Aisling Breith lesen, schreiben, hören

So nah und doch so fern

Juni 30

Autor: Ann Brashares

Originaltitel: My Name is Memory

Übersetzer:  Sylvia Spatz

Erscheinungsdatum: 10. Juni 2013

ISBN-13: 978-3570585177

Verlag: carl’s books

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

 

Klappentext:

 

Das Buch war mal nicht einer meiner typischen Coverkäufer, sondern gefallen mir einfach Geschichten total, in denen es um die Philosophie der Seelen geht und das gepaart mit einer Liebesgeschichte über mehrere Jahrhunderte hat einfach mein Interesse geweckt.

Daniel kann sich an alle Leben erinnern die er je gelebt hat und wird immer wiedergeboren.

Früh verliebt er sich in „Sophia“ zumindest hieß sie damals so, doch immer wieder steht ihnen etwas anderes im Weg, so dass sie niemals wirklich zusammen waren.

Jetzt heißt sie Lucy und Daniel erkennt ihre Seele sofort und möchte in diesem Leben endlich alles richtig machen.

Erster Satz: Ich lebe seit mehr als tausend Jahren.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.6/6 (1 vote cast)

Idee: Die Idee, dass manche Menschen sich an die früheren Leben erinnern ist bestimmt nicht neu, allerdings mochte ich die Beschreibungen was die Seele nach dem Tod macht und wie entschieden wird wo man als nächstes auf die Welt kommt.

Zwei Menschen, die sich immer wieder begegnet und nie richtig zusammen sein kann, erinnerte mich ein wenig an „Engelsnacht“ und auch da hat es mir schon gefallen, mitfiebern zu können ob es diesmal klappen wird.

Plot: Die Abfolge der Ereignisse war logisch konstruiert und eigentlich gut durchdacht. Ein wenig gestört hat mich, dass man sich gefühlt viel mehr in der Vergangenheit bewegt hat als die in den kurzen Szenen in der Gegenwart obwohl es ja eigentlich darum gehen sollte.

In der Gegenwart gab es teilweise Zeitsprünge von 2 Jahren, bei denen ich dann überhaupt nicht mitkam, was alles in Lucys Leben in der Zeit geschehen ist und alles ganz anders war.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt meinerseits war, dass wirkliche Spannung erst auf den letzten 60 Seiten entstand und der Rest mehr oder weniger vor sich hin plätscherte und nett zu lesen war.

Schreibstil: Mit dem Schreibstil von Ann Brashares habe ich mich Stellenweise wirklich schwer getan beim Lesen. In den Kapiteln, in denen Daniel über die alten Leben erzählt, war alles wunderschön beschrieben und detailreich geschmückt. Allerdings wenn die Geschichte wieder in die heutige Zeit springt wurde alles ein wenig einfacher und trister und lud nicht mehr ganz so zum Lesen ein.

Alles in allem war der Schreibstil von Ann Brashares aber wirklich angenehm zu lesen und zu verfolgen.

Die Geschichte wird in der dritten Person geschrieben und wechselt zwischen Lucy die ihr Leben weiterlebt und Daniel der meist über die vergangenen Zeiten philosophiert.

Charaktere: Lucy lebt in einer Familie, die nicht mehr ganz so heil ist, seitdem ihre Schwester Dana rebelliert hat und letztendlich gestorben ist.

In den meisten Situationen handelt sich für mich ganz verständlich aber manchmal habe ich echt gedacht, dass sie viel zu leichtgläubig ist und ich mich nicht so schnell von den Dingen überzeugen lassen würde ohne wirklich Fragen zu stellen.

Alles in allem ist sie glaube ich ein typischer Teenager aus der man aber noch ein bisschen mehr Persönlichkeit hätte rausholen können.

Daniel ist in diesem Leben von einer Mutter die Drogenabhängig war, geboren worden und lebte dann in einer Pflegefamilie.

Er lebt eigentlich mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart, was man auch daran merkt, dass er Lucy mit „Sophia“ anspricht anstatt mit ihrem richtigen Namen. Diese Eigenschaft kann ihm wirklich zum Verhängnis werden, aber ich kann schon verstehen, dass er so handelt und bin mir nicht sicher ob ich mich nicht genauso verhalten würde.

Ihm habe ich auf jeden Fall gegönnt und für ihn gehofft, dass nach so vielen Leben es endlich ein Happy End für die beiden geben wird.

Hintergrund: In den Kapiteln in denen Daniel von der Vergangenheit erzählt, hat man wirklich das Gefühl die Autorin hat wirklich gut recherchiert und weiß wovon sie schreibt. Sie erzählt von vielen Ländern die sich mit der Zeit stark verändert haben und auch das Verhalten passte zu den einzelnen Epochen. Einzig die Sprache war mir zu ähnlich an der heutigen, aber das lässt sich erklären, indem er ja aus seinen Gedanken raus erzählt und das für uns verständlich erzählt.

Fazit: Für mich hat die Autorin eine tolle Geschichte erschaffen in der es um zwei Seelen geht die nach vielen Jahrhunderten endlich ein gemeinsames Leben finden sollen. Ich denke alle, die damit leben können viele Hintergrundinformationen zu bekommen und dafür ein wenig auf Spannung verzichten können, werden auf jeden Fall spaß an der Geschichte haben. Anfangs hatte ich wirklich meine Schwierigkeiten aber mit der Zeit findet man wirklich gut in die Story rein und möchte alles wissen, was einmal passiert ist.

 

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Rating: 2.5/6 (2 votes cast)
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80 Days – Die Farbe der Erfüllung (80 Days 3)

Februar 22


Autor:
Vina Jackson

Originaltitel: Eighty Days Red

Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf , Barbara Steckhan , Thomas Wollerman

Erscheinungsdatum: 14.Januar 2013

ISBN-13: 978-3570585238

Verlag: carl’s books

Broschiert: 352 Seiten

Klappentext:

Natürlich musste ich auch den Abschluss um die Hauptstory von Dominik und Summer lesen. Auch wenn es zwei weitere Teile der Reihe gibt, drehen sich diese dann um andere Personen. Ich bin mit gemischten Gefühlen an das Buch heran gegangen.

Es sind zwei Jahre seit der Trennung von Summer und Dominik vergangen. Zwei Jahre, in denen Summer ihre Karriere angekurbelt hat und sehr erfolgreich wurde. Zwei Jahre, in denen sie ihr Leben mit Simón, dem Dirigenten, geteilt hat. Die Beiden merken schlussendlich, dass es nicht wirklich mit ihnen klappen will. Dominiks erfolgreiches Buch, in dem er die Hauptprotagonistin an Summer angelehnt hat, lässt in ihr die Erinnerungen aufwallen. Es verschlägt sie wieder nach London und zusammen mit ihrem Freund Chris und dessen Band geht sie auf Tournee. Dabei lernt sie den Rocker Viggo kenne, der Summer in extatische Höhen treibt. Während des Rockstarlebens trifft sie auf  Dominik, der die Geschichte ihrer Geige als Grundlage für ein Buch nehmen möchte. Denn die Bailly hat eine Eigenart, die auch bald Summer zu spüren bekommt: Sie verschwindet gerne.

 

Erster Satz:
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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.5/6 (1 vote cast)

Idee: Die Geige ins Zentrum zu stellen find ich sehr gut. Das ist, was Summer und Dominik verbindet.

Plot: Der Plot ist einfach gestrickt und durch den Klappentext im Grunde auch schon voll dargelegt. Das ist sehr schade. Für mich kam der Fluss nicht richtig herüber und die Geschehnisse reihen sich zwar logisch, aber viel zu irreal und einfach aneinander. Zu viele Schauplätze und in meinen Augen tauchen die Figuren viel zu leicht auf. Das mal eben nach Berlin fliegen um jemanden zu treffen von dem man nicht  genau weiß, ob man ihn findet, ist für meine Begriffe zu weit hergeholt. Sind die Protagonisten alle finanziell so gut dran? Leider konnte mich der ganze Fortgang der Geschichte nicht packen.

Schreibstil: Das Autorenduo bleibt ihrem Stil treu. Immer wieder wechselt die Perspektive von Summer zu Dominik, vom Ich-Erzähler zur dritten Person.

Charaktere: Zwar erkennen Summer und Dominik ihre Gefühle füreinander, aber dennoch habe ich ihr Verhalten im Abschluss ihrer Geschichte als kindisch empfunden. Sich durch simple Aussagen und vage Vermutungen davon überzeugen zu lassen, dass der andere einen festen Partner hat, kam mir zu weit hergeholt vor.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Das Summer wirklich glaubt, Dominik hätte eine ernsthafte Beziehung mit Lauralynn konnte ich ihr kein Stück abnehmen. Sie weiß doch eigentlich, wie Lauralynn gestrickt ist. Auch Dominiks Glaube, Summer sei fest mit Viggo in einer Beziehung war weit hergeholt, denn Dominik kennt Summer gut und weiß, dass sie sich mit festen Beziehungen schwer tut.
 

Das es ein Wiedersehen mit Luba gibt ist sehr schön, auch die Rolle, die sie einnimmt. Sie kam mir die ganze Zeit wie ein Feenwesen vor, nicht ganz greifbar, aber schön. Das man Fran, Summers Schwester kennenlernt ist eine gute Idee und bringt etwas mehr Normalität in Summers Leben. Auch Chris wieder mehr dabei zu haben, trägt dazu bei.

Hintergrund: Auch in diesem Teil merkt man wieder die gute Recherche. Die verschiedenen Schauplätze wurden anscheinend alle besucht.

Fazit: Leider für mich enttäuschend. Durch die Suche nach der Bailly hätte man so schön ein Krimielement in die Story bringen können. Das ist jedoch nicht gut gelungen und wirkte eher plump. Die Erotik kommt mir in diesem Band zu kurz. Schäumte der erste Teil vor Sex nur so über, sucht man vor allem am Anfang dieses Teils nach den Lustvollen prickelnden Momenten. Auch wenn ich vom dritten Teil enttäusch war und unzufrieden zurückgeblieben bin, fand ich vor allem den ersten Teil der Reihe sehr interessant. Für alle, die einen Einblick in die SM- und Fetischszene bekommen wollen, kann ich sie nur empfehlen. Wer weiterliest und sich gerne mit einer verstrickten Liebesgeschichte, in der die Beteiligten lernen, müssen offen zueinander zu sein, beschäftigt, könnte 80 Days als guten Zeitvertreib wählen.

 

 

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80 Days – Die Farbe der Begierde (80 Days 2)

Dezember 31



Autor:
Vina Jackson

Originaltitel:
Eighty Days Blue

Übersetzer:
Gerlinde Schermer-Rauwolf , Barbara Steckhan, Thomas Wollermann

Erscheinungsdatum:
26. November 2012

ISBN-13:
978-3570585245

Verlag:
carl’s books

Broschiert:
400 Seiten

Klappentext:

 

Zwischendurch Erotik zu lesen erweist sich für mich mittlerweile als kurzweilige Abwechslung. Der zweite Teil der 80 Days Reihe hat mich etwas mehr überzeugt als der Auftakt, aber der Vergleich zu „Shades of Grey“ hinkt immer noch.

Summer und Dominik leben nun in New York. Sie hat den Kontakt zu Victor abgebrochen und hütete diese Erlebnisse als Geheimnis. Ihre Karriere als Violinistin schreitet voran, wobei die Beziehung zwischen ihr und Dominik darunter leidet. Während Summer auf Tournee geht und sich in sehnsuchtsvollen Gedanken an Dominik immer wieder mit sich selbst vergnügt, macht Dominik neuer Erfahrungen zusammen mit Lauralynn. Dominik und Summer driften auseinander. Als Victor dann noch seine Finger mit ins Spiel nimmt, muss sich Summer ihrer Natur stellen.
Erster Satz: Mitten im Grand Central Terminal küsste er mich.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.3/6 (1 vote cast)

Idee:
Das Dominik und Summer versuchen zusammenzuleben und dabei nicht nur sexuell zueinanderfinden wollen finde ich gut. Aber ebenso die Idee, dass beide auseinanderdriften.

Plot:
Es gibt keine Lücken. Alles beginnt wieder gewohnt gemächlich. Was erst mal interessiert weiterlesen lässt sind die Charaktere. Da entwickelt sich etwas in jedem Einzelnen und auch als Paar. Der Erfolg von Summer als Solokünstlerin erfolgt meiner Meinung jedoch viel zu schnell. Da passierte alles nach ihrem ersten Soloauftritt über Nacht. Der eigentlich spannende Part um Victors Machenschaften kommt mir etwas zu kurz und zu spät. Sehr gut fand ich immer wieder die Zeitsprünge zwischendurch. Die sind zwar nicht ganz so perfekt eingefügt, sodass ich stellenweise nachdenken musste, ob wieder Wochen vergangen waren oder nur ein Tag. Nichtsdestotrotz lässt es die Geschehnisse und das Handeln der Figuren authentischer wirken, wenn hier und da zwischen den Szenen Zeit verstreicht wie im realen Leben. Es gibt auch weniger Sex, oder es kam mir so vor. Das fand ich ganz gut, denn so hielt sich die Waage zwischen Handlung und „Akt“. Es gab dem Ganzen mehr Tiefe und wirkte nicht mehr so pornografisch wie im ersten Teil auf mich.

Schreibstil: Erzählt wird wieder aus verschiedenen Sichten. Dabei tritt Summer gewohnt als Icherzähler auf und Dominik darf man in der dritten Person begleiten. Dabei bleibt der Leser immer in der Gegenwart. Erneut habe ich das Buch schnell und flüssig lesen können. Was mich manchmal gelangweilt hat, waren diese kleinen Beschreibungen der Umgebung und Hintergründe zu Figuren und deren Handeln, die stellenweise füllend auf mich wirkten. Da war manches überflüssig. Dennoch wollte ich weiterlesen; die nächste heiße Szene finden. Das Wort „Möse“ kommt nicht ganz so häufig vor, was ich im Auftakt bemängelt hatte. Sehr positiv, allerdings bin ich immer noch der Meinung, dass man andere Synonyme hätte finden können. Gut gefallen hat mir die Darstellung der Charaktere. In meinen Augen die Stützpfeiler der Geschichte.

Charaktere:
Summer und Dominik machen eine enorme Entwicklung. Überhaupt wird sich mehr den Charakteren gewidmet. Der Leser erfährt und spürt viel mehr über die Figuren. Den Hauptfocus darauf zu legen war eine gute Entscheidung von dem Autorenduo, was sich hinter „Vina Jackson“ verbirgt. Summer wurde viel greifbarer für mich und auch Dominik. Ich habe mich ein paar Mal gefragt, wann die beiden es denn nun endlich bemerken, dass da mehr als nur Freundschaft und Sex ist und die Beziehung in eine Partnerschaft wandeln könnte.

Lauralynn, die mir im ersten Teil nicht zu hundert Prozent gefallen hat, kommt nun auf ihre Kosten. Manchmal erinnert sie mich an eine Fee, nur dass die Version in dieser Geschichte viel Sex hat, bevorzugt mit Frauen und es liebt, Männer zu zeigen, wer die Herrin ist. Sie nimmt Dominik an die Hand und weckt mehr und mehr seine dunklen Gelüste.

Victor kommt mir als Antagonist zu kurz. Schade, ein so schön fieser Charakter, dem mehr Aufmerksamkeit gebührt hätte.

Hintergrund: Da habe ich nichts hinzuzufügen. Es wirkt gut recherchiert. Ob nun wirklich alle Schauplätze besucht wurden, bezweifle ich, aber als Leser wurde ich auf eine Reise zusammen mit Summer mitgenommen. Die erotischen Szenen nehme ich voll ab, da ein Teil des Autorenduos aus der Szene kommt.

Fazit: Besser als Teil 1, weil ich den Figuren näher war.  Zum Schluss hin alles etwas schnell und dennoch vom Gesamtpaket her so interessant, um gespannt auf Teil 3 zu warten. Für alle, die sich gerne zwischendurch in eine Welt der Erotik entführen lassen möchten, die für viele bisher unerschlossen war. Ein Blick durchs Schlüsselloch, der mit dieser Fortsetzung sogar mehr Tiefgang erhält als der Reihenauftakt.

 

 

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80 Days – Die Farbe der Lust

November 9



Autor: Vina Jackson

Originaltitel: Eighty Days Yellow

Übersetzer: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Barbara Steckhan, Thomas Wollermann

Erscheinungsdatum: 22. Oktober 2012

ISBN-13: 978-3570585221

Verlag: carl’s books

Broschiert: 368 Seiten

Klappentext:

 

Auch an mir ist „80 Days“ nicht vorbeigezogen. Die Ähnlichkeit zu Cover & Thematik von „Shades of Grey“ brachte es schließlich auf meine Leseliste.  Der Roman verdient in meinen Augen absolut FSK 18. Das nur vorab.

Erster Satz: Schuld war Vivaldi.

Summer spielt leidenschaftlich gerne Geige und kann sich in der Musik gehen lassen. Damit und mit einem Kellnerjob hält sie sich über Wasser. Währen eines Geiegspiels in der Londoner Untergrundbahn,  wird sie von Dominik beobachtet. Er ist so verzaubert von ihrem Spiel, dass er sie kurz darauf im Internet sucht und findet. Nach dem Zusammenprall in der U-Bahn soll sie sich die neue Geige verdienen. Summer nimmt die Herausforderung an, für Dominik nackt zu spielen. Die Beiden geraten dabei immer tiefer in ihre devote bzw. dominante Neigung. Dominik denkt sich immer neue Szenarien für Summer aus, während sie durch ihn, und die Ausflüge mit ihrer Freundin in die Fetischszene, sich selbst neu kennenlernt. Summer lässt sich mit dem Sog ihrer Lust mitziehen und bemerkt nicht, wie sie dabei den Boden unter den Füßen verliert. Wie weit treibt sie es und warum ist Dominik ständig in ihrem Kopf präsent?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.9/6 (1 vote cast)

Idee: Das Bild der nackten geigespielenden Hauptprotagonistin weckt die Fantasie. Die Idee der Geschichte zweier Partner, der eine dominat und der andere devot, ist sicher nicht neu. Einen Einblick in die Fetischszene zu bekommen macht jedoch neugierig.

Plot: Für mich spaltet sich das Buch etwas. Da gibt es den Teil, der in London spielt und den, der in New York stattfindet. Der Anfang der Geschichte hat sich für meine Begriffe leicht gezogen. Bis sich Summer und Dominik einander hingeben, dauert es eine Weile. Als jedoch in Summer erst einmal die „dunkle“ Seite geweckt wird, zieht das Tempo an. Die Abfolge der Szenen ist schlüssig. Ich habe keine Logikfehler finden können. Während der Part in London für mich noch viel Lust und Leidenschaft beinhaltet, zeichnet sich in dem New York Part eine zunehmende Bedürfnisbefriedigung ab. Die letzten Seiten drehen das Ruder wieder ein wenig und lassen erahnen, dass zwischen Dominik und Summer noch mehr passiert.

Schreibstil: Erzählt wird zum einen aus der Sicht Summers als „Ich–Erzähler“. Zum Anderen bedient sich das Autorenduo der dritten Person im Präteritum. Dabei werden alle Blickwinkel eingenommen. Das ist an manchen Stellen sehr interessant, weil man Summers Sicht aus zwei Perspektiven erlebt. Leider nervt es teilweise auch, wenn zum x-ten Male erklärt wird, wie Summer gelegentlich bei einer kleinen Rockband einspringt. Die Teile als „Ich–Erzähler“ haben mir allgemein besser gefallen. Die dritte Person erzählte mir aus zu vielen Sichten. Da hatte ich das Gefühl zu sehr Beobachter zu sein.

Die erotischen Szenen sind sehr klar geschrieben. Da bleibt nicht viel Raum für tiefe Leidenschaft. Sicher passen die harten Ausdrücke zur Szene und sind angebracht, aber etwas kreativer hätte es sein können, anstatt ständig das Wort „Möse“ zu lesen. Allerdings sind die Szenen gut geschrieben. Sie fühlen sich echt an, sind heftig, aber nicht billig. Das finde ich ist ein großer Pluspunkt.

Teilweise ist mir das Autorenduo in den Szenenbeschreibungen zu sehr abgeschweift. Es gab unnötige Info, die man hätte vermeiden können. Kleinigkeiten, aber in der Gesamtheit zu viel für meinen Geschmack.

Charaktere:
Summer ist eine Frau, in die ich nicht wirklich schlüpfen konnte. Das war aber auch nicht weiter schlimm. Sympathie erlangt sie vor allem durch ihre Leidenschaft zur Geige und zur Klassik. Man hat das Gefühl, das sie trotz der unbeständigen Jobsituation im Leben steht. Als Dominik in ihr Leben tritt, lernt der Leser und auch Summer selbst eine neue Seite an ihr kennen. Teilweise handelt sie mir in der Hinsicht zu naiv und überstürzt, was die Entdeckung ihrer Neigung angeht. Trotzdem ist man neugierig und wünscht sich so sehr den geeigneten Partner für sie.

Dominik ist Professor und hat eine halbe Bibliothek zu Hause. Tatsachen, die ihn in ein seriöses Licht stellen. Er lässt sich von Summers Violinenspiel verzaubern und weckt die Lust nach mehr. Auch in ihm blüht eine Seite auf, die er zwar schon kannte, aber durch Summer eine andere Note erhält. Er wirkt dominat und fordernd, aber dennoch sinnlich, wenn man bedenkt, was er sich für Summer ausdenkt.

Charlotte, Summers Freundin mit Hang zur Fetischszene zeigt der Violinistin die Szene. Sie nimmt das Leben leicht und hat Spaß. Gibt sich ganz ihren Bedürfnissen hin. Sie ist eher der Typ Mensch, in dessen Leben sich viel um Sex dreht.

Victor, ein Kollege von Dominik findet Summer von der ersten Begegnung an anziehend und wünscht sie in seinen festen Besitz. Er zieht Summer wirklich in dunkle Abgründe.

Richtig verlieren konnte ich mich in keinen Charakter. Man ist eher Zuschauer. Sicher hätte man da mehr machen könne, aber vielleicht war das auch so gewollt. Wer weiß, wie es mir am Ende der Trilogie damit geht.

Hintergrund: Volle Punktzahl. Bei jeder Szene merkte man dir Erfahrung des weiblichen Parts des Autorenduos. So wirkt das Ganze authentisch. Auch die Orte sind sehr detailliert beschrieben. Die Recherche war offensichtlich sehr gründlich.

Fazit:  Durch den Aufkleber auf dem Cover, der damit wirbt, dass man das Buch liebt, wenn man „Shades of Grey“ mochte,  drängt sich der Vergleich förmlich auf. Aber er hinkt. Für mich sind die Bücher zwei Paar Schuhe. Während „Shades of Grey“  in meinen Augen eine Liebesgeschichte ist, vermisse ich dies hier fast im kompletten Buch und finde eine Geschichte, in der es sehr viel heftigen Sex mit Praktiken gibt, die mich schlucken lassen. Ich habe einiges erwartet, aber nicht diese doch sehr starke Unterdrückung auf menschlicher Ebene. Sexuelle Praktiken und ihre Liebhaber seien dahingestellt, aber in dieser Geschichte geht es krass zu. Das stimmt zum einen nachdenklich, wenn man bedenkt, dass es sich um Insiderwissen handeln muss und durchaus echt sein kann. Zum anderen habe ich den Einblick in diese Welt genossen und mich gerne schocken lassen. Eine tiefe Liebesgeschichte sucht man vergebens, wenn man mich fragt. Jedoch erahnt man auf den letzten Seiten für die Folgebände eine tiefere Entwicklung in diese Richtung. Für sanfte Gemüter würde ich „Shades of Grey“ empfehlen. Wer aber neugierig und etwas von einem Voyeur in sich hat, der wird seinen Spaß an „80 Days“ haben. Auch wenn es nur vier Punkte sind, hat die Geschichte immer noch diesen Kick und Reiz des Verruchten. Wie auch bei „Shades of Grey“ musste man weiterlesen. Ich freu mich schon in der Fortsetzung weiter schockiert zu werden und bin sehr neugierig, was aus Dominik uns Summer wird.

 

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