Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Himmelsfern

September 16

Himmelsfern

Price: EUR 18,95


Autor:  Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum:  16.September 2013

ISBN-13:  978-3839001431

Verlag:  Script5

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten

Klappentext:

 

Himmelsfern – allein der Titel ist so wunderschön. Unterlegt von einem wundervollen Cover, dass einem zuruft: Lies mich! Jennifer Benkau ist die  bei mir meistgelesene Autorin in diesem Jahr, wobei sie sich ganz leise in mein Herz geschlichen hat. Umso mehr habe ich mich gefreut, ihr neuestes Werk unabhängig vorab lesen zu dürfen. Ich werde mich bei meiner Beschreibung kurz fassen, denn die Geschichte sollte absolut nicht gespoilert werden.

Noa lebt mit ihrem Vater in einfachen Verhältnissen. Sie liebt das Poi-Spiel und laute Musik. Während eines U-Bahn Unglücks wird ihr von einem Unbekannten das Leben gerettet. Ein Schutzengel – so glaubt sie. Noa macht sich auf die Suche nach ihrem Retter und trifft dabei auf Marlon. Ihr Leben nimmt eine Wende und sie wird in eine unglaubliche Geschichte gezogen.

Erster Satz: Das Gefühl überkam mich flüchtig wie ein Déjà vu von fallenden Federn und gleichzeitig drängend, als drücke eine Hand gegen meine Brust.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.2/6 (1 vote cast)

Idee:  Puh, das wird schwierig zu erklären, ohne etwas zu verraten. Grundsätzlich finde ich die Idee, die mit dem Erinnern zu tun hat, sehr schön. Das, was Marlons eigentliches Problem stellt keine neue Idee dar. Aber ganz egal, es ist ein Buch von Jennifer Benkau und das allein ist Grund genug es zu lesen. 🙂

Plot:  Bis zur Hälfte fand ich die Geschichte richtig super, teils lustig, frisch, jugendlich und dynamisch im Tempo. Dann empfand ich einige Längen, die ich erst anmeckern wollte, was sich aber im Rückblick als passend empfindet. Der Schlussteil war dann wieder schneller im Tempo und auf den letzten Seiten dermaßen emotional, dass ich tatsächlich kaum noch lesen konnte, weil ich vor Rührung weinen musste.

Schreibstil:  Jennifer Benkau schreibt einmalig, das kann ich nur immer wieder betonen. Sie erzählt als Ich-Erzählerin Präsens. Dabei bleibt sie ihrem Stil an sich die meiste Zeit treu. Die Erzählstimme ist jedoch sehr jugendlich und unbeschwert am Beginn, was wunderbar zu Noa passt, man aber von Dark Canopy, Dark Destiny und Stolen Mortality nicht gewöhnt ist. Während der Länge im hinteren Mittelteil habe ich ein wenig von dem Zauber vermisst, den ihre Schreibe sonst mitbringt, aber Frau Benkau findet zum Schluss zurück, um auf den letzten Seiten so pur emotionsvoll den Leser zu packen, dass man das Buch ganz aufgewühlt zuklappt.

Charaktere:  Eine Poi spielende Hauptprotagonistin! Da kann ich nicht anders, als sie zu mögen. Ich würde es selbst gerne können, hab aber keine Geduld dazu. Dann der Name: Noa. Mag ich auch gerne und ganz abgesehen davon, dass sie laute Musik mag, ist sie Jennifer Benkau gut gelungen. Sie wirkt authentisch mit ihren Macken und auch den rotzfrechen Kommentaren.

Dass Marlon so wichtig wird, meint man zunächst gar nicht. Ich mochte ihn, aber er ist nicht unbedingt der Typ, den man anhimmelt. Er hat seine aggressiven Aussetzer, die man im späteren Verlauf des Buches versteht. Außerdem möchte er Noa beschützen und das am besten auch vor sich selbst.

Olivier erscheint mir etwas zu passiv, da hätte man etwas mehr draus machen können, gerade weil er der Antagonist ist.

Ganz toll haben mir wieder Nebencharaktere gefallen: Noas Vater, mit dem ich mich sicher gut verstehen würde, da er doch einen jugendlichen Touch hat und Rosalia, Noas Freundin, die zwar das Klischee der quietschenden besten Freundin erfüllt, aber dennoch ihren Charme hat.

Von Emma würde ich gern mehr hören, diesem Mädchen, dass sich ihrem Schicksal mit Stolz hingibt.

Hintergrund:  Leider muss ich an diesem Punkt etwas meckern. Ich finde es hinkt hier und da mit der Logik, vor allem wenn es um das Vergessen und Erinnern geht. Dinge die erst als so unmöglich angedeutet werden, passieren dann doch. Das hat mich ganz persönlich etwas genervt. Es wird alles erklärt, keine Frage, aber dennoch befindet sich das für mich alles auf ganz dünnem Eis. Mir hat der Antagonist zu wenig Motivation für sein Handeln, oder es ist zumindest so bei mir angekommen.

Was jedoch sehr gut recherchiert wurde, ist das Poispiel. Ich hatte angenommen, das dem eine wichtigere Rolle zuteil wird, aber dem ist nicht so. Dennoch kann man Noa hautnah erleben, wenn sie das Feuer schwingt.

Fazit: Trotz der Längen und dem Hintergrund, die für den Punktabzug verantwortlich sind, kann ich diesem Buch eine wirkliche Leseempfehlung geben. Es könnte mehr gemeckert werden, wenn man ein Erbsenzähler sein möchte. Viel einfacher ist es jedoch sich tragen zu lassen und Zeuge einer Geschichte zu werden, die so bitter und ehrlich ist und zeigt, das Zeit manchmal so irrelevant ist.

Für alle, die über Längen hinwegsehen, tiefe Gefühle lieben und einen nicht ganz so düsteren Jennifer Benkau Roman erleben möchten.

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Rating: 5.0/6 (1 vote cast)
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So nah und doch so fern

Juni 30

Autor: Ann Brashares

Originaltitel: My Name is Memory

Übersetzer:  Sylvia Spatz

Erscheinungsdatum: 10. Juni 2013

ISBN-13: 978-3570585177

Verlag: carl’s books

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

 

Klappentext:

 

Das Buch war mal nicht einer meiner typischen Coverkäufer, sondern gefallen mir einfach Geschichten total, in denen es um die Philosophie der Seelen geht und das gepaart mit einer Liebesgeschichte über mehrere Jahrhunderte hat einfach mein Interesse geweckt.

Daniel kann sich an alle Leben erinnern die er je gelebt hat und wird immer wiedergeboren.

Früh verliebt er sich in „Sophia“ zumindest hieß sie damals so, doch immer wieder steht ihnen etwas anderes im Weg, so dass sie niemals wirklich zusammen waren.

Jetzt heißt sie Lucy und Daniel erkennt ihre Seele sofort und möchte in diesem Leben endlich alles richtig machen.

Erster Satz: Ich lebe seit mehr als tausend Jahren.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.6/6 (1 vote cast)

Idee: Die Idee, dass manche Menschen sich an die früheren Leben erinnern ist bestimmt nicht neu, allerdings mochte ich die Beschreibungen was die Seele nach dem Tod macht und wie entschieden wird wo man als nächstes auf die Welt kommt.

Zwei Menschen, die sich immer wieder begegnet und nie richtig zusammen sein kann, erinnerte mich ein wenig an „Engelsnacht“ und auch da hat es mir schon gefallen, mitfiebern zu können ob es diesmal klappen wird.

Plot: Die Abfolge der Ereignisse war logisch konstruiert und eigentlich gut durchdacht. Ein wenig gestört hat mich, dass man sich gefühlt viel mehr in der Vergangenheit bewegt hat als die in den kurzen Szenen in der Gegenwart obwohl es ja eigentlich darum gehen sollte.

In der Gegenwart gab es teilweise Zeitsprünge von 2 Jahren, bei denen ich dann überhaupt nicht mitkam, was alles in Lucys Leben in der Zeit geschehen ist und alles ganz anders war.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt meinerseits war, dass wirkliche Spannung erst auf den letzten 60 Seiten entstand und der Rest mehr oder weniger vor sich hin plätscherte und nett zu lesen war.

Schreibstil: Mit dem Schreibstil von Ann Brashares habe ich mich Stellenweise wirklich schwer getan beim Lesen. In den Kapiteln, in denen Daniel über die alten Leben erzählt, war alles wunderschön beschrieben und detailreich geschmückt. Allerdings wenn die Geschichte wieder in die heutige Zeit springt wurde alles ein wenig einfacher und trister und lud nicht mehr ganz so zum Lesen ein.

Alles in allem war der Schreibstil von Ann Brashares aber wirklich angenehm zu lesen und zu verfolgen.

Die Geschichte wird in der dritten Person geschrieben und wechselt zwischen Lucy die ihr Leben weiterlebt und Daniel der meist über die vergangenen Zeiten philosophiert.

Charaktere: Lucy lebt in einer Familie, die nicht mehr ganz so heil ist, seitdem ihre Schwester Dana rebelliert hat und letztendlich gestorben ist.

In den meisten Situationen handelt sich für mich ganz verständlich aber manchmal habe ich echt gedacht, dass sie viel zu leichtgläubig ist und ich mich nicht so schnell von den Dingen überzeugen lassen würde ohne wirklich Fragen zu stellen.

Alles in allem ist sie glaube ich ein typischer Teenager aus der man aber noch ein bisschen mehr Persönlichkeit hätte rausholen können.

Daniel ist in diesem Leben von einer Mutter die Drogenabhängig war, geboren worden und lebte dann in einer Pflegefamilie.

Er lebt eigentlich mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart, was man auch daran merkt, dass er Lucy mit „Sophia“ anspricht anstatt mit ihrem richtigen Namen. Diese Eigenschaft kann ihm wirklich zum Verhängnis werden, aber ich kann schon verstehen, dass er so handelt und bin mir nicht sicher ob ich mich nicht genauso verhalten würde.

Ihm habe ich auf jeden Fall gegönnt und für ihn gehofft, dass nach so vielen Leben es endlich ein Happy End für die beiden geben wird.

Hintergrund: In den Kapiteln in denen Daniel von der Vergangenheit erzählt, hat man wirklich das Gefühl die Autorin hat wirklich gut recherchiert und weiß wovon sie schreibt. Sie erzählt von vielen Ländern die sich mit der Zeit stark verändert haben und auch das Verhalten passte zu den einzelnen Epochen. Einzig die Sprache war mir zu ähnlich an der heutigen, aber das lässt sich erklären, indem er ja aus seinen Gedanken raus erzählt und das für uns verständlich erzählt.

Fazit: Für mich hat die Autorin eine tolle Geschichte erschaffen in der es um zwei Seelen geht die nach vielen Jahrhunderten endlich ein gemeinsames Leben finden sollen. Ich denke alle, die damit leben können viele Hintergrundinformationen zu bekommen und dafür ein wenig auf Spannung verzichten können, werden auf jeden Fall spaß an der Geschichte haben. Anfangs hatte ich wirklich meine Schwierigkeiten aber mit der Zeit findet man wirklich gut in die Story rein und möchte alles wissen, was einmal passiert ist.

 

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Ein Herzschlag danach

Juni 17

Ein Herzschlag danach

Price: EUR 14,99



Autor:
Sarah Alderson

Originaltitel: Hunting Lila

Übersetzer: Karlheinz Dürr

Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2012

ISBN-13: 978-3473400850

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Taschenbuch: 352 Seiten

Klappentext:

 

Mich sprach das Cover an und der Titel. „Ein Herzschlag danach“ verheißt Gefühl, aber auch Spannung und trifft damit den Inhalt perfekt. Eine Protagonistin mit Namen Lila interessiert mich allein schon, weil ich den Namen sehr mag. Paranormale Fähigkeiten? Ja, dieses Buch musste gelesen werden.

Lila ist siebzehn und hat telekinetische Fähigkeiten. Ihr großes Geheimnis, was ihr nicht immer leicht fällt zu verbergen. Bei einem Angriff auf den Londoner Straßen schnappt sie in Gedanken nach dem Messer ihres Angreifers und bedroht ihn damit. Der Auslöser sich möglichst schnell aus London zu entfernen und dem in LA lebenden Bruder einen Besuch abzustatten. Jack, der nach dem Tod der Mutter bei der Familie seines besten Freundes aufwuchs, freut sich, möcht Lila aber auch schnell wieder nach Hause schicken. Er arbeitet fürs Militär, eine Spezialeinheit, und darf darüber nicht sprechen. Lila möchte aber nicht weg, denn auch Alex ist bei dieser Einheit. Seit Kindheitstagen ist sie in den besten Freund des Bruders verliebt. Sie hofft die Gefühle eines Tages erwidert zu bekommen. Als sie in Gefahr gerät und Alex sie beschütz, scheint das Glück zum Greifen nah. Bis Lila erfährt, dass sie zu den Menschen gehört, die Alex und Jack jagen und fangen. Doch wer ist nun der Feind? Der Mann, der es auf Lila abgesehen hat, oder Alex und ihr eigener Bruder Jack?

Erster Satz: Die scharfe Spitze bewegte sich auf sein Auge zu wie ein Skalpell auf ein Geschwür.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.3/6 (1 vote cast)

Idee: Es gibt die üblichen Klischees: den supertollen Jungen, paranormale Fähigkeiten und das schüchterne Mädchen. Nichts Neues also. Allerdings gut verpackt und ich mag solche Geschichten einfach.

Plot: Man ist direkt im Geschehen drin. Mich hat das im ersten Moment überrumpelt, im Nachhinein finde ich es aber richtig gut. Zunächst lernt man Lila kennen, wie sie die Flucht ergreift und was ihr Hintergrund ist. Man erfährt von der toten Mutter, warum Jack in Amerika lebt und was alles seit dem Tod der Mutter passiert ist. Eine ganze Weile beschränkt sich die Handlung auf Lila und vor allem auf ihre Verliebtheit. Die Situationen die sie falsch deutet und ihr Gefühlschaos bereiten. Ihre Neugier, was hinter der mysteriösen Einheit steckt. Da liest man und liest und ist tatsächlich gefesselt und erfreut sich an Lila und ihre Hoffnung, bis plötzlich Action aufkommt. Nicht das es vorher langweilig war, aber mit einem Mal nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und die vermeintliche reine Liebesgeschichte entpuppt sich auch als Verfolgungsjagt mit Motorrad und Kanonen. Mir hat das richtig gut gefallen. Ein Plot nach meinem Geschmack. Ich mag es, wenn die Geschichte langsam beginnt und man überrascht wird, dass es gar nicht in die Richtung geht, die man vermutet hatte.

Schreibstil: Schon wieder Ich-Perspektive im Präteritum. Muss ich noch erwähnen wie sehr ich das Liebe? Dazu liest es sich so locker und leicht, dass man fast viel zu schnell durch ist. Mir haben vor allem die echt wirkenden Gedankengänge Lilas gefallen. Auch die Dialoge sind mitunter richtig amüsant. Die kleinen Zärtlichkeiten zwischen Lila und Alex sind traumhaft schön dargestellt und man kann sie beim Lesen fühlen. Nicht unbedingt ein Stil, der aus der Masse herausfällt, aber oben mit dabei ist.

Charaktere: Das große Plus dieses Buches sind die Protagonisten. Lila ist wirklich siebzehn. Ihre naiven Gedanken sind echt und so wunderbar. Ich habe mich richtig zurückversetzt gefühlt. Wie sehr man doch manche Dinge falsch interpretiert in dem Alter. Das hat Frau Alderson klasse eingefangen und es macht so viel Spaß das zu lesen. Alex entspricht natürlich jedem Klischee, aber mal ehrlich: Wer will mit siebzehn nicht den perfekten Typen? Ich mag ihn allein wegen des Namens (ich spreche ihn englisch aus) und wegen seiner ganzen Art. Man wird außerdem von Lilas Schwärmerei so sehr mitgezogen, dass man sich automatisch verliebt. Alex ist ein wirklicher Beschützer und zwischen den beiden baut sich die Beziehung nach und nach auf. Dabei ist auch Alex unsicher und unbeholfen, was ich sehr sympathisch finde.

Richtig gut sind die Wendungen in den Charakteren. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Karten werden zwischendurch neu gemischt und nicht jeder ist das, was man zunächst meint.

Anführen möchte ich auch wieder einen Nebencharakter: Suki. Ich liebe den Namen und außerdem hat diese kleine Gedankenleserin eine Art, die mich stark an Alice aus „Twilight“ erinnert hat. Sie ist nicht abgekupfert, aber vor allem ihre Antworten auf Gedanken lockern alles auf und bringen natürlich auch bisher unausgesprochene Dinge ans Licht.

Hintergrund: Ob das alles so logisch ist mit der Einheit und Alex und Jack als sehr junge Teamleiter mag dahin gestellt sein. Sarah  Alderson erklärt jedoch alles und es passt zusammen. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Man merkt aber, dass die Hauptarbeit bei Lila geleistet wurde. Es werden eben viele klassische Elemente aus dem Gesamtrepertoire an paranormaler Jugendliteratur genutzt. Das ist jedoch nicht schlimm, da die Autorin es schön zusammengestellt und verpackt hat.

Fazit: Eine kleine Perle, die, wie ich finde, viel bekannter sein sollte. Es wird nie langweilig, man möchte weiterlesen und so hat es sich für mich zu einem Pageturner entwickelt. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.

Für alle, die paranormale Geschichten nicht satt sind, sich, wie siebzehn verliebt fühlen wollen und Altbewährtes neu entdecken möchten.

 

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Auracle

April 27



Autor:
Gina Rosati

Originaltitel: Auracle

Übersetzer:

Erscheinungsdatum: 5.Februar 2013

ISBN-13: 978-3760789071

Verlag:
bloomoon

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

Klappentext:

 

Der Klappentext spricht ein Thema an, was ich einfach lesen muss. Umso toller war es, als Blogg dein Buch und bloomoon verkündete, das alle Bewerber ein Buch bekommen.

Anna ist 16 und nutzt ihre Gabe den Körper zu verlassen, um ihrer kaputten Familie zu entfliehen. Doch bei einem Ausflug kann sie plötzlich nicht zurück. Taylor, ein Mädchen aus der Schule, was Anna nicht mag, stirbt und ermächtigt sich Annas Körper. Sie will ihren Tod nicht akzeptieren und Anna muss zusehen, wie Taylor mit ihrem Körper macht, was sie will. Zusammen mit Rei, ihrem besten Freund und einzigem Menschen, der von ihrer Gabe weiß, versucht sie nicht nur ihren und Reis Freund Seth, der in Taylors Tod verwickelt ist, zu retten, sondern auch ihren Körper zurück zu erobern. Dabei merkt sie, das Rei nicht mehr nur ihr bester Freund ist.

Erster Satz: Als das Licht ausgeht, flüstert mir Rei Ellis leise zu: „Anna, geh nicht.“

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.9/6 (1 vote cast)

Idee: Astralreisen! Yes. Beide Daumen hoch. Wenn so was in einem Buch thematisiert wird, bin ich dabei.

Plot: Man lernt erst mal Anna kennen, direkt mit einer Reise und auch ihrem Umfeld und ihrem Zuhause. Es vergeht eine Weile, bis Taylor ihren Körper übernimmt, aber man muss nicht zu lange warten. Mir kam der Plot nicht so vor, als gäbe es größere Tempowechsel, aber das hat mich nicht gestört. Es gibt auch keinen großen aufgeblähten Showdown, aber das braucht es nicht. Alles ist gut aufeinander aufgebaut und schlüssig. Zwar konnte ich einige Dinge vorausahnen, aber das hat mich bei diesem Buch nicht gestört. Der gute Lesefluss und der leichte Stil machen dies wieder wett.

Schreibstil: Es wird in der ersten Person im Präteritum erzählt. Ein Ich-Erzähler gibt pauschal Pluspunkte. Außerdem war „Auracle“ seit langem mal wieder ein Buch, was ich sehr schnell lesen konnte. Die Dialoge sind klasse gemacht. Die Figuren spielen sich den Ball zu, beherrschen Sarkasmus und wirken in ihrer Sprache altersgemäß. Wer einen anspruchsvollen Text sucht, wird hier nicht fündig. „Auracle“ bietet einen lockeren und einfachen Stil, der die Seiten nur so blättern lässt.

Charaktere: Anna hat mir richtig gut gefallen. Eben weil sie nicht so supererwachsen ist. Sie ist impulsiv, denkt manchmal nicht nach und man nimmt ihr die 16 voll und ganz ab. Vor allem ihre Gedankengänge haben mich amüsiert, mit der Hand vor den Kopf schlagen lassen aber auch nachdenklich gestimmt.

Rei ist so ein Typ, in den man sich verlieben kann. Seine japanische Seite kommt sehr zur Geltung. Sicher bedient sich die Autorin da manchen Klischees, aber das hat mich nicht gestört. Seine ruhige Art, aber auch seine Bestimmtheit und Konstanz machen ihn zu einem tollen Charakter.

Taylor ist das Klischee schlechthin. Mann muss sie einfach unsympathisch finden, aber gleichzeitig fühlt man mit ihr.

Und wieder ein Buch, bei dem ich einen Nebencharakter erwähnen muss. Yumi, Reis Mutter, die vor allem in den Gedanken Annas und den Dialogen besticht.

Hintergrund: Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, wo der Glaube an Astralreisen normal war. Gerade um die Message des Buches herüberzubringen, ist das ein fantastisches Instrument, was nicht greifbar, aber dennoch präsent ist. Es wird so selbstverständlich damit umgegangen, dass man fast vergisst, den Hintergrund, die Herkunft von Annas Fähigkeit zu erfragen. Aber diese Fähigkeit ist so selbstverständlich da, dass man die Existenz so hinnimmt. Reis asiatische Seite scheint mir gut recherchiert und insgesamt macht der Hintergrund einen stabilen Eindruck.

Fazit: Ein schönes, kurzweiliges Leseerlebnis, was mich nach einigen enttäuschten Meinungen umso mehr überrascht hat. Für mich genau das Richtige, vor allem weil es sich so schnell lesen lässt. Wer einen guten Lesefluss mag, mit einem einfachen Stil zufrieden ist und sich gerne in die Welt der Astralreisen begeben möchte liegt mit „Auracle“ vollkommen richtig. 

 

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Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick

November 13



Autor:Jennifer Smith
Originaltitel: The Statistical Probability of Love at First Sight
Übersetzer: Ingo Herzke
Erscheinungsdatum: 1. März 2012
ISBN-13: 978-3551582737
Verlag: Carlsen
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

Klappentext:

 

Der Titel ist einfach so außergewöhnlich, dass man das Buch in die Hand nehmen muss. Man möchte unbedingt wissen, was es nun damit auf sich hat. Ganz abgesehen von diesem wundervollen schimmernden Streichelcover.
Erster Satz: Es hätte auch alles ganz anders kommen können.

Hadley verpasst ihren Flug um nur vier Minuten. Was ihr im Grunde entgegenkommt, denn sie möchte auf die Hochzeit ihres Vaters eigentlich gar nicht. Während sie auf den nächsten Flug wartet, lernt sie im Gate den jungen Briten Oliver kennen. Wie es der Zufall will, sitzen die Beiden im Flugzeug nebeneinander und lernen sich in den nächsten sieben Stunden Flugzeit näher kennen. In London angekommen trennen sich ihre Wege. Hadley erreicht auf den letzten Drücker die Hochzeit und fühlt nicht nur dadurch eine innere Leere. Aber es gibt noch eine Chance Oliver wiederzusehen. Die Gesprächsfetzen zweier Gäste lassen in ihr ein Fünkchen erglimmen. Wird es eine gemeinsame Zukunft geben?

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.5/6 (1 vote cast)

Idee: Ich mag Flugzeuge, und auch wenn nicht die ganze Story darin spielt, ist es reizvoll eine Handlung in einem so engen Raum zu setzen und sich auf wenige Settings zu beschränken.

Plot: Man konnte sich sehr gut auf die Story konzentireren, da der Focus auf wenige Charaktere und Orte lag.  Alles innerhalb von 24 Stunden spielen zu lassen hat seinen besonderen Reiz. Ungefähr die Hälfte des Buches beschäftigt sich mit der Situation auf dem Flughafen und im Flugzeug selbst, der Rest passiert auf der Hochzeit und einem weiteren Schauplatz in London. Immer wieder gibt es Rückblenden in Hadleys Leben. Diese können in ihre Kindheit zurückreichen, aber auch Rückblenden zu den Ereignissen im Flugzeug finden statt. Zugegeben, ich musste mich etwas reinlesen, da diese Wechsel mitten im Text passieren und nicht durch Kapitel abgegrenzt sind. Im Leseverlauf hat sich das allerdings dann ganz normal angefühlt. Der Plot beschäftigt sich jedoch nicht nur mit der Liebesgeschichte um Hadley und Oliver, sondern auch um die Beziehung Hadleys zu ihrem Vater und dessen neue Frau. Diese Themen greifen hier wie ein Uhrwerk ineinander und ergänzen sich perfekt.

Schreibstil: Erzählt wird in der dritten Person im Präsens, die Rückblenden natürlich im Präteritum. Dabei bleibt man immer bei Hadley, von deren Standpunkt aus erzählt wird. Vor allem die Dialoge haben mir gefallen. Sehr lustig und es entsehen nette Schlagabtausche zwischen den beiden Hauptprotagonisten. Durch die tolle Beschreibungen der Umwelt konnte ich mir so vorstellen, als wäre ich selbst dort. Gut, ich kenne Flughäfen und war auch schon in London, aber gerade deshalb habe ich kritisch gelesen und muss sagen, dass die Autorin das wirklich klasse eingefangen hat. Diese für die Schauplätze typischen Kleinigkeiten sind wunderbar eingeflochten und schaffen Atmosphäre.
Das Tempo ist eher gemächlich. Man darf keine rasante Liebesgeschichte erwarten. Ich fand jedoch, dass dadurch das besondere Charisma der Geschichte hervorgehoben wird. Gerade bei der Hochzeit zieht es sich etwas, aber das geht meiner Meinung nach konform mit Hadleys Stimmung. Nett waren auch die Spielereien mit dem britischen Akzent Olivers, obwohl ich sicher bin, dass die im Original besser herüberkommen. Ein schöner leichter Schreibstil mit viel Charme, der einen verzaubert.

Charaktere: Hadley ist 17 und kann sich partout nicht mit der Situation der getrennten Eltern abfinden. Dabei wirken ihre Reaktionen sehr echt und real. Man möchte sie am liebsten bei der Hand nehmen. Auch ihr Verhalten Oliver gegenüber ist altersentsprechend. Sogar durch die mir nicht immer gemochte Perspektive in der dritten Person, schafft es die Autorin Hadleys Gedanken und Gefühle nahe zu bringen. Ich mochte Hadley sehr und konnte in jeder Sekunde ihr Handeln nachvollziehen. Sie ist zunächst recht engstirnig in ihrer Meinung zur Hochzeit, aber geht ihren Weg und verändert sich von Seite zu Seite immer mehr.
Oliver, oh Oliver. Was hast Du Dich in mein Herz geschlichen. Er hat einen Charme und Witz der einen träumen lässt. Dabei ist er auch noch tough und gefühlvoll. Die ganze Zeit über hatte ich jedoch den Eindruck sein Alter sei etwas unpassend. Ich hätte ihn älter geschätzt. In der zweiten Hälfte des Buches ist seine Art aber dann nachvollziehbar und da er für mich den britischen Gentleman verkörpert hat, passte es sehr.
Beide Charaktere weisen einen Tiefgang auf, der zum Nachdenken anregt.
Alle anderen Charaktere werden zu Großteil nur über die Gedanken Hadleys dargestellt. Sie sind dabei sehr präsent und wenn sie „Leibhaftig“ auftauchen, kennt man sie schon.

Hintergrund: Über Liebe auf den ersten Blick lässt sich streiten, aber ganz auszuschließen ist sie nicht. Die Protagonisten wirken altersgerecht. Die Schauplätze sind sehr realistisch dargestellt und man hat das Gefühl, wirklich gleich in einem Flugzeug zu sitzen und abzuheben. Die Autorin schafft es die Geschichte als wahr zu verkaufen; als realistisches Erlebnis. Ich denke, sie muss auch die Orte besucht haben, sonst wären sie nicht so präsent dargestellt.

Fazit: Ein Flugzeug, ein Brite und London. Viel mehr braucht es nicht, um mich wohlzufühlen und mit einer Story zu begeistern. „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick“ ist ein wundervolles Buch zum umarmen und kuscheln. Mit Hadley abzuheben und verzaubern zu lassen hat Spaß gemacht. Aber auch ihre innere Mauer zu durchbrechen und ihrem Vater wieder näherzubringen. Ein schöner kurzer Schmöker für zwischendurch, der einen leider viel zu schnell wieder in die Realität wirft. Eine Geschichte, die einen in dem Glauben bestärkt, dass es so was wie Schicksal gibt.

 

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Legend – Fallender Himmel

Oktober 2

Legend 01 - Fallender Himmel

Price: EUR 17,95

Autor: Marie Lu

Originaltitel: Legend

Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina

Erscheinungsdatum: 10. September 2012

ISBN-13: 978-3841421494

Verlag: Loewe

Gebundene Ausgabe: 363 Seiten

Kurzinhalt:

 

Kann man sich dem Hype wirklich entziehen? Wohl kaum, und ich bin froh darüber, denn zunächst war ich nicht sicher, ob ich das Buch lesen möchte. Ich fand das Cover erst nicht ansprechend, was aber live und in weiß–gold doch gut ist. Irgendwie war der Klappentext nett, aber nicht so appetitanregend. ‚Legend‘ war schon auf der Liste der Bücher, die ich irgendwann mal lesen möchte, aber der Hype und die guten Kritiken haben mich schlussendlich sehr neugierig gemacht.

Erster Satz: „Meine Mutter glaubt, dass ich tot bin.“

June ist das Wunderkind der Republik und die jüngste Absolventin der Drake–Militärkademie. Ihre erste offizielle Mission ist auch gleich eine persönliche. Sie soll den Mörder ihres Bruders aufspüren. Day, der meistgesuchte Verbrecher des Landes. Im Zuge einer Undercoveraktion findet sie ihn tatsächlich – unwissentlich – und verliebt sich, nicht nur in ihn, sondern auch in die Geborgenheit, die ihr das Zusammenleben auf der Straße mit ihm und seiner Freundin Tess geben. Als sie herausfindet, wer er wirklich ist, liefert sie ihn ans Messer. Gemeinsam jedoch kommen sie nach und nach hinter die Wahrheit der „Seuche“, die die Armenviertel und auch Days Familie regelmäßig heimsucht. Ändert June ihre Meinung? Wird Day gerettet?

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Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Der Klassiker lässt grüßen: Romeo und Julia. Bis auf das Ende, soviel sei gesagt. Und da man mich mit diesem Schema immer wieder begeistern kann und Marie Lu die Idee in ein tolles Gewand gekleidet und zu ihrer eigenen gemacht hat, kann ich sie nur gut finden.

Plot: Gerade durch den Perspektivenwechsel ist der Plot sehr spannend. Mir fielen keine Lücken auf und im Grunde bin ich begeistert, denn mir war die ganze Zeit so, als säße ich im Kino und gucke einen spannenden Film. Allerdings wurden mir einige Schlüsse zu einfach gezogen. Da hatte ich ein Gefühl wie bei manchen Romanverfilmungen, bei denen man denkt: Im Buch ist das sicher länger, da haben sie gekürzt.

Schreibstil: Jeden Moment, den ich lesen konnte, habe ich entgegengefiebert. Erster Pluspunkt: Perspektivenwechsel. Zweiter Pluspunkt: Icherzähler. Ganz kleiner Miniminuspunkt: Manchmal musste ich nachsehen, wer gerade erzählt. Ich war im Bann und habe die Seiten so schnell gelesen, dass ich mich vorm Ende gefürchtet habe, nur weil das Buch dann vorbei war. Ein regelrechter „Pageturner“. Und toll geschrieben. Da war nichts, was mir zu viel war oder mich gelangweilt hat. Auch die immer wieder auftauchenden Rückblenden waren passen platziert und so in die Geschichte geflochten, dass mich das keineswegs gestört hat.

Charaktere: June und Day sind sich sehr ähnlich. Man könnte das als Manko sehen, aber ich empfand es mit dem Hintergrund dieser Geschichte genau richtig. Beide haben auf ihre Weise mit dem Verlust der Familie zu kämpfen. Beide haben eine sehr gute Auffassungsgabe und körperliche Talente. In Sekundenbruchteilen analysieren sie ihre Umgebung und handeln überlegt. June war mir richtig sympathisch, den trotz ihres Wunderkindstatus kommt sie nicht arrogant daher. Und Day? Ach ja, was soll ich sagen? Wenn der Hauptprotagonist blonde lange Haare und blaue Augen hat, ist es um mich geschehen. Wenn er dann noch so taff und doch gefühlvoll angelegt ist… Ja, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit ihm.

Ein ganz großen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die beiden sind mit 15 Jahren eindeutig zu jung angelegt. Das wollte nicht in meinen Kopf und ich habe währen des Lesens irgendwann beschlossen das für mich einfach abzuändern und sie älter zu machen. Sorry, Frau Lu, aber dass verstehe ich immer noch nicht. Die Motivation der beiden passt vielleicht noch, aber nicht das Handeln an sich.

Auch wenn Metias nur einen kurzen Auftritt hat, ist er doch immer präsent, was an Junes Erinnerungen liegt. Ein starker Charakter, der auch nach seinem Tod in die Geschicke der Geschichte eingreift.

Thomas ist sehr klar strukturiert und im Endeffekt war mir klar, welche Rolle er in der Geschichte einnimmt. Aber das passt zu ihm.

Ich hoffe es gibt ein Wiedersehen mit Tess. Ich mag diese kleinen quirligen Mädchencharaktere, die den Optimismus und die Leichtigkeit in die Geschichten bringen.

Hintergrund: Ich weiß zwar immer noch nicht genau, wie sich diese Staatsform gebildet hat, aber am Ende der Trilogie ist man sicher schlauer. Ich mag die ganze Welt. Fragt mich nicht warum, aber das Kino fand ich toll beschrieben. Aber auch alles andere war schlüssig und meiner Meinung nach durchdacht. Sogar die Uniformen wechselten der Veranstaltungen entsprechend. Ausserdem konnte man den Rang erkennen. Ebenso die Unterteilung der Stadtteile und auch das Erkennungsmerkmal eines „Lake“–Bürgers, wie Tess und Day, die alle anderen Bewohner mit Cousin oder Cousine anreden. Solch netten kleinen Details machen die Welt lebendig.

Fazit: Legendär! Ich kann nicht anders als zu sagen: Her mit der Fortsetzung und Gott sei Dank ist es eine Trilogie! Ja ihr lest richtig. Noch nie war es mir so zuwider das Ende zu lesen, weil ich nun warten muss um wieder mit den Protas in die Welt einzutauchen. Ein Buch, was ich ein zweites Mal lesen würde. Und da ich schon gelesen habe, dass die Filmrechte verkauft sind, freue ich mich auch schon darauf. ‚Legend‘ ist filmreif. Der Hype ist absolut gerechtfertigt. Wer auf starke Charaktere steht und die ein oder andere heftige Szene verträgt, sollte sich darauf einlassen und sich vom Lesesog mitreißen lassen.

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Slide

September 29

Autor: Jill Hathaway

Originaltitel: Slide

Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg

Erscheinungsdatum: 26. September 2012

ISBN-13: 978-3841421494

Verlag: Fischer FJB

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Kurzinhalt:

 

Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht. Natürlich finde ich diesen mystischen Aspekt interessant. Außerdem wollte ich wissen, wie die Protagonistin dargestellt wird, da Narkolepsie eine spezielle Sache ist.

Erster Satz: Ich wälze mich auf der Laufbahn neben dem Fußballfeld und schlage um mich.

Sylvia leidet an Narkolepsie. Als wäre das plötzliche Einschlafen nicht schon genug, „wandert“ sie währenddessen auch noch. Berührt sie beim wegdämmern einen Gegenstand, auf dem jemand einen „emotionalen Abdruck“ hinterlassen hat, sieht sie die Welt durch dessen Augen. Ein lästiges Übel, das sie eines Tages zur Zeugin eines Mordes macht, den alle anderen als Selbstmord ansehen. Sie ist fest entschlossen den Mörder zu finden, doch das ist gar nicht so einfach. Einige Personen in ihrem Umfeld sind verdächtig. Zuflucht und Halt findet sie nur in Zane, dem „Neuen“ an der Schule, in den sie sich verliebt. Schließlich muss sie lernen mit ihrer Fähigkeit umzugehen, denn der Mörder hat es auch auf ihre Schwester Mattie abgesehen.

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Idee
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Charaktere
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Idee: Die Idee hat ein bisschen was von „Wake“.  Sie ist nicht also nicht neu, aber trotzdem gut.

Plot: Erst dachte ich: Okay, man lernt alle Figuren kennen. Es plätschert vor sich hin, ist aber dennoch spannend. Dann passiert der Mord und man geht mit Sylvia auf die Suche. Ein paar Mal habe ich gedacht, dass ich weiß, wer es ist, wurde jedoch mit dieser Auflösung zum Schluss dann doch überrascht.

Schreibstil: Erzählt wird als Icherzähler im Präsens. Mir wurde nie langweilig und man konnte die Geschichte schön und recht zügig lesen. Hathaway schreibt zumindest so spannend, dass ich es nicht weglegen konnte.

Charaktere: Sylvia ist mit ihrer Narkolepsie schon interessant. Dazu kommt der Tod ihrer Mutter, der sie mit elf praktisch zur Mutter ihrer Schwester gemacht hat. Aber da ist noch ein Erlebnis, was das junge Mädchen erschüttert hat und sie nun mit pinken Haaren herumlaufen lässt. Sylvia wirkt sehr ernst, aber wenn sie zusammen mit Zane ist, zeigt sie sich als ein normales Mädchen ihres Alters. Besonders sympathisch finde ich Sylvias Haarfarbe und ihren besten Freund Rollins. Auch wie sie sich um Mattie kümmert, obwohl sie auch mal genervt ist von ihrer Schwester, ist toll. Ein Pluspunkt für Sylvia: Ihr Musikgeschmack. Er spiegelt meinen aus der Jugend wieder und hat mich in Erinnerungen schwelgen lassen.

Rollins ist Sylvias bester Freund. Nicht der typische Herzensbrecher, sondern ein Außenseiter. Sylvia merkt kein Stück, das er in sie verliebt ist. Er hat mir die ganze Zeit über etwas leidgetan, bis auch er in den Kreis der Verdächtigen rutscht. Ebenso wie Sylvia ihre Fähigkeit vor ihm verbirgt, erzählt er nie, wie es bei ihm zu Hause wirklich aussieht.

Zane ist der Typ, in den man sich verlieben möchte. Er sieht nicht nur gut aus, er bringt Sylvia Unbeschwertheit. Mit ihm scheint alles einfach und doch birgt auch er ein Geheimnis. Zane steht damit selbst in Konflikt, aber das bekommt man eher passiv mit.

Auch wenn man nun eine Dreiecksbeziehung vermutet, das ist es nicht. Nur am Rande, denn es geht doch mehr darum, den Mord aufzuklären.

Hintergrund: Man hat keineswegs das Gefühl, das etwas nicht passt. Auch wenn der Plot teilweise überraschend daher kommt, fügt sich doch alles zusammen. Zwar habe ich das Motiv des Mörders nachvollziehen können und es war nicht unlogisch, aber dennoch hat es mich nicht vollends überzeugt.

Fazit: Slide ist genau die passende Dosis, um zwischendurch ein gutes Buch zu lesen. Es war so schnell durch, das ich mich auf eine Fortsetzung freue. Allerdings frage ich mich, was da Thema sein wird, denn dieser erste Teil geht durchaus als Einzelroman durch. Wer ein bisschen rätseln möchte, den mystischen Aspekt des „wandern“ mag und ein kurzweiliges Leseerlebnis sucht liegt mit „Slide“ genau richtig.

 

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Godspeed – Die Suche

August 24

Godspeed - Die Suche

Price: EUR 19,95

Autor: Beth Revis

Originaltitel: A Million Suns

Übersetzer: Simone Wiemken

Erscheinungsdatum: August 2012

ISBN-13: 978-3791516776

Verlag: Dressler

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Kurzinhalt:

 

Ich war gespannt auf die Fortsetzung, denn ich mag Raumschiffe und der erste Teil hat mir schon gut gefallen. Für alle, die die Story aus dem ersten Roman noch nicht kennen, lest bitte hier meine Rezension, dann das Buch.

Da ich partout nicht spoilern möchte, werde ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen.

Erster Satz: „Das wird nicht einfach werden“, murmle ich und starre die massive Metalltür auf dem Technikdeck an, hinter der sich der Maschinenraum der Godspeed befindet.

Amy und Junior haben die Bewohner der Godspeed von „Phydus“ befreit. Junior hat mit dem Regieren alle Hände voll zu tun, vor allem, weil sich eine Meuterei anbahnt, er aber für so einen Fall nicht genügend ausgebildet ist. Amy geht derweil mysteriösen Hinweisen nach, die sie durch das ganze Schiff schicken. Junior hilft ihr dabei, so gut er kann. Dabei kommen die Teenager hinter das Geheimnis der Godspeed. Der Aufstand der Bewohner wird immer größer und es kommt zu Handgreiflichkeiten. Durch die Enttarnung des Geheimnisses, schöpfen jedoch alle neue Hoffnung. Jeder kann seine Entscheidung treffen.

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Idee
Plot
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Charaktere
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Idee: Ja, das Raumschiff. Sowas reizt mich grundsätzlich. Aber in diesem Teil kommt eine spannende Detektivstory dazu, die einen ans Buch fesselt.

Plot: Ich kann nicht meckern. Was ich im ersten Teil noch als vorhersehbar empfand, bleibt hier im Dunklen. Sicher, man macht seine Vermutungen, wer hinter den Anschlägen steckt, aber sicher sein kann man sich nicht. Ich konnte das Buch nicht weglegen. Der ganze Plot ist spannend bis zur letzten Seite. Man fiebert so sehr mit Amy mit. Das hat mich sehr überrascht und ich konnte gar nicht glauben, dass es eine so gute Story ist.

Schreibstil: Wie gewohnt wechselt Beth Revis von Juniors zu Amys Perspektive als Ich–Erzähler im Präsens. Teilweise hab ich so schnell gelesen, dass ich mir im ersten Moment bewusst machen musste, bei welcher Person ich da bin. Das könnte etwas deutlicher herausstechen. Da hat sich im Vergleich zu Teil 1 leider nichts getan. Dennoch fesselt die Autorin mit ihrem Stil und insgesamt habe ich das Buch besser geschrieben empfunden, als Teil 1. „Godspeed–Die Suche“ war ein regelrechter Pageturner.

Charaktere: Amy ist mir sympathischer geworden. Auch Junior, obwohl ich diesen Namen immer noch nicht mag. Das gesamte agieren der beiden untereinander ist mir viel näher gekommen. Die Stellen, wo sie miteinander schäkern sind toll gelungen. Man merkt, dass sie sich jetzt schon besser kennen. Amy scheint sich auch mehr und mehr mit dem Leben auf dem Schiff abzufinden.

Junior fällt es nicht leicht in die Rolle des Ältesten zu schlüpfen. Er mag nicht mal so genannt werden und will sich von der Regentschaft und den Methoden des verstorbenen Ältesten distanzieren . Mit seinen 16 Jahren hat er ein ganz schönes Päcken zu tragen und viel zu wenig Zeit um mit Amy einfach nur mal Teenager zu sein. Sein Charakter macht eine starke Entwicklung mit, denn er muss sich den Respekt der Bewohner erkämpfen. Meiner Meinung nach ist der Autorin das sehr gut gelungen.

Alle Nebencharaktere stechen deutlicher hervor. Ich kann mich viel eher an sie erinnern, als es noch bei Teil 1 der Fall war.

Hintergrund: Die Story ist gut durchdacht und ich stelle mir ein riesiges Storyboard dafür vor. Außerdem hat man das Gefühl, dass auch Beth Revis selbst immer vertrauter mit dem Raumschiff wird. Sie beschreibt die Vorgänge sehr gut und alles ist durchdacht, wenn man mal von den Kritikpunkten absieht, die ich bei der Rezension von „Godspped–Die Reise beginnt“ genannt habe.  Falls die Reihe verfilmt wird, was ich super fände, sollte sie unbedingt selbst das Drehbuch schreiben und beim Design der Sets mitreden.

Fazit: WOW! Eine solche Steigerung von Teil 1 auf 2 habe ich selten erlebt. Da kann ich gar nicht mehr über Trilogien schimpfen und ich kann August 2013 kaum erwarten. Muss das wirklich ein Jahr dauern bis der Abschlussroman erscheint? Das Buch endet an der spannensden Stelle überhaupt, dass man sofort weiterlesen will. Ich bin immer noch überwältigt, da mir Teil 1 ja gut gefallen hat, aber bei Weitem nicht so überzeugt hat wie es nun die Fortsetzung macht. Da bleibt nur zu hoffen, dass der Abschluss der Trilogie genauso spannend wird. Wer bisher auf diese Reihe noch keine Lust hatte, sollte jetzt damit anfangen!

Vielen Dank an Dressler für das Rezensionsexemplar.

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Nach dem Sommer

Januar 20

Nach dem Sommer

Price: EUR 18,90

Gebundene Ausgabe: 423 Seiten
Verlag: Script5; Auflage: 1 (6. September 2010)
Autor: Maggie Stiefvater
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839001080
Originaltitel: Shiver

Erster Satz: Ich erinnere mich, wie ich im Schnee lag, ein kleines, warmes Bündel, das langsam kälter wurde.

Kurzinhalt:

 

Lange bin ich um die Bücher von Maggie Stiefvater herumschlarwänzelt. Eigentlich bin ich kein Wolf-Fan, aber ihre Bücher wurden immer sehr gelobt. Dazu kommt mal wieder das wundervolle Cover, dass man von Script 5 gewöhnt ist. Als ich es dann zusammen mit Delirium in der Stadtbücherei Münster ausleihen konnte habe ich es erst auf die Wartebank geschoben. Zum Glück. Den Leckerbissen sollte man immer zuletzt essen.

Grace wurde als Kind von Wölfen in den Wald gezerrt. Der eine Wolf, der mit den gelben Augen, rettete sie vor dem hungrigen Rudel. Seit dem wartet sie auf jeden Winter um ihren Wolf zu beobachten, der zwischen den Bäumen im Wald hinter dem Haus aus sie beobachtet. Sie ist fast besessen von diesem Wolf. Mittlerweile ist sie 17 und als die Bewohner Mercy Falls Jagt auf das Wolfsrudel aufnehmen, stellt sie sich auf die Seite der Tiere. Es fallen Schüsse im Wald und auf der Gartenveranda findet sie plötzlich Sam. Den Jungen mit den gelben Augen ihres Wolfes. Sie rettet ihn, zieht ihn ins Haus und in ihr Herz. Der Junge, der im Sommer Mensch und im Winter Wolf ist, und Grace verlieben sich ineinander. Doch die Zeit für Sam läuft. Der Winter naht, und es könnte sein letzter Sommer sein.

Ich habe dieses Buch genossen. Endlich eine Liebe, die so bedingungslos ist. Maggie Stiefvaters Stil ist unbeschreiblich schön. Sie versteht es hervorragend die Liebe der beiden Protagonisten darzustellen, ohne dass es kitschig wirkt. Und dass alles, obwohl ich eigentlich nicht auf Werwölfe stehe.

Das ganze Buch über wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Mal aus Sams, mal aus Graces Sicht. Ich bin bekennender Fan von Perspektivenwechsel. Zwar musst ich mich die ersten Kapitel daran gewöhnen umzuswitchen, aber das ging sehr schnell. Jedes Kapitel beinhaltet in der Überschrift den Namen des Erzählers und die Temperatur der Szene. Okay, Werwölfe sind Fabelwesen, aber ich habe zu keinem Zeitpunkt der Geschichte das Gefühl gehabt, das es übertrieben und unrealistisch ist. Zwar konnte ich Graces Wolfsbesessenheit zunächst nicht nachfühlen und mir fehlte ein wenig das Verlieben in Sam, aber ich habe ihn genauso geliebt, wie Grace auch. Erst habe ich Parallelen zu Bella gesehen, weil sie auch ein altes Auto fährt und die Rolle mit ihren Eltern verdreht ist. Denn Grace ist diejenige, die den Haushalt schmeißt und ihre Künstlermutter erträgt. Grace ist ein wundervoller Charakter, ebenso Sam. Die Moment, in denen sie sich in den Armen liegen sind so wunderschön beschreiben, dass man die Berührung fast selbst spürt. Auch die Nebencharaktere bestechen durch ihren Charakter. Isabell mag ich da sehr, ihre zickige versnobbte Art kommt sehr gut rüber. Stellenweise kamen mir beim Lesen sogar die Tränen, was mir nicht oft passiert. Selbst das Ende ist schön. Ein großes Kompliment an Autorin und Übersetzerin.

Die Idee, dass Wölfe an die Temperatur gebunden sind finde ich schön und geht vom Vollmondklischee weg. Auch das Sam als Wolf eher ein tierisches Denken hat, gefällt mir gut.

 

Ich freue mich auf die Fortsetzung und bin froh, das es den zweiten Teil schon gibt. Maggie Stiefvater landet sicher auf meiner Liste der Top-Autoren. Danke, für diese tolle Liebesgeschichte.

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