zu der Zeit spielten noch wahnsinnig viele europäische Filme am Mittelmeer, für die Leute war das sehr viel exotischer als heutzutage, wo jeder für hundert Euro in die Karibik fliegen kann. In Italien, Frankreich und Spanien wurden jedes Jahr Hunderte Filme gedreht, ganz anders als heute, und ich wollte diese Atmosphäre haben, die man in all den gleichgeschalteten Hollywoodfilmen und amerikanischen Bestsellern nicht mehr findet.

Fährst Du zu den Schauplätzen?
Zu einigen schon, aber nicht zu allen. Früher habe ich viel mit Bildbänden gearbeitet, heute kann man mithilfe des Internets viel über Google Earth machen. Allerdings war ich für die Arkadien-Bücher auf Sizilien und für ‚Asche und Phönix‘ in Südfrankreich.

Wird Arkadien verfilmt werden?
Es gibt Verhandlungen mit einer deutschen Firma, aber viel mehr darf ich dazu noch nicht sagen. Ehrlich gesagt lohnt es sich auch meist nicht, weil am Ende doch nichts daraus wird. Vielleicht klappt es diesmal, aber die Chancen sind im Filmgeschäft verschwindend klein.

Würdest Du selber das Drehbuch schreiben?
Nein. Ich habe früher Drehbücher geschrieben, aber es ist ein ganz anderes Schreiben. Drehbücher schreibt man auf eine bestimmte Länge und unter ganz bestimmten dramaturgischen Anforderungen. Ich neige zum Beispiel dazu, viel zu lange Dialoge zu schreiben, die für Drehbücher nicht besonders geeignet sind. Ich musste sie damals bei meinen Filmen meist stark kürzen, was ihnen nicht unbedingt gut getan hat.

Mein erstes professionelles Drehbuch war ein Horrorfilm für RTL, „School’s Out“, und hatte in der ersten Szene einen Dialog von acht oder zehn Seiten. Das ging natürlich überhaupt nicht, viel zu lang für ein normales Drehbuch und erst recht für RTL. Es wurde dann auf drei Seiten gekürzt und der Glaubwürdigkeit der Szene hat das nicht besonders gut getan. Letztlich war das allein meine Schuld, mir hätte das von Anfang an klar sein müssen.

Ich habe damals sechs Drehbücher geschrieben und verkauft, davon wurden zwei tatsächlich verfilmt, was ein ganz guter Durchschnitt ist. Ich hatte aber keine Lust mehr auf die endlosen Diskussionen mit den Redakteuren und Produzenten, auf Jugendschutzbestimmungen und all die Konsensentscheidungen. Mein bester Verbündeter war der Regisseur Robert Sigl, der Dinge durchgesetzt hat, die in einem normalen Fernsehfilm nie durchgekommen wären. Dafür gab es dann allerdings auch nachträglich Ärger mit dem Jugendschutz, RTL musste zigtausende Mark an Strafe bezahlen. Was lächerlich war, aber so läuft das eben in Deutschland.

Wie gehst Du mit Kritik um?
Man gewöhnt sich daran, dass es auch Leser gibt, die manche Bücher nicht gut finden. Mir geht es ja genau so mit Romanen anderer Autoren, die viele Leser toll finden und ich trotzdem nicht mag. Am Anfang meiner Karriere, als die Bücher noch nicht so erfolgreich waren, hatte ich fast durchgehend positive Rezensionen. Aber mit den höheren Auflagen kommen ganz zwangsläufig auch negative Meinungen. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden. Es kommt auch immer darauf an, inwiefern ich eine Kritik nachvollziehen kann. Manchmal trifft ja auch jemand gerade bei älteren Büchern einen wunden Punkt, bei dem ich denke, gut, da hat er nicht unrecht. Und dann gibt es das andere Extrem, oft natürlich bei Amazon, wo ich nach einem Satz nicht weiterlese, weil sich der oder die Verfasserin gleich zu Anfang selbst disqualifiziert. Das passiert übrigens auch bei positiven Rezensionen.

Meine Protagonisten polarisieren öfter mal. Mit Rosa aus den Arkadien-Romanen hatte manch einer Probleme und ist ausgestiegen, weil die Figur am Anfang ein wenig sperrig ist – nur war ja genau das meine Absicht. Figuren müssen sich entwickeln, darum versuche ich gar nicht erst, sie gleich auf der ersten Seite sympathisch zu machen. Und nicht selten ist es ja gerade dieses Raue, das sie dann eben doch wieder liebenswert macht. Tarik aus der Sturmkönige-Trilogie ist anfangs ein versoffenes Wrack, der sich nach einigen Kapiteln zusammenreißt und in den drei Romanen eine große Veränderung durchläuft. Aber um das mitzubekommen, darf man natürlich nicht nach drei Seiten das Buch zuschlagen und gleich mal bei Amazon kommentieren: „Ich werde mit der Figur nicht warm.“ Überhaupt mein spezieller Lieblingssatz in Leserrezensionen.

Was für einen Stellenwert haben Blogger bei Dir?
Ich bemühe mich, einen guten Draht zu den Bloggern zu haben. Letztlich kann ich natürlich nicht jedem Blog folgen, weil ich sonst nichts anderes mehr machen würde. Ich kann auch leider nicht jedes Interview beantworten. Aber Blogger sind ohne Zweifel sehr wichtig und ich freue mich ehrlich über jede gut geschriebene Kritik. Früher bekam ich zwei Leserbriefe die Woche, heute bekomme ich jeden Tag diverse Mails und Facebook-Nachrichten. Sicher gibt es auch Blogger, die ihre Wichtigkeit etwas überschätzen, der eine oder andere wird auch mal dreist – „Schicken Sie mir doch ein signiertes Buch, dann bespreche ich es auch“ –, aber die Allermeisten sind sehr höflich, freundlich und einfach nur sehr angenehm im Umgang.

Viele angehende Autoren scheuen das Kürzen.
Man kann jeden Text kürzen und den meisten tut es ausgesprochen gut. Zwischen meiner ersten Fassung und der Abgabefassung kürze ich eine Menge, da fliegen locker bis zu zwanzig Prozent heraus. Das macht die Figuren klarer und bringt vor allem auch Dialoge auf den Punkt. Man muss nicht jeden Berg und jedes Kleidungsstück über drei Seiten beschreiben.

Hast Du schon immer als ersten Schritt Exposés verfasst?
Ja, von Anfang an. Meine Exposés sind sehr ausführlich, meist vierzig bis fünfzig Seiten lang. Ich lege jede einzelne Szene fest, die meisten Figuren und mittlerweile auch fast immer das Ende. Oder eine Version des Endes, manchmal ändert sich das später beim Schreiben.

Du weichst also schon von Deinen Vorgaben ab?
Zu neunzig Prozent halte ich mich an den Plot. Innerhalb der Kapitel kann sich einiges verändern, aber der Anfang und Ausgang der Szenen entsprechen meist dem Exposé. Dadurch wissen auch die Verlage ziemlich genau, was sie von mir bekommen werden, und es gibt nachträglich keine Diskussionen darüber, größere Teile des Romans umzuschreiben, weil irgendwem plötzlich irgendetwas nicht gefällt.

Arbeitest Du mit Charakterbögen?
Ich hab das ein, zwei Mal versucht, aber dann gemerkt, dass ich bei der Arbeit am Manuskript kaum noch hineinschaue. Bei längeren Geschichten wie etwa der Arkadien-Trilogie kopiere ich mir während des Schreibens einzelne Absätze, die die Charaktere definieren, in eine zweite Datei, die vor allem dann hilfreich wird, wenn ich den nächsten Band beginne. Die Hauptfiguren sind aber meist auch schon im Exposé umrissen, durchaus auch mit allerlei Details.

Wie bist Du auf einen Antagonisten wie Libatique (Asche & Phönix) gekommen, den ich persönlich sehr gut gelungen finde?
Die Faustregel heißt: Der Schurke muss Held seiner eigenen Geschichte sein. Er sieht sich selbst im Recht. Jeder Antagonist braucht eine Motivation, und sei sie für Außenstehende noch so bizarr. Libatiques jahrtausendealter Wunsch ist es, eigene Kunst zu erschaffen, nur ist er nicht in der Lage dazu; deshalb verschlingt er die Talente von Menschen, die begabter sind als er.

Wie sieht Dein Schreiballtag aus?
Ich korrigiere morgens erst die Seiten vom Vortag, das dauert durchaus ein bis zwei Stunden. Danach versuche ich, zehn Seiten zu schreiben. Das geht nur mit einer Menge Selbstdisziplin, aber ohne die ist man als professioneller Autor eh verloren.

Ich bin seit 1995 hauptberuflich Schriftsteller, vorher war ich Journalist. Ich musste damals um zehn Uhr vormittags in der Redaktion sein, bin aber zwischen fünf und sechs aufgestanden, um vorher ein paar Seiten zu schreiben. Irgendwie hab ich es geschafft, das frühe Aufstehen seitdem beizubehalten.

Hast Du Schreibworkshops gemacht, als Du mit dem Schreiben begonnen hast?
Nein, nie. Ich habe eine Reihe amerikanische Bücher über Dramaturgie und ähnliche Dinge gelesen, aber auch erst Jahre nach meinen ersten Romanen. Das klingt immer alles klug und schlüssig, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass ich mich beim Schreiben dann doch wieder mehr oder minder auf mein Bauchgefühl verlasse. Vor allem bei der ersten Fassung des Exposés. Wenn ich es anschließend noch mal durchgehe, lege ich eher bestimmte Regeln und Maßstäbe an, vor allem wenn ich das Gefühl habe, irgendetwas funktioniert nicht. Dann mache ich mir ganz konkret Gedanken über Spannungsaufbau, Charakterisierung und so weiter.

Hast Du Testleser, denen Du Deine Texte gibst?
Hatte ich lange nicht, aber vor einigen Jahren habe ich begonnen, die Texte eben doch einmal einigen Leuten zu geben. Das sind alles Menschen aus der Buchbranche, die einen professionellen Blick darauf haben und mir auch – glaube ich – ziemlich ehrlich ihre Meinung sagen. Daraufhin ändere ich durchaus Dinge, meist eher Details, aber manchmal auch ganze Szenen.

Liest Du selbst noch viel?
Nicht so viel wie früher. Die allermeisten Bücher beginne ich nur interessehalber, lese aber nur wenige bis zum Ende. Anders ist es mit Hörbüchern. Ich laufe jeden Tag anderthalb Stunden mit meinem Hund durch die Felder, und seit ich dabei Hörbücher höre, schaffe ich auch endlich wieder komplette Romane.

Liest Du die Übersetzungen Deiner Bücher?
Nur die Englischen, aber auch das ist eher so ein Querlesen.

Was war die außergewöhnlichste Sprache, in die eines Deiner Bücher übersetzt wurde?
‚Arkadien erwacht‘ ist auf Baskisch erschienen, das ja nur noch in einem kleinen Teil Spaniens gesprochen wird. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die Auflage war, aber viel kann das nicht gewesen sein. Dann gab es Bücher auf Hebräisch oder auch in einigen kleineren asiatischen Ländern, von denen ich gar nicht weiß, ob sie eine eigene Sprache haben oder eher Thai oder Chinesisch benutzen.

Stellst Du Dir diese Ausgaben dann auch ins Regal?
Ich müsste von jeder Ausgabe ein Exemplar haben. In der hintersten Ecke meiner Bibliothek gibt es eine Regalwand, in der sie alle stehen. Aber ich würde mir meine eigenen Bücher nie ins Wohnzimmer stellen.

Wie viele Manuskripte liegen bei Dir unverkauft/unveröffentlicht in der Schublade?
Keins. Ich schreibe erst, wenn ich einen Vertrag habe. Ich schließe zuerst die Verträge mit den Verlagen ab, in der Regel für mehrere Bücher, und dann mache ich mich an die Arbeit.

Das heißt, Du verkaufst nur die Idee an den Verlag?
Oft ist es nicht einmal eine Idee. Genau genommen verkaufe ich mich, meinen Namen oder wie man das nennen möchte. Mit Carlsen habe ich etwa anfangs Verträge über drei Bücher abgeschlossen, es gab weder Inhalt noch Titel. Das gesamte Konzept ist erst später entstanden.

Hin und wieder stelle ich mündlich eine bestimmte Idee vor – so war es zum Beispiel bei der Sturmkönige-Trilogie –, gelegentlich schreibe ich auch mal eine Seite auf mit einer ungefähren Richtung, aber in den letzten zehn, zwölf Jahren war das eher die Ausnahme.

Ich mache das ja nun schon eine Weile und habe bei über fünfzig Büchern zweimal die Abgabetermine überschritten – und dann höchstens um zwei, drei Wochen. Wenn man als Autor erfolgreich mit Verlagen arbeiten will, braucht man eine gemeinsame Vertrauensbasis. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass sie ein ordentliches Manuskript bekommen. Das ist eine Frage der Professionalität, die ich umgekehrt ja auch vom Verlag erwarte.

Im „Spiegel“ stand vor einer Weile, dass in Deutschland geschätzt einhundert Autoren hauptberuflich vom Schreiben leben können. Ich weiß nicht, woher die Zahl kam und wie realistisch sie ist, aber Tatsache ist, dass sogar bekannte Autoren oft noch einen zweiten Job haben. Hauptberuflich können das nur Leute machen, die kontinuierlich arbeiten. In der „Welt“ gab es einen Artikel über Julia Kröhndie unter mehreren Pseudonymen schreibt. Da wurde dann die absurde Diskussion geführt, ob das Vielschreiberei sei, mit diesem typisch deutschen Tenor, wer zwei bis drei Bücher im Jahr unter verschiedenen Pseudonymen und in verschiedenen Genres schreibe, müsse zwangsläufig schlecht sein. Das ist völliger Unfug und noch dazu eine Unverschämtheit. Keiner, der professionell in der Branche arbeitet, würde so etwas allen Ernstes behaupten. So etwas kommt meist von Lesern, die keinen Schimmer davon haben, was Geschichtenerzähler antreibt, oder gern auch von Journalisten, die zehn Jahre an einem unveröffentlichten Manuskript hantieren und Selbstzweifel oder mangelnde Disziplin mit Kunstanspruch verwechseln.

Vielen Dank für das tolle Gespräch. Es hat Spaß gemacht!

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Crossfire – Erfüllung (Crossfire 3)

August 13



Autor:
Sylvia Day

Originaltitel: Entwined With You

Übersetzer: Nicole Hölsken, Jens Plassman

Erscheinungsdatum: 8. Juli 2013

ISBN-13: 978-3453545601

Verlag: Heyne Verlag

Taschenbuch: 480 Seiten

 

Rezension ab 18!

Klappentext:

 

Nachdem ich den ersten Teil von „Crossfire“ mochte, der zweite mich aber enttäuschte und moralisch Gewissensbisse aufkommen ließ, hoffte ich bei Teil drei wieder auf Besserung. Ich erfuhr dann leider noch vom Aufstocken der Trilogie zu einem Fünfteiler und frage mich wirklich, wie weit das Thema ausgereizt werden soll.

Gideon und Eva sind offiziell getrennt, um jeden möglichen Verdacht auf Gideons Schuld abzuwenden. Doch sie können nicht ohne einander und so zieht Gideon in die Wohnung auf dem Korridor gegenüber. Evas Doppelleben nimmt seinen Lauf. Gerne verbringt sie Zeit mit Gideon, hat aber ebenso ein schlechtes Gewissen Cary gegenüber, das sie ihrem besten Freund nicht die Wahrheit erzählen kann. Der Verdacht, wer Nathan ermordet haben könnte, wird auf eine andere Person projiziert. Gideon und Eva können aufatmen und dennoch geht Eva alles zu schnell in der Beziehung. Gideon lässt nicht locker, mit ihr den nächsten Schritt zu gehen. Werden die beiden heiraten?

Erster Satz: New Yorker Taxifahrer sind sehr speziell.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Im Grunde finde ich hinter dieser Story keine Idee. Ich frage mich immer noch, um was es eigentlich ging. Da hilft selbst der kleine Anflug von Mafia im Hintergrund nicht.

Plot: Ich bin so enttäuscht. Für mich ist dieses Buch eine Aneinanderreihung von Alltagsgeschehen Gideons und Evas, wie man es kennt und Sexszenen der beiden. Dabei hat die Autorin leider nicht mal neue Ideen. Man merkt dem Buch an, dass plötzlich von einem geplanten Dreiteiler auf einen Fünfteiler umgeschwenkt wurde. Muss das sein? Eva arbeitet, Gideon ebenfalls und gibt sein Geld in Unmengen aus um in Evas Nähe zu sein.

Selbst die erotischen Szenen mag ich nicht mehr als das bezeichnen. Das ist nur noch Sex, und zwar im Ablauf immer in der gleichen Reihenfolge. Mich langweilt das und diese ewigen ekstatischen Übertreibungen machen die Sache unglaubwürdig. Warum gönnt die Autorin den beiden nicht mal mehr Zeit? Alles ist immer so extrem und superlativ dargestellt. Ich mag das ja, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt und wenn die Geschichte nur noch daraus besteht, wird das langweilig.

Meiner Meinung fehlen diesem Plot die „Ups“ und „Downs“. Wirklich Spannung wird nicht aufgebaut.

Schreibstil: Immer noch Ich-Perspektive und immer noch leicht zu lesen. Was mir nicht so gut gefallen hat, war die gleiche Wortwahl, vor allem bei den erotischen Szenen. Das Wort „Engel“ haftet mir jetzt leider negativ an. Das ist zum einen persönlich, da ich mich nie von einem Mann so nennen lassen würde, zum anderen tritt es in einer unangenehmen Häufigkeit auf. Gideon nennt sie ja schon gar nicht mehr Eva. Leider haben mir die  erotischen Szenen nun auch nicht mehr gefallen, da sie viel zu schnell abgehandelt wurden. 

 

Charaktere: Viel verändert haben sich Gideon und Eva nicht. Selbst Cary konnte mich nicht mehr überzeugen.

Gideon und Eva sind mir zu extrem. Auf der einen Seite wollen sie vorsichtig sein und jeglichen Verdacht von Gideon weisen, auf der anderen Seite „wohnen“ sie zusammen in der Wohnung, die er nach ihrer beider Geschmack zusammengestellt hat. So was finde ich unglaubwürdig. Als ob niemand davon Wind bekommen würde. Eva verabredet sich mit dem Ex, obwohl sie weiß, das der noch was von ihr will und Gideon vor Eifersucht zerfließt. Das ist unglaubwürdig, selbst für einen naiven Charakter. Leider wird Eva immer naiver, zumindest empfinde ich es so.

Ich hätte mir mehr Entwicklung gewünscht, als das ewige Verletzen, Verzeihen und leidenschaftliche Bettgeschehen.

Hintergrund: Ich frage mich immer noch, ob Menschen, selbst wenn sie fiktiv sind, bei so einer Vergangenheit in der Art handeln. Das ist leider was mich an Gideon, Eva und Cary stört und ich für mäßig recherchiert halte. Die sexuellen Höchstleistungen stelle ich auch mal wieder dahin. Sicher ist das bei solch einem Genre in gewisser Weise zu erwarten, dennoch könnte es für meinen Geschmack etwas ruhiger und „normaler“ zugehen. Nicht jeder kann ständig und bekommt mehrere Orgasmen hintereinander.

Fazit: Leider keine Steigerung zu Teil 2 und für mich das Aus für diese Reihe. Vielleicht höre ich mir die Fortsetzung als Hörbuch an. Leider bin ich nicht mehr sonderlich interessiert an Gideon und Eva. Schade.

Für alle, die Teil 2 noch gut fanden und damit leben können das nicht so viel passiert.

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Das Buch aus Blut und Schatten

August 3



Autor:
Robin Wasserman

Originaltitel: Book of blood and shadow

Übersetzer: Bea Reiter

Erscheinungsdatum: 1. Juni 2013

ISBN-13: 978-3401068114

Verlag: Arena

Gebundene Ausgabe: 537 Seiten

Klappentext:

 

Frau Kern vom Arena Verlag hat mir „Das Buch aus Blut und Schatten“ auf der Messe vorgestellt und ich fand es sofort interessant. Verschiedene Charaktere, ein Buch, eine geheime Gesellschaft … Ja, das ist der Stoff, der mich durchaus angezogen hat. Dennoch wird dies für mich eine schwere Rezension, denn so richtig hat mich das Buch nicht überzeugt, obwohl es gut ist.  Ja, richtig gelesen, denn ich glaube einfach, das Thriller nicht mein Genre ist.

Erster Satz: Wahrscheinlich sollte ich mit dem Blut anfangen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Ein altes geheimnisvolles Buch, alte lateinische Briefe und die Jagt hinter einem historischen Geheimnis, gepaart mit ein paar Jugendlichen hört sich nach Abenteuer an. Die Idee ist sicher nicht neu, aber trotzdem ansprechend.

Plot: Alles fängt mit dem Prolog an, der im Grunde das Ende des ersten Buchteils darstellt. Das Buch ist in mehrere Teile unterteilt, die in sich auch immer einen Abschnitt der Handlung abschließen. Da ist z. B. der Teil, der nur in Prag spielt. Diese Aufteilung fand ich total gut und hat mir klasse gefallen. Besonders waren die Briefe von Elizabeth, die Nora übersetzt hat. Man musste sich daran erst an die alte Ausdrucksweise gewöhnen, aber dann gestaltete es sich ganz gut. Auch wenn ich zugeben muss, dass die Länge der Briefe mich zum Schluss hin genervt hat. Insgesamt ein logisch aufgebauter Plot, allerdings kamen für mich keine Szenen total überraschend daher. Thriller lese ich eigentlich nicht, gucke aber ziemlich gern solche Filme. Wenn ich den Fortgang der Geschichte also im Ganzen betrachte, finde ich den Aufbau recht typisch. Mir hat mehr Spannung gefehlt, denn manche Dinge waren für mich  zu vorhersehbar und es gab Stellen in der Erzählung, die mich von der Länge gestört haben. Es hat eben nicht dieses Gefühl eingesetzt, bei dem ich unbedingt weiterlesen möchte.

Schreibstil: Erzählt wird als Ich-Erzähler Noras, im Präteritum. Die Briefe aus Elizabeths Sicht sind dazwischen natürlich eine Abwechslung. Im Allgemeinen kein schlechter Stil. Die Dialoge sind teils witzig und stachen für mich besonders hervor. Was ich nicht so gern mochte, waren die Beschreibungen der Umgebung zwischendurch. Was andere Leser mögen, bringt mich oft zu sehr aus dem Fluss. Mir war es schlichtweg zu detailreich.

Charaktere: Ich mag Bücher, in denen mehrere Charaktere nahezu einen gleichen Stellenwert und Präsenz einnehmen. Sicher sticht Nora durch die Ich-Perspektive  und ihrer wachsenden besonderen Beziehung zu der toten Elizabeth heraus. Sehr mochte ich auch die Beziehung zwischen Nora, ihrem besten Freund Chris und dessen Freundin Adriane. Ein etwas ungewöhnliches Trio, dessen Entstehung und Zusammenhang die Autorin jedoch sehr intensiv darstellt. Max, Noras späteren Freund habe ich als Nerd empfunden. Bei ihm fehlte mir etwas der Tiefgang, obwohl er eine wichtige Rolle spielt, blieb er für unnahbar. Das ist zwar sicher so gewollt, hat mich aber zu sehr von dem Charakter entfernen lassen und so konnte ich Noras tiefe Gefühle für ihn nicht wirklich empfinden. Eli, der plötzlich auftaucht und als Chris Cousin mit auf die Suche nach dem Geheimnis geht, ist interessant. Mir war recht schnell seine Rolle klar, aber das wird nicht jedem Leser so gehen.

Die Figuren wirken bewusst gewählt mit ihren Eigenschaften und ihre Zusammenstellung bleibt etwas konstruiert, obwohl die Autorin es geschafft hat sie natürlich miteinander agieren zu lassen. Dennoch: Nora ist eben das Mädchen mit dem toten Bruder, bei dem man Mitleid hat und das man beschützen möchte. Chris ist der nach außen hin lebenslustige Typ, für den ein Mädchen als bester Freund ganz normal ist. Adriane ist der besondere Mensch, der auch als Freundin von Nora natürlich die gegenseitige Position einnimmt. Sie vollführt lieber Yogaübungen und bringt sich nur Nora und Max zuliebe in Schwierigkeiten. Max, der Nerd, dem man die Beziehung zu Nora eigentlich nicht vermuten lässt. Eli, der undurchsichtige tschechischstämmige Amerikaner, der natürlich die Sprache beherrscht und somit unverzichtbar für den Aufenthalt in Prag ist.

Hintergrund: Ich war nie in Prag und fühlte mich zeitweise von den ganzen Beschreibungen erschlagen. Somit ist mir dieser Part des Buches auch am meisten in Erinnerung geblieben. Ich kann den Hintergrund nicht schlecht bewerten, denn  die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht. Mir persönlich war es aber zu viel. Ein wenig hatte ich das Gefühl von Reiseführer.

Die Idee, das wirklich existierende Voinich-Manuskript als Grundlage zu nehmen finde ich gut.

Die Autorin hat sich viel Mühe gemacht, so scheint es mir, ihre sämtlichen Charakternotizen und Hintergründe in den Text einzubinden. Für meine Begriffe zu viel des Guten, aber das ist meine persönliche Meinung. Im Grunde ist es nur gut, dass sich so viele Gedanken zu den Charakteren gemacht werden, aber manches hätte Autorenwissen bleiben können.

Fazit: Thriller ist, was lesen anbelangt, einfach nicht mein Ding. Mir hat die Idee wirklich gut gefallen und ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, aber ich hätte die Geschichte viel lieber verfilmt gesehen. Leider war mir durch die vielen Erzählungen Noras und die teilweise recht langen Übersetzungen der Briefe etwas der Lesespaß gehemmt. Was noch (im wahrsten Sinne des Wortes) dazu kommt: die Ausmaße dieses Buches. Arena ist für hochwertig aufgemachte Bücher bekannt, aber diese ca. 550 Seiten dickes Papier und die schweren Buchdeckel muten an, unverwüstbar zu sein. Ich wage zu behaupten, dass meine Armmuskeln etwas zugenommen haben.

Die Auflösung am Schluss hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen und im Endeffekt hab ich immer noch keine Ahnung was das Lumen Dei ist, dem alle hinterhergejagt haben. Das Buch war nicht schlecht, eine interessante Story, die zu einem Film taugt, aber eben nicht meins.

Für alle, die Prag lieben, sterbende Charaktere gut finden und Geschichte mögen, die detailreich erzählt werden.

 

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