März 27

Freitag, 16.03.2012, 20:25. In einem kleinen Raum, vollgequetscht mit Stühlen, sitzen in schwindelerregender Höhe über den Dächern von Leipzig ca. 60 Frauen (und ein paar Männer) und warten ungeduldig auf die Ankunft der Autorin, die uns mit so wunderbaren Titeln wie ‚Für jede Lösung ein Problem‘ oder den ‚Mütter-Mafia‘-Romanen verwöhnt hat. Ich persönlich kenne sie erst durch ihre phänomenalen Bücher ‚Rubinrot‘, ‚Saphirblau‘ und ‚Smaragdgrün‘ und seitdem ist sie eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Die Rede ist von keiner anderen als Kerstin Gier.
Die lebenslustige Bergisch-Gladbacherin liest an diesem Abend aus ihrem neuen Roman ‚Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner‘ (Bastei Lübbe), den ich bis zu dieser Lesung noch nicht kannte. Und auch wenn das jetzt vielleicht etwas seltsam klingt, diese 1 1/2 Stunden im hauseigenen Restaurant von Karstadt hat mich für die 500 km Anreise aus Köln absolut entschädigt.

Danny zusammen mit Kerstin Gier

Am Anfang war die Stimmung etwas steif. Aber nachdem sich Frau Gier eine Runde in ihrem bereitstehenden Sessel gelümmelt hatte und so für einige Lacher sorgte, war das Eis gebrochen und es konnte (endlich) losgehen.

Für mich war es die erste Lesung überhaupt und es hat mich (vor allem als Schreiberling) sehr überrascht, dass sie uns etwas über die Entstehung und auch ein wenig über den Hintergrund der Geschichte berichtet hat. Die Art wie sie erzählte und die Art wie sie mit dem Publikum vor sich umgegangen ist, zeigte, wie sehr ihr Schreibstil ihr aufgewecktes und erfrischendes Wesen wiederspiegelt. Wer einen Roman von Kerstin Gier gelesen hat, der hat ein ziemlich genaues Bild davon wie sie ‚live und in Farbe‘ ist.
Die Textpassagen die sie vorlas waren spritzig und genau mit dem Maß Humor und Komik das zwischenzeitlich die Wände des kleinen Raumes im LeBuffet vor lauter Lacher bebten. Vor allem der kölsche Dialekt des Taxifahrers der die Protagonistin Kati nach Hause bringt hat sie perfekt getroffen, wie es eigentlich nur ein waschechter Kölner schafft.
Nach der Lesung hat sich (fast) jede Besucherin ein Buch signieren lassen. Obwohl es eine Lesung für das neue Buch war, hatten viele der Frauen (vor allem die jüngere Generation) ein oder auch alle drei Bücher der ‚Liebe geht durch alle Zeiten‘-Reihe für eine Signatur dabei. Auch ich habe mich in die lange Schlange eingereiht und die Wartezeit (die genauso lang war, wie die Lesung gedauert hat) gerne in Kauf genommen und mir sowohl für mein ‚Rubinrot‘-Exemplar als auch für mein frisch erworbenes ‚Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner‘ Exemplar eine wunderschöne Signatur mich noch schöneren Sternen und einem Mond ‚abgeholt‘.

An dieser Stelle möchte ich noch mal ‚DANKE‘ sagen. Für einen wirklich schönen Abend mit viel  Entertainment. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.
Und vielleicht sehen wir uns wirklich im kölschen Hyde Park wenn es wieder heißt ‚Und Action!‘.