Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Ashes – Pechschwarzer Mond (Ashes 3.2)

Dezember 29

 
Ashes - Pechschwarzer Mond

Price: EUR 17,99
 


Autor:  Ilsa J. Bick

Originaltitel:  Monster

Übersetzer:  Robert A. Weiß, Naemi Schuhmacher, Sonja Schuhmacher, Gerlinde Schermer-Rauwolf

Erscheinungsdatum: 12. September 2013

ISBN-13:  978-3863960636

Verlag:  Egmont INK

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Klappentext:

 

Obwohl Teil drei von Ashes bei mir noch ganz gut gewertet wurde, musste ich mich zu dem Abschlussband regelrecht aufraffen. Im Nachhall war mir Teil drei zu sehr von spritzender Gehirnmasse geprägt. Trotzdem wollte ich endlich wissen, wie es ausgeht und habe diese Reihe beendet. Leider bin ich etwas unbefriedigt, obwohl ich nicht sagen kann, dass die Geschichte schlecht war. Sehe ich jedoch Teil 3.1 und 3.2 als ein Buch, wie es im Original ist, empfinde ich es als zu langatmig. Keine Frage Frau Bick schreibt toll, aber ich habe erst mal genug davon. Trotzdem werde ich sie mir als Autorin merken.

Alex kämpft mit dem Monster in ihrem Kopf. Ständig ruft es sie und möchte mit aller Macht in den Vordergrund. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihren undefinierbaren Gefühlen zu Wolf und der Sehnsucht nach Tom. Alles läuft auf ein Finale in Rule zu. Tom möchte die Kinder vor Finn und seiner Armee von Veränderten bewahren und setzt dabei sein eigenes Leben aufs Spiel. Werden sich Tom und Alex schlussendlich finden?

Erster Satz: Sein Verstand setzte fast aus.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.2/6 (1 vote cast)

Idee:  Die neuen veränderten Veränderten ins Spiel zu bringen ist einerseits gut, andererseits habe ich mich gefragt: Warum? So ganz konnte ich das nicht nachvollziehen und auch der Idee dementsprechend eher wenig abgewinnen.

Plot:  Ich muss einfach ein bisschen dazu auch einen Blick auf Teil 3.1 haben, den erst in der Gesamtbetrachtung macht der Plot für mich Sinn. Etwas ist mir jedoch aufgefallen: Trotz der Kürze des Erscheinungstermines der Abschlussbände, war es nicht so einfach, in die Geschichte hineinzufinden. Aber Frau Bick springt wie gewohnt in den Perspektiven der Figuren und hinterlässt solche Cliffhänger, dass man gezwungen ist die Seite umzublättern um weiterzulesen. Ich bin allerdings schon nach drei Büchern von den Handlungsträngen sehr erschlagen gewesen und auch wenn im Finale alles zusammenkommt, hätte ich mir einen strafferen Plot gewünscht. Zu viele Details und Gedankengänge. Zu viel Handlung die dann leider zum Schluss doch noch viel zu viele Fragen offen lässt. Einerseits fand ich das Ende gut. Interessant, mal was anderes und eher unerwartet. Andererseits ärgere ich mich darüber, weil ich immer noch meine, da müsste noch was kommen. Vielleicht noch mal eine Kurzgeschichte?

Schreibstil:  Eigentlich muss ich mich nicht mehr dazu äußern, wenn ihr meine anderen Rezensionen zu der Reihe gelesen habt. Keine Frage: Lisa J. Bick hat einen tollen Stil. Mitreißend, packend, beängstigend plastisch brutal. Das kann sie eindeutig. Mich würde auch mal eine andere Seite von ihr interessieren, denn obwohl sie gut schreibt, habe ich genug von Blut, Hautfetzen und hervorstehenden Knochen. Zum Glück liegt im Abschlussband der Fokus wieder etwas mehr auf der Handlung.

Charaktere:  Alex macht noch mal eine Entwicklung durch, bedingt durch das Monster in ihrem Kopf. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, aber es hat mir gefallen, dass die Autorin darauf bewusst mehr eingegangen ist. Ich finde gut, das Chris, Ellie und Tom zusammen mit Alex die zentralen Handlungen dargestellt haben. Es wirkte so strukturierter und man war mehr bei der Figur, als in dem Vorgänger-Buch.

Hintergrund:  Auch hier kann ich nur wiederholen: Die Autorin setzt ihr fundiertes Wissen perfekt ein.

Fazit: Ich habe es geschafft. Endlich. Das war mein erster Gedanke beim Zuklappen des Buches. Zum Glück etwas besser als Teil 3.1, aber an die ersten beiden Bände, vor allem dem Auftakt kommt es nicht ran. Wurde der erste Band noch sehr durch die Geschichte von Alex und Tom getragen, hat diese sich über die Reihe meiner Meinung verloren. Im Abschluss taucht sie wieder auf, aber zu viele andere Figuren und Handlungen lagen dazwischen. Aber das ist Geschmackssache und als Endzeitromanserie kann ich nur sagen, dass sie gut ist. So sehr ich mich auch durch die letzten beiden Teile etwas gequält habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als gut zu werten.

Für alle, die Endzeit lieben, es brutal und blutig lieben und mal ein bisschen Aufklärung in Sachen Waffen haben möchten.

 

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Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt

Februar 10



Autor:
Alex Morel

Originaltitel: Survive

Übersetzer: Michaela Link

Erscheinungsdatum: 10. Januar 2013

ISBN-13: 978-3863960476

Verlag: Egmont INK

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

Klappentext:

 

Ich fliege selbst zu wenig, dafür aber sehr gerne. Allein deshalb hat mich das Buch schon gereizt. Die kleine Seitenzahl ließ mich eine kurzweilige Unterhaltung erhoffen.

Jane kann ihren Flug nicht sehnlicher erwarten. Endlich raus aus der Klinik, nach fast einem Jahr. Ein Jahr, indem sie auf diesen Moment hingearbeitet hat, denn sie will sich im Flugzeug das Leben nehmen. Ein weiterer Versuch, der dieses Mal endgültig sein soll. Aber alles kommt anders. Das Flugzeug stürzt ab, mitten in den Bergen, kilometerweit von der Zivilisation entfernt. Es ist furchtbar kalt und Jane kann die Ironie der Situation nicht begreifen. Sie wollte sterben und überlebt. Aber noch ein Passagier ist am Leben. Paul, der Junge vom Nebenplatz, der sie tierisch aufregt, der es jedoch auch versteht, ihre Stärke hervorzulocken. Währen sie sich ihren Weg durch Schnee und Wind bahnen, kommen sie sich näher. Jane will plötzlich nicht mehr aufgeben und leben. Dann jedoch passiert etwas Unverhofftes. Schaffen Jane und Paul den Abstieg und finden Rettung?
Erster Satz: Es ist zehn vor zehn.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.3/6 (1 vote cast)

Idee: Bisher habe ich Flugzeugabstürze nur im Film gesehen und das als Thema in einem Buch hört sich einfach interessant an und war für mich neu.

Plot: Leider leider war der Plot für mich absolut vorhersehbar. Als ich Jane erst mal kannte, und dafür hat man lange Zeit, war mir klar, wie die Geschichte verläuft. Keine Frage, alles passte, jedoch war es mir zu gut aufeinander abgestimmt. Die Geschehnisse, Zufälle und Nebenpersonen kamen immer genau richtig ins Spiel. Dennoch hat mich das Buch auf andere Art und Weise gepackt. Es so wie diese Art von Hollywoodfilmen, die auf der einen Seite einen gewissen Kitsch haben und ein Klischee erfüllen, trotz allem absolut berühren und einem die Taschentücher zucken lässt. Man kennt das Ende im Grunde nach den ersten Seiten und trotzdem ist man nicht darauf vorbereitet, was in dem Moment der Momente die Gefühle mit Dir machen. Aber dennoch kann ich nicht so viele Punkte geben. Es ist eben der klassische dramatische Plot; zu offensichtlich.

Schreibstil: Erzählt wird in der Ich–Perspektive Janes im Präsens. Man ist sehr lange nur mit Jane beschäftigt. Dabei versteht der Autor (ja ein Mann, zu meiner Überraschung im Nachhinein) es sehr gut die Gedanken–und Gefühlswelt dem Leser nahe zu bringen. Das hätte etwas weniger sein können, aber vielleicht war es genau das, was dazu beigetragen hat bei dieser Geschichte in Tränen auszubrechen. Besonders gefallen haben mir  diese Gedanken und das Sprechen mit sich selbst, was Jane macht. Sie ermahnt sich selber, spornt sich selbst an. Etwas Besonderes bei diesem sonst eher normalem Stil. Ich war überrascht hinter diesem Roman einen Mann zu finden. Alex ist Unisex, und wenn es nicht ersichtlich ist, informiere ich mich erst später über den Autor.

Charaktere: Jane ist am Ende. Ihre Familiengeschichte ist so dramatisch, dass sie sich in ihr einreihen möchte. Sie startet als doch taffes Mädchen, was sich gegenüber ihren Therapeuten sehr gewieft vorkommt. Eine Stärke, die sich im Laufe der Handlung dreht und einen anderen Schwerpunkt bekommt. Von der absoluten Planerin zur Überlebenskünstlerin. Vorhersehbar, aber gut herübergebracht und Jane vermittelt dadurch eine ganz wichtige Botschaft: wie wertvoll Leben ist.

Paul ist nach außen witzig, mutig, so wie die meisten Jungs in seinem Alter. Harte Schale, weicher Kern. Auch in seiner Familie gab es prägende Ereignisse, die er mit sich herumträgt. Er schafft es Jane zurückzuholen und zu stärken.

Hintergrund: Ich kenne leichte Turbulenzen beim Fliegen, aber ein Absturz? Für mich war alles sehr glaubhaft dargestellt und ich vermute der Autor hat seine Hausaufgaben gemacht. Für mich wirkte es echt und gut recherchiert. Angefangen von der Anstalt, dem Absturz bis hin zu den Schmerzen und der Wildnis.

Fazit: Trotz der Vorhersehbarkeit hat mich das Buch tief berührt. Das hatte ich nicht erwartet. Absolut lesenswert, vor allem für zwischendurch, wenn man sich nicht durch zig Seiten kämpfen möchte. Sicher hätte man viel mehr daraus machen können. Der Länge des  Anfangs wäre am Ende noch mal schön gewesen und auch zwischenzeitlich fand ich die Handlung etwas zu kurz. Nichtsdestotrotz wollte ich die ganze Zeit weiterlesen. Die Botschaft, die hinter der Geschichte steckt, hat man schon oft irgendwo gelesen und gesehen, aber es regt dennoch zum Nachdenken an und trifft ins Herz.

 

 

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Ashes – Tödliche Schatten (Ashes 2)

Dezember 30



Autor: Ilsa J. Bick

Originaltitel: Shadows

Übersetzer: , Robert A. Weiß , Gerlinde Schermer-Rauwolf , Sonja Schuhmacher

Erscheinungsdatum: 9. August 2012

ISBN-13: 978-3863960063

Verlag: Egmont INK

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten

Klappentext:

 

Schon Ashes 1 war eine Überraschung für mich. Ich hatte mich auf Teil 2 gefreut und wurde nicht enttäuscht. Aber seid gewarnt: Es wird brutaler, blutiger, ekeliger und bekäme als Film sicher mindestens FSK 16.

Den Inhalt in eigene Worte zu fassen fällt mir total schwer. Das liegt an diesen vielen Eindrücken und  den verschiedenen Handlungsträngen. Alex muss sich noch mehr durchkämpfen und über sich hinauswachsen, denn sie gerät in die Fänge der Veränderten. Tom versucht verzweifelt zu ihr zurückzufinden und auch Chris, Peter und Lena erleben schreckliche Dinge. Es passiert so viel, dass ich hier Seitenweise schreiben könnte. Lest dieses Buch lieber selbst und wenn ihr mit der Reihe noch nicht angefangen haben solltet, macht das endlich. (Warum lest ihr diese Rezi dann eigentlich? Husch, husch erst mal hier hin. ) Diese Bücher gehören zu meinen Lesehighlights des Jahres.

Wer seine grauen Zellen zum Inhalt des ersten Teils auftischen will, sollte das auf der Homepage des Verlages machen: http://egmont-ink.de/2012/07/ashes-refresher-ilsa-j-bick/ Ihr müsst nach unten scrollen, um zur deutschen Übersetzung zu kommen.

Ein toller Service des Verlages Muss ich hier mal anmerken!
Erster Satz: „FUBAR“ – so nannte es Jed.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.3/6 (1 vote cast)

Idee: Die ganze Weiterentwicklung der Figuren ist richtig gut geworden. Aber es ist eben ein zweiter Teil. Er bietet Lösungen zum ersten Teil, aber wirft auch neue Fragen auf.  Alles in allem denke ich, dass es eine gute Fortsetzung geworden ist.

Plot: Ich war über die plötzlich wechselnden Handlungsstränge überrascht. Ein Sprung ins kalte Wasser, indem man sich erst zurechtfinden musste. Aber Frau Bick lässt die Schauplätze so geschickt wechseln, dass sie einen absoluten Pageturner geschaffen hat. Dennoch mochte ich einige Teile lieber wie andere und musste mich durch manches etwas hindurchquälen. Einige Parts waren sehr spannend, allen voran die um Alex und Tom. Andere Teile kommen mir immer noch gut, aber unnötig vor. Meiner Einschätzung nach wird der Leser erst im dritten und finalem Teil genau dahinter kommen, warum genau das jetzt so geschrieben wurde.

Schreibstil: Immer noch super und aus der dritten Person im Präsens, obwohl Frau Bick plötzlich die Perspektive wechseln lässt. Man merkt der Autorin die Erfahrung mit Waffen an. Teilweise ging mir das hier leider auch auf die Nerven. Fast jeder Charakter hat irgendwie Verbindung zum Militär oder ist Veteran, zumindest kam es mir so vor. Vielleicht ist das in Amerika so, aber es wirkt doch etwas zu viel und zu sehr „amerikanisch heldenhaft“. Dennoch schafft die Autorin eine einmalige Atmosphäre. Ich konnte die Kälte spüren und ich konnte das Blut riechen, so gut stellt sie die Umgebung und das Geschehen dar. Es war wie in einem Film, in den man schlüpft. Genial.

Charaktere: Ich kann nicht alles wiedergeben und in Worte fasen, deshalb reiße ich mal an:

Alex macht eine ganz schöne Zerreißprobe mit. Nicht nur mit ihren Gefühlen, auch mit sich selbst. All diese düsteren Erlebnisse, der Glaube an Toms Tod und das merkwürdige Verhalten der Veränderten nagen an ihr. Aber ihr Überlebenswille bleibt. Sie behält in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf. Zwar fand ich das ihr Verhalten manchmal zu gut zur Geschichte passte, aber das verzeihe ich. Ihr Wissen um manche medizinische Dinge ist für ein jugendliches Mädchen zu gut, auch wenn ihre Mutter Ärztin  war und sie durch ihren Tumor viel mitbekommen hat. Auch in Waffen kennt sie sich sehr gut aus. Alles wird begründet, aber es ist eben einen Tick zu konstruiert. Nichtsdestotrotz ein toller Charakter.

Tom lässt sich von seiner Liebe zu Alex leiten, hat aber immer mal wieder Probleme mit Flashbacks aus seiner Zeit in Afghanistan. Man erfährt mehr über ihn und lernt Tom besser kennen.

Lena ist so ein spezieller Fall in der Handlung. Ihre Geschichte ist okay, der Charakter ausgereift und man kann sich in sie hineinversetzen. Anhand dieses Charakters hat die Autorin einen ganz tollen Weg gefunden, dem Leser gewisse Dinge näherzubringen. Ich möchte nicht Spoilern, deshalb gehe ich nicht ins Detail. Dennoch habe ich mich aus kritischer Sicht gefragt: Und was sollte das jetzt? Denn ich bin immer noch der Meinung, dass der Charakter für das Vorantreiben der Geschichte nicht nötig ist. Ich hoffe sehr, dass Lena im dritten Teil einen Platz findet und ich die Notwendigkeit ihre Geschichte sehe.

Auf Peters weitere Entwicklung im Finale bin ich gespannt. Er erlebt wirklich schlimme Dinge, die an seinem Charakter feilen.

Hintergrund:
Ergänzend zu dem, was  ich schon in der Rezension zu Teil 1 geschrieben habe, kann ich nur wieder Lob  aussprechen. Ein Teil der Handlung spielt in einem Bergwerk und all die Informationen zum Bergbau wirken auf mich sehr gut recherchiert. Aber auch alle anderen Details sind so dargestellt, als hätte die Autorin alles selbst erlebt.

Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, die mich in einen Bann gezogen hat. Die Perspektivenwechel erzeugen Spannung und man will wissen, wie es weitergeht. Manche Parts mehr, manche weniger. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte hatte, etwas genervt von den Waffen war, kann ich doch nur jedem dieses Buch empfehlen. Ihr werdet nicht enttäuscht und seid sicher: Der Cliffhänger ist noch fieser als im ersten Band. Für mich ist Frau Bick nu Mrs Cliffhanger, denn das kann sie auch in den Kapiteln gut. Wer es gerne blutig und brutal mag, kommt voll auf seine Kosten. Wer die Liebe sucht, sollte lieber zu einer anderen Lektüre greifen.

 

 

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Ashes – Brennendes Herz

September 28


Autor: Ilsa J. Bick

Originaltitel: Ashes

Übersetzer:  Robert A. Weiß, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Sonja Schuhmacher

Erscheinungsdatum:  4. August 2011

ISBN-13: 978-3863960056

Verlag: Ink

Gebundene Ausgabe: 502 Seiten

Kurzinhalt:

 

Ich hatte „Ashes“ schon länger im Hinterkopf, und als nun der zweite Band erschien, war die Zeit reif endlich Teil 1 zu lesen.

Erster Satz:  „Wo bist du?“, wollte Tante Hannah wissen, kaum das Alex auf die Sprechtaste gedrückt hatte.

Alex (Alexandra) ist im Waucamaw Park unterwegs. Als ihren Weg ein Großvater und dessen Enkelin Ellie streifen, passiert das Unvorstellbare. In ihrem Kopf scheint es zu blitzen und der Großvater des Mädchens fällt tot um. Hirsche rennen über die Klippe und überall fallen tote Vögel vom Himmel. Als es aufhört, bleibt Alex mit Ellie zurück. Die beiden müssen sich arrangieren, denn die Welt ist nicht mehr so, wie sie war. Jugendliche verwandeln sich in blutrünstige Monster. Und noch etwas ist anders: Alex hat ihren Geruchssinn wieder, den sie zuvor durch einen Gehirntumor verloren hatte. Auf Alex‘ und Ellis Weg durch die Wildnis treffen sie auf Tom. Nun sind sie zu dritt, schöpfen Hoffnung und machen sich auf, um in der Stadt „Rule“ Zuflucht zu finden. Schaffen sie es?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.5/6 (2 votes cast)

Idee: Endzeitszenarien sind nichts Neues und der Zombieaspekt auch nicht. Also kann ich der Idee an sich nicht so viele Punkte geben.

Plot: Es fällt mir schwer dieses Buch zu beschreiben und auch den Plot. Alles fängt so normal an, und doch wiederum auch nicht und die Autorin schafft es nach dem „Blitz“, wie Alex es nennt, einen direkt in die Katastrophe mit hineinzuziehen. Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl einen gut produzierten Film zu gucken. Für mich hat das Buch zwei Hälften, die vor Toms Verschwinden und die danach. Die Autorin selbst hat in fünft Teile geteilt, wobei der letzte Teil wirklich nur ein paar Seiten am Schluss sind. Der Plot ist gut, aber dazu etwas zu schreiben ist wirklich nicht einfach. Da wirken so viel Gedanken und Gefühle mit. Obwohl er in meinen Augen in der Form auch zu erwarten war, aber wiederum auch nicht. Da sind Details und Kleinigkeiten, die das Ganze von einer schnöden Suppe zu einem fulminanten Festmahl machen.

Schreibstil: Endlich mal wieder ein Schreibstil, den ich als eigen bezeichnen kann. Nicht im Falle von schwierig, ganz und gar nicht. Man kann es sehr gut lesen. Auch hier fällt es mir schwer zu beschreiben. Es wird aus der dritten Person im Präteritum erzählt. Trotzdem ist man so nah, ja im Grunde selbst in der Hauptprotagonistin drin. Teilweise bricht der Stil auch kurz aus und lässt Raum für persönliche Gedanken von Alex. Das passt so gut, dass es einem kaum auffällt. Während des Lesens habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich nervös auf den Nägeln gekaut habe. Ilsa J. Bick zieht einen mit ihren Worten tief in die Geschichte rein.

Charaktere: Alex ist siebzehn, hat aber nicht das Leben eines typischen Teenagers hinter sich. Mit vierzehn sterben die Eltern, der Vater Polizist und die Mutter Ärztin gemeinsam in einem Hubschrauber bei einem Notfall. Des Unglücks nicht genug, bekommt sie mit fünfzehn die Nachricht, einen Tumor im Kopf zu haben. Unheilbar. Die Protagonistin hatte sich und ihr Leben eigentlich schon aufgegeben, als der Blitz ihr verloren gegangene Sinne und Stärke wieder gibt und sich das „Monster“, wie Alex es nennt, als scheinbarer Lebensretter herausstellt. Zusammen mit ihrer Ausrüstung und der nervigen Ellie im Schlepptau packt sie der Überlebenstrieb. Sie ist ein sehr starker Charakter und hält viel aus. Man merkt, dass sie sich schon mal mit dem Sterben auseinandergesetzt hat. Eine Prota, die man mögen muss, obwohl sie widerspenstig ist. Im entscheidenden Moment macht sie doch das Richtige.

Tom(20) ist ein Soldat auf Heimaturlaub und man weiß nicht, was ihm in Afghanistan wiederfahren ist. Er hat eine gute Seele und ein Händchen für Ellie. Was sich zwischen Tom und Alex anbahnt, passiert passiv. Was anderes würde auch zu beiden nicht passen. Tom übernimmt aber auch ein wenig die Vaterfigur und das Kommando. Leider muss man wohl noch abwarten, bis man mehr über ihn herausbekommt.

Es gibt noch so viele andere Charaktere. Was mich etwas gestört hat, waren die Fähigkeiten. Alex kennt sich gut in der Wildnis aus, was Erfahrungen von vielen Campingausflügen sind. Sie kann nicht fischen, womit sich jedoch Ellie wieder auskennt. Tom ist mit seiner Soldatenlaufbahn natürlich bestens gerüstet. Das ist ja alles nicht unrealistisch, aber für die Story äußerst praktisch. Auch andere Charaktere haben in der Hinsicht sehr stereotype Eigenschaften. Aber die Autorin schafft es die einzelnen Figuren so echt darzustellen und vermag es in nur einem Satz über einen Charakter ganz viel auszusagen. Ein unglaubliches Talent.

Hintergrund: Als ich gelesen habe, dass die Autorin Kinder- und Jugendpsychiaterin ist und bei der Air Force war, hat es mich auch nicht mehr gewundert, warum dieses Buch einen so gut recherchierten Hintergrund hat. Ich nehme ihr alles vollkommen ab. Sogar die Erklärung zur Katastrophe, obwohl ich keine Ahnung habe, ob das so möglich ist. Mir bleibt nur ein Kommentar zum Hintergrund: Brillant.

Fazit: Wer eine Liebesgeschichte erwartet, wie es der Klappentext verspricht, lässt sich in die Irre führen. Wen das nicht abhält und sich lieber in ein düsteres, blutiges, brutales, und nur wenig hoffnungsvolles Endzeitszenario treiben lassen möchte, ist mit „Ashes“ bestens bedient. Aber Vorsicht! Der Cliffhanger zum Schluss ist gemein. Also seid froh, dass der zweite Teil schon raus ist. Hätte ich ihn da gehabt, würde ich hier jetzt keine Rezi schreiben, sondern schon darin schmökern. Und obwohl mein Durchschnitt mich nach der Rundungsregel zu 5 Punkten verpflichtet, gebe ich 6, denn das Motto „lässt Nächte durch lesen“, was sich der Verlag Ink auf die Fahne geschrieben hat, erfüllt dieses Buch zu 100 %.

 

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