Autor: Jonathan Stroud

Originaltitel: Lockwood & Co: The Screaming Staircase

Übersetzer: Katharina Orgaß & Gerald Jung

Erscheinungsdatum: 11. September 2013

ISBN-13: 978-3570156179

Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Klappentext:

 

Nachdem ich von Jonathan Stroud schon die Barthimäus-Reihe gelesen habe und seinen Schreibstil toll fand, musste ich auch dieses Buch unbedingt lesen. Noch dazu sind Geister ein Thema, was noch nicht so ausführlich behandelt wurde und somit meine Neugier geweckt hat.

Nachdem die junge Geisterjägerin Lucy Carlyle bei Lockwood & Co. gelandet ist, muss sie sich nicht nur mit ihren beiden Kollegen herumschlagen, sondern auch mit allerlei Geistern und Erscheinungen, die ihr nicht positiv gesonnen sind. Das Geschäft läuft eher schleppend und durch einen misslungen Einsatz haben Lockwood & Co. nun auch noch hohe Kosten an der Backe. Da kommt der überaus mysteriöse Einsatz eines reichen Industriellen gerade richtig. Aber warum will er sie so gut bezahlen? Und stimmen die tödlichen Gerüchte um ihren Einsatzort?

Erster Satz: Zu den ersten Fällen, an denen ich bei Lockwood & Co. mitgearbeitet habe, möchte ich hier nicht viel sagen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Idee ist individuell und neu. Wir haben es hier quasi mit einem jungen, frischen Team von Ghost Busters zu tun. Allerdings kommen hier keine technisch entwickelten Geräte zum Einsatz, sondern viel mehr Degen mit Silberspitze, Eisen und jede Menge Salz. Wir bewegen uns also in den gängigen Klischees zur Geisterbekämpfung.

Auch der Ansatz mit der Epidemi von Geisterheimsuchungen konnte mich überzeugen. Man kann schon fast von einer Dystopie sprechen, denn die Leute mussten sich diesen veränderten Umständen anpassen. Diese Aufrüstung gegen die Geister und das Übersinnliche hat schon einen bitteren Beigeschmack, denn das Sterben an der Geistersieche (durch Berührung eines Geistes) ist zur täglichen Gefahr geworden. Ich vergebe 5 Punkte, weil mich die Idee mit den Geistern überzeugt, aber generell viel über Übersinnliche Wesen geschrieben wird.

Plot: Die Handlung nimmt von Anfang an Fahrt auf und lässt den Leser bis zum Schluss nicht mehr los. Zunächst werden wir direkt ins Geschehen hineingeworfen und bekommen einen Einblick in den Alltag der Geisterjäger. Später bekommen wir durch Rückblenden auch die Vergangenheit von Lucy näher gebracht und können sie dadurch besser verstehen.

Das Buch ist allgemein sehr spannend und lässt den Leser kaum zum Luftholen kommen, weil die Dinge Schlag auf Schlag passieren. Ebenso gibt es einige unvorhergesehene Wendungen, die noch zusätzlich für eine spannende Atmosphäre sorgen.

Auch das Ende war nicht voraussehbar, was ich besonders positiv wahrgenommen habe. Viel zu oft ist schon ab der Hälfte klar auf was es hinausläuft.

Volle Punktzahl weil die Geschichte einfach spannend, wendig und geheimnisvoll ist.

Schreibstil: Da der Schreibstil einer der Argumente für das Buch war, wurde ich auch hier nicht enttäuscht. Herr Stroud schreibt wie gewohnt locker und verständlich. Durch die individuelle Sprache seiner Charaktere haucht er ihnen dadurch Leben ein. Während Lucy z.B. sehr direkt spricht, hat Lockwood etwas Erhabenes, Aristokratisches an sich und erscheint mit seinen Wortwahl immer wie ein Gentleman. Manchmal musste ich bei seinen Dialogen auch an Sherlock Holmes denken, was mich mehr als ein Mal schmunzeln lies.

Da ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe, kann man den Schreibstil nur als flüssig und spannend herausheben und deswegen die volle Punktzahl vergeben.

Charaktere: Die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander haben mir wohl am meisten Spaß gemacht. Lucy und George verbindet eine Art Hassliebe, die die beiden immer wieder zu hitzigen Diskussionen und Sticheleien anregt. Lockwood steht dann meistens als Schlichter zwischen ihnen, teilweise hat er mich an eine Vaterfigur erinnert, obwohl er im gleichen Alter wie Lucy und George ist.

Da wird die Geschichte aus Sicht von Lucy erzählt bekommen, erfahren wir über sie auch am meisten. Dies macht schon die Rückblende mit ihrer Vorgeschichte deutlich. Sie hat einiges an Temperament und scheint eine spezielle Gabe zu besitzen. Sie kann die Geister hören und fühlen, während Lockwood und George eher auf das Sehen spezialisiert sind.

Am besten hat mir Lockwood gefallen, weil er noch ein bisschen im Dunkeln steht. Wir erfahren so gut wie nichts über seine Vergangenheit und auch sein Wesen ist eher geheimnisvoll. Der Vergleich zu Sherlock Holmes ist wohl angebracht, weil er die Dinge sehr genau beobachtet und kombiniert. Man könnte ihn nicht nur als Gesiterjäger, sondern auch als Detektiv bezeichnen.

Die Charaktere erwachen durch ihren individuellen Sprachstil zum Leben und waren somit glaubwürdig. Deswegen vergebe ich hier gerne die volle Punktzahl.

Hintergrund: Man hat gemerkt, dass der Autor sich in England wohl fühlt. Durch die Nennung der Straßennamen und die liebevolle Beschreibung der Umgebung, habe ich mich tatsächlich in ein düsteres London versetzt gefühlt. Gerade die Einsatzorte weisen viel Schauriges auf. Durch dezente Erwähnungen, werden die Szenarien zum Leben erweckt und der Leser hat das Gefühl, hautnah mit dabei zu sein. Volle Punktzahl für diesen tollen Effekt.

Fazit: Für alle Fantasy-Geister-Fans ein absolutes Muss. Ich persönlich kann es schon jetzt kaum erwarten, bis der zweite Band endlich herauskommt. Mich konnte das Setting in London, die unheimliche Atmosphäre, die einprägsamen Charaktere und vor allem die nicht abflachende Spannung absolut überzeugen. Daumen steil nach oben für dieses schaurige Jugendbuch.

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Bewertung
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Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1, 6.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail