Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Schreibstilratgeber

Oktober 24

Schreibratgeber sind eher etwas, um dass ich mittlerweile eigentlich einen Bogen mache. Als ich mich Anfangs dafür interessierte, habe ich mich durch diverse Werke in der hiesigen Bücherei geblättert und nicht alle von vorne bis hinten gelesen. Warum? Weil mich die Masse an Text erschlagen hat. Für mich ganz persönlich eben nicht das Richtige um zu arbeiten. Ich bin ein Mensch, der eher visuell Dinge lernt und abspeichert. Es gab durchaus zwei/drei brauchbare Werke, aber in der Summe bedeutete für mich Schreibratgeber: Verwirrt nur noch mehr.

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Interview mit Kai Meyer

August 19

Als ich bei Carlsen für dieses Interview angefragt hatte, hatte ich nicht wirklich damit gerechnet, eine Zusage zu bekommen. Um so schöner war es, auf der Leipziger Buchmesse einem der erfolgreichsten Autoren Deutschlands gegenübersitzen und ihn interviewen zu dürfen.

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Interview mit Jennifer Benkau

Juli 12

Richtig toll war das Treffen mit Jennifer Benkau. Bei einem Kaffee im ruhigeren Teil der Messe, sprachen wir über das Schreiben und ihren Weg in die Verlagswelt.

Liest Du Deine veröffentlichten Bücher selbst noch mal?

Es kommt vor, das ich irgendetwas nachgucken will. Natürlich bei einer Lesung. Richtig festlesen kann ich mich, wenn zwischen Schreiben, Überarbeiten und das gedruckte Buch in Händen halten viel Zeit vergangen ist. Manchmal ärgere ich mich dann über Formulierungen, denke aber an anderen Stellen: „Wo kommt das denn her? Das hab ich geschrieben?“

 

Wieviel Zeit vergeht von der ersten Rohfassung bis zum ersten Leser?

Zwischen ein paar Jahren und ein paar Monaten. Das ist ganz schwer zu sagen. Das nächste Buch, was von mir im Sommer erscheint, habe ich im Winter 2008 geschrieben. Mein Erstling ist erst jetzt soweit, dass er veröffentlicht werden kann. Ich habe lange für das Überarbeiten gebraucht und ihn dann auch ein Jahr liegen lassen, nur um wieder von vorne anzufangen. „Dark Destiny“ habe ich im letzten Frühjahr bis Sommer geschrieben. Das war relativ schnell.

 

War es von Anfang an als Zweiteiler geplant?

Angeboten wurde es als Trilogie oder Dilogie. Als ich es angefangen habe zu schreiben, war es noch nicht für den Verlag, sondern für mich. Ich merkte dann, dass die Geschichte keinen dritten Teil braucht.

 

Wie stehst Du zu Trilogien?

Ich persönlich mag lieber Einzelbände. Bei Trilogien lese ich oft nur den ersten und letzten Band, weil der Zweite mich meist nicht so begeistert. Für Autoren ist es bei einer Trilogie natürlich spannend, was in der Wartezeit zwischen den Fortsetzungen passiert. Es bildet sich eine Fangemeinde, und wenn der zweite Teil erscheint, zieht der Erste noch mal an.

Die Gefahr beim Einzelband liegt darin, dass er eine Zeit im Buchhandel liegt und dann doch relativ schnell wieder in Vergessenheit gerät. Das ist zumindest mein Gefühl.

 

Liest Du selbst noch Bücher?

Ja. Natürlich weniger, wenn ich viel schreiben muss, weil der Termin drückt oder ich eben das Bedürfnis habe, alles rauszulassen. An solchen Tagen sehe ich dann abends lieber einer Serie. Aber normalerweise muss es ein Buch pro Woche sein.

 

Hast Du noch einen anderen Job oder arbeitest Du hauptberuflich als Autorin?

Mittlerweile hauptberuflich. Mein Mann übernimmt im Haushalt ebenso viel wie ich und meine beiden großen Kinder sind relativ selbständig. Wir arbeiten beide mehr als vierzig Stunden in der Woche, da muss man hier und da Abstriche machen. Das Mama – Taxi kann ich zum Beispiel nicht anbieten.

 

Welchen Beruf hast Du ursprünglich ausgeübt?

Ich habe eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht. Sicherheit und ein solider Beruf sollte es sein. Während mein Mann Karriere gemacht hat, habe ich die Kinder großgezogen und ganz nebenbei mit dem Schreiben angefangen.

 

Überarbeitest Du noch viel, gerade jetzt bei dem Erstling?

Die Überarbeitungsphasen hören nie auf. Gerade den Erstling habe ich 50 Mal überarbeitet. Der einzige Roman, den ich nie leid werde. Bei allen anderen kam der Punkt, an dem man keine Lust mehr hatte und das Manuskript in– und auswendig kannte.

 

Streichst Du gerne?

In der Regel schon, aber gerade wenn aus dem Lektorat ein Vorschlag zum Streichen kommt, kann es wehtun. Wenn ich aber dann die gekürzte Version lese, sehe ich, wie gut es war, den unnötigen Ballast loszuwerden.

 

Musst Du für manche Szenen kämpfen, dass sie bleiben?

Kämpfen nicht wirklich, aber wir legen unsere Argumente dar und treffen uns meistens auf der Mitte.

 

Wird eins Deiner Bücher in andere Sprachen übersetzt?

Mein erstes veröffentlichtes Buch: „Nybbas Blut“. Eine klassische Dark Romance Geschichte. Das wird gerade für den amerikanischen E-Book-Markt übersetzt. Ich habe schon die erste Leseprobe bekommen. Den eigenen Text, den man in und auswendig kennt, auf englisch zu lesen ist unglaublich spannend und aufregend.

Die Hauptübersetzungsarbeit macht eine Deutsche. Eine Amerikanerin macht praktisch als Muttersprachlerin das Lektorat.

 

Ich finde es schön, das „Dark Canopy“ ein englischer Titel ist! Wer hat den Titel gefunden?

Das war mein Arbeitstitel. Eigentlich sucht der Verlag den Titel aus, weil man als Autor keinen Überblick hat, welche Titel es schon gibt und was gut am Markt ankommt. Bei „Dark Canopy“ war ich überrascht, als ich das Cover bekam und der Arbeitstitel darauf stand. Ich habe direkt meine Lektorin angerufen und nachgefragt. Die bestätigte mir, dass der Titel so bleibt, was mich sehr gefreut hat.

 

Hast Du als Autor Mitspracherecht beim Cover?

Nein. Ich kann natürlich sagen, wenn etwas gar nicht geht, aber dafür muss man einen guten Grund haben. Bis jetzt habe ich mich immer auf den Verlag verlassen. Bislang gefallen mir auch alle sehr gut. Das erste Cover gefiel mir damals zunächst gar nicht, aber es hat sich herausgestellt, dass das Buch durch Titel und Cover gut lief. Die Leser Leute wussten, was sie zu erwarten haben.

 

Jetzt erscheinen „Stolen Mortality“ und „Himmelsfern“. Was bedeuten diese Bücher für Dich?

„Stolen Mortality“ ist mein Erstling und bei dem kann ich immer noch lachen und weinen. Da existiert eine starke emotionale Bindung. Aber auch „Himmelsfern“ (ebenfalls Arbeitstitel), das viel später geschrieben wurde, bedeutet sehr viel. Damit habe ich meinen Agenten bekommen und auch den Verlag „Script 5“. Der Agent hat „Himmelsfern“ innerhalb von ein paar Stunden genommen und der Verlag ebenfalls. Freitags wurde der Titel angeboten und Dienstags war der Vertrag bei mir.

 

Der Cliffhanger bei Dark Canopy ist ja sehr gemein! Wie kam es zu der Entscheidung?

Wir mussten den Cut irgendwo in dem Bereich machen und dann habe ich diese Stelle bewusst gewählt.

 

Der Klappentext von Dark Destiny ist ja auch nicht ohne! Woher kam der?
Den hat die Lektorin geschrieben. Er ist gemein und ich hätte das so nicht gemacht.

 

Bist Du jemand der plant? Plottest Du?

Ja, ich muss. Es geht gar nicht ohne. Der Verlag würde das Buch nicht kaufen, wenn er nicht ungefähr erfährt, was passiert.

 

Hältst Du Dich beim Schreiben dann daran?

Es kann natürlich passieren, das eine Figur eine bessere Idee hat und anders handeln möchte. Dann geht der Plot natürlich zur Seite. Es wird spannend, wenn ich selbst nicht weiß, was auf den nächsten zehn Seiten passiert. In solchen Situationen kommt bei mir dieser Schreibfluss auf, mit dem ich 20 Seiten am Tag schreibe, weil ich selber wissen will, wie es weitergeht. Dann ist das Schreiben nicht mehr Arbeit und es ist aufregend, wenn jedes Buch und jede Freizeitaktivität links liegen gelassen wird.

 

Entwickelst Du Charakterbögen?

Gar nicht. Es kommt schon mal vor, dass ich ein Begleitheft mit den Nebenfiguren mache, die ich selbst nicht so im Kopf habe. Die Hauptcharaktere kommen so wie sie sind bei mir an und ich habe nicht das Gefühl, dass ich da viel dran machen muss. Ich mache mir mehr Gedanken um die Nebenfiguren als um die Hauptfiguren, weil diese einfach stimmig sind. Da muss ich nicht überlegen wie sie reagieren.

 

Entwickeln Deine Charaktere Eigenleben?

Ja, sie stellen sich dann schon mal quer und entwickeln einen Knoten im Gehirn. Dann passiert auf einmal nichts mehr und alles fühlt sich falsch an. Oft hilft es zwei Seiten zurückzuspringen und etwas zu ändern, damit wieder alles passt.

 

Wie hast Du Dich mit Deinen Sachen beworben?

Ich habe erst recherchiert. Wer bietet welches Programm? Was kann ich in etwa erwarten? Ich habe erst mal nur eine E-Mail geschrieben. Darin habe ich erklärt, dass ich auf der Suche nach einer Agentur bin, was ich habe und in welche Richtung es geht. Recht schnell kam die Antwort mit der Bitte um Exposé und Leseprobe. Zwei Stunden später kam schon die Zusage. Es ist nicht die Regel, das es so schnell geht, aber der Agent hatte gerade Zeit und der Text gefiel auf Anhieb.

„Dark Canopy“ habe ich dann auch angeboten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber erst 100 Seiten Rohfassung. „Himmelsfern“ war fertig und vom Verlag direkt genommen. „Dark Canopy“ wurde auf der Messe mit angeboten. Der Verlag wollte es mit der Bedingung, dass es im Sommer (innerhalb 2-3Monate) fertig sein müsse, weil sie das gerne vorziehen würden. Zu dem Zeitpunkt konnte man Dystopien noch gut auf den Markt bringen. Ich habe es dann tatsächlich fertigbekommen, sodass es im März 2012 erscheinen konnte. So rutschte“Himmelsfern“ erst nach hinten.

 

Was ist es für ein Gefühl, in acht Wochen aus einer 100 Seiten Rohfassung einen Roman zu schreiben?

Das war der Moment, in dem ich gemerkt habe, wie aus dem Hobby Arbeit wurde. Bei „Dark Canopy“ kamen dann auch noch private Gründe dazu, die mich beim Schreiben gehemmt haben. Ich habe viel zu spät angefangen, und wenn man das dann so „runterschreiben“ muss, ist man zum Schluss froh, wenn es vorbei ist.

 

Wie läuft es dann ab, wenn die Rohfassung fertig ist?

Die Rohfassung bekommen meine Testleser und die überarbeitete Fassung geht dann zum Verlag. Dort wird mit dem Lektorat zusammen daran gefeilt. Wobei man bei Änderungen aufpassen muss, da sie sich durchs ganze Buch ziehen. Logikfehler in Büchern findet man in der gedruckten Fassung im Endeffekt dann, wenn zu viel daran gearbeitet wurde. Das passiert eben. Der Verlag hat noch eigene Testleser, die vorab eine Tendenz geben, wie das Buch ankommt.

 

Wie war das in Deinen Anfängen. Hast Du Testleser in Schreibforen gesucht?

Ich habe mit Fanfiction angefangen zu schreiben und dort findet man sich so. Ich habe noch eine Testleserin aus dieser Zeit und mittlerweile drei Kolleginnen, die den Sprung in einen Verlag geschafft haben.

 

Bist Du noch in Schreibforen unterwegs?

Nicht mehr den gleichen Seiten wie früher, aber grundsätzlich schon. Es gibt für veröffentlichte Autoren eigene Foren, wo man wieder andere Kollegen kennenlernt. Das ist ganz spannend, weil man dort seinen früheren Idolen über den Weg läuft. Ich bin immer noch in der Büchereule vertreten und versuche ein bisschen Zeit zu finden.

 

Liest Du noch „beta“ für andere?

Wenig. Ich habe noch zwei bis drei liebe Kolleginnen, mit denen ich gegenseitig Korrektur lese. Das ist dann aber eher so, dass man ein Problem hat und um Rat fragt. Oder man wird gefragt, ob man ein Buch vorab lesen darf, was immer ganz schön ist.

 

Wie viele Manuskripte hast Du noch in der Schublade liegen?

Drei Fertige, aber die sind alle nicht auf dem Level, den ich abgeben würde. Eins habe ich geschrieben als ich 16 war, dass ich vor ein paar Jahren endlich zu Ende gebracht habe. Das ist zwar nett und ich lese es gerne, aber nichts, was ich abgeben würde.

 

Hast Du Schreibworkshops mitgemacht?

Nein ich habe „Learning by doing“ und „Try and Error“ angewendet. Einfach viel Kritik holen. Ich habe immer die Kritik von denen geholt, die am Ehrlichsten waren. Die Kritik, die am meisten wehtut.

 

Du hast Erfahrungen mit zwei Verlagen, arbeiten die unterschiedlich?

Es ist ein sehr kleiner und ein sehr großer Verlag und die arbeiten natürlich unterschiedlich. Das ist auch das, was ich von Kollegen höre. Jeder Verlag hat seine Vorgehensweise und auch jeder Lektor arbeitet unterschiedlich. Beim Sieben Verlag arbeite ich mit der Lektorin am fünften Buch zusammen, da ist nicht mehr so viel im Text markiert. Wir sind so gut aufeinander abgestimmt, sie streicht nichts mehr an von dem sie weiß, dass ich es nicht streichen möchte und Stellen, die sie immer wieder streichen wird, schreibe ich direkt anders. Es ist schön, wenn man weiß, wie der andere tickt. Dann ist es auch kaum noch Arbeit. Es ist aber auch schön, wenn man von einem anderen Lektor wieder neue Anreize bekommt.

 

Vielen Dank für dieses tolle Gespräch!

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Interview mit Josephine Angelini

Juni 24

Während der Buchmesse in Leipzig 2013 hatten wir die Möglichkeit, ein spontanes Interview mit Bestseller Autorin Josephine Angelini führen zu dürfen. Sie hat Anfang März den dritten (und letzten Teil) der „Göttlich“-Saga bei uns in Deutschland veröffentlicht. ACHTUNG! Wir haben auch auch über den dritten Teil, „Göttlich verliebt“ gesprochen. Es könnten evtl. Spoiler enthalten sein.

Das Interview haben wir auf Englisch geführt. Hier die deutsche Übersetzung. Wenn ihr gerne auch das Englische lesen wollt, bitte hier klicken:  Orginal Interview

 

JosieVielen Dank für das spontane Interview.

Sehr gerne. Ich bin schon sehr gespannt.

 

Wann hast du beschlossen ein Vollzeit-Autor zu werden?

Ich habe Theater an der NYU (New York University) studiert. Da kam ich mit einer ganzen Menge Text, vor allem von Shakespeare, in Berührung. Damals wusste ich nicht, ob ich eine Schriftstellerin sein könnte. Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis ich das herausgefunden habe. Ungefähr vor zehn Jahren zog ich nach Los Angeles und ich dachte: „Vielleicht bin ich ein Drehbuchautor?“ Ich wusste nicht genau, wo ich wirklich hingehörte, bis ich „Göttlich: Verdammt“ schrieb. Ich wusste nicht, ob ich es tun könnte, bis ich es wirklich tat. Und dann dachte ich: „Mhm, vielleicht bin ich eine Schriftstellerin?“ Als ich das Buch dann beendet hatte, dachte ich: „Ich bin eine Schriftstellerin! Ich hab es geschafft ein ganzes Buch zu schreiben!“ *lacht* Ich war sehr schüchtern und es war ein sehr langsamer Prozess.

 

Ich denke jeder ist sehr schüchtern über seine eigene Schreibe, weil man nicht weiß, ob es gut oder schlecht ist, oder ob andere Leute es mögen.

Oder ob du etwas zu sagen hast. Es ist nicht nur ob du ein guter oder ein schlechter Autor bist, sondern ob das, was du schreibst, einen Wert hat. Viele Schreiben, ohne andere Menschen zu fragen wie sie den Text finden. Für mich war es andersherum. Ich dachte, ich hätte niemanden den ich fragen könnte. Dann schrieb ich das Buch und fand Jemanden.

 

Unterstützt dich deine Familie?

Ja, auf jeden Fall.

 

Wenn du deine Bücher beendest, erstellst du dann eine Art Exposé?

Ich schiebe das solange vor mir her, bis mein Herausgeber sagt: „Gib uns ein Exposé.“ Denn ich bin wirklich schlecht darin. Wenn du ein ganzes Buch schreibst und du musst das anschließend in ein paar wenige Seiten zusammenpressen – das ist unmöglich.

 

Wie viele Seiten haben deine Bücher? Hast du einen Wordcount?

Das erste Buch hat 120.000 Wörter. Das Zweite hat sogar mehr, rund 130.000. Und das letzte Buch hat ungefähr 180.000. Es ist also ein sehr langes Buch. Meine Bücher sind ungefähr 45.000 Wörter länger als der Durchschnitt in meinem Genre. Ich weiß, dass Deutschland eine Menge Giganten dieser Länge hat. Und ich hörte, dass die deutsche Übersetzung wundervoll sein soll.

So, ja, meine Bücher sind sehr lang.

 

Waren deine Bücher von Anfang an, als Trilogie geplant?

Ich habe es mit drei Büchern geplant. Ich bin mit Star Wars aufgewachsen. Als ich die Filme als Kind das erste Mal sah, war ich überwältigt. Ich denke, dass dies einen großen Einfluss auf mein Schreiben hat. Ich plane meine Bücher nach dem Drei-Phasen-Modell. Das erste Buch ist der Anfang, dann eine dunkle Mitte und ein triumphales Ende.

Als ich damals die Outlines für „Göttlich: verdammt“ erstellte, waren die sehr detailliert. Von Teil zwei und drei gab es lediglich die Ideen. Aber ich wusste vom ersten Moment, dass es ein Dreiteiler wird.

 

Hast du eine Lieblingsszene in deinen Büchern?

Im ersten Buch war es definitiv die Szene in der Lucas und Helen vom Himmel fallen. Ich hatte diese Szene von Anfang an in meinem Kopf. Ich habe darauf gewartet, sie schreiben zu können. Und ich würde mich sehr freuen, diese Szene in dem Film zu sehen. *lacht*

Im zweiten Buch war es die Szene von dem finalen Kampf. Dort wo Helen verletzt wird und Zack derjenige ist, der ihr erzählt, wie sie alle retten kann. Auch diese Szene hatte ich von Anfang an in meinem Kopf. Und ich war ein wenig besorgt. Besonders weil Zack einer dieser Charaktere ist, die du nicht magst, und am Ende wird er zum Held. Mein Verleger sagte immer wieder: „Wir mögen Zack nicht.“ Weil ich wusste, wie das zweite Buch enden sollte, habe ich ihnen immer wieder gesagt: „Ihr müsst warten. Wenn ihr das Ende gelesen habt, werdet ihr Zack mögen.“

 

Du hast also für ihn gekämpft?

Ja, weil ich eben diese Szene im Kopf hatte.

 

Wenn du ein neues Buch beginnst – arbeitest du die Charaktere aus, oder hast du alles in deinem Kopf?

Ich schreibe alles auf. Ich mache eine ganze Menge Vorarbeit. Eine ganze Menge des Buches ist geschrieben, bevor ich überhaupt ein Wort aufschreibe. Ich erstelle sehr detaillierte Outlines und schreibe meine Charaktere gemeinsam mit meiner Storyline. Ich schreibe sie ’side-by-side‘, weil ich denke Charakter formt den Plot und der Plot formt den Charakter. Ich muss entscheiden ob der Charakter, der etwas Bestimmtes tut, auch derjenige ist, der diese Entscheidung treffen kann. Wenn er es nicht ist, muss ich meinen Charakter ändern. Sie sind miteinander verknüpft.

Bevor ich also überhaupt anfange zu schreiben, stelle ich sicher, dass Plot und Charaktere sehr gut ausgearbeitet sind. Ich denke du bleibst in deiner Geschichte schnell auf der Strecke, wenn du nicht vorher alles genau planst. Vor allem, wenn du vorhast, mehr als ein Buch zu schreiben.

 

Schreibst du durcheinander? Wechselst du zum Beispiel zu einer anderen Szene, wenn du in der anderen nicht mehr weiter kommst?

Nein. Ich schreibe nacheinander. Wenn ich eine Szene schreibe und merke, dass die so nicht funktioniert, gehe ich zurück und prüfe meine Notizen. Dann ändere ich ein paar Dinge, vor allem wenn ich mitten im Schreiben bin und vorher dachte es macht Sinn aber dann feststelle es funktioniert so nicht. Dennoch schreibe ich nacheinander. Ich mag das Gefühl was ich habe, wenn meine Charaktere wachsen und sich die Geschichte zu entwicklen beginnt.

 

Wie viele Manuskripte befinden sich in deinem Schreibtisch?

Vier. Drei der Göttlich-Trilogie und das erste Buch einer neuen Trilogie. Und ich habe die Outlines für ein Unbeendetes. Da es sehr kompliziert ist, habe ich bis jetzt nur eine wage Idee aber nichts Konkretes. Und da sind noch einige Drehbücher, die ich nie verkauft habe.

 

Kann man die denn nicht in Buchmanuskripte umwandeln?

Ich habe schon mal darüber nachgedacht. Vielleicht hätte ich ein oder zwei die es wert wären, aber das eine ist für sehr junge Leser (10 – 12 Jährige) – und das andere ist keine Fantasy. Und ich weiß nicht, ob ich daran zurzeit Interesse habe. Ich genieße es, Fantasy zu schreiben. Ich denke, das ist auch der Grund, warum ich nie Drehbücher verkauft habe. Denn ich habe nie das geschrieben, was ich wirklich schreiben wollte – bis ich mit ‚Göttlich: verdammt‘ begonnen habe.

 

Dein neues Projekt wird also auch Fantasy sein?

*breites Grinsen* oh ja.

 

Mit einer Liebesgeschichte?

*noch breiteres Lächeln* Ja. Es wird eine Liebesgeschichte geben. Aber nicht so romantisch wie in ‚Göttlich‘. Es wird etwas komplizierter als ‚Ich liebe dich für immer‘-Liebe. Aber es wird definitiv eine Liebesgeschichte geben.

 

Orion, Lucas und Helen sind ein typische Dreiecksbeziehung. Hast du sie geschrieben, weil du es magst, oder weil fast jedes Buch in diesem Genre eine Dreiecksbeziehung benutzt?

Ich denke man schreibt, was man mag, und ich mag es. Natürlich habe ich es auch in anderen Büchern gelesen. Aber es ist jetzt nicht eins dieser Dinge, die du tust, weil es andere auch tun. Ich mag Dreiecksbeziehung. Sie sind eine Menge Spaß. Nicht Teil von einer zu sein, aber davon zu lesen.

 

Ich mag Orion und ich mag Lucas, aber für mich war es immer Lucas. Für mich war Orion immer nur der beste Freund, nie der feste Freund.

Ich denke eine Menge Leute haben einen Freund/Kumpel und denken: „Ich bekomme das hin.“ Da gibt es diesen tollen Freund/Kumpel und ihr habt viel gemeinsam, versteht euch gut und du denkst zu dir selbst: „Er ist gut für mich. Ich möchte ein Date mit ihm haben.“ So sollte es sein, aber dann merkst du, dass es nicht das Richtige ist. Ich denke eine Menge Mädchen fühlen so.

 

Für mich war es nie eine Dreiecksbeziehung, obwohl ich wusste, es war eine. Orion war für mich immer nur der beste Freund. Er hatte nie eine wirkliche Chance.

Jeder denkt anders darüber und das macht es so spannend. Mein Manager sagte: „Ich möchte, dass sie mit Orion zusammenkommt. Er ist besser für sie.“ Jeder hat einen anderen Geschmack. Ich mag das.

 

Wie beliebt ist Fantasy in den USA?

Es ist sehr beliebt. Vor allem wenn ein Film daraus gemacht wird. Fantasy-Filme sind so gut geworden. Mittlerweile sind Dinge möglich, die vor zwanzig oder dreißig Jahren undenkbar waren.

Ich denke, dass die Leute viel offener gegenüber Fantasy geworden sind, weil es mehr Mainstream geworden ist. Aber ich denke, dass alles kommt und geht. Fantasy wird ein paar Jahre In sein und dann auslaufen. Dann schreibe ich Bücher, die keiner mehr lesen wird, aber ich werde noch immer Bücher schreiben. *lacht*.

 

Im Moment sieht es danach aus, als ob Hollywood aus jedem Besteller einen Film macht. Wie denkst du darüber?

Genauso ist es aber. Der Grund: Gutes Marketing, denn Filme sind sehr teuer geworden. Wenn ein Buch also eine Menge Leser hat, wird oft ein Film daraus, denn es ist ’sicher‘ für die Studios. Wenn man Millionen von Dollars in die Produktion steckt, solltest du sichergehen, dass jemand den Film auch sehen will.

 

Während deiner Lesung aus ‚Göttlich: verliebt‘ hast du verraten, dass ‚Göttlich: verdammt‘ verfilmt werden wird.

*lächelt*. Ja, aber bis jetzt ist noch nichts konkret. Wir sind noch immer in der Findungsphase.

 

Würdest du gerne eine kleine Rolle in dem Film bekommen? So wie Stephenie Meyer sie hatte?

Keine Ahnung. Ich könnte eine Kellnerin sein oder so etwas in der Richtung. Alles, bei dem kein Text dabei ist. *lacht.*

 

Wirst du das Drehbuch schreiben?

Wir haben das noch nicht besprochen. Ich würde mich darüber freuen, aber ich bin nicht so jemand der sagt: „Wenn ich nicht das Drehbuch schreibe – wird dieser Film nicht gemacht!“ Das ist nicht meine Art. Aber ich würde mich freuen, ein Teil davon zu werden.

 

Magst du die deutschen Buchcover?

Sie sind wunderschön. Sie gehören zu meinen Favoriten, aber ich könnte nicht sagen welches mein Lieblingscover ist, weil sie alle so großartig sind.

 

In wie viele Sprachen wurde dein Buch übersetzt?

Sprachen ist ein bisschen tricky. Aber es wurde in 25 verschiedene Länder verkauft. Ich bekomme zu jeder Übersetzung einige Exemplare zugeschickt.

 

Hast du so eine Art Schrank, in den du die Bücher stellst?

Ja. Mein ‚Vanity Shelf‘. Dort steht das erste Buch in allen Sprachen, in das es übersetzt wurde. Ich habe es, weil ich das Glück hatte, verlegt worden zu sein. Darüber bin ich sehr glücklich und es ist etwas, woran ich mich immerzu erinnern möchte.

 

 

Wir unterhielten uns fast eine halbe Stunde mit Josie und wir möchten an dieser Stelle dem Oetinger Verlag und der Autorin für ihre Zeit danken.

Vielleicht bietet sich irgendwann nochmal die Gelegenheit mit ihr zu reden – dann natürlich über ihr neues Fantasy-Projekt, auf das wir jetzt schon sehr gespannt sind.

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Interview with Josephine Angelini

Juni 24

During the 2013 bookfair in Leipzig we had the pleasure to do a spontaneous interview with bestseller author Josephine Angelini. At the beginning of March her third book „Goddess“ in the „Starcross“-Trilogy got released in Germany. Attention! It contains some little spoilers.

 Josie

Thank you for this spontaneous interview! 

You’re welcome. It’s a pleasure.

 

When did you decide to be a full-time-writer?

I was a classical Theatre Major at NYU, so it was a lot of text there and a lot of writing about Shakespeare, either in text or performing. I did both. But I didn’t know I could be a writer. It took me a really long time to figure it out. I moved to Los Angeles about ten years ago and I thought: „Maybe I wanna be a screenwriter?“ I didn’t know where I really fit and I did not really commit to writing until ‚Starcross‘. I didn’t knew, that I’d actually do it until I did it. And then I was like: „Oh, maybe I’m a writer“ and I finished the book. And than, I was sort of: „I am a writer! I actually made it through a whole book!“ *laughing* I was shy about it and I took it very slowly.

 

I think everybody is very shy about their own writing, because you do not really know if it’s good or bad, or how other people like it.

Or if you have something to say. Not even if you are a good or a bad writer, but if you write with any value. Everybody wants to write something and not to ask other people why, no matter how it is. For me it was like I thought I hadn’t anybody to ask. Than I wrote the book and I did it.

 

Your family supports you?

Yes, they are very supportive.

 

When you finish your books, are you doing some kind of summary?

I put that off, as long as I can, until my publisher says: „Give us a summary“, because I’m terrible at it. When you write a whole book and somebody asks you to take all that and put it into some kind of paragraph, that’s impossible.

 

How many pages do your books have? Do you have a word count?

The first book has 120.000 Words. The second book has even more, about 130.000. And the final book has about 180.000. So it’s a long book. My books are about 45.000 words longer than the average in my genre. And I know that they have a lot ‚giants‘ in Germany. And I heard that the german translation is wonderful by the way. So yes, my books are very long for my genre.

 

Did you plan your story from the beginning as a Trilogy?

I planned it as three books from the beginning. I grow up with Star Wars. As I was a little kid and saw it the first time, it gave me a heart attack, as it was so overwhelming. I think this had a lot of influence to my writing. I think of books in terms of three phases of writing. There’s a beginning, a dark middle and a triumphing end. So when I outline my book, I outline the whole of the first book very intensely and for the second and third book I had the ideas. But I always knew it would be a trilogy.

 

Do you have a favorite scene in your books?

From the first book it’s definitely the scene where Lucas and Helen fall. I had that scene in my head from the beginning. I was breathing for that scene. And I would love to see that in the movie. *laughing*

In the second book it’s that final battle. Where Helen is injured and Zack is the one, who basically tells her how she can save them all. That scene was in my head for ever. And I was really careful how I did it. Because Zack was one of these characters you hate and in the end he becomes a hero. I know how this story would end through all I was writing the second book. My editors kept saying: „We don’t like Zack.“ And I kept telling: „You guys have to wait. You have to get to the end of the second book and you will like Zack.“

 

So you fight for him?

Yes, because I had that scene in my head.

 

When you start a new book – a new project, do you write down your characters, or are you having everything in your mind?

I write it down. I’m doing a lot of prefatory work. A lot of the book is actually written, before I start writing a word. I make sure my outline is really complete and I write my character along with my storyline. I write them side by side, because I think character forms plot and plot forms character. So you have to decide if the character who makes a choice, if this is that kind of guy to make that choice. And if he isn’t, than I have to change my character. So they feed back and forth on each other. So before I ever start writing, I’m very particular about prefatory work on my character work and plot.

I think you can get lost in the story, especially when you wanna write more than one book in a period. You really can get lost if you don’t figure it all out first.

 

Are you writing out of order? Like you switch to another scene, when you stuck in the other one?

No. I write in order. I’m writing a scene and I realize it doesn’t work. And than I have to go back and look into my outlines and change a few things, because I’m in the middle of writing and I know it doesn’t make sense. I thought it would, but it can’t work. But I always write in order. I like that feeling about the arc. I like to feel the growth of my characters and the way the story changes in time.

 

How many manuscripts are in your desk?

Four are finished. Three for ‚Goddess-Trilogy‘ and the first book for another trilogy. I have the outlines for an unfinished one. But it is so complicated. It’s just like a rough idea but nothing concrete yet. I do have screenplays which I never sold.

 

Are you not able to switch them into book manuscripts?

Actually I thought about it. Maybe there are one or two their might, but one of them would be for much younger readers – its about for middle grade – and another one is not Fantasy. And I don’t know if I’m interested in writing that right now. I really enjoy writing Fantasy. I think the reason why my screenplays never win anywhere, was because I wasn’t really writing what I love and that wasn’t until ‚Starcross‘.

 

So your new project will be Fantasy as well?

*huge smiling* Yes.

 

With a love story?

*giant smile* Yeah. There’s got to be a love story. For me it’s different, as it’s not as romantic as in ‚Starcross‘. Its a little bit more complicated than „I love you forever“ – immediate love. But there is definitely a love story.

 

Orion, Lucas and Helen are a typical Love triangle. Did you wrote it, as you like love triangles, or as almost every book in this genre is using it?

I think you write what you like and I liked it. I had read it in other books, definitely. But its not one of these things you do, because other people did it. I like love triangles. They are a lot of fun. Not to be in it, just to read about it.

 

I like Orion, and I like Lucas, but for me it was always Lucas. For me, Orion was just the best friend, and never a lover.

I think, a lot of people they have a friend and they like: „I can make this work.“ You know, you have this great guy-friend and you commit to each other and you think to yourself: „He is great for me. I’m going to work on a date.“ Like that, it is the way it should be, but you do not really feel it. I think a lot of girls think that.

 

For me it never worked as a Love triangle, even if I know it was one. I always saw Orion as the best friend.

Everybody has a different feeling about it. My manager actually said: „I wanted her to be with Orion. He’s better for her.“ Everybody has a different taste about it. I like that. I like, that people take from it, what ever they want. That’s interesting.

 

How popular is Fantasy in America?

It is very popular. Especially, when it comes to a movie. Movies have gotten so good now. When you go to see a Fantasy movie which was a book and they turned it into a movie, it looks good. They couldn’t do the stuff they do now 20 or 30 years ago.

I think people are more open to Fantasy, as it’s becoming more mainstream, because technology caught up with imagination. But I think that everything comes and goes. Fantasy will be in a few years and than go out and I’ll be writing books that nobody reads, but I still writing my books *laughing*.

 

Recently it looks like Hollywood buys every bestseller book and make a move from it. How do you think about it?

It is like this. There is a marketing reason for that, as movies are just so expensive now. So, if your book has a lot of readers, it is probably going to be a movie, because its safe for the studios. When you talk about hundreds of millions of Dollars you better make sure, that people go and see it. As there is a lot of money to lose.

 

During your reading, you told us, that ‚Starcross‘ is going to be a movie.

*smiling* Yes. But there isn’t anything concrete yet. We are still in the process to figure everything out.

 

Would you like to have a small part in your movie? Standing in the background like Stephenie Meyer did?

Oh, I don’t know. If I could be a waitress or something like that, that would be okay. But anything where I had something to say … No way. *laughing*

 

Are you going to write the screenplay?

We haven’t negotiated that yet, as we are still in process. I would love to, I’ll be open to it, but I’m not like: „If I don’t write that screenplay – that movie is not going to be made.“ I’m not that kind of a person. But I would love to be a part of it.

 

Do you like the german book covers?

They are beautiful. They are definitely one of my favorites. I can’t pick which one is my favorite, as they all are very gorgeous.

 

Do you know in how many languages your books got translated?

Languages are tricky, but I know it got sold in 25 different countries. And I’m getting these books, hard copies which they got published in.

 

Do you have some kind of shelf where you put them?

Yes. My ‚Vanity shelf‘. Just for the first book in every different language. I do have that, because I feel so fortunate to having been published. It’s something I wanna keep reminding myself of, and how lucky I am.

 

We talked with Josie almost thirty minutes, and for me they were the best thirty minutes in the past couple of years. Even now, when I’m writing down this interview, I have a huge smile on my face. Thank you again, for your time Josie, and I hope you enjoyed it, as much as we did. Hopefully we will see us again, and have the chance to talk about your new trilogy.

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Interview mit Daniela Kern vom Arena Verlag

Mai 18

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Bei Arena hatten wir Zeit in Ruhe im »Hinterzimmer« mit Daniela Kern zu sprechen, die bei Arena für den Online-Bereich verantwortlich ist. Dieses Interview haben wir im Oktober 2012 auf der messe in Frankfurt geführt.

Wie viel Neuerscheinungen hat Arena im Jahr?
Zwischen vier- und fünfhundert. Ein Halbjahreskatalog umfasst ungefähr 250 Titel. Dies umfasst alle Bereich von Büchern für Kleinkinder über Erstleser, Kinderbücher, Jugendbücher und das Taschenbuchprogramm.

Wie hoch ist bei Arena die Auflagenhöhe?
Das kann man pauschal nicht sagen. Es sind immer Einzelfallentscheidungen. Sie resultieren aus der Abwägung, in welchem Zeitraum man mit welcher Nachfrage rechnet. Weder sollen zu viele Bücher zu lange im Lager liegen noch möchte man nach sehr kurzer Zeit nachdrucken müssen.

Bei Reihen, wie z. B. die Edelstein-Trilogie, wird man, sofern der erste Teil gut läuft, den zweiten Teil gleich höher auflegen. Bei Debütautoren sind die Zahlen geringer. 5000 ist keine riesige Auflage, aber schon ganz gut. Man muss eben auch abwägen, was man sich von einem Titel verspricht, um die Höhe festzulegen.

Was glaubt ihr passiert, wenn »Rubinrot« jetzt im Kino anläuft?
Es wird natürlich entsprechende Ausgaben mit Filmcover geben und auch einen Fotoband. So spricht man auch noch mal eine andere Zielgruppe an.

Wie groß sind die Chancen als neuer deutscher Autor bei euch aufgebaut werden?
Die Lektoren sind sehr interessiert an neuen Gesichtern und neuen Namen. Das spiegelt sich vor allem in der Arena Thriller Reihe wieder. Dafür werden immer wieder Autoren angesprochen, die bereits im Erwachsenengenre erfolgreich sind, ob sie ein Jugendbuch schreiben möchten. In der Reihe gibt es keine Lizenztitel, sie wird ausschließlich von deutschen Autoren geschrieben.

Wir sprechen viele Autoren an, aber es passiert auch, dass wir unter den unverlangten Manuskript-Einsendungen jemanden finden.

Arena_VerlagsgebäudeWie wird bei Arena aus dem Stapel unaufgeforderter Manuskripte ausgesiebt?
Man muss sich das so vorstellen: Es gibt ein Regal, in dem alle Einsendungen liegen. Die Lektoren schauen immer wieder durch, wenn es der normale Arbeitsablauf erlaubt und sichten die Einsendungen.

Wie lange dauert die Bearbeitung im Schnitt?
Ein gutes halbes Jahr.

Wie wichtig sind Agenturen?
Was über Agenturen kommt, lässt schon auf gut vorsortierten Stoff schließen. Meist wissen die, was für uns interessant ist und es nimmt natürlich einen großen Teil an Arbeit ab.

Arbeitet ihr immer mit den gleichen Agenturen?
Meistens. Es gibt Agenturen, die speziell im Kinder- und Jugendbuchbereich tätig sind. Da sind die versierten Agenturen, mit denen wir schon länger arbeiten, natürlich kommen aber auch neue Agenturen dazu.

Wie kann man sich die Programmplanung vorstellen?
Es gibt zwei Programmbereiche im Verlag mit jeweils einer Leiterin. Die sitzen tatsächlich mit dem Verleger zusammen und diskutieren, was als nächstes ins Programm kommt.

Wie viel Zeit vergeht, bis ein Buch herauskommt? Wie viel Zeit bekommt ein Autor?
Sobald ein Buch in einem Programm eingeplant ist, gibt es einen Abgabetermin für das Manuskript. Wenn ein Autor ein Manuskript abgibt, stehen 5 – 6 Lektoratsdurchgänge an. Danach geht es erst in die Korrektur an zwei Korrektoren. Dann erst kommt der Druck.

Wie steht ihr zu Reihen?
Ich höre immer wieder, dass es nicht noch eine Reihe geben muss, aber es gibt auch die Leser, die sich wundern, wenn etwas nicht fortgesetzt wird. Wir versuchen eine gesunde Mischung hinzubekommen.

Wie ist das mit Illustratoren und Übersetzern? Sind die angestellt?
Das sind Freiberufler, wobei wir auch hier schon mit manchen länger zusammenarbeiten und manche neu dazu kommen.

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Blogs?
Wir gucken uns jeden Blog lange an. Für mich ist wichtig, dass die Rezensionen reflektiert sind. Ich ärgere mich über Rezensionen, in denen der Schritt fehlt, weiter zu denken: Warum hat mir der Protagonist nicht gefallen? Warum fand ich dieses und jenes nicht gut. Auch muss geguckt werden, wie das Buch zum Leser passt. Wenn ich als 25-Jährige schreibe, dass ein Thriller ab zwölf mich nicht packt, heißt das nicht, dass es nichts für Zwölfjährige ist. Mich ärgert, wenn man so weit nicht denkt.

Auch wenn einem ein Buch nicht gefallen hat, muss diese Meinung nachvollziehbar dargestellt sein. Man sollte immer Respekt vor der Arbeit des Autors haben und jedem Buch seine Leserschaft zugestehen. Ich finde es schade, ein Buch als „nicht empfehlenswert“ abzustempeln, nur weil es nicht zu einem gepasst hat.. Es ist besser herauszustellen, für welche Zielgruppe es zu empfehlen ist, denn ich denke, jedes Buch hat seinen Leser. So differenziert würde ich mir die Rezensionen wünschen. Es gibt auch viele Blogs, die das so handhaben.

Werden Blogs auch mal aus dem Verteiler entfernt, wenn die Zusammenarbeit hakt?
Das ist bisher noch nicht passiert.

Ist es schon passiert, dass Leseexemplare von Bloggern nicht rezensiert wurden?
Das kommt vor, aber es passiert selten.

Sollten die Rezensionen in einem bestimmten Zeitrahmen erscheinen?
Es kommt alle halbe Jahre ein neues Programm heraus. Wenn die Rezension innerhalb von zwei bis drei Monaten des aktuellen Programms erscheint, ist das in Ordnung. In dem Zeitraum sind die Bücher aktuell. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn mal ein Titel aus der Backlist besprochen wird.

Vielen Dank für das tolle Interview.

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Leipziger Buchmesse 2013

März 29

Leipzig-Logo

Wow! Mir fehlen eigentlich die Worte. Was vor einem Jahr Premiere war, in Frankfurt verfeinert wurde, hat sich nun in Leipzig gefestigt. Man wird begrüßt und kommt ins Gespräch und ich habe mich das ein oder andere Mal gefühlt, als ob wir „dazugehören“ würden. Nach zwei einhalb Tagen Leipziger Buchmesse sind wir mit dem Gefühl nach Hause gefahren, als Blogger ernst genommen zu werden.

SAMSUNG DIGITAL CAMERANatürlich hatten wir auch wieder ein wunderschönes gemeinsames Wochenende und freuen uns schon auf das Nächste.

Unsere Reise stand zunächst im Zeichen des Schnees. Aus geplanten 4 Stunden wurden 7 Stunden Anreise. Keine Zeit um sich einzugewöhnen. Schnell das Gepäck in der Pension verstaut sausten wir auch schon zur Messe, um unseren ersten Termin nicht zu verpassen. Wir schauten ein bisschen herum und blieben zunächst beim Thienemann Verlag kleben, um sich auszutauschen und etwas über das Herbstprogramm zu erfahren. Die Ladys vom Verlag waren wie immer total nett und neben einem tollen Herbstprogramm, auf das ihr euch freuen dürft, war mein persönliches Highlight die Info, dass auch der dritte Teil von »Touched« in der Übersetzung liegt und im Frühjahr 2014 erscheinen wird.

SAMSUNG DIGITAL CAMERAMan verquatscht sich schnell und nachdem wir uns noch ein wenig umgeguckt hatten, trafen wir uns mit Daniela Kern von Arena. Die hatte aber auch noch einen Termin mit Arndt und Bianca von Literatwo, die wir so spontan kennenlernten. Zusammen sprachen wir vor allem über das neue Herbstprogramm. Da sind interessante Titel dabei und was mich sehr gefreut hat – es sind Einzeltitel. Der Messegong unterbrach unseren Plausch und man verabschiedete sich in den Donnerstagfeierabend.

Unser Abendessen bestand aus Nachos und Popkorn, denn Danny und ich haben uns »Rubinrot« im Kino angeguckt. Ich bin mit gemischten Gefühlen aus dem Kino gegangen. Wer eine richtige Buchverfilmung wie bei „Harry Potter“ oder „Herr der Ringe“ erwartet, wird enttäuscht werden. Der Film muss als eigenständiges Werk gesehen werden, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut.

Astrid-mit-JennyNach einem Frühstück in der Pension ging es auch schon wieder Richtung Messe. Wir haben ein wenig der Lesung von Janine Wilk gelauscht und uns kurz mit der Programmleitung von Thienemann unterhalten. Eben noch ein paar Fotos und ein Autogramm mussten wir auch schon weiter. Das erste Highlight des Tages wartete auf uns: Jennifer Benkau. Gemeinsam suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen und bei einem Kaffee haben wir fast eine Stunde mit Jenny geplaudert und Fragen gestellt. Was für eine nette und lustige Autorin.

Danach ging es weiter zum nächsten Highlight des Tages: Interview mit Kai Meyer. Ebenfalls eine Stunde plauderten wir. Sicher hätten wir noch länger geredet, wenn nicht schon der nächste Termin für Herrn Meyer anstand. Leider reichte die Zeit nicht mehr für ein gemeinsames Foto, obwohl wir es uns fest vorgenommen hatten.

Danny-und-JosieWeiter ging es zur Lesung aus ‚Göttlich: verliebt‘ mit Autorin Josephine Angelini. Fast eine halbe Stunde mussten wir anstehen, bis Danny ein Autogramm in ihr Buch bekam. Doch das Warten hatte sich gelohnt. Bei einem anschließenden gemeinsamen Foto mit der Autorin am Stand von Dressler, bot sich für Danny das absolute Highlight des gesamten Messebesuchs. Wir konnten ein spontanes Interview mit Josie führen. Auf Englisch wohlgemerkt. Ungefähr eine 3/4 Stunde lang haben wir uns über das Schreiben im Allgemeinen und der Göttlich-Reihe im Besonderen unterhalten, bevor es für die Autorin in Richtung LitCologne weiterging.

Einmal am Stand von Dressler, nutzten wir die Gelegenheit und stellten uns der Pressevertretung des Verlags persönlich vor.

Maggie-StiefvaterDieses Mal hatten wir dann Zeit nach Messefeierabend noch einen Mc Donalds zu suchen (herje, in was für Gefilde uns die Handynavigation geschickt hat) um noch was zu essen bevor wir uns zur „Nacht der jungen Belletristik“ aufgemacht haben  . Bettina Belitz war leider erkrankt und so las die Moderatorin aus »Linna singt« vor. Dieser Abend war einmalig, zumal Maggie Stiefvater beim Lesen auf dem Stuhl stand und so das Publikum sehr zum Lachen gebracht hat. Die Moderatorin wusste teilweise gar nicht, ob sie Übersetzen sollte oder nicht. Auch Jennifer Benkau hat mich so richtig hungrig auf »Dark Destiny« gemacht.

Der Samstag gestaltete sich dann sehr kurz. Gestärkt vom Frühstück ging es mit Sack und Pack wieder zur Messe, um dann gleich den Termin mit der Lektorin von FJB wahrzunehmen. Ebenfalls ein tolles und informatives Gespräch.

Bei einem Kaffee mit Herrn Rumler von der Literaturagentur Rumler, ließen wir unseren Messeaufenthalt ausklingen, bevor es wieder Richtung Heimat ging.

Es war ein wunderbares Messewochenende und ich freue mich schon auf die Frankfurter Buchmesse im Oktober.

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Interview mit Heinke Schöffmann von der Thienemann Verlag GmbH

März 10

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Ein tolles Gespräch führten wir mit Heinke Schöffmann vom Thienemann Verlag.

Was gibt es Neues, seit unserem letzten Interview? Gibt es im Programm Neuorientierungen?

Da in Verlagen die Programmplanung 1-2 Jahre im Voraus feststeht, ist nicht so viel passiert. Man kann natürlich schon sehen welche Schwerpunkte funktionieren. „Wieviel Leben passt in eine Tüte“ hat eine wunderbare Entwicklung gemacht. Da bekommen wir ganz tolle Rezensionen. Uns freuen diese positiven Leserstimmen.

Habt ihr das bei diesem Buch so erwartet?

Als der Titel in unserem Haus gelesen wurde, waren die Meinungen von allen positiv und uns war klar, dass wir diesem Titel zu einem Schwerpunkt machen müssen. Wir haben 100 Erscheinungen im Jahr, davon sind so drei bis fünf Schwerpunkte im Halbjahr. Diese bekommen dann das größte Budget an Marketing und werden Bloggertitel.

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Wird das dann im Team entschieden?

Ja, da gibt es eine große Marketingrunde, wobei wir den Vorschlägen aus dem Lektorat oft folgen. Wenn allerdings die Mehrheit für einen anderen Titel stimmt, entscheiden wir an

ders. So war das z. B. bei „Dummie die Mumie“. Eigentlich gab es einen anderen Schwerpunkt, aber nachdem wir es alle gelesen haben, wurde relativ kurzfristig noch mal umgestrickt, weil es das wert war. Wir haben damit auch recht behalten und es läuft sehr gut.

Ihr habt immer noch einige Mehrteiler im Programm. Wie ist euer Kaufverhalten für die neuen Programme?

Das kommt immer darauf an, was angeboten wird. Wir wollen Mehrteiler vermeiden aber es ist tatsächlich so, das sie stark dominieren. Wir haben jetzt ein Angebot bekommen, was noch nicht geschrieben ist, wo wir die Autorin gefragt haben, ob man es nicht zusammenschnüren kann und wir einen Einzelband mit 600 Seiten machen können.

Bei Mehrteilern muss man oft lange warten, was als Leser manchmal nervt uns aber die Mechanismen bewusst sind, dass es auch Zeit braucht. Wie gehen Verlage damit um?

Im Kinderbuchbereich kann man natürlich nicht so lange warten, weil die Leser sehr schnell aus dem Alter heraus sind, das ist schon manchmal problematisch.

Dann gibt es andere Faktoren. Bei „Touched“ z.B. war der zweite Band einfach noch nicht geschrieben zu dem Zeitpunkt, wo wir ihn gerne nachgeschossen hätten. Da mussten wir zwei Mal schieben. Die Autorin hat länger gebraucht und in diesem Fall muss dann ja auch noch übersetzt werden. Wir hätten es natürlich gerne anders gehabt, gerade weil wir es so früh eingekauft haben. Da gab es das Buch noch gar nicht.

Bei „Homelanders“ konnten wir gleich vier fertige Teile einkaufen, die wir dann alle halbe Jahre herausbringen können. Das ist der Idealfall.

Wieso sind Ebooks kaum günstiger als die Printausgabe?

Wir bringen zum Hardcover das Ebook gleichzeitig heraus, damit der Kunde direkt entscheiden kann, in welcher Form er es haben möchte. Dazu müssen wir eine Mischkalkulation erstellen. Wenn das Ebook viel später auf den Markt kommen würde

, wie zum Beispiel bei unserem „Räuber Hotzenplotz“, da entstehen viel geringere Kosten, vor allem weil sich das Buch schon jahrelang gut verkauft hat. Da haben sich die Herstellungskosten schon amortisiert. Allerdings wenn man es als ein Produkt sieht, das einfach in verschiedenen Erscheinungsformen auf dem Markt kommt, ist es nur logisch, dass es einen Preis gibt.

Einen richtigen Anreiz stellt das Ebook dann nicht dar.

Ich glaube das Ebook wird vor allem dem Taschenbuch stark Konkurrenz machen, weil die Leute sich z. B. für den Urlaub oder unterwegs einen Reader kaufen.

Nach ein paar Jahren wird der Ebookpreis sicher sinken, wenn die Taschenbuchausgabe eines Hardcover erscheint und sich daran orientiert wird.

Kann Selfpublishing ein Sprungbrett sein?

Nele Neuhaus hat auch so angefangen. Vor ca. 6 Jahren. Sie hat die Bücher drucken lassen und dann in der Metzgereikette ihres Mannes vertrieben. Das ist natürlich ideal, weil man breit streuen kann. Dann hat eine Ullsteinlektorin es gelesen und fand es gut.

Ist so ein Buch dann für den Verlag noch interessant?

Wenn die Geschichte gut ist, ja. Natürlich muss es im Fall einer Erscheinung noch durch das Lektorat und Korrektorat.

Wer bestimmt die Auflagenhöhe? Inwieweit hat man als Autor Mitspracherecht beim Cover?

Das bestimmt der Verlag. Er sucht den Covergestalter aus und bestimmt generell die Ausstattung. Kommt es als Hardcover oder Taschenbuch. Wir versuchen aus unserer Erfahrung einzuschätzen, wie der Markt mit dem Buch umgehen wird und versuchen so gut wie möglich zu kalkulieren. Wir müssen natürlich das Geld, was wir im Vorfeld investiert haben wieder reinholen. Also was wir teuer eingekauft haben müssen wir in einer höheren Auflage wieder verkaufen als wie bei einer Neuentdeckung, bei der man nicht so viel Geld in die Hand genommen hat.

Wie hoch sind die Auflagenhöhen?

Im Bilderbuch sind 3.000 viel, Klassiker wie „Jim Knopf“ haben auch schon eine Höhe von 25000 Stück.

Kinderbücher wie „Dumie die Mumie“ verkaufen wir auch 20.000 bis 30.000 mal, aber in mehreren Auflagen.

Im Jugendbuch sind 10.000 zu erreichen echt schwer.

Wenn ein Buch unter eine bestimmte Stückzahl rutscht und unser Vertrieb sieht, dass es gut verkauft wird, bestellen wir eine neue Auflage. Das kann bei einem Buch ein halbes Jahr dauern, beim anderen vielleicht auch zwei. Das beobachten wir ständig. Wenn wir pro Jahr weniger als 200 Stück absetzen überlegen wir uns, ob wir den Titel aus dem Programm nehmen.

Es gab ein Buch von einem anderen Verlag, wo nur der erste Teil erschienen ist. Anscheinend hat es sich nicht genug verkauft. Wonach richtet es sich, auch die Fortsetzung zu verlegen?

Bei „Homelanders“ mussten wir die ersten vier Teile auf einmal kaufen, da bringt man die dann auch. Wenn man wie bei „Touched“ die Titel erst nach und nach bekommt, überlegt man schon. Sollte dann ein zweiter Teil gar nicht laufen, kaufen wir den dritten nicht ein.

Wenn z. B. eine Trilogie schlussendlich abgeschlossen am Markt erhältlich ist, merkt man einen Anstieg in den Abverkaufszahlen?

Der erste Teil zieht dann noch nach. Aber bei allen Mehrteilern, verkauft sich der erste Teil am besten.

Wie verhält es sich mit Lizenzkäufen?

Man kauft häufig nur aufgrund des Exposés, also sprichwörtlich die Katze im Sack. Dann bekommt man ein paar Monate später das ganze Manuskript, danach die Übersetzung. Das ist für den Verlag immer ein hohes Risiko.

Wäre es denn nicht weniger Risiko einen neuen deutschen Autor heranzuziehen und aufzubauen?

Das hat Thienemann sehr lange gemacht. Wir sind der Verlag der Autoren und haben uns lange als solchen verstanden. Michael Ende z. B. haben wir aus dem Stapel gezogen, ebenso Ottfried Preussler. Wir haben Joachim Friedrich und Ralf Isau aufgebaut. Wir arbeiten jetzt mit Janine Wilk. In den letzten vier Jahren haben wir vermehrt Lizenzen aufgemacht, davor hatten wir ganz wenige und lieber unsere Lizenzen ins Ausland verkauft. Den Räuber Hotzenplotz gibt es in 34 Sprachen, da verdienen wir jedes mal mit. Somit lohnt es sich durchaus Autoren zu suchen und aufzubauen und eben den Weg anders herum in das Ausland zu gehen.

 

Vielen Dank für das Gespräch. Es hat Spaß gemacht

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Interview mit Natalja Schmidt von der Literaturagentur Schmidt & Abrahams

Februar 27

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Sehr gefreut habe ich mich über das Interview mit Natalja Schmidt. Die Agentur Schmidt & Abrahams wurde 2005 ins Leben gerufen und vertritt mittlerweile zahlreiche namhafte Autoren.

Was ist der besondere Reiz an dem Beruf der Literaturagentin und macht er immer noch Spaß?

Ja, er macht immer noch Spaß. Es gibt zwar eine gewisse Routine und somit auch Dinge, die nicht mehr so viel Spaß machen, aber da sind immer noch die besonderen Momente. Wenn man sieht, wie aus einem Rohdiamanten ein schön geschliffenes Juwel entsteht, das später im Handel toll präsentiert wird, freut es einen immer.

Wie siebt die Agentur bei den vielen Einsendungen aus?natalja-schmidt

Wir bekommen um die 80 Einsendungen im Monat. Die Vorauswahl macht meine Kollegin Kristina. Direkt abgesagt werden zunächst die Manuskripte, die inhaltlich gar nicht in unser Profil passen. Dann werden die Einsendungen gefiltert, die eindeutig noch nicht so weit sind. Da sind manchmal Bewerbungen von ganz jungen Autoren dabei oder eben unausgereifte Manuskripte. Was zurzeit am Markt zu schwierig zu vermitteln ist, fällt ebenso raus. Mit dem Rest, der danach übrig bleibt, setzen wir uns einmal in der Woche zusammen. Jede stellt die Texte vor, die ihr gefallen haben. Dann legen wir fest, ob wir etwas gleich zur Vermittlung übernehmen oder ein Gutachten erstellen lassen.

Müsst ihr euch einstimmig einig sein, oder gibt es auch den Fall, dass sich eine Person für ein Projekt durchsetzt?

Wenn eine von uns sagt, sie will etwas unbedingt machen, kann sie das natürlich tun, denn schließlich muss sie das Projekt auch betreuen. Meist sind wir uns jedoch einig.

Es hat doch auch viel mit Geschmack zu tun, oder?

Leider ist es einem nicht immer vergönnt, nach dem persönlichen Geschmack zu gehen. Man muss auch schauen, was gerade gut zu verkaufen ist. Da gibt es immer wieder Wellen. Wenn jemand etwas anbietet, was gerade vom Thema gefragt ist, sieht man sich das genauer an. Es ist aber nie schön, einem guten Manuskript eine Absage zu erteilen, weil es gerade nicht vermittelbar ist.

Erteilt ihr immer Standardabsagen, oder gebt ihr auch schon mal ausführlicheres Feedback?

Manchmal ja, aber das ist nicht die Regel. Man läuft sonst Gefahr, bald einen sehr regen Mailwechsel zu führen, der sich bei der Menge an Einsendungen einfach nicht bewältigen lässt. Deshalb gibt es meist die Standardabsage.

Was passiert bei einer Zusage?

Es wird vorab ein Vertrag an den Autor geschickt, damit er sich das ganz in Ruhe durchlesen und vielleicht mit einem Juristen besprechen kann. Nach der Unterzeichnung optimieren wir die Unterlagen. Wir arbeiten am Exposé und – zumindest mit unseren Debütautoren – auch an der Leseprobe, um beides anschließend den Verlagen vorzustellen. Das passiert auf der Messe oder indem wir die Verlage direkt anschreiben. Im besten Fall gibt es mehrere Verlage, die einen Stoff haben wollen, und es kommt zu einer Auktion. Es passiert natürlich auch mal, dass sich gar kein Verlag interessiert und man gemeinsam mit dem Autor oder der Autorin überlegen muss, woran es gelegen hat.

Ist euch auch schon mal ein »dicker Fisch« durch die Lappen gegangen?

Ja. Es gibt immer wieder gute Stoffe, bei denen die Kollegen auch nicht lange zögern. Die Autoren schreiben in der Regel mehrere Agenturen gleichzeitig an, und es kommt schon vor, dass eine andere Agentur schneller war. Das passiert uns, glaube ich, von Zeit zu Zeit allen.

Habt ihr bei erfolgreichem Verkauf dann noch was mit dem Lektorat zu tun?

Nein, zu dem Zeitpunkt haben wir nichts mehr damit zu tun, außer es »klemmt« zwischen Autor und Lektor, dann vermitteln wir schon mal zwischen beiden Parteien. Das Lektorat ist aber Sache des Verlages.

Wie viel Mitspracherecht hat der Autor bei Exposé und Leseprobe, die an den Verlag gehen?

Wir lektorieren die Leseprobe und schicken sie an den Autor, der dann natürlich entscheiden kann, ob er die Vorschläge annimmt, oder nicht. Beim Exposé ist das ein bisschen anders. Die Autoren haben oft Schwierigkeiten, sich kurz zu fassen und meinen – besonders oft in der Fantasy –, dass wirklich alle Personen, Orte und Plotstränge ausführlich erklärt werden müssen. Da bringen wir dann präzise das aufs Blatt, was für die Lektoren der Verlage interessant ist. Wir kürzen die Exposés auf max. vier Seiten.

Wie risikoreich ist ein Genremix?

Hier ist eine pauschale Antwort schwierig. Manche funktionieren gut, manche gar nicht. Gestaltwandler in Kombination mit einer Liebesgeschichte erfreuen sich ja einer großen Beliebtheit. Bei Fantasykrimis hingegen wüsste ich nicht ein Beispiel, welches gut gelaufen ist.

Gibt es in den Genres Richtwerte, wie lang ein Text sein sollte?

Die Verlage zucken natürlich zusammen, wenn man 1000 Seiten geschrieben hat. Alles bis zu 500 Seiten ist aber meist kein Problem.

team-literaturagentur-schmidt-und-abrahamsVerkauft ihr mehr Manuskripte auf den Messen?

Auf den Messen habe ich das Gefühl, dass sonst auch schwerer vermittelbare Stoffe besser zu verkaufen sind, weil man sich gegenübersitzt. So kann man dann die Begeisterung für ein Manuskript im Gespräch besser herüberbringen. Ein Thema, das gerade sehr gesucht wird, lässt sich auch außerhalb der Messen gut verkaufen. Auf den Messen wird natürlich manches direkt verkauft, und man bekommt bei der eigenen Titelliste schnell heraus, welcher Stoff das größte Potenzial besitzt.

Wie unterscheiden sich die Messen?

Leipzig ist eher eine Lesermesse, wo wir auch privat hinfahren würden. Dort gibt es viele Lesungen, viel Show und attraktive Angebote für die Besucher. In Frankfurt, Bologna und London ist ein Großteil des Angebots auf Fachbesucher und Aussteller ausgerichtet, dort überwiegen die Geschäfte. In Frankfurt absolvieren wir ca. 80 Termine in fünf Tagen.

Bekommt ihr bei den ganzen Lizenzgeschäften eure deutschen Autoren da noch unter?

Für deutsche Debütautoren ist es oft schwierig, das kann ich nicht schönreden. Trotzdem gibt es jedes Jahr auch eine Vielzahl von Neuerscheinungen von deutschen Autoren. Bei Thrillern, Sagas und im historischen Bereich gibt es z.B. viele erfolgreiche deutsche Autorinnen und Autoren. Und wir haben insgesamt schon viele Debuts vermitteln können, worüber wir uns immer besonders freuen.

Wird Fantasy irgendwann mal verschwinden?

Ganz verschwinden wird das Genre sicher nicht. Die Fantasy hat sich bei den Lesern etabliert, und einige Titel laufen ja auch immer noch ganz ausgezeichnet (z.B. „Game of Thrones“). Der ganze Hype, der nach »Twilight« kam und die vielen Me-too-Veröffentlichungen jedoch werden wohl weniger und weniger werden.

Was glaubt ihr, wo die Reise hingeht?

Ich glaube, dass wüssten wir alle gern!

Wie haltet ihr es mit den Autoren, die total auf ihre Welt fixiert sind. Schlagt ihr denen auch mal Alternativen vor?

Das hängt ganz stark vom Autor ab. Es gibt Autoren, die sehr vielseitig interessiert sind, und bei diesen bietet es sich an, auch mal neue Themen vorzuschlagen. Andere würde man eher davon absehen. Schließlich ist es wichtig, das der Autor sich mit dem Projekt, an dem er oder sie schreibt, wohl fühlt.

Wie erfolgreich muss man sein, um hauptberuflich als Autor leben zu können?

Das hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab. Bei manchen Autoren reicht ein einziges erfolgreiches Buch, um davon leben zu können, Andere schreiben jahrelang mit bescheidenem Erfolg, bis ihre Bücher schließlich bei den Lesern ankommen. Die wenigsten Autoren haben allerdings das Glück, von einem einzigen oder von wenigen Büchern wirklich auskömmlich leben zu können. Viele hauptberufliche Autoren schreiben im Jahr mehrere Titel für verschiedene Verlage oder übernehmen auch mal Auftragsarbeiten unter Pseudonym. 

Ist das ein Auswahlkriterium: Die Einstellung des Autors und die Produktivität?

Nein. Es gibt Autorinnen und Autoren, die sehr langsam sehr gute Bücher schreiben, und die wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Professionalität im Umgang mit Texten wird aber vorausgesetzt.

Wenn ihr von einem Autor überzeugt seid, aber das Manuskript sich nicht verkaufen lassen will, wie lange versucht ihr es?

Es gibt ja nur eine endliche Anzahl von Verlagen, denen man ein Manuskript anbieten kann. Erst bietet man es den großen Verlagen an, einfach weil Garantiezahlungen und Auflagenhöhen hier für die Autoren am vorteilhaftesten sind, und danach den mittleren und kleinen Verlagen. Manchmal sagen wir aber auch: Okay, damit hast du dich zwar beworben, aber leg diesen Stoff doch vielleicht erst einmal in die Schublade und lass uns zusammen etwas Neues entwickeln. 

Wie lange ist man bei euch unter Vertrag?

In der Regel machen wir unbefristete Verträge, manchmal aber auch zuerst einen Jahresvertrag, der dann verlängert werden kann. Viele unserer Autoren sind schon seit den Anfangsjahren bei uns, aber manchmal – wie in jeder Beziehung – merkt man aus verschiedenen Gründen, dass man gemeinsam nicht weiterkommt. Prinzipiell streben wir aber immer eine langfristige Zusammenarbeit an. Uns geht es weniger um One-Hit-Wonder als darum, Autoren aufzubauen.

Vielen Dank für die Zeit und das nette Gespräch!

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Interview mit Heike Herd–Reppner vom Ravensburger Verlag

Februar 3

Mir ist Ravensburger seit meiner Kindheit ein Begriff und verbinde es vor allem mit Kinderbüchern, Spielen und Puzzeln. Im Jugendbuchbereich galt meine Verbindung eher zu Schullektüre, wie zum Beispiel „Die Wolke“.

2012 habe ich die Entdeckung von „Lost Girl“ und „Verräter der Magie“ gemacht. Ich habe mich sehr gefreut, als Heike Herd-Reppner, die Pressereferentin von Ravensburger, einem Interviewtermin zugestimmt hat.

 

Wird das Programm von Ravensburger im Bereich Jugendbuch/Junge Erwachsene weiter ausgebaut?Heike-Herd-Reppner

Angefangen mit den Pappbilderbüchern, wird man mit Ravensburger groß. Das Programm ist sehr breit gefächert. Der Bereich Jugendbuch / Junge Erwachsene ist eine feste Größe unseres Programms. Wir planen in der Regel zwei Jahre im Voraus und überlegen, was ist interessant, was passt in unser Programm? Übrigens, wir feiern 2013 „50 Jahre Ravensburger Kinder- und Jugend-Taschenbücher“ mit einem besonderen Programm.

 

Was wird denn in Zukunft interessant?

2014 ist bereits geplant und momentan sind die Programmleiter und Lektoren auf der Messe unterwegs um neue Titel für 2015 zu finden. Ich bin selbst sehr gespannt, was sie mitbringen. Im Kinderbuchbereich kehrt gerade der Humor wieder zurück. Ein Beispiel für Leser ab zwölf Jahren ist: „Jungs sind keine Hamster“. Unsere Neuentdeckung Rebecca Wild verknüpft im Jugendbuch mit „Verräter der Magie“ Humor mit Fantastik.

Es gibt unter den Jugendlichen und den ‚All–Agern‘ ganz unterschiedliche Interessen und wir möchten für jeden gerne etwas dabei haben.

 

Einige Meinungen gehen in Richtung reale Liebesgeschichten. Was sagen Sie dazu?

Das beobachten unsere Lektoren auch. Es wird viel Realistisches angeboten. Ich vermute, der fantastische/mythische Bereich bleibt uns noch erhalten – die Community ist groß!.

 

Legen Sie Wert darauf etwas andere Geschichten zu finden? So wie bei „Lost Girl“ oder „Verräter der Magie“, die nicht gerade stereotyp für ein Genre sind?

Das versucht jeder Verlag. Eine ‚Panem‘-Kopie würde nicht funktionieren. Wir versuchen das Interesse der Leser an einem Stoff aufzugreifen und einen neuen Aspekt zu finden.

 

Ist es bei Ihnen auch so, dass viel über Lizenzen passiert, oder haben sie auch so Perlen zwischen den unaufgefordert eingesandten Manuskripten gefunden?

Es wird wirklich jede Einsendung angeschaut und deshalb dauert das Sichten auch einige Zeit. Ein Tipp für junge Autoren ist die Zusammenarbeit mit einer Literaturagentur.

In Österreich gibt es auch das Institut für Kinder- und Jugendliteratur, das Manuskripte prüft (kostenpflichtig) (www.jugendliteratur.net). Wenn man sich wirklich beruflich in Richtung Autor orientieren möchte, ist das eine ganz gute Investition, da sie/er eine kompetente Einschätzung und Rückmeldung zum Manuskript bekommt. .

Marlene Röder ist ein Beispiel für eine Ravensburger Entdeckung. Sie schickte uns ein unaufgefordertes Manuskript, das unsere damalige Programmleiterin im Zug ins Wochenende zu lesen angefangen hat. Sie hat Marlene praktisch aus dem Zug angerufen und gesagt: „Das nehme ich.“

 

Wie handhabt der Verlag das Herausgeben von Rezensionsexemplaren?

Wir haben ein begrenztes Kontingent und müssen Schwerpunkte setzen. Wir schätzen sehr die Zusammenarbeit mit den Bloggern und freuen uns auf Feedback zu unseren Titeln. Aus zeitlichen Gründen schaffen wir es jedoch nicht, die vielen Anfragen direkt zu beantworten. Daher verlagern wir auf Aktionen bei ‚Lovelybooks‘,  ‚Blogg dein Buch‘ oder ähnliche. Dort freuen wir uns über jede Bewerbung.

 

Vielen Dank für das Interview Frau Herd-Reppner.

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