Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Bitterzart (Birthright 1)

Juni 4

Bitterzart: Roman

Price: EUR 16,99



Autor:
Gabrielle Zevin

Originaltitel: Birthright 1: All these things that I’ve done

Übersetzer: Andrea Fischer

Erscheinungsdatum: 25. April 2013

ISBN-13: 978-3841421302

Verlag: FISCHER FJB

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten

Klappentext:

 

Ein wunderschönes Cover. Eines von der Art., die man als Poster an die Wand hängen möchte. Als ich dann im Klappentext was von Schokoladenverbot und Familiengeschäften las, war mir sofort klar dieses Buch lesen zu müssen.

Anya versucht ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten, was mit halbtoter Großmutter, etwas zurückgebliebenem großen Bruder und kleiner Schwester natürlich kein Kinderspiel ist. Eh sie sich’s versieht steckt sie in den Machenschaften des Familienclans  drin. Erst landet sie unschuldig in einer Erziehungsanstalt, weil sie angeblich mit vergifteter Schokolade an ihrem Exfreund einen Racheakt verübt hat, dann verliert ihr Bruder den Job und soll ins Familiengeschäft einsteigen.  Hochzeiten, Cousins und andere Mafiaoberhäupte interessieren sich für die junge, aber gewiefte Tochter des toten Clanchefs. Und ganz nebenbei ist sie auch noch Teenager und verliebt sich in Win, den Sohn des Staatsanwaltes. Fordert Anya ihr Geburtsrecht ein und schafft sie es mit Win eine Möglichkeit zu finde, ihre Liebe zu leben?

Erster Satz: Am Abend bevor ich in die elfte Klasse kam – ich war gerade sechzehn –, sagte Gable Arsley, er wolle mit mir schlafen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.0/6 (1 vote cast)

Idee: Ganz klar eine Thematik für mich. Wie kann man Schokolade verbieten? Und dann gibt es darum Mafiakartelle? Eine wirklich gute Idee.

Plot: Als Auftakt einer Serie finde ich den Plot nicht zu langsam, aber auch nicht dynamisch genug.  Es gibt immer wieder Höhepunkte und den recht langsamen Einstieg finde ich in Anbetracht einer Serie nicht schlimm, aber den Showdown hätte ich mir etwas fulminanter gewünscht. Auch ist der Klappentext etwas irreführend in meinen Augen. Man erwartet eine Liebesgeschichte, die es auch gibt, aber aus meiner Sicht ist es nicht die Geschichte von Anya und Win die im Vordergrund steht, sondern eher die Geschichte um Anya selbst. Ihr Erwachsenwerden in dieser merkwürdigen Welt. Viele Dinge sind aus dem Fortgang der Geschichte vorhersehbar (ich wusste von Anfang an, wer die Schokolade vergiftet hat), manche überraschten.  Für meinen Geschmack hätte etwas mehr Spannung und Brisanz dem Plot gut getan, andererseits war es auch mal wieder schön, ein Buch mit gemächlichem Tempo zu lesen. Und da es eine Serie wird, kann ich diese Kritikpunkte verschmerzen.

Schreibstil: Es wird aus Anyas Sicht als Ich-Erzähler im Präteritum erzählt. Das ist schon mal Pluspunkt. Was mich besonders angesprochen hat und meiner Meinung nach getrost öfter hätte kommen können, waren die Textstellen, in denen Anya den Leser direkt anspricht. Das lockert  auf. Alles in allem mochte ich den Stil, obwohl ich andere Erwartungen hatte. Die Infos zur Autorin bei denen Literatur und Harvard in einem Satz kamen,  steigern automatisch der Anspruch. Ich habe versucht mich davon frei zu machen. Es liest sich recht locker und leicht und lebt durch Dialoge. Ich bin kein Fan von langen Umgebungsbeschreibungen, aber in diesem Falle, hätte ich mir mehr gewünscht. Am Anfang gab es hier und da Stellen die mich begeistert haben, aber ich hatte das Gefühl, das mit Fortgang der Story dies nachließ. Für die Stimmung wäre das präsentere Einbinden der dystopischen Elemente von Vorteil gewesen. Da hat die Autorin so tolle Idee und kehrt sie zu wenig hervor. Aber es gibt ja Fortsetzungen und vielleicht kommen Gutscheine, Wertmarken, Wasserrationalisierungen und Co noch mehr zum Vorschein.

Charaktere: Da bin ich zwiegespalten. Einerseits fand ich sie schön altersgerecht, andererseits zu abgeklärt. Ich habe mich entscheiden Anya zu mögen und daran ist vor allem eher der letztere Teil des Buches schuld. Sie entwickelt sich vom recht verantwortungsbewussten Teenie zu einer abgeklärten jungen Frau, die sich endlich ihrer familiär bedingten Pflichten stellt. Ihr innerer Antrieb ist klar und verständlich, ihre Erlebnisse als Kind erschütternd. Ihr festhalten an ihren Daddy konnte nerven, aber ich finde es durchaus nachvollziehbar, dass sie diesen Strohhalm oft erwähnt. Alles in allem hat mir der Spagat zwischen Teenie und Erwachsen werden mit dem Hintergrund der Mafiaverhältnisse gut gefallen.

Win. Ich mag Win,  aber er ist mir zu perfekt, zu glatt. Wo sind die Ecken und Kanten? Ich hoffe wirklich sehr, dass dieser Charakter sehr viel mehr Farbe bekommt. Denn in Anbetracht einer Liebesgeschichte ist er mir zu wenig präsent. Sehe ich das Buch als Erzählung Anyas Lebens, wirkt er als größere Nebenrolle. Schade.

Natty, Anyas kleine Schwester und Scarlet, die beste Freundin sind diese süßen Mädels, die Anya immer wieder zum Mädchen machen. Es gibt noch einige andere Nebenrollen, die interessant sind. Vor allem bin ich gespannt, was aus dem Japaner Yuji wird, der ebenfalls Familienboss ist.

Frau Zevin hätte den Mafiosi der Geschichte allgemein mehr Biss geben könne. Mehr Abgebrühtheit. Die Anwälte hätten in meinen Augen etwas bestimmter herüberkommen können. Allerdings hat Frau Zevin bei der Familienaufstellung an alles gedacht, was super ist.

Hintergrund: Jetzt kommt ein großer Kritikpunkt. Auf mich wirkte es so, dass die Autorin Ideen hatte, wirklich gute Ideen, die aber viel zu wenig recherchiert und hinterfragt hat. Beispiel: Das Wasser ist knapp, aber es wird trotzdem Bier gebraut? Papier ist knapp, aber überall liegen Stifte herum um Nachrichten zu schreiben (okay, es wird auch mal Verbandsmull benutzt, aber trotzdem)? Es gibt Ausgangsperren, Kleidung ist rar und dennoch gibt es Krankenhäuser und Orte wohin man ausgehen kann? Mir war der dystopische Hintergrund zu unstimmig, obwohl mich die Ideen begeistert haben. Ich behaupte mal, dass es dieses Setting nicht mal gebraucht hätte. Die Geschichte kann man ohne Weiteres in andere Zeiten und andere Orte transportieren, ohne viel ändern zu müssen. Ich finde es gar nicht schlimm, dass es keine offensichtliche Dystopie ist, aber etwas mehr logischen Hintergrund hätte ich mir persönlich gewünscht.

Fazit: Trotz dem Ärger über den Hintergrund muss ich sagen, dass ich die Geschichte mochte. Nicht Brisantes, aber tolle Ideen, die in den Fortsetzungen hoffentlich ausgereifter werde. Für mich war diese Mischung aus Teenieleben und Mafia wunderbar und ich freue mich sehr auf „Edelherb“, was schon bald erscheint.

Wer literarische Höchstleistungen will, sollte es nicht lesen, wer eine Dystopie erwartet oder eine reine Liebesgeschichte sollte sich von diesen Gedanken freimachen. Ein Buch für alle, die die Geschichte Anyas lesen wollen, die ihr Leben zwischen Rechtsmedizinunterricht und großen Mafiabossen meistert. Ein Mädchen, das in dieser Männerdomäne bestehen muss. Wen das interessiert, der kann an Bitterzart viel Spaß haben.

 

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Zwischen ewig und jetzt

März 19



Autor:
Marie Lucas

Erscheinungsdatum:
7. März 2013

ISBN-13: 978-3841422149

Verlag:
FISCHER FJB

Gebundene Ausgabe:
464 Seiten

Klappentext

 

Als ich das Cover von „Zwischen ewig und jetzt“ sah, wurde ich neugierig. Ich mag diesen Stil der Gestaltung sehr. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Trotzdem war ich ein bisschen hin- und hergerissen, ob es ein Buch für mich ist. Denn ich hätte nach dem Klappentext weniger Seiten erwartet. Dieser ist nämlich leider etwas irreführend. „Zwischen ewig und jetzt“ ist nicht einfach eine Liebesgeschichte, im Grunde geht es noch um etwas ganz anderes.

Julia kommt in eine neue Stadt an eine neue Schule. Im Gepäck eine von Lügen geschwängerte Vergangenheit. Aber das hilft ihr, sich unter Vorgabe falscher Tatsachen der hippen Clique reicher Teenager anzuschließen und mit dem süßen Felix anzubändeln. Allerdings hat ihr eigentlich der unnahbare Niki den Kopf verdreht, den alle meiden. Als ihr Opa stirbt, kommt sie hinter Nikis Geheimnis, der mit den Toten spricht. Er hat eine Nachricht von ihrem Opa. Dieser will seiner Enkelin mitteilen, dass noch ein Testament ihres Vaters existiert. Allerdings ist es anderen Mächten und Personen daran gelegen, ebenso an den Nachlass zu kommen. Julia bittet Niki um Hilfe und verstrickt sich neben den ganzen Geistern auch in eine Dreiecksbeziehung.
Erster Satz: Auf dem Innenhof habe ich ihn gesehen, noch vor allen anderen, und mich sofort verliebt.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.8/6 (1 vote cast)

Idee: Wäre es eine reine Liebesgeschichte, würde der Reiz fehlen. Auch wenn die Umsetzung mich nicht ganz umgehauen hat, ist der gruselige Aspekt dieser Geschichte von der Idee her gut.

Plot: Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, wobei mir der Schnitt zwischen ersten und zweitem Teil noch am deutlichsten und passendsten aufgefallen ist. Die Handlung beginnt sehr gemächlich und man findet sich zusammen mit Julia erst mal in ihrem neuen leben zurecht. Bis zu dem Tod ihres Opas wirkt alles noch wie eine locker, flockige Teenagergeschichte. Dann aber kommt der mystische Aspekt dazu und letztendlich auch der gruselige. Dadurch, dass man vom Klappentext her eine Liebesgeschichte erwartet, war ich doch sehr überrascht, welche Wendung das Buch nimmt. Ich hätte mir all dass, was zum Showdown führt, etwas ausführlicher gewünscht. Da war doch etwas zu viel Tempo und ich hatte etwas Mühe es richtig auf die Reihe zu bekommen. In sich wurde aber an allen Fäden schlüssig gezogen.

Schreibstil: Es ist als Ich-Erzähler aus Julias Sicht im Präsens geschrieben. Was sicher gut ist, weil man so sehr nah an Julia herankommt. Besonders fand ich die Dialoge. Denn Marie Lucas spart sich häufig diese Zusätze wie „sagte er“ usw. Ich mag das ganz gerne in Dialogen, weil es die Sache dynamischer macht. Auch wenn man stellenweise bei Nikis einseitigen Dialogen mit den Geistern etwas verwirrt ist, finde ich diese doch gut gelungen. Erstaunt war ich über den sehr guten Lesefluss, sodass die 464 Seiten nur so dahinfliegen. Auch wenn ich nicht restlos von der ganzen Geschichte überzeugt war, wollte ich doch immer weiterlesen und wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Charaktere: Insgesamt finde ich es richtig toll, wie Marie Lucas die Charaktere transportiert hat. Endlich mal Protagonisten, die sich ihrem Alter entsprechend verhalten. Mit all den Zweifeln und Dingen, die man sich selbst vormacht. Besonders bei Julia kommt das durch die Ich-Perspektive voll zur Geltung.

Ich bin kein Fan von Dreiecksbeziehungen und ich hab mich so manches Mal gefragt, wann Julia es endlich merkt. Wenn ich aber bedenke, wie alt die Protagonisten sind und für welche Zielgruppe das Buch geschrieben ist, finde ich sie richtig gut. Denn Julia hat für beide Jungs Gefühle und schwankt lange. Mir persönlich hat Niki besser gefallen. Ich mag einfach das Lippenpiercing. Felix war mir etwas zu „korrekt“. Was sehr spannend war zu sehen, wie die Jungs miteinander interagieren. Sie buhlen um das Mädchen und eigentlich sind sie jahrelang die besten Freunde gewesen.

Der Antagonist ist lange als solcher nicht zu erkennen und eigentlich hätte ich ihm in der bösen Rolle mehr Raum gewünscht. Zu kurz ist sein Auftreten am Schluss.

Als Nebencharakter muss ich Nikis Vater nennen. Der griechische Bestatter hat mich einfach zum Schmunzeln gebracht.

Hintergrund: Ich habe mich in einem Teenagersetting wiedergefunden. Die Geschichte spielt in Deutschland und auch das kam so rüber. Selbst die Clique der reichen Kids wirkte für mich authentisch. Auch die Geistergeschichte ist schlüssig und ich bin mir fast sicher, dass Marie Lucas in paranormaler Literatur recherchiert hat.

Fazit: Ich war nicht vollends überzeugt und bin immer noch hin- und hergerissen. Lange musste ich über die Rezension nachdenken. Mir war der Schluss zu kurz und im Allgemeinen entwickelt sich die Gruselgeschichte immer mehr in Kontrast zur Liebesgeschichte. Letztendlich wurde ich jedoch gut unterhalten und trotz der Länge kam ich schnell durch.

Ein wunderbares Buch, vor allem für Jugendliche und all jene, die nicht nur schwärmen, sondern zur Abwechslung auch einmal gruseln wollen.

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Die Ankunft (Cassia & Ky 3)

Februar 12


Autor: Ally Condie

Originaltitel: Reached

Übersetzer: Stefanie Schäfer

Erscheinungsdatum: 07. Januar 2013

ISBN-13: 978-3841421517

Verlag: FISCHER FJB

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten


Klappentext:


 

Nachdem ich die ersten beiden Teile von Cassia und Ky gelesen hatte, wollte ich gerne auch das Ende der Trilogie erfahren. Ich finde es gibt nichts Schlimmeres, als nicht zu wissen, wie es ausgeht (außer das Buch ist so schlecht, das man das Ende gar nicht mehr lesen will)

Während Cassia und Xander in die Gesellschaft zurückkehren, um dort ihre Aufgabe zur Unterstützung der Erhebung zu übernehmen, wird Ky bei den Rebellen zum Piloten ausgebildet. Eine Seuche bricht aus, unter der die gesamte Bevölkerung leidet und aus der ‚die Erhebung‘ als Retter hervor geht und ‚die Gesellschaft‘ stürzen kann. Als aber das Virus mutiert, und der neue Erreger gegen das Serum immun zu sein scheint, müssen Cassia, Ky und Xander alles dafür tun, um ein neues Heilmittel zu finden.

Erster Satz:

Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein, an dem sich alles verändert.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.0/6 (1 vote cast)

Idee: Dies ist der letzte Teil einer äußerst vielversprechenden Dystopie-Trilogie. Ich mochte von Beginn an, die Idee hinter ‚der Gesellschaft‘. Sich vorzustellen, dass so etwas möglich ist, ist auf der einen Seite sehr faszinierend, auf der anderen Seite aber auch höchst erschreckend. Alleine der Gedanke vorgeschrieben zu bekommen wen man lieben und heiraten soll, das Essen kein „Vergnügen“ mehr ist, sondern lediglich dazu dient dem Körper die wichtigsten Nährstoffe zuzuführen, hat mich fasziniert. Und das sich aller Diktatur zum Trotz eine zarte Liebe zwischen zwei Menschen entwickelt, hat mein kleines romantisches Herz zum ‚glühen‘ gebracht.

Die Poesie, die im ersten Buch als der Schlüssel der Verbundenheit für die beiden Charaktere galt, hat mich eingefangen und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen.

Eigentlich bin ich kein Fan von poetischen und tiefgründigen Texten. Ich kann damit einfach nichts anfangen, und oft bin ich auch einfach hoffnungslos überfordert mit dem was mir die Gedichte sagen wollen. Ally Condie hat es aber im ersten Buch geschafft, das ich als „Elefant im Porzellanladen“ die Doppeldeutung verstanden habe.

Somit habe ich der Veröffentlichung des zweiten Bandes entgegengefiebert … und wurde enttäuscht.

Das zweite Buch war langweilig. Von der Liebe und auch Romantik aus dem ersten Teil war nichts mehr zu spüren. Sondern es wurde im Großen und Ganzen darüber berichtet, wie Cassia Ky durch die Wildnis folgt, und selbst fast dabei drauf geht.

Also bin ich mit sehr gemischten Gefühlen in den dritten Teil gestartet. Was würde mich erwarten? Romantik oder noch ein langweiliger Text, bei dem ich hoffe, so schnell wie möglich fertig zu sein? Tja … Leider war es wenig von dem einen und eine Menge von dem anderen.

Plot: Cassia wird, genauso wie Xander, am Ende des zweiten Teils in ‚die Gesellschaft‘ zurück geschickt um dort ihre ‚Aufgabe‘ zu übernehmen. Ky hingegen bleibt bei den Rebellen und wird zum Piloten ausgebildet. Seine vornehmliche Aufgabe wird sein, das Heilmittel zu den einzelnen Städten und Provinzen zu transportieren.

Xander und Cassia werden Funktionäre. Cassia als Sortiererin in Central, Xander als Medic in Camas.

Alle warten darauf, wie ‚die Erhebung‘ ‚die Gesellschaft‘ zu stürzen gedenkt. Bei einem Routinebesuch von Xander und zwei Funktionärskollegen werden sie mit einer unbekannten Krankheit konfrontiert, die – kaum das sie im Krankenhaus ankommen – gar nicht mehr so unbekannt ist. Es handelt sich um eine geheimnisvolle Seuche, welche ‚die Gesellschaft‘ nicht in der Lage ist zu heilen.

‚Die Erhebung‘ hingegen hat ein Serum entwickelt, womit die breite Öffentlichkeit geimpft wird, um die Krankheit zu bekämpfen. Somit kann ‚die Gesellschaft‘ gestürzt werden.

Von da an wird es (leider) langweilig und zäh. Es reihen sich Erzählungen von Ky und Cassia, die die Geschichte (nur bedingt) voranbringen. Eher hatte ich das Gefühl, nur wenn aus Xanders Sicht erzählt wurde, gingen auch die Geschehnisse voran. Was sicher aber auch daran liegt, dass er durch die Erhebung zum Arzt ernannt wurde, und direkten Kontakt mit der Seuche hat.

Spannung kommt erst auf, als Cassia, Ky und Xander ausgeflogen werden, um ein Heilmittel für das mutierte Virus zu finden. Endlich scheint auch Cassia ihren Teil beizutragen, hat sie doch das ganze Buch vorher im Auftrag der Archivisten Handel betrieben und eine ‚Galerie‘ für ‚Selbsterschaffenes‘ (Bilder, Gedichte, Geschichten usw.) eröffnet (und im Grunde nichts ‚Geschichten Vorantreibendes‘ erlebt).

Schreibstil: Ally Condies Schreibstil wurde von Band zu Band poetischer. Im dritten Band geht es um sehr viel Poesie und dessen Bedeutung. Aber nicht nur die Gedichtspassagen sind mehr geworden, sondern der gesamte Stil poetischer und tiefgründiger.

Etwas zu poetisch und tiefgründig für mich. 😉

Im dritten Band kommt neben der Erzählsicht von Cassia und Ky auch noch die von Xander hinzu, die meiner Meinung nach auch die Spannendste ist. Wenn die Dinge aus seiner Sicht geschildert werden, passiert etwas und die Geschichte kommt voran.

Charaktere: Bei einem dritten Teil kann man nicht mehr viel von Charakterentwicklung sprechen. Die Story schreitet (mal mehr und mal weniger) voran und im Grunde wollte ich nur noch wissen – kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht. 🙂

Die Geschehnisse aus Xanders Sicht zu erleben, war neu und erfrischend und hat mir von allen drei Perspektiven am besten gefallen. Xanders Charakter hat in diesem Teil eine Menge an Aspekten gewonnen und die ihn mir als höchst anständigen Kerl präsentieren. Ich habe ihn regelrecht liebgewonnen und habe mich am Ende der Geschichte sehr für ihn gefreut. Er ist für mich der Held des dritten Teils.

Hintergrund: Die Gesellschaft und ihr diktatorisches, fehlerfreies System werden gestürzt. Was zurückbleibt ist eine Seuche mit einem mutierten Virus und Menschen, die dran sterben.

Ein todbringendes Zukunftsvirus ist nichts Neues bei Dystopien. Die Autorin hat gute Recherche bei der Entstehung und Mutation von Viren und deren Stämmen betrieben und hat das Wissen schön verpackt, sodass es auch ein Leihe wie ich verstehen konnte.

Interessant ist aber zu sehen, wie sich die Ereignisse aus Band eins und drei plötzlich zusammenfügen. (Band Zwei habe ich bewusst nicht genannt).

Achtung:Spoiler Aufklappen

So wird klar, das Cassia in der Vergangenheit ihr eigenes Paarungsbankett sabotiert und sich wahrscheinlich selbst mit Ky ‚gepaart‘ hat.

Die Verknüpfung von dem Feld mit den weißen Blumen, welche Cassias Mutter in Band eins der Gesellschaft gemeldet hat, und dem wesentlichen Bestandteil des Heilmittels finde ich etwas weit hergeholt und ein bisschen zu sehr von der Autorin „gewollt“. Dennoch eine schöne Verknüpfung.

Fazit: Was bleibt? Eine Dystopie, bei der die Romantik als zartes Pflänzchen entsteht, am Ende des ersten Teils zu einem jungen Baum gewachsen ist, der dann im zweiten Buch im Zuge anhaltender Langeweile welkt und am Ende des dritten Teils der Seuche zum Opfer fällt.

Wie gesagt, ich kann nicht poetisch sein, geschweige in Metaphern schreiben.

Kurz: Von der Romantik aus dem ersten Buch ist am Ende des Dritten nichts mehr zu spüren, was ich persönlich sehr schade finde, denn es war das, was diese Geschichte für mich lesenswert gemacht hat. Stattdessen wird der Leser mit einer geheimnisvollen Krankheit konfrontiert, die dann aufgrund eines mutierenden Virus zu einer Seuche wird und die gesamte Bevölkerung zu infizieren und töten droht.

Wo kommt auf einmal diese mysteriöse Krankheit her? In keinem der anderen beiden Teile wurde auch nur ein Hauch von einer Information gestreut, was den Leser zurückdenken lässt. Als Erklärung wird die Gesellschaft genannt, die ihre eigenen Leute vergiftet hat, aber dann der Krankheit machtlos gegenübersteht. Wie auf Kommando steht plötzlich die Erhebung auf dem Plan und sagt: „Hey kommt alle her, ich habe ein Gegenmittel!“ Feiner Zug sowohl von der Erhebung als auch von der Autorin, der scheinbar eine Möglichkeit gefehlt hat, die Erhebung auferstehen zu lassen.

Vom Klappentext erwartet man viel mehr, als was man am Ende bekommt – was von einem guten Werbetexter zeugt und leider die Erwartungen weit hinten anstellt. Aber diese Erfahrung habe ich in der letzten Zeit häufiger gemacht, und das nicht nur bei Mehrteilern.

Weder habe ich von einer Entscheidung Cassias gelesen, weiterhin ist mir ihre die Aufgabe für die Erhebung schleierhaft.

Auch wenn ich die Rolle Xanders in diesem Buch sehr schätze und es toll finde, dass die Autorin diesem Charakter mehr Platz eingeräumt hat, finde ich es schade, dass Cassia und Ky schon fast ‚Randfiguren‘ sind. Ky der Pilot, der das Heilmittel transportiert und Cassia, die als ‚Nebenverdienst‘ für die Archivisten arbeitet und sonst im Grunde nichts weiter tut, als erst für die Gesellschaft, und dann für die Erhebung, zu sortieren.

Ich bin froh, dass die Autorin da keine Dreiecksbeziehungskiste draus gemacht hat, sondern Xander die Möglichkeit gegeben hat, sich unabhängig von Cassias Entscheidung zu verlieben. Das macht die gesamte Geschichte (und auch das Ende) (für mich) zufriedenstellend.

Am Ende bleibt eine weitere Trilogie mit hübschen Covern und einem etwas enttäuschenden Ende, die ich wohl nicht nochmal lesen werde, und sich somit zu „Panem“ und „Biss“ gesellt.

Dennoch hat diese Geschichte ihren Platz in meinem Herzen gefunden, nicht wegen der beiden Hauptcharaktere, sondern vielmehr wegen der Zukunftsversion, die dahintersteckt.

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Slide

September 29

Autor: Jill Hathaway

Originaltitel: Slide

Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg

Erscheinungsdatum: 26. September 2012

ISBN-13: 978-3841421494

Verlag: Fischer FJB

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Kurzinhalt:

 

Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht. Natürlich finde ich diesen mystischen Aspekt interessant. Außerdem wollte ich wissen, wie die Protagonistin dargestellt wird, da Narkolepsie eine spezielle Sache ist.

Erster Satz: Ich wälze mich auf der Laufbahn neben dem Fußballfeld und schlage um mich.

Sylvia leidet an Narkolepsie. Als wäre das plötzliche Einschlafen nicht schon genug, „wandert“ sie währenddessen auch noch. Berührt sie beim wegdämmern einen Gegenstand, auf dem jemand einen „emotionalen Abdruck“ hinterlassen hat, sieht sie die Welt durch dessen Augen. Ein lästiges Übel, das sie eines Tages zur Zeugin eines Mordes macht, den alle anderen als Selbstmord ansehen. Sie ist fest entschlossen den Mörder zu finden, doch das ist gar nicht so einfach. Einige Personen in ihrem Umfeld sind verdächtig. Zuflucht und Halt findet sie nur in Zane, dem „Neuen“ an der Schule, in den sie sich verliebt. Schließlich muss sie lernen mit ihrer Fähigkeit umzugehen, denn der Mörder hat es auch auf ihre Schwester Mattie abgesehen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
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Idee: Die Idee hat ein bisschen was von „Wake“.  Sie ist nicht also nicht neu, aber trotzdem gut.

Plot: Erst dachte ich: Okay, man lernt alle Figuren kennen. Es plätschert vor sich hin, ist aber dennoch spannend. Dann passiert der Mord und man geht mit Sylvia auf die Suche. Ein paar Mal habe ich gedacht, dass ich weiß, wer es ist, wurde jedoch mit dieser Auflösung zum Schluss dann doch überrascht.

Schreibstil: Erzählt wird als Icherzähler im Präsens. Mir wurde nie langweilig und man konnte die Geschichte schön und recht zügig lesen. Hathaway schreibt zumindest so spannend, dass ich es nicht weglegen konnte.

Charaktere: Sylvia ist mit ihrer Narkolepsie schon interessant. Dazu kommt der Tod ihrer Mutter, der sie mit elf praktisch zur Mutter ihrer Schwester gemacht hat. Aber da ist noch ein Erlebnis, was das junge Mädchen erschüttert hat und sie nun mit pinken Haaren herumlaufen lässt. Sylvia wirkt sehr ernst, aber wenn sie zusammen mit Zane ist, zeigt sie sich als ein normales Mädchen ihres Alters. Besonders sympathisch finde ich Sylvias Haarfarbe und ihren besten Freund Rollins. Auch wie sie sich um Mattie kümmert, obwohl sie auch mal genervt ist von ihrer Schwester, ist toll. Ein Pluspunkt für Sylvia: Ihr Musikgeschmack. Er spiegelt meinen aus der Jugend wieder und hat mich in Erinnerungen schwelgen lassen.

Rollins ist Sylvias bester Freund. Nicht der typische Herzensbrecher, sondern ein Außenseiter. Sylvia merkt kein Stück, das er in sie verliebt ist. Er hat mir die ganze Zeit über etwas leidgetan, bis auch er in den Kreis der Verdächtigen rutscht. Ebenso wie Sylvia ihre Fähigkeit vor ihm verbirgt, erzählt er nie, wie es bei ihm zu Hause wirklich aussieht.

Zane ist der Typ, in den man sich verlieben möchte. Er sieht nicht nur gut aus, er bringt Sylvia Unbeschwertheit. Mit ihm scheint alles einfach und doch birgt auch er ein Geheimnis. Zane steht damit selbst in Konflikt, aber das bekommt man eher passiv mit.

Auch wenn man nun eine Dreiecksbeziehung vermutet, das ist es nicht. Nur am Rande, denn es geht doch mehr darum, den Mord aufzuklären.

Hintergrund: Man hat keineswegs das Gefühl, das etwas nicht passt. Auch wenn der Plot teilweise überraschend daher kommt, fügt sich doch alles zusammen. Zwar habe ich das Motiv des Mörders nachvollziehen können und es war nicht unlogisch, aber dennoch hat es mich nicht vollends überzeugt.

Fazit: Slide ist genau die passende Dosis, um zwischendurch ein gutes Buch zu lesen. Es war so schnell durch, das ich mich auf eine Fortsetzung freue. Allerdings frage ich mich, was da Thema sein wird, denn dieser erste Teil geht durchaus als Einzelroman durch. Wer ein bisschen rätseln möchte, den mystischen Aspekt des „wandern“ mag und ein kurzweiliges Leseerlebnis sucht liegt mit „Slide“ genau richtig.

 

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