Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Dark Destiny

Mai 19

Dark Destiny

Price: EUR 18,95



Autor:
Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum: März 2013

ISBN-13: 978-3839001455

Verlag: Script 5

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Klappentext:

 

„Dark Canopy“ hat mich so sehr begeistert und zudem ist es eine Dilogie. Ich musste Dark Destiny also lesen. Dazu kommt, dass ich mich wirklich in den Stil von Jennifer Benkau verliebt habe. Um die Wirkung des Klappentextes nicht kaputtzumachen, wird meine eigene Zusammenfassung ebenfalls nicht lang ausfallen.

Joys Welt ist in Stücke gerissen. Mit Neéls Tod und Mathials Veränderung in einen verhärmten Clanführer wieder Willen stirbt auch ihre Hoffnung. Sie kann nicht mehr bei Mathials Clan bleiben. Zu sehr fühlt sie sich dort eingesperrt und unverstanden. Hinter den Aktionen des Clans steht sie schon lange nicht mehr. Sie versucht Antworten bei Jamies Clan zu finden, der in Joy jedoch nur eine wertvolle Ware sieht. Ihr einziger Weg führt zurück in die Stadt, in der sie mit Graves Hilfe ihr Anrecht auf die Stadtmarke geltend macht. Joy fängt an ein neues Leben aufzubauen mit einer neuen Hoffnung.

Erster Satz: Ich hatte immer gedacht, der erste gewonnene Gerichtsprozess würde meine Zweifel verstummen lassen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.8/6 (1 vote cast)

Idee: Als Gesamtpaket finde ich die Idee, die hinter dieser Dilogie steckt sehr gut. Wenn man sich wirklich nur auf den zweiten Teil konzentriert, finde ich die Idee dahinter nicht überraschend. Einiges, was passiert konnte man erahnen.

Plot: Das Buch beginnt zunächst mit einer Situation drei Jahre nach der eigentlichen Geschichte. Dort wird auch der Titel des Buches aufgefasst und man möchte unbedingt wissen, was passiert ist. Eine sehr glückliche Lösung, die den Leser unweigerlich bei der Stange hält. Ich muss gestehen, dass ich mich zeitweise gefragt habe, was die Story will. Wo ist die Leine, an der man sich langhangeln kann? Grob gesehen hat das Buch in meinen Augen eher zwei Teile. Von diesem Standpunk aus gesehen ist die Geschichte  stimmig. Allerdings fand ich diesen teils planlos wirkenden Plot für die Story gerade deshalb sehr passend. Er gibt die Stimmung der Geschichte wieder. Das hin und her, was die Figuren durchleben. Die Richtungen der möglichen Zukunft. Der Plot lässt den Fortgang der Story somit echt wirken und ist nicht nach Schema F aufgestellt. Da geht es in die eine Richtung, dann wird dort verweilt, nur um wieder in eine andere Richtung zu gehen mit einem Ziel, was man als Leser nicht erreichen möchte, die Geschichte aber nicht anders zulässt.

Schreibstil: Woah! Ich liebe diesen Stil. Ehrlich gesagt, gehört Jennifer Benkaus Schreibe für mich zu den Besten. Immer noch kann ich meine Empfindungen zu ihrem Stil nicht wirklich in Worte fassen.

Dark Destiny wechselt regelmäßig die Sichtweise. Einmal aus Joys Sicht, als Ich-Erzähler und dann gibt es Teile in der dritten Person, um das Geschehen außerhalb Joys Radius zu erzählen. Beide Perspektiven sind ins Präteritum gesetzt. Die Geschichte lebt durch ein wortgewandtes Kleid. Man riecht das Feuer, fühlt die Kälte und ist bei jedem Charakter in dessen Gefühlswelt eingesogen. Frau Benkau benutzt Metaphern, die einen teilweise vor den Kopf stoßen, weil man sie so nicht erwartet,  aber gleichzeitig denken lassen: genial.

Eine absolute Ausnahmeautorin für mich, die in meinen Augen die ganz erfolgreichen und langjährig bekannten Autoren unseres Landes in den Schatten stellen kann. Definitiv ist ihr Name nun für mich ein Garant für ein gutes Buch.

Charaktere: Wie auch im Auftakt „Dark Canopy“ sind die Charaktere bestechend gut durchdacht. Auf der einen Seite mit unsympathischen Zügen bestückt, machen das dadurch plausible Handeln die Figuren so authentisch. Man mag sie, obwohl man ihnen den Kopf abreißen könnte. Man will sie schütteln und rütteln. Man will  ihnen sagen, welch irrsinnige Gedanken sie doch haben. Da sind so viele Facetten angelegt, so tiefgehende Persönlichkeiten. Selten gehen einem die Figuren so unter die Haut. Jennifer Benkau schafft das wirklich auf eine leichte Art und Weise, trotz dieser verworrenen Gefühle, den Leser in die Protagonisten zu katapultieren.  Auch die Entwicklung zu sehen, ist interessant. Man kann sich gar nicht entscheiden, welcher Charakter am Besten ist.

Joy, die plötzlich ihre eigenen Clanmitglieder nicht mehr versteht. Mathial, der den Weitblick verliert und mit der Clanführerschaft überfordert ist. Cloud, dem eine Präsidentschaft immer wichtiger wird und seine Ideale vergisst. Neél, der in Joys Gedanken so lebendig weiterlebt.

Hintergrund: Ich hoffe, das ist mir im ersten Teil nicht untergegangen, aber mit Dark Destiny erfährt der Leser, zu welcher Zeit die Geschichte spielt. Die „Kultur“ der Percents wurde schon in Dark Canopy beschrieben. All die Beschreibungen und Umstände, die zum Schluss hin aufgedeckt werden, wirken auf mich durchdacht. An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zum umstrittenen Ende schreiben. Die Geschichte ist definitiv zu Ende, so viel sei gesagt. Es ist ein Ende, was man nicht will, aber wenn man die Entwicklung der Charaktere und deren Gefühlswelt betrachtet, lässt sie kein anderes Ende zu. Und im Endeffekt steckt so viel mehr dahinter. Es drückt in meinen Augen die tiefe Liebe der beiden Hauptprotagonisten zueinander  stark aus.

Fazit: Grandios! Der Schreibstil ist unbeschreiblich. Die Charaktere eigenwillig, sperrig und dennoch ans Herz wachsend. Die Geschichte anders, ebenso eigenwillig und mit  einem unerwarteten Schluss. Diese Reihe würde ich jedem ohne ein Wort zu erklären in die Hand drücken mit den Worten: Igel Dich irgendwo ein und lies das! Genieß es, Hasse es und lass Dich vom Alltag entführen. Die Liebesgeschichte ist so echt und zeigt wahre Liebe. Als Dystopie kann man, wenn man mich fragt, diese Dilogie nicht sehen. Für mich zeigt es viel Zwischenmenschliches auf. Dinge, von denen man lernen kann. Dark Destiny geht wie auch schon Dark Canopy, unter die Haut und dringt tief  ein. Keine Leseempfehlung, nein, ein Lesemuss!

 

 

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Aufbruch: Partials 1

April 20

Aufbruch: Partials I

Price: EUR 16,99


Autor: Dan Wells

Originaltitel:  Partials

Übersetzer: Jürgen Langowski

Erscheinungsdatum: 12. März 2013

ISBN-13: 978-3492702775

Verlag:  ivi

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten

Klappentext:

 

„Aufbruch“ war mir durch englisch lesende Blogger schon ein Begriff. Künstlich erschaffene Menschen haben mich an „Dark Canopy“ erinnert und wecken grundsätzlich meine Leselust. Was ich besonders interessant fand, war die Sache, dass keine Kinder mehr geboren werden. Ich mag Dystopien/Endzeitromane so oder so gerne. Ivi garantiert gute Bücher und deshalb war es keine Frage, ob ich das Buch lese oder nicht.

Kira ist 16 und ein „Seuchenbaby“. Ein Kind, was sich nicht an die alte Welt erinnern kann, die Welt vor dem Zerfall. Sie möchte dem bedrohlichen RM-Virus entgegentreten, der die Menschheit dahin gerafft hat, und entscheidet sich für eine medizinische Ausbildung. Als ihre Freundin schwanger wird und trotz aller Wahrscheinlichkeit und Erfahrung voller Hoffnung ist, nach elf Jahren ein Baby zu bekommen was RM überlebt, ist Kira motiviert. Sie scharrt ihre Freunde um sich, um einen gefährlichen Plan in Angriff zu nehmen. Sie will die Lösung und Rettung für das RM-Virus bei den Partials finden, die immun dagegen sind. Sie machen sich von Long Island auf nach Manhattan und finden unter Einsatz von Menschenleben tatsächlich einen Partial. Aber alles entwickelt sich anders, als Kira geplant hat. Schnell hängen ihr nicht nur die Partials im Nacken, sondern auch das eigene menschliche Lager stellt sich gegen sie. Und dann ist da noch die „Stimme“, die Rebellen der Menschen, die sich gegen das System auflehnen. Wird Kira ein Heilmittel finden, bevor das Baby ihrer Freundin stirbt?

Erster Satz: Das neugeborene Mädchen 485GA18M starb am 30. Juni 2076 um 6.07 Uhr.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.6/6 (1 vote cast)

Idee: Die Partials erinnern an „Dark Canopy“ und es gibt etliche Romane und Filme, in denen ein Virus eine Rolle spielt. Ich mag aber Dinge wie künstlich erschaffene Menschen und das in Kombination mit einem Virus hörte sich gut an. Das Ganze in einer Stadt spielen zu lassen setzt der Idee das Tüpfelchen auf.

Plot: Ich gestehe: Es war nicht einfach mit mir und „Aufbruch“. Dem Buch kam zugute, dass ich sehr selten abbreche. Im Nachhinein betrachte finde ich den Aufbau jedoch gut. Es lohnt sich, über die ersten 100 Seiten hinaus zu gehen. Was mich fasziniert, ist die Tatsache, dass mich das Buch wirklich erst auf den letzten 70 Seiten total überzeugt hat. Dan Wells hat die Geschichte in drei Teile unterteil. So was finde ich immer gut, weil den Teilen in sich noch mal einen eigenen Aufbau geben kann.  „Aufbruch“ hat schon eine filmreife Spannung uns Szenen, die den Leser mitreißen. Teilweise ein bisschen typisch amerikanische Dramatik, aber darüber sehe ich hinweg und sicher gibt es genug Leser, denen genau das gefällt.

Schreibstil: Der Stil hat mir von Anfang an gefallen und hat auch dazu beigetragen, bei der Stange zu leiben. Ich empfand es nicht als superleicht zu lesen. Dafür gibt es zu viele Passagen in denen Zusammenhänge erklärt werden, die sehr komplex sind. Sicher hat auch die Perspektive, dritte Person im Präsens, dazu beigetragen ein eher langsames Lesetempo bei mir hervorzurufen. Das ist auch der einzige Kritikpunkt. Ansonsten finde ich die Geschichte spannend erzählt und man ist mittendrin, wenn es Szenen gibt, in denen es gefährlich wird. Die Stimmung und Ereignisse werden perfekt vom Autor transportiert.

Charaktere: Mir waren es ein bisschen zu viele Charaktere, vor allem in den ersten 100 Seiten. Da konnte ich nicht jede Figur so fassen, wie es sonst bei mir passiert. Was ich auch nicht so gut fand, dass die Figuren für meine Begriffe zu alt agieren. Kira soll 16 sein und sicher machen  die Umstände, in denen sie aufwächst, jemanden schneller erwachsen. Aber ich fand sie einen Tick zu abgeklärt, wie auch bei den anderen Charakteren.  Wenn man über das Alter hinweg sieht, passen die Figuren jedoch gut zusammen und handeln sehr gut unter– und miteinander. Schön fand ich Details, wie die Gedanken über Klamotten oder das Zurechtmachen für eine Party. An diesen Kleinigkeiten konnte man dann doch das junge Alter der Protagonisten ablesen. Was ich auch negativ empfunden habe, war der Zeitpunkt des inneren Anstoßes für Kira. Es vergehen wirklich 100 Seiten, bis es passiert und für meine Begriffe hat sie sich auch ab da erst wirklich entwickelt. Insgesamt hätte ich mir für alle Charaktere etwas mehr Tiefe gewünscht. Besonders hervorheben möchte ich jedoch einen Nebencharakter: Xochi. Wer in einer Welt, in der Strom rar ist, all seine Energie für Musik einsetzt, muss mir einfach ans Herz wachsen. Ein wunderbarer Charakter, der aus dem Herzen handelt.

Hintergrund: Mein persönliches Highlight: Endlich hat mal ein Autor sich Gedanken darum gemacht, was mit den Atomkraftwerken passiert, wenn kein Mensch mehr da ist. Allein dafür gebe ich volle Punktzahl. Aber auch alle medizinischen Details müssen gut recherchiert sein. Der Autor kennt sich in New York aus und ich glaube er hat eine Zeit bei der Army verbracht. Die ganze Kulisse stimmt. Ein perfektes Setting, was richtig gut durchdacht wirkt und mit Sicherheit auch  ist.

Fazit: Ich und „Aufbruch“. Als ich die letzten Seiten gelesen hatte, verstand ich, warum mich alle zum Weiterlesen animiert haben. Bis zur letzten Seite dachte ich es funktioniert auch super als Einzelband und dann so ein Cliffhanger? Grrr. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt. Ob es wieder so ein Buch wird, bei dem ich eigentlich die meiste Zeit von einer mittelmäßigen Bewertung ausgehe? Wer das Genre mag, einen guten Stil schätzt und sich gern überraschen lässt, dürfte mit „Aufbruch“ seinen Spaß haben. Mal wieder beweist sich mit einem Buch von ivi nicht enttäuscht zu werden.

 

 

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Dark Canopy

März 7

Dark Canopy

Price: EUR 18,95



Autor:
Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum: 1. März 2012

ISBN-13: 978-3839001448

Verlag: Script5

Gebundene Ausgabe: 534 Seiten

Klappentext:

 

Endlich habe ich „Dark Canopy“ gelesen. Letztes Jahr gab es einen großen Hype um das Buch. Zurecht! Ich bin sprachlos und gerade deshalb fällt mir die Rezension so schwer. Diese Gefühle auszudrücken, die in mir losgetreten wurden … mir fehlen die Worte.

Joy lebt in einer dunklen rauen Welt. Ihr Leben ist vom Überleben bestimmt. Als Clanmitglied schützt sie sich und die anderen Menschen vor den Fängen der Percents. Denn diese furchteinflößende Rasse hat die Herrschaft über die Welt an sich gerissen. Während einer Rettungsaktion für ihre Freundin Amber gerät sie jedoch in eine Falle und wird erwischt. Aber anstatt als Sklavin eines Percent, landet sie im alten Gefängnis als Soldat, was als Frau absolut unüblich ist. Die Idee des  Mentors eines Percent. Neél ist von der Idee seines Übergeordneten gar nicht überzeugt und empfindet sie als Demütigung. Er muss Joy so gut trainieren, dass sie im Chivvy, der traditionellen Menschenjagt, so gut ist, um als letzte übrig zu bleiben. Denn nur dann winkt ein angenehmeres Leben und ein hohes Ansehen für den Percent. Je länger sie bei ihm ist, desto mehr verändert sich ihre Sichtweise. Aber warum fühlt sie plötzlich in seiner Gegenwart diese Wärme und kann ihn nicht mehr hassen?

Erster Satz: Ich hatte immer behauptet, der erste Percent, der in meinen Wurfradius tritt, würde ihn nicht lebend verlassen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.9/6 (1 vote cast)

Idee: Mich hat die Geschichte stark an den Film erinnert, den ich sehr gemocht habe: „Enemy Mine“ von 1985. Hinter der Geschichte von Dark Canopy steckt ebenso eine tiefe Aussage über Respekt verschiedener Rassen und Sichtweisen. Die Idee ist nicht neu, aber gefällt mir gut.

Plot: Das Buch startet mit einem Prolog. Joys erster brenzliger Begegnung mit einem Percent, in der die beiden Feinde sich leben lassen. Jahre später lernt man Joy und ihr Leben als Rebellin kennen bevor sie in die Welt der Percents eintaucht. Man ist direkt mitten drin und wird sofort in die Welt hineingezogen. Die ganze Atmosphäre und Stimmung ist fühlbar. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Länge. Es vergehen mehrere Monate, in denen Joy trainiert wird. Das macht die ganze Story authentischer. Hier und da wird zeitlich gesprungen, aber durch die optische Trennung der Absätze merkt man das sofort. Für mich ist „Dark Canopy“ filmreif. Eine gute Vorlage um einen tollen Kinostreifen daraus zu machen (was ich insgeheim hoffe). Nicht zu schnell, dennoch in keiner Weise langweilig. An den spannenden Stellen packend und beim Kampf schnell und durchdacht.

Schreibstil: Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht Joys als Ich-Erzähler im Präteritum. Yeah! Meine Lieblingsperspektive. Es gibt allerdings auch Teile, die in der dritten Person aus der Sicht Mathials, Joys Rebellenfreund, geschildert werden. Ich gestehe, dass ich diese Teile mit etwas weniger Begeisterung gelesen habe. Das lag aber nur daran, dass ich viel lieber Joys und Neéls Beziehung so spannend fand.

Jennifer Benkau hat einen Stil, den ich als besonders nennen möchte. Ihre Beschreibungen sind nicht langweilig und es stellt sich allgemein recht schnell ein starker Lesesog ein. Mir fehlen einfach die Worte. Sie hat es geschafft tiefe Gefühle in mir auszulösen, mich immer wieder zu den Charakteren hinzuziehen und so sehr in die Welt abzutauchen, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Ich kann eigentlich in jeder Situation immer und überall lesen aber bei „Dark Canopy“ hatte ich das tiefe Bedürfnis mir beim Lesen Ruhe um mich herum zu gönnen. Ein tiefer Wunsch der Geschichte ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Wie kann man nur so gut schreiben? Jennifer Benkau ist ein Beweis, dass es gute Autoren in Deutschland gibt, die eine ganz besondere Art der Sprache herüberbringen.

Charaktere: Ich kann kaum in Worte fassen, was ich bei den Charakteren empfunden habe. Auch hier fällt mir das schwer. Sie sind so gut. Durchdacht von vorne bis hinten mit den nötigen Details, dem passenden Handeln, um sie so plastisch vor der Nase zu haben. Ich hätte nahezu nach ihnen greifen können. Selbst kleine Nebenrollen gewinnen durch einfache, aber einprägsame Mittel an Wichtigkeit und bleiben nicht vergessen. Hinter jeder Figur wird der innere Antrieb sichtbar.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass Joy schon 20 ist.  Das ist erwachsener als das sonst häufige 16-18Jahre. Nicht nur durch die Perspektive ist man ihr nah, auch durch ihre deutliche Zeichnung steckt man förmlich in ihr drin. Die Entwicklung, die sie durchmacht, ist absolut nachvollziehbar und wirkt echt.

Neél, vor allem als Percent, ist mir sympathisch. Außerdem habe ich nicht damit gerechnet so einen guten männlichen Charakter zu finden. Er hat Macken und Kanten und Ecken, die ihn authentisch machen. Aber er hat auch die gefühlvolle, weitsichtige und aufgeschlossenen Seite an sich. Intelligent, geduldig und vor allem stark.

Allein wegen der starken Charakterdarstellung sollte man das Buch lesen.

Hintergrund: Der Hintergrund wird zwar an einer Stelle recht detailliert erklärt, was ich in manch anderen Bücher als Infodump empfinden würde, hier jedoch nicht so. Es ist perfekt in das Geschehen eingeflochten. Andere Details hier und da wirken weiter vertiefend. Die Zeiträume sind gut gewählt und machen alles nachvollziehbar und klar. Mir würden noch ein paar Fragen zu den Percents einfallen, aber das soll hier nicht ins Gewicht fallen. Details wie Umgebung oder das Überleben, Kämpfe, Reiten usw. sind sehr gut recherchiert.

Fazit: In diesem Buch steckt so viel mehr. So viel Tiefe. Es ist nicht einfach nur eine Dystopie. Für mich schwingt eher auch Si-Fi mit. Natürlich Liebe. Zwischenmenschliches. Ich kann gar nicht genug Gründe aufzählen, warum man es lesen sollte, aber wenn ich mir einen rauspicke, dann wirklich den Tiefgang der Story. Wer am Ende auf fiese Cliffhänger steht, für den ist Dark Canopy ein Muss. Wer düstere Dystopien mag, für den ist es ein Muss. Wer auf tolle Charaktere mit Tiefgang steht, für den ist es ein Muss. Und letztendlich kann man durch den Status als Zweiteiler alle Leser erfassen, die genug von Trilogien und Serien haben. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt und wette, dass ich das Buch sicher schnell lesen werde. Die Geschichte um Joy könnte bei mir durchaus auf dem Re-read Regal landen. (Und ich lese selten zwei Mal). Danke für diese tolle Geschichte.

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BETA

Februar 16

BETA

Price: EUR 17,99



Autor:
Rachel Cohn

Originaltitel: ANANDA Series 1: Beta

Übersetzer: Bernadette Ott

Erscheinungsdatum: 25.Februar 2013

ISBN-13: 978-3570161647

Verlag: cbt

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Klappentext:

 

Hach, das Cover hat tolle Farben und allein der Titel hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext war ansprechend. Das Klonthema versprach schon von Selbst, zum richtigen Buch zu greifen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich es vorab lesen durfte.

 

Elysia ist ein seltener Teen-BETA-Klon und wir von der reichen Governorsfrau der Insel Demesne in einer Boutique erstanden. Elysia soll die kürzlich fürs Studium ausgezogene Tochter ersetzen und den Sohn auf seine militärische Ausbildung vorbereiten. Elysia will wie alle Klone der Insel ihre Aufgabe erfüllen. Es gibt nur ein Problem: Sie scheint »defekt« zu sein, was in der Welt der Superreichen zur sofortigen Abschaltung eines Klos führt. Deshalb behält Elysia ihr Geheimnis. Denn sie kann schmecken und hat Visionen ihrer »First«, des verstorbenen Mädchens, nach dessen Abbild sie geschaffen wurde. Dazu kommen diese unglaublichen Gefühle, die sie in der Nähe des Jungen Tahir spürt. Gefühle, die sie als Klon im Grunde nicht spüren kann. Aber was macht ihn so besonders? Was steckt hinter der Rebellion, für die Elysias Klonkollegin im Haus des Governor gestorben ist? Wird sie sich entfesseln und vor einer Abschaltung retten?

Erster Satz: Sie will mich kaufen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.3/6 (1 vote cast)

Idee: Klone haben schon etwas von Si-Fi, was ich gerne mag. Außerdem wird in dem Buch damit ein Thema der eigenen Identitätsfindung angesprochen. Dazu das Setting auf einer paradiesischen Insel setzt dem Ganzen das I-Tüpfelchen auf. Die Idee ist spitze.

Plot: Die Handlung schreitet gemächlich voran und hat eher ein langsamer Anfang. Das ist nicht unbedingt etwas, was mir missfällt, vor allem mit dem Hintergrund eines Mehrteilers, jedoch stimmte für mich das Tempo im Gesamtkonzept nicht. Man wird wirklich nach und nach in die Welt des Klons Elysia geführt. Lernt sie sehr gut kennen und die Denkweise eines Klons kommt sehr gut herüber. Auch die Sicht auf das Paradies Demesne mit seinen Eigenarten wird dem Leser nahe gebracht. Das alles hätte etwas kürzer und knackiger geschrieben sein können. Kurz und zu schnell hingegen liest sich der Schluss. Da passieren so viele wichtige Dinge, die tolle Ansätze haben, doch leider wird das viel zu zügig abgehandelt. So schade, weil so viel Potenzial verschenkt wurde. Aber ich muss auch sagen, dass ich mich beim Lesen durch das wunderschöne Setting geradezu wie im Urlaub gefühlt habe, was mich das etwas unausgeglichen Plottempo verschmerzen lässt.

Schreibstil: Erzählt wird als Ich-Erzähler Elysias im Präsens. Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich den Ich-Erzähler immer bevorzuge. Hier kommt noch hinzu, dass man durch die Art und Weise wie Elysia erzählt und denkt, ihr den Klon total abkauft. Das war für mich das Besondere an dem eher normalen Stil. Der Text lässt sich gut und zügig lesen. Trotz der Länge am Anfang überkam mich keine Lesefaulheit.

Charaktere: Elysia ist sehr gut gelungen. Wie schon gesagt, nimmt man ihr den Klon ab. Das starre Verhalten und die Naivität, die sie als frischgebackener Klon an den Tag legt, sind sehr gut umgesetzt. Das Lernen von Ausdrücken, die für Teenager, aber nicht für die Datenbanken der Klone geläufig sind, der Gehorsam und auch die Starre, die Elysia zunächst ausmachen. Ihre Entwicklung schreitet gemächlich voran, was richtig toll ist, bis zu dem Punkt, wo alles recht schnell abgehandelt wird. Da erschien sie mir zu schnell zu stark.

Tahir ist ebenso ein durchdachter Charakter, dessen Entwicklung und Handlung mich fast dazu leitet, das Buch noch mal zu lesen, um bestimmte Dinge zu überprüfen. Um mehr über ihn zu sagen, müsste ich spoilern und so lasse ich euch um den superreichen und süßen Typen, der sich in Elysias Herz schleicht, im Dunkeln tappen.

Irgendwie hat mir Elysias »Mutter«, die Governorsfrau, gefallen. Nicht, dass ich sie wirklich mochte, aber sie ist die perfekte aufgesetzte Dame, der Prestige, Geld und Ansehen wichtiger als alles andere ist.

Hintergrund: Ich frage mich, was hinter Demesne steckt. Der Leser bleibt in der Hinsicht fast völlig im Dunkel. Man weiß weder zu welcher Zeit die Geschichte spielt, noch was passiert ist. Die Andeutungen um die »Water Wars« sind bruchstückhaft und nicht aussagekräftig. Merkwürdigerweise hat mich der, in meinen Augen lückenhafte Hintergrund, nicht gestört. Das liegt sicher an dem Setting, was mich das Meer hat förmlich riechen lassen. Dieses wunderbare Paradies kommt toll herüber und da hat sich die Autorin in der Ausarbeitung wirklich viel Mühe gegeben. Also bin ich hin und hergerissen und entscheide mich bei der Punktevergabe für den Mittelweg.

Fazit: Durchwachsen. Auf der einen Seite fand ich das Ende viel zu zackig und kurz. Der Cliffhanger ist vorhersehbar und nicht nötig. Auf der anderen Seite aber fand ich BETA super und freue mich auf die Fortsetzung. Ich möchte gerne noch mal Urlaub machen, auch wenn es ein trügerisches Paradies ist. Zu neugierig bin ich auf den Fortgang der Handlung. Wer absolut Wert auf einen gut getimten Plot legt, könnte enttäuscht werden. BETA ist für alle Karibik- und Südseeliebhaber etwas, die einen Hauch Si-Fi abgeschmeckt mit ein wenig Romantik.

 

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Die Ankunft (Cassia & Ky 3)

Februar 12


Autor: Ally Condie

Originaltitel: Reached

Übersetzer: Stefanie Schäfer

Erscheinungsdatum: 07. Januar 2013

ISBN-13: 978-3841421517

Verlag: FISCHER FJB

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten


Klappentext:


 

Nachdem ich die ersten beiden Teile von Cassia und Ky gelesen hatte, wollte ich gerne auch das Ende der Trilogie erfahren. Ich finde es gibt nichts Schlimmeres, als nicht zu wissen, wie es ausgeht (außer das Buch ist so schlecht, das man das Ende gar nicht mehr lesen will)

Während Cassia und Xander in die Gesellschaft zurückkehren, um dort ihre Aufgabe zur Unterstützung der Erhebung zu übernehmen, wird Ky bei den Rebellen zum Piloten ausgebildet. Eine Seuche bricht aus, unter der die gesamte Bevölkerung leidet und aus der ‚die Erhebung‘ als Retter hervor geht und ‚die Gesellschaft‘ stürzen kann. Als aber das Virus mutiert, und der neue Erreger gegen das Serum immun zu sein scheint, müssen Cassia, Ky und Xander alles dafür tun, um ein neues Heilmittel zu finden.

Erster Satz:

Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein, an dem sich alles verändert.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.0/6 (1 vote cast)

Idee: Dies ist der letzte Teil einer äußerst vielversprechenden Dystopie-Trilogie. Ich mochte von Beginn an, die Idee hinter ‚der Gesellschaft‘. Sich vorzustellen, dass so etwas möglich ist, ist auf der einen Seite sehr faszinierend, auf der anderen Seite aber auch höchst erschreckend. Alleine der Gedanke vorgeschrieben zu bekommen wen man lieben und heiraten soll, das Essen kein „Vergnügen“ mehr ist, sondern lediglich dazu dient dem Körper die wichtigsten Nährstoffe zuzuführen, hat mich fasziniert. Und das sich aller Diktatur zum Trotz eine zarte Liebe zwischen zwei Menschen entwickelt, hat mein kleines romantisches Herz zum ‚glühen‘ gebracht.

Die Poesie, die im ersten Buch als der Schlüssel der Verbundenheit für die beiden Charaktere galt, hat mich eingefangen und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen.

Eigentlich bin ich kein Fan von poetischen und tiefgründigen Texten. Ich kann damit einfach nichts anfangen, und oft bin ich auch einfach hoffnungslos überfordert mit dem was mir die Gedichte sagen wollen. Ally Condie hat es aber im ersten Buch geschafft, das ich als „Elefant im Porzellanladen“ die Doppeldeutung verstanden habe.

Somit habe ich der Veröffentlichung des zweiten Bandes entgegengefiebert … und wurde enttäuscht.

Das zweite Buch war langweilig. Von der Liebe und auch Romantik aus dem ersten Teil war nichts mehr zu spüren. Sondern es wurde im Großen und Ganzen darüber berichtet, wie Cassia Ky durch die Wildnis folgt, und selbst fast dabei drauf geht.

Also bin ich mit sehr gemischten Gefühlen in den dritten Teil gestartet. Was würde mich erwarten? Romantik oder noch ein langweiliger Text, bei dem ich hoffe, so schnell wie möglich fertig zu sein? Tja … Leider war es wenig von dem einen und eine Menge von dem anderen.

Plot: Cassia wird, genauso wie Xander, am Ende des zweiten Teils in ‚die Gesellschaft‘ zurück geschickt um dort ihre ‚Aufgabe‘ zu übernehmen. Ky hingegen bleibt bei den Rebellen und wird zum Piloten ausgebildet. Seine vornehmliche Aufgabe wird sein, das Heilmittel zu den einzelnen Städten und Provinzen zu transportieren.

Xander und Cassia werden Funktionäre. Cassia als Sortiererin in Central, Xander als Medic in Camas.

Alle warten darauf, wie ‚die Erhebung‘ ‚die Gesellschaft‘ zu stürzen gedenkt. Bei einem Routinebesuch von Xander und zwei Funktionärskollegen werden sie mit einer unbekannten Krankheit konfrontiert, die – kaum das sie im Krankenhaus ankommen – gar nicht mehr so unbekannt ist. Es handelt sich um eine geheimnisvolle Seuche, welche ‚die Gesellschaft‘ nicht in der Lage ist zu heilen.

‚Die Erhebung‘ hingegen hat ein Serum entwickelt, womit die breite Öffentlichkeit geimpft wird, um die Krankheit zu bekämpfen. Somit kann ‚die Gesellschaft‘ gestürzt werden.

Von da an wird es (leider) langweilig und zäh. Es reihen sich Erzählungen von Ky und Cassia, die die Geschichte (nur bedingt) voranbringen. Eher hatte ich das Gefühl, nur wenn aus Xanders Sicht erzählt wurde, gingen auch die Geschehnisse voran. Was sicher aber auch daran liegt, dass er durch die Erhebung zum Arzt ernannt wurde, und direkten Kontakt mit der Seuche hat.

Spannung kommt erst auf, als Cassia, Ky und Xander ausgeflogen werden, um ein Heilmittel für das mutierte Virus zu finden. Endlich scheint auch Cassia ihren Teil beizutragen, hat sie doch das ganze Buch vorher im Auftrag der Archivisten Handel betrieben und eine ‚Galerie‘ für ‚Selbsterschaffenes‘ (Bilder, Gedichte, Geschichten usw.) eröffnet (und im Grunde nichts ‚Geschichten Vorantreibendes‘ erlebt).

Schreibstil: Ally Condies Schreibstil wurde von Band zu Band poetischer. Im dritten Band geht es um sehr viel Poesie und dessen Bedeutung. Aber nicht nur die Gedichtspassagen sind mehr geworden, sondern der gesamte Stil poetischer und tiefgründiger.

Etwas zu poetisch und tiefgründig für mich. 😉

Im dritten Band kommt neben der Erzählsicht von Cassia und Ky auch noch die von Xander hinzu, die meiner Meinung nach auch die Spannendste ist. Wenn die Dinge aus seiner Sicht geschildert werden, passiert etwas und die Geschichte kommt voran.

Charaktere: Bei einem dritten Teil kann man nicht mehr viel von Charakterentwicklung sprechen. Die Story schreitet (mal mehr und mal weniger) voran und im Grunde wollte ich nur noch wissen – kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht. 🙂

Die Geschehnisse aus Xanders Sicht zu erleben, war neu und erfrischend und hat mir von allen drei Perspektiven am besten gefallen. Xanders Charakter hat in diesem Teil eine Menge an Aspekten gewonnen und die ihn mir als höchst anständigen Kerl präsentieren. Ich habe ihn regelrecht liebgewonnen und habe mich am Ende der Geschichte sehr für ihn gefreut. Er ist für mich der Held des dritten Teils.

Hintergrund: Die Gesellschaft und ihr diktatorisches, fehlerfreies System werden gestürzt. Was zurückbleibt ist eine Seuche mit einem mutierten Virus und Menschen, die dran sterben.

Ein todbringendes Zukunftsvirus ist nichts Neues bei Dystopien. Die Autorin hat gute Recherche bei der Entstehung und Mutation von Viren und deren Stämmen betrieben und hat das Wissen schön verpackt, sodass es auch ein Leihe wie ich verstehen konnte.

Interessant ist aber zu sehen, wie sich die Ereignisse aus Band eins und drei plötzlich zusammenfügen. (Band Zwei habe ich bewusst nicht genannt).

Achtung:Spoiler Aufklappen

So wird klar, das Cassia in der Vergangenheit ihr eigenes Paarungsbankett sabotiert und sich wahrscheinlich selbst mit Ky ‚gepaart‘ hat.

Die Verknüpfung von dem Feld mit den weißen Blumen, welche Cassias Mutter in Band eins der Gesellschaft gemeldet hat, und dem wesentlichen Bestandteil des Heilmittels finde ich etwas weit hergeholt und ein bisschen zu sehr von der Autorin „gewollt“. Dennoch eine schöne Verknüpfung.

Fazit: Was bleibt? Eine Dystopie, bei der die Romantik als zartes Pflänzchen entsteht, am Ende des ersten Teils zu einem jungen Baum gewachsen ist, der dann im zweiten Buch im Zuge anhaltender Langeweile welkt und am Ende des dritten Teils der Seuche zum Opfer fällt.

Wie gesagt, ich kann nicht poetisch sein, geschweige in Metaphern schreiben.

Kurz: Von der Romantik aus dem ersten Buch ist am Ende des Dritten nichts mehr zu spüren, was ich persönlich sehr schade finde, denn es war das, was diese Geschichte für mich lesenswert gemacht hat. Stattdessen wird der Leser mit einer geheimnisvollen Krankheit konfrontiert, die dann aufgrund eines mutierenden Virus zu einer Seuche wird und die gesamte Bevölkerung zu infizieren und töten droht.

Wo kommt auf einmal diese mysteriöse Krankheit her? In keinem der anderen beiden Teile wurde auch nur ein Hauch von einer Information gestreut, was den Leser zurückdenken lässt. Als Erklärung wird die Gesellschaft genannt, die ihre eigenen Leute vergiftet hat, aber dann der Krankheit machtlos gegenübersteht. Wie auf Kommando steht plötzlich die Erhebung auf dem Plan und sagt: „Hey kommt alle her, ich habe ein Gegenmittel!“ Feiner Zug sowohl von der Erhebung als auch von der Autorin, der scheinbar eine Möglichkeit gefehlt hat, die Erhebung auferstehen zu lassen.

Vom Klappentext erwartet man viel mehr, als was man am Ende bekommt – was von einem guten Werbetexter zeugt und leider die Erwartungen weit hinten anstellt. Aber diese Erfahrung habe ich in der letzten Zeit häufiger gemacht, und das nicht nur bei Mehrteilern.

Weder habe ich von einer Entscheidung Cassias gelesen, weiterhin ist mir ihre die Aufgabe für die Erhebung schleierhaft.

Auch wenn ich die Rolle Xanders in diesem Buch sehr schätze und es toll finde, dass die Autorin diesem Charakter mehr Platz eingeräumt hat, finde ich es schade, dass Cassia und Ky schon fast ‚Randfiguren‘ sind. Ky der Pilot, der das Heilmittel transportiert und Cassia, die als ‚Nebenverdienst‘ für die Archivisten arbeitet und sonst im Grunde nichts weiter tut, als erst für die Gesellschaft, und dann für die Erhebung, zu sortieren.

Ich bin froh, dass die Autorin da keine Dreiecksbeziehungskiste draus gemacht hat, sondern Xander die Möglichkeit gegeben hat, sich unabhängig von Cassias Entscheidung zu verlieben. Das macht die gesamte Geschichte (und auch das Ende) (für mich) zufriedenstellend.

Am Ende bleibt eine weitere Trilogie mit hübschen Covern und einem etwas enttäuschenden Ende, die ich wohl nicht nochmal lesen werde, und sich somit zu „Panem“ und „Biss“ gesellt.

Dennoch hat diese Geschichte ihren Platz in meinem Herzen gefunden, nicht wegen der beiden Hauptcharaktere, sondern vielmehr wegen der Zukunftsversion, die dahintersteckt.

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Liberty 9

Januar 12

Liberty 9 - Sicherheitszone

Price: EUR 18,99



Autor: Rainer M. Schröder

Erscheinungsdatum: 27. August 2012

ISBN-13: 978-3570154649

Verlag: cbj

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten

Klappentext:

 

Der Titel gefiel mir sehr gut. Ich mag den Klang des Wortes „Liberty“. Außerdem ist es ein von einem deutschen Autor geschriebenes Buch und umso mehr habe ich mich darauf gefreut. Denn meistens sind es ja englische Autorinnen, die ich so in die Finger bekomme.

Kendira lebt ein geregeltes Leben in einer abgeschotteten Zone, in der sie eine Ausbildung zu einem höheren Dienst erlangt. Leistung ist wichtig. Die Welt in der sie lebt wird von Klassen, aber auch von viel Technik und Licht beherrscht. Seit der Kindheit wird ihr eingetrichtert, auserwählt und etwasBesonderes zu sein. Der strenge Lehrplan und die ununterbrochene Beschäftigung lassen keinen Spielraum, eigene Gedanken zu fassen. Erst als Dante, ein niederer Servant in ihr Leben tritt und sie ihn aus unerfindlichen Gründen schützt, fängt sie an die Dinge in Liberty 9 zu hinterfragen. Nach und nach wird das Bild der lobpreisenden Zukunft in eine dunkle Todbringende gefärbt. Wird Kendira sich aus dem goldenen Käfig befreien?

Erster Satz: Kendira schreckte aus dem Schlaf und richtete sich mit einem Ruck im Bett auf.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Idee hat mich sehr angesprochen. Herr Schröder hat sich da wirklich was tolles einfallen lassen mit der abgesicherten Zone in der die Bewohner unwissend sind. Auch das ganze Technikzeug war richtig was für mich.

Plot: An sich ist der Plot nicht schlecht, aber mir sind einige Schlüsse zu plump gezogen worden. Es wirkte hier und da etwas zu konstruiert und hat mich leider nicht in die Geschichte eintauchen lassen. Das Konstrukt aus Libertianern, Servanten, Nightraidern und den Parallelen zum Christentum ist sicher gut ausgedacht. Am Anfang war ich jedoch etwas erschlagen von den ganzen Begriffen und Erklärungen und hätte mir da weniger Info und mehr Handlung gewünscht. Die Steigerung der Zweifel von Kendira durch die aufbauende Folge von Ereignissen ist nachvollziehbar. Leider habe ich es aber nicht als so spannend empfunden. Ein Lesesog ist nicht entstanden. Für mich ein guter solider Plot mir richtig guten Ideen, der aber packender ausgearbeitet hätte können.

Schreibstil: Woran es auch immer lag, ich bin mit dem Stil nicht warm geworden. Der Text ist gut zu lesen. Mit der Perspektive der dritten Person aus Kendiras Sicht gut gewählt. Ich glaube drei Mal wurde von einer anderen Person die Perspektive eingenommen. Davon hätte man mehr haben können, denn so wirkte es als unbedingt eingefügt. Die Dialoge empfand ich als zu konstruiert und wirkten künstlich. Die Beschreibungen der Umgebung waren zu ausführlich. An manchen Stellen zu viel des Guten und an manchen Stellen zu wenig. Was mir außerdem aufgefallen ist, und eigentlich lese ich generell darüber hinweg, sind die Rechtschreibfehler. Ja, selbst mir sind sie aufgefallen.

Charaktere: Auch hier ist es nicht einfach, etwas zu schreiben. Als Erstes fällt mir nur ein: flach. Zu keinem Charakter konnte ich eine innige Beziehung aufbauen. Es gab nicht mal einen Nebencharakter, den ich toll fand. Kendiras Entwicklung ist vorhersehbar und ihr ganzes Handeln zu steif. Warum sie Dante so mag, wird nicht wirklich deutlich. Dante, der nach meiner Meinung eigentlich der Protagonist zum anschmachten sein müsste, bleibt farblos. Die Beziehung zwischen den beiden weist kein Knistern auf. Das ist so schade, denn Herr Schröder hat so viele Charaktere mit tollen Ansätzen geschaffen, deren Potenzial ausgeschöpft bleibt.

Hintergrund: Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich wirklich loben muss. Auch wenn viele Fragen offen bleiben, merkt man hier, wie viel Liebe zum Detail Herr Schröder in die Geschichte gelegt hat. Ich bin bekennender Technikfreak und mit den ganzen Lichtern und Technikzeug schafft er es total, mich zu kriegen. Für manch einen mag die Darstellung der „Rides“ langatmig erscheinen; mir haben diese Parts sehr gut gefallen, obwohl sie so ausführlich dargestellt wurden. Man kann sich Liberty 9 sehr gut vorstellen und ich würde gerne mal die „Tube“ ausprobieren oder einen „Ride“ machen. Ich finde auch die Ähnlichkeit zu einem Kloster sehr gut durchdacht. Die Kutten, die Lichtmesse etc.  Das mit der modernen elektronischen Welt zu kombinieren ist ihm gelungen und eine geniale Idee.

Fazit: Puh, ein Buch was mich spaltet. So sehr ich über den Stil und die Charaktere meckern kann, so toll finde ich den Hintergrund, selbst wenn fast alle Fragen offen leiben und Antworten nur angedeutet werden. Ich frage mich mehr, was hinter allem steckt, als was mit Kendira und Dante passiert. Das mag sich merkwürdig anhören, aber immerhin schafft die Geschichte es dadurch, dass ich Teil 2 lesen möchte. Wer also ein bisschen darüber hinwegsieht, dass das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft wurde, kann sich in eine interessante lichtdurchflutete und düstere Welt entführen lassen.

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Das Letzte Zeichen

Oktober 18

Das letzte Zeichen

Price: EUR 8,99

Autor: Gemma Malley

Originaltitel: The Killables

Übersetzer: Friedrich Pflüger

Erscheinungsdatum: 8. Juni 2012

ISBN-13: 978-3570308172

Verlag: cbt

Taschenbuch: 352 Seiten

Klappentext:

 

Erster Satz: Augen und Nase verklebt von Dreck und Staub.

Ich hatte das Buch seit Erscheinen im Hinterkopf, weil mich der Klappentext einfach ansprach. Sehr neugierig habe ich mich dann diesem „schreiend“ pinken Taschenbuch gewidmet.

Evie lebt in einem von Rangzeichen dominierten Welt. in der sich jeder Bewohner als Baby der „Neutaufe“ unterzieht. Dabei wird die Amygdala (der Teil des Gehirns, in dem Angst entsteht) entfernt und macht den Menschen gut. Jeder strebt danach ein „A“ zu werden, ein Mensch, befreit vom Bösen und durch und durch gut. Evie selbst trägt Rang „B“. Keiner weiß, dass sie sich trotz der Avancen von Lucas, der ein „A“ ist, sich mit dessen Bruder Raffy trifft, den sie heimlich liebt. Eines Tages hört Evie, das Raffy auf Rang „K“ gestuft werden soll, was eine erneute „Neutaufe“ bedeutet, nach der Raffy Evie sicher vergessen wird. Evie ist hin und hergerissen. Sie liebt Raffy, ist Lucas versprochen und weiß, dass ihr Verhalten böse ist und sie jederzeit Gefahr läuft, herabgestuft zu werden. Für wen entscheidet sie sich, und kann sie Raffy vor der Neutaufe bewahren?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Rangabzeichen sind ein interessanter Aspekt und auch der Zeitpunkt, zu dem die Geschichte spielt, liegt nicht in unvorstellbaren Weiten. Die abgeschottete, von Mauern umringte Stadt und die Idee mit der Amygdala, deren Entfernen die Menschen „gut“ macht, geben eine gute Grundlage.

Plot: Der Anfang konnte mich nicht fesseln. Man war zu sehr bei Evies Gedanken, was ich ja grundsätzlich mag, aber hier, in meinen Augen, nicht gut gelöst war. Wenn diese etwas monotone Wirkung des Anfangs von der Autorin so beabsichtigt war, ist das in Ordnung, mein Fall war es nicht. Auch die gesamte Entwicklung der Geschichte war zwar nachvollziehbar, aber hat mich nicht vom Hocker gehauen. Leider. Der Höhepunkt am Schluss ging mir zu glatt und zu schnell. Außerdem habe ich Logikfehler entdeckt, oder es hat sich zumindest so angefühlt. Man hätte mehr aus dem Plot machen können. Mehr Dramatik zwischendurch und nicht nur kurz vor Ende. Es war mir unmöglich so richtig abzutauchen.

Schreibstil: Keine Ahnung, ob es an der Übersetzung lag, aber ich fand den Stil langweilig. Erzählt wird in der dritten Person im Präteritum. Es gibt auch Perspektivenwechsel, aber selbst die haben es nicht geschafft bei mir Spannung zu erzeugen. Die ganze Zeit über habe ich mich von dem Geschehen distanziert gefühlt. Es kamen keine Emotionen an. Sicher ist der Stil einfach und leicht zu lesen, aber mehr als solide kann ich ihn nicht bezeichnen. Schade, denn da hätte man einiges mehr an Tempo in die Geschichte und  Brisanz in den Stil legen können. Der Klappentext verspricht so viel, dessen die Autorin in meinen Augen  nicht gerecht geworden ist. Was ich auch sehr schade fand, waren die einfachen Benennungen. Die Stadt hat keinen Eigennamen, ebenso einfallslos die Bezeichnung der  „Bösen“. Sowieso habe ich das Wort „böse“ viel zu oft gelesen.

Charaktere: Evie ist mir zu flach. Sie nervt und es gibt es kaum Entwicklung bei dieser Figur. Am Ende dann gibt es eine zu plötzliche Wendung, die aber auch nicht überzeugt.

Raffy, ihr Freund stellt den Rebell dar. Und obwohl er Gefühlsausbrüchen zeigt, kommt man ihm nicht nah. Ich habe sein Handeln auch nicht immer verstanden und eigentlich ist er für mich der unsymhatischere von den beiden Brüdern.

Lucas dagegen zeigt am meisten Entwicklung und spielt seine Rolle perfekt. Ein Charakter, der mir richtig gut gefallen hat und auch toll rüberkommt. Ohne groß zu spoilern: Er trägt ein zu einem interessanten Aspekt der Geschichte bei.

Selbst die Dreiecksbeziehung  der Jugendlichen bringt zu wenig Spannung. Evie ist zwar verwirrt, was die Gefühle für die beiden Jungs anbelangt, aber wirklich verstanden habe ich sie nicht.

Auch die Nebenrollen hatten gute Ansätze, wurde leider für meine Begriffe nicht genug ungesetzt.

Hintergrund: Es wird einiges erklärt und hört sich schlüssig an, aber überzeugt nur oberflächlich. Ich persönlich finde den Zeitraum knapp gewählt. Eigentlich müssten sich noch genug Menschen an die Zeit vor der „Schreckenszeit“, nach der die Stadt errichtet wurde, erinnern können. Dass sich die Menschen freiwillig in so ein strenges, Angst einflößendes System begeben, kann ich nicht nachvollziehen.

Fazit: Schade. So enttäuscht war ich selten. „Das letzte Zeichen“ ist der Auftakt einer Trilogie, die ich nicht weiter lesen werde. Nur um Lukas tut es mir leid. Was mit ihm passiert, wüsste ich schon gerne, aber dazu hätten der Stil und die Umsetzung der Idee besser sein müssen. Für all diejenigen, die noch nie eine Dystopie gelesen haben, könnte es allerdings ein gutes Buch und der Einstig in dieses Genre sein.

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Legend – Fallender Himmel

Oktober 2

Legend 01 - Fallender Himmel

Price: EUR 17,95

Autor: Marie Lu

Originaltitel: Legend

Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Erscheinungsdatum: 10. September 2012

ISBN-13: 978-3841421494

Verlag: Loewe

Gebundene Ausgabe: 363 Seiten

Kurzinhalt:

 

Kann man sich dem Hype wirklich entziehen? Wohl kaum, und ich bin froh darüber, denn zunächst war ich nicht sicher, ob ich das Buch lesen möchte. Ich fand das Cover erst nicht ansprechend, was aber live und in weiß–gold doch gut ist. Irgendwie war der Klappentext nett, aber nicht so appetitanregend. ‚Legend‘ war schon auf der Liste der Bücher, die ich irgendwann mal lesen möchte, aber der Hype und die guten Kritiken haben mich schlussendlich sehr neugierig gemacht.

Erster Satz: „Meine Mutter glaubt, dass ich tot bin.“

June ist das Wunderkind der Republik und die jüngste Absolventin der Drake–Militärkademie. Ihre erste offizielle Mission ist auch gleich eine persönliche. Sie soll den Mörder ihres Bruders aufspüren. Day, der meistgesuchte Verbrecher des Landes. Im Zuge einer Undercoveraktion findet sie ihn tatsächlich – unwissentlich – und verliebt sich, nicht nur in ihn, sondern auch in die Geborgenheit, die ihr das Zusammenleben auf der Straße mit ihm und seiner Freundin Tess geben. Als sie herausfindet, wer er wirklich ist, liefert sie ihn ans Messer. Gemeinsam jedoch kommen sie nach und nach hinter die Wahrheit der „Seuche“, die die Armenviertel und auch Days Familie regelmäßig heimsucht. Ändert June ihre Meinung? Wird Day gerettet?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Der Klassiker lässt grüßen: Romeo und Julia. Bis auf das Ende, soviel sei gesagt. Und da man mich mit diesem Schema immer wieder begeistern kann und Marie Lu die Idee in ein tolles Gewand gekleidet und zu ihrer eigenen gemacht hat, kann ich sie nur gut finden.

Plot: Gerade durch den Perspektivenwechsel ist der Plot sehr spannend. Mir fielen keine Lücken auf und im Grunde bin ich begeistert, denn mir war die ganze Zeit so, als säße ich im Kino und gucke einen spannenden Film. Allerdings wurden mir einige Schlüsse zu einfach gezogen. Da hatte ich ein Gefühl wie bei manchen Romanverfilmungen, bei denen man denkt: Im Buch ist das sicher länger, da haben sie gekürzt.

Schreibstil: Jeden Moment, den ich lesen konnte, habe ich entgegengefiebert. Erster Pluspunkt: Perspektivenwechsel. Zweiter Pluspunkt: Icherzähler. Ganz kleiner Miniminuspunkt: Manchmal musste ich nachsehen, wer gerade erzählt. Ich war im Bann und habe die Seiten so schnell gelesen, dass ich mich vorm Ende gefürchtet habe, nur weil das Buch dann vorbei war. Ein regelrechter „Pageturner“. Und toll geschrieben. Da war nichts, was mir zu viel war oder mich gelangweilt hat. Auch die immer wieder auftauchenden Rückblenden waren passen platziert und so in die Geschichte geflochten, dass mich das keineswegs gestört hat.

Charaktere: June und Day sind sich sehr ähnlich. Man könnte das als Manko sehen, aber ich empfand es mit dem Hintergrund dieser Geschichte genau richtig. Beide haben auf ihre Weise mit dem Verlust der Familie zu kämpfen. Beide haben eine sehr gute Auffassungsgabe und körperliche Talente. In Sekundenbruchteilen analysieren sie ihre Umgebung und handeln überlegt. June war mir richtig sympathisch, den trotz ihres Wunderkindstatus kommt sie nicht arrogant daher. Und Day? Ach ja, was soll ich sagen? Wenn der Hauptprotagonist blonde lange Haare und blaue Augen hat, ist es um mich geschehen. Wenn er dann noch so taff und doch gefühlvoll angelegt ist… Ja, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit ihm.

Ein ganz großen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die beiden sind mit 15 Jahren eindeutig zu jung angelegt. Das wollte nicht in meinen Kopf und ich habe währen des Lesens irgendwann beschlossen das für mich einfach abzuändern und sie älter zu machen. Sorry, Frau Lu, aber dass verstehe ich immer noch nicht. Die Motivation der beiden passt vielleicht noch, aber nicht das Handeln an sich.

Auch wenn Metias nur einen kurzen Auftritt hat, ist er doch immer präsent, was an Junes Erinnerungen liegt. Ein starker Charakter, der auch nach seinem Tod in die Geschicke der Geschichte eingreift.

Thomas ist sehr klar strukturiert und im Endeffekt war mir klar, welche Rolle er in der Geschichte einnimmt. Aber das passt zu ihm.

Ich hoffe es gibt ein Wiedersehen mit Tess. Ich mag diese kleinen quirligen Mädchencharaktere, die den Optimismus und die Leichtigkeit in die Geschichten bringen.

Hintergrund: Ich weiß zwar immer noch nicht genau, wie sich diese Staatsform gebildet hat, aber am Ende der Trilogie ist man sicher schlauer. Ich mag die ganze Welt. Fragt mich nicht warum, aber das Kino fand ich toll beschrieben. Aber auch alles andere war schlüssig und meiner Meinung nach durchdacht. Sogar die Uniformen wechselten der Veranstaltungen entsprechend. Ausserdem konnte man den Rang erkennen. Ebenso die Unterteilung der Stadtteile und auch das Erkennungsmerkmal eines „Lake“–Bürgers, wie Tess und Day, die alle anderen Bewohner mit Cousin oder Cousine anreden. Solch netten kleinen Details machen die Welt lebendig.

Fazit: Legendär! Ich kann nicht anders als zu sagen: Her mit der Fortsetzung und Gott sei Dank ist es eine Trilogie! Ja ihr lest richtig. Noch nie war es mir so zuwider das Ende zu lesen, weil ich nun warten muss um wieder mit den Protas in die Welt einzutauchen. Ein Buch, was ich ein zweites Mal lesen würde. Und da ich schon gelesen habe, dass die Filmrechte verkauft sind, freue ich mich auch schon darauf. ‚Legend‘ ist filmreif. Der Hype ist absolut gerechtfertigt. Wer auf starke Charaktere steht und die ein oder andere heftige Szene verträgt, sollte sich darauf einlassen und sich vom Lesesog mitreißen lassen.

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Godspeed – Die Suche

August 24

Godspeed - Die Suche

Price: EUR 19,95

Autor: Beth Revis

Originaltitel: A Million Suns

Übersetzer: Simone Wiemken

Erscheinungsdatum: August 2012

ISBN-13: 978-3791516776

Verlag: Dressler

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Kurzinhalt:

 

Ich war gespannt auf die Fortsetzung, denn ich mag Raumschiffe und der erste Teil hat mir schon gut gefallen. Für alle, die die Story aus dem ersten Roman noch nicht kennen, lest bitte hier meine Rezension, dann das Buch.

Da ich partout nicht spoilern möchte, werde ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen.

Erster Satz: „Das wird nicht einfach werden“, murmle ich und starre die massive Metalltür auf dem Technikdeck an, hinter der sich der Maschinenraum der Godspeed befindet.

Amy und Junior haben die Bewohner der Godspeed von „Phydus“ befreit. Junior hat mit dem Regieren alle Hände voll zu tun, vor allem, weil sich eine Meuterei anbahnt, er aber für so einen Fall nicht genügend ausgebildet ist. Amy geht derweil mysteriösen Hinweisen nach, die sie durch das ganze Schiff schicken. Junior hilft ihr dabei, so gut er kann. Dabei kommen die Teenager hinter das Geheimnis der Godspeed. Der Aufstand der Bewohner wird immer größer und es kommt zu Handgreiflichkeiten. Durch die Enttarnung des Geheimnisses, schöpfen jedoch alle neue Hoffnung. Jeder kann seine Entscheidung treffen.

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Schreibstil
Charaktere
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Idee: Ja, das Raumschiff. Sowas reizt mich grundsätzlich. Aber in diesem Teil kommt eine spannende Detektivstory dazu, die einen ans Buch fesselt.

Plot: Ich kann nicht meckern. Was ich im ersten Teil noch als vorhersehbar empfand, bleibt hier im Dunklen. Sicher, man macht seine Vermutungen, wer hinter den Anschlägen steckt, aber sicher sein kann man sich nicht. Ich konnte das Buch nicht weglegen. Der ganze Plot ist spannend bis zur letzten Seite. Man fiebert so sehr mit Amy mit. Das hat mich sehr überrascht und ich konnte gar nicht glauben, dass es eine so gute Story ist.

Schreibstil: Wie gewohnt wechselt Beth Revis von Juniors zu Amys Perspektive als Ich–Erzähler im Präsens. Teilweise hab ich so schnell gelesen, dass ich mir im ersten Moment bewusst machen musste, bei welcher Person ich da bin. Das könnte etwas deutlicher herausstechen. Da hat sich im Vergleich zu Teil 1 leider nichts getan. Dennoch fesselt die Autorin mit ihrem Stil und insgesamt habe ich das Buch besser geschrieben empfunden, als Teil 1. „Godspeed–Die Suche“ war ein regelrechter Pageturner.

Charaktere: Amy ist mir sympathischer geworden. Auch Junior, obwohl ich diesen Namen immer noch nicht mag. Das gesamte agieren der beiden untereinander ist mir viel näher gekommen. Die Stellen, wo sie miteinander schäkern sind toll gelungen. Man merkt, dass sie sich jetzt schon besser kennen. Amy scheint sich auch mehr und mehr mit dem Leben auf dem Schiff abzufinden.

Junior fällt es nicht leicht in die Rolle des Ältesten zu schlüpfen. Er mag nicht mal so genannt werden und will sich von der Regentschaft und den Methoden des verstorbenen Ältesten distanzieren . Mit seinen 16 Jahren hat er ein ganz schönes Päcken zu tragen und viel zu wenig Zeit um mit Amy einfach nur mal Teenager zu sein. Sein Charakter macht eine starke Entwicklung mit, denn er muss sich den Respekt der Bewohner erkämpfen. Meiner Meinung nach ist der Autorin das sehr gut gelungen.

Alle Nebencharaktere stechen deutlicher hervor. Ich kann mich viel eher an sie erinnern, als es noch bei Teil 1 der Fall war.

Hintergrund: Die Story ist gut durchdacht und ich stelle mir ein riesiges Storyboard dafür vor. Außerdem hat man das Gefühl, dass auch Beth Revis selbst immer vertrauter mit dem Raumschiff wird. Sie beschreibt die Vorgänge sehr gut und alles ist durchdacht, wenn man mal von den Kritikpunkten absieht, die ich bei der Rezension von „Godspped–Die Reise beginnt“ genannt habe.  Falls die Reihe verfilmt wird, was ich super fände, sollte sie unbedingt selbst das Drehbuch schreiben und beim Design der Sets mitreden.

Fazit: WOW! Eine solche Steigerung von Teil 1 auf 2 habe ich selten erlebt. Da kann ich gar nicht mehr über Trilogien schimpfen und ich kann August 2013 kaum erwarten. Muss das wirklich ein Jahr dauern bis der Abschlussroman erscheint? Das Buch endet an der spannensden Stelle überhaupt, dass man sofort weiterlesen will. Ich bin immer noch überwältigt, da mir Teil 1 ja gut gefallen hat, aber bei Weitem nicht so überzeugt hat wie es nun die Fortsetzung macht. Da bleibt nur zu hoffen, dass der Abschluss der Trilogie genauso spannend wird. Wer bisher auf diese Reihe noch keine Lust hatte, sollte jetzt damit anfangen!

Vielen Dank an Dressler für das Rezensionsexemplar.

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Renegade – Tiefenrausch

August 20

Renegade: Tiefenrausch

Price: EUR 16,99

Autor: J.A. Souders

Originaltitel: Renegade

Übersetzer: Charlotte Lungstraß

Erscheinungsdatum: 20. August 2012

ISBN-13: 978-3492702812

Verlag: ivi

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

Kurzinhalt:

 

Bei der Durchsicht des Verlagsprogramms bin ich auf „Renegade“ neugierig geworden. Ein Setting unter Wasser – das musste ich lesen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es vorab lesen durfte.

Ich frage mich immer noch, warum das Mädchen auf dem Cover dunkle Haare hat, da die Hauptprotagonistin blond ist. Ansonsten finde ich diese Idee mit dem Tropfen ganz schön, dessen Silhouette sich bei den Kapitelanfängen wiederholt. Als ich den Schutzumschlag weggelegt habe, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ja Geschmackssache, aber ich stehe total auf diese Lilametallic-Optik. Das magentafarbene Bändchen passt perfekt dazu.

Erster Satz: Mein Leben ist absolut perfekt.

Evies perfektes Unterwasserleben wird gehörig durcheinandergebracht, als sie auf Gavin trifft, einen Oberflächenbewohner. Durch ihn hinterfragt sie langsam aber sicher die strengen Regeln der Unterwasserstadt, die „Mutter“ geschaffen hat. Recht schnell bemerkt sie, dass etwas nicht stimmt. Woher kommen diese plötzlichen Erinnerungsfragmente und wieso kennt sie geheime Wege in Elysium? Warum versteht sie etwas von Waffen? In einer rasanten Jagd mit Gavin an ihrer Seite erkundet Evie nicht nur die Geheimnisse der Stadt, sondern dringt auch in ihre eigene innere Tiefe vor.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Wie schon gesagt: Ein Unterwasser-Setting. Ich mag so was. Mich fasziniert das Meer. Aber ohne zu spoilern kann ich nur andeuten, dass mir die Gesamtidee super gefallen hat.

Plot: Während der ersten 100 Seiten dachte ich noch, dass alles recht schnell geht. Die Autorin hätte Gavin und Evie ein bisschen mehr Zeit geben können. Allerdings ist das eher nebensächlich. Der Plot ist sehr gut durchdacht und wird nicht langweilig. Ich musste einfach weiterlesen. Zunächst fragt man sich auch, was es mit den halb transparent gedruckten Sätzen auf sich hat. Im Nachhinein ein tolles Stilmittel, kommt man erst mal hinter die Bedeutung. Nach dem Ende von Kapitel eins und am Anfang von Kapitel zwei denkt man dann: Richtig gut gemacht, das nehme ich ihr ab. Ab einem gewissen Punkt nimmt die Story dann richtig Fahrt auf und man fiebert mit den Protagonisten mit.

Schreibstil: Ich hätte es nie gedacht aber: Ich-Perspektive im Präsens = Supergut! Zumindest was dieses Buch angeht. Anders wäre es gar nicht möglich gewesen, Evies Inneres darzustellen. Ich möchte das hier nicht näher erläutern, sonst müsste ich spoilern. Ansonsten ist es kein herausragend besonderer Stil, aber J.A. Sounders schreibt einfach, flüssig und spannend. Das Buch war für mich schon ein Pageturner. Man möchte gerne mehr von ihr lesen. Das hat jedoch was mit der Idee und Umsetzung der Story zu tun. Die ist durchdacht von vorne bis hinten.

Charaktere: Ich möchte nicht zu viel von Evie sagen, aber ihre Figur ist sehr gut ausgearbeitet und hat viel Tiefe. Man meint sie ist naiv, was sich aber nicht bewahrheitet. Ihre innere Zerrissenheit wird deutlich, und wenn ich die Geschichte Revue passieren lasse, fallen mir all die Kleinigkeiten auf, die auf ihr Geheimnis abzielen. Gavin ist nett und ich mag ihn, jedoch fehlte mir manchmal etwas. Da geht alles etwas zu schnell vonstatten und man kann sich kein richtiges Bild von seinem Inneren machen. Ich hätte ein bisschen mehr von seiner Gefühlswelt erfahren. Sicher wäre hier ein Perspektivenwechsel interessant gewesen. Gavin zeichnet aber ungemein sein Vertrauen in Evie aus. Seine Liebe zu ihr wird deutlich.

Mutter ist der Antagonist der Story und benimmt sich überhaupt nicht „ladylike“. Ihr Hintergrund wird angerissen und man kann absolut nachvollziehen, warum sie so handelt. Sie scheint immer einen Schritt voraus zu sein und ist skrupellos. Eine gut gelungene Gegenspielerin.

Hintergrund: Da bin ich immer kritisch und könnte auch hier Kleinigkeiten bemängeln,  jedoch werden doch einige Sachen erklärt. Man merkt sehr schnell, dass sich die Autorin Gedanken gemacht hat und Recherche kein Fremdwort war. Sie hat sich sogar Gedanken über den Druckausgleich der Bewohner Elysiums gemacht. So was gefällt mir. Auch die ganze Hintergrundstory zur Entstehung der Stadt ist stimmig und nachvollziehbar.

Fazit: Nicht das was ich erwartet haben, nein: Besser! Pluspunkt ist sicherlich für mich persönlich das Setting, obwohl die Geschichte auch in einem Bunker oder Ähnlichem hätte spielen könnte. Ebenfalls Pluspunkt ist einfach der Name des Hauptprota: Gavin. Irgendwie mag ich den Namen. Wer auf Verfolgungsjagden steht, Blut sehen, bzw. lesen kann (manche Stellen waren schon heftig) und dabei noch ein bisschen Detektiv spielen möchte, hat mit Renegade sicher seinen Spaß.

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