Gebundene Ausgabe:
512 Seiten

Autor: Veronica Roth

Übersetzer:   Petra Koob-Pawis

Verlag: cbt

ISBN-13: 978-3570161579

Originaltitel: Divergent 3 – Allegiant

Erster Satz: Ich gehe in meiner Zelle im Hauptquartier der Ken auf und ab, ihre Worte hallen mir noch in den Ohren.

„Die Bestimmung“ – zu dieser Trilogie habe ich ein besonderes Verhältnis. Der erste Teil wurde mir damals bei Twitter so oft genannt, dass ich tatsächlich zur englischen Ausgabe griff, da es auf deutsch noch nicht erschienen war. Teil zwei habe ich dann auf deutsch gelesen. Eine Umstellung wegen der Fraktionsbezeichnungen, aber das hatte der Fortsetzung keinen Abbruch getan. Der erste Teil ist definitiv immer noch der Beste und der letzte Teil wohl der Umstrittenste. Es ist jetzt ein paar Tage her, dass ich das Buch gelesen habe und dieses Mal war es wieder anders, da die ganzen Trailer zum Film den Charakteren jetzt ein konkretes Bild gaben. Mich haben Shailene und Theo total überzeugt und sich Theo während des Lesens als Four vorzustellen ist natürlich klasse. Ich finde den Abschluss der Trilogie gut, das mal vorab, denn ich bin selbst gespannt, ob dies auch die Bewertung wiederspiegelt.

 

Idee: Die Grundidee zu den ganzen Hintergründen der Geschichte, die in diesem Teil behandelt werden lässt mich gespalten zurück. Vom Ansatz her eigentlich etwas, was ich mag, allerdings nicht ganz logisch umgesetzt in meinen Augen.

Plot: Dieses Mal bedient sich Frau Roth eines Perspektivenwechsels. Ich mag das und finde es grundsätzlich für diesen Teil sehr gut, jedoch habe ich stets darauf geachtet ein Kapitel zu beenden bevor ich das Buch weggelegt habe, denn ansonsten konnte es passieren, das man glaubte Tris zu lesen anstatt Four. Das hätte klarer hervorstechen können, allerdings bringt es vom Handlungsablauf an sich ein spannendes Element. Insgesamt hat der Plot hier und da Wiederholungen, die ich aber nicht so sehr unangenehm empfand. Sicher gab es Momente, bei denen ich dachte, dass es nun auch schneller voran gehen könnte, aber ich hatte dennoch Langem mal wieder einen richtigen Lesesog bei diesem Buch. Das lag nicht zuletzt an dem umstrittenen Ende, das ich auch endlich kennen wollte.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Ich nenne es das „Altruan-Ende“. Es passt absolut zu Tris, wenn man es auch nicht lesen möchte. Man fühlt sich als Leser zunächst verraten, nachdem man so lange mit dieser Person so viel erlebt hat. Nach einiger Zeit kann ich es nicht anders sagen, als dass es zwar nicht das erhoffte, aber dennoch gutes Ende ist. Was ich sehr gut fand, dass nach dem eigentlichen Schock noch einiges an Lesefutter vorhanden war, was ich unter Tränen gelesen habe. Ich mag es nicht, wenn Stories abrupt enden, und habe es lieber, zu erfahren, was aus den Figuren wird. Dies wurde mir erfüllt, wenn es mich auch unendlich leiden lassen hat.

Schreibstil: Entweder liegt es daran, dass ich den ersten Teil auf Englisch gelesen habe oder es ist tatsächlich so, das der Stil von Teil zu Teil nachlässt. Es ist aber nicht so, dass er schlecht wird. Ich meckere hier eher auf gehobenem Niveau. Nach wie vor ist Veronica Roth für mich eine Königin, wenn es darum geht so banale Berührungen an der Taille auf nackter Haut so spürbar zu schreiben, dass ich sofort mit der Prota tauschen möchte. Dennoch habe ich keine große Steigerung im Stil empfunden. Teilweise sogar eher einen Rückgang. Als ob die Luft bei Schreiben ausging. Trotzdem ein toller Stil, den man gerne lesen mag.

Charaktere: Ich finde jeden Charakter sehr gut gezeichnet. Vor allem Tris ist eine ausgereifte Hauptprotagonistin, die ich gerne begleitet habe. Ich verstehe jeden ihrer Gedanken, auch wenn ich nicht immer mit ihren Handlungen einverstanden war. Durch den Perspektivenwechsel bekommt man mehr Einsicht in Tobias Denken, aber da sich diese Wechsel nicht so stark unterscheiden kommt man nicht so nah an ihn heran, wie erhofft. Dennoch ist er ein Charakter mit vielen Facetten, was aber schon seit dem ersten Teil bekannt ist.

Gut gefällt mir immer wieder die Liebe zu den Nebencharakteren, die die Autorin offensichtlich hat. Bei jeder Figur wirkt es so, als sei sie so durchdacht wie die Hauptcharaktere. So eine Tatsache erfreut das Leserherz.

Hintergrund: Von dem Weltenaufbau war ich immer sehr begeistert. In diesem Teil verlässt man als Leser die Stadt und leider auch, zumindest in meinen Augen, den gut durchdachten Aufbau. Dass was als Informationen nun auftaucht, birgt so viel Potenzial, was leider aber nicht ganz überzeugt. Ich habe noch offenen Fragen und ich finde diese und jene Erklärungen zwar logisch, aber unrealistisch. Sicher, es ist eine Geschichte, aber hier funktioniert manches nicht. Dennoch in der Idee sehr gut.

Fazit: Trotz aller Kritik: Ich liebe diese Trilogie und sie landet definitiv auf meiner Liste der Bücher, die ich gerne ein zweites Mal lesen möchte. Die Begeisterung für das Fraktionensystem ist nach wie vor da. Meine Liebe zu den Hauptcharakteren nicht gebrochen. Und dass, obwohl die Autorin es dem Leser nicht einfach macht, über den Ausgang sachlich zu nachzudenken. Sicher polarisiert dieser Abschlussband wie kaum ein anderer. Sicher gibt es Schwächen, aber der Abschluss einer Trilogie ist immer so eine Sache. Im Nachhall finde ich es ein gelungenes Buch.

Für alle, die so oder so jede Reihe beenden und die vorhergehenden Teile schon mochten.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Bewertung
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Die Bestimmung – Letzte Entscheidung (Die Bestimmung 3), 5.0 out of 6 based on 1 rating Abonnieren Sie Aisling Breith per E-Mail