Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Rush of love – Erlöst (Rush of love 2)

August 21

Autor: Abbi Glines

Originaltitel: Never too far

Übersetzer: Heidi Lichtblau

Erscheinungsdatum: 16. Juli 2013

ISBN-13: 978-3492304375

Verlag: Piper Taschenbuch

Taschenbuch: 272 Seiten

Klappentext:

 

Der erste Teil war für mich unerwartet gut und ein absoluter Pageturner. Deshalb musste ich Teil zwei lesen. Leider haben sich meine Befürchtungen als wahr bewiesen und deshalb wird diese Rezension nicht ohne Spoiler auskommen.

Blaire versucht ihr Leben ohne Rush aufzubauen. Um die Wohnungskosten in Grenzen zu halten zieht sie mit Bethy zusammen und kehrt sogar in ihren alten Job im Golfclub zurück. Sie kann das Geld gut gebrauchen, will aber in ein paar Monaten weiterziehen. Doch sie läuft Rush, der Blaire unbedingt wiederhaben will da er sie abgöttisch liebt, weiter über den Weg. Blaire kann sich Rush nicht entziehen und fängt wieder etwas mit ihm an.  Allerdings sieht sie nichts Ernstes darin, bis Rush ihr Geheimnis erfährt und um sie kämpft.

Erster Satz: Es klopfte an der Tür, dann war nur noch leises Fußscharren zu hören.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.3/6 (1 vote cast)

Idee: Sorry, abgedroschen und nicht kreativ. Da frage ich mich wirklich, warum der Autorin nichts anderes eingefallen ist. Ich verzeihe ähnliche Ideen wirklich, aber hier muss ich meckern.

Plot:

Achtung:Spoiler Aufklappen

Warum? Musste es eine Schwangerschaft sein? Ganz abgesehen davon, dass man wirklich immer sofort schwanger wird. Leider hat mir das gar nicht gefallen, weil die Idee nicht mal anders verpackt wurde.

Zum Spoiler hinzu kommen noch familiäre Irrungen und Wirrungen. Die kennt man schon vom ersten Teil, aber hier wird ein weiteres Mal gewürfelt. Für meine Begriffe zu viel des Guten. Sicher baut die Handlung aufeinander auf, aber ich hatte  das Gefühl, dass nicht wirklich etwas passiert. Der Konflikt ist mir zu einfach gestrickt und nicht glaubwürdig. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass Frau Glines unbedingt die Geschichte weitererzählen wollte, aber keine Zeit hatte sich intensiv Gedanken dazu zu machen. Das ist schade, wo mir Teil eins recht gut gefallen hat. Sicher erwarte ich bei so einem Genre keine tiefgründige Handlung, aber hier wirkt es zu oberflächlich und konstruiert.

Dennoch hat sich bei mir der Lesesog eingestellt, also wurde doch irgendetwas richtig gemacht. Trotzdem hoffe ich sehr, dass der dritte Teil das Ruder wieder zum Positiven herumreißt.

Schreibstil: Es wird wieder aus der Ich-Perspektive erzählt, dieses Mal aber nicht nur aus Blaires, sondern auch aus Rushs Sicht. Was zunächst ein interessanter Aspekt ist, wirkte auf mich dennoch nicht gut, da mir die Protagonisten so zu ähnlich wirkten. In den Dialogen hat Frau Glines nachgelassen. Schade, denn gerade die fand ich im Auftakt der Reihe gut. Insgesamt ist keine Steigerung zu erkennen, ich würde sogar behaupten, das Teil 1 besser geschrieben ist, das mag aber vielleicht auch an meiner überraschenden Erfahrung damit liegen. Insgesamt lässt sich der Text jedoch gut und schnell lesen und hat sich bei mir zum Pageturner entwickelt.

Charaktere: In Teil 1 mochte ich Blaires Naivität und hab ihr die zweifelnden Gedanke voll abgenommen. In der Fortsetzung jedoch entwickelt sich Blaire nicht. Sie zweifelt sogar erneut an Rushs Gefühlen, obwohl er ganz klar  zu ihr steht.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Wo sie teilweise so schön altersgrecht naiv im ersten Teil ist, frage ich mich doch, warum sie relativ locker mit der Schwangerschaft umgeht. Das passt nicht zusammen.

Mir ist sie einen Tick zu ambivalent und ich hoffe doch, dass ich sie in Teil drei wieder mag.

Rush? Wo ist der süße Bad Boy? Er scheint ein nahezu anderer Charakter zu sein und das ist leider nicht positiv. Er wirkt viel zu weich.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Überhaupt nicht verstanden habe ich die Lockerheit, mit der er mit Blaires Schwangerschaft umgeht. So nach dem Motto: Du bist schwanger? Hey, das schaffen wir, kein Problem!)

Mir fehlte seine Rotzigkeit und die Züge des Rockstarsohns. Fast scheint es so, als hätte man einen ganz neuen Charakter.

Mein Lichtblick war mal dieses Mal eine Nebenfigur. Wieso fällt mir Bethy erst jetzt so stark auf? Sie bringt den quirlig, gut gelaunten Charakter mit. Unbekümmert und Blaires gute Stütze.

Hintergrund: Die Familienverhältnisse sind mir zu verworren und die Charaktere gehen viel zu einfach mit ihrer Situation um. Etwas mehr Ausarbeitung in der Entwicklung der Figuren hätte ich mir gewünscht.

Fazit: Trotz aller Kritik hatte ich das Buch schnell durch und ließ die Seiten nur so dahin fliegen. Warum das so war? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht lag es an der Kürze, vielleicht daran, weil ich einfach geglaubt habe, das die Story noch in eine Richtung schlägt, die mich hoffen lässt. Ob ich Teil drei lesen werde? Im Grunde schon, weil mich der Klappentext anspricht und die Bücher dieser Reihe einfach schön für zwischendurch sind, aber viel erwarten werde ich nicht.

Für alle, denen eine klischeehafte Story nicht das Lesevergnügen trübt und mit einer Softie-Version von Rush leben können.

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Rating: 3.0/6 (1 vote cast)
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Rush of love – Verführt (Rush of love 1)

Juli 10



Autor:
Abbi Glines

Originaltitel: Fallen too far

Übersetzer: Heidi Lichtblau

Erscheinungsdatum: 14. Mai 2013

ISBN-13: 978-3492304382

Verlag: Piper Taschenbuch

Taschenbuch: 240 Seiten

Klappentext:

 

Momentan macht sich auf dem deutschen Markt ein neues Genre breit. Wo mich der Hype um „Beautiful Disaster“ nicht so packen konnte, überzeugte mich „Rush of Love“ umso mehr. Der Klappentext hörte sich nach netter Unterhaltung an. Das war es auch, leider nur zu kurz.

Blaires Mutter unterlag dem Krebs. Nach dem Verkauf des Hauses und aller anderen Habseligkeiten, um die ausstehenden Krankenhausrechnungen zu bezahlen, macht sich die 19jährige sich suf den Weg zu ihrem Vater umd dort zu wohnen, bis sie Arbeit gefunden und sich ein neues Leben aufbauen kann. Aber anstatt ihren Vater, findet sie Rush in dem Haus vor. Er entpuppt sich als ihr Stiefbruder, Sohn eines Rockstars, reich, arrogant und unsagbar sexy. Sie darf bleiben, in der Kammer der Haushälterin und Rush  lässt sie deutlich spüren, dass sie nicht erwüscht ist. Dennoch kann sich Blaire seiner Anziehungskraft nicht entziehen. Doch warum ist Rush plötzlich so eifersüchtig, als Blaire als Getränkeverkäuferin auf dem Golfplatz allen Männer den Kof verdreht? Und wieso hasst seine Schwester Blaire so sehr?

Erster Satz: Wo ich herkam, standen alte Trucks mit großen erdverkrusteten Rädern vor den Häusern, in denen eine Party stieg.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 4.7/6 (1 vote cast)

Idee: Die Idee ist nicht neu, recht klassisch und nicht wirklich innovativ. Armes Mädchen trifft reichen Bad boy. Trozdem stehe ich ja auf so ein Thema.

Plot: Den Anfang fand ich irgendwie doof und im Endeffekt zeigt er ein anderes Bild von Blaire, zumindest für meine Begriffe. Aber dann geht alles seinen Weg. Da die Geschicht auf 240 Seiten gepackt ist, geht alles recht rasant. Mir hat das deshalb gefallen, da ich den absoluten Lesesog hatte. Manche Dinge waren vorhersehbar, haben aber das Lesevergnügen nicht getrübt. Man muss ein bischen aufpassen um bei der Auflösung nicht den Faden zu verlieren, wie jetzt wer zueinander steht. Ich fand die Handlung nicht zu kurz und nicht zu lang. Perfekt für ein Lesevergnügen zwischendurch.

Schreibstil: Locker und leicht. Nichts besonderes, aber eben schnell zu lesen, sodass die Seiten dahinfliegen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive im Präteritum. Mir haben die Dialoge gefallen, vor allem aber die Art, wie Blaires Gefühle geschiltert wurden. Das konne zwar auch stellenweise nerven, passt aber zum Alter von Blaire.

Charaktere: Blaire. Obwohl ich den Charakter nicht ganz stimmig finde, mochte ich sie. Erst wirkte sie wie ein taffes Mädel, aber das dreht sich nach dem ersten Kapitel  und damit  musste ich erst zurecht kommen. Mit ihren 19 Jahren musste sie schon das Haus ihrere Mutter verkaufen, die Beerdigung organisieren und sich mit Krankenhasurechnugen rumplagen. Deshalb nehme ich ihr das Streben nach dem eigenen Lebensunterhalt ab. Auch, dass sie niemandem zur Last fallen und nichts geschenkt haben möchte, verstehe ich. In Puncto Rush ist sie total naiv. Ihre vielen Gedankengänge sind fast zu viel, aber wenn ich recht darüber nachdenke, für eine 19–jährige Jungfrau absolut nachvollziehbar. So sehr ich mir an den Kopf gefasst habe, warum das Mädchen so blind ist, kann ich es dennoch verstehen.

Rush ist der stereotype Badboy schlechthin. Ich kann es nicht genau erklären, aber trozdem hatte er mich von Anfang an. Im Grunde könnte man an allen Ecken meckern. Er lässt sie in einer Kammer hausen, ist unfreundlich, weist sie ab und alles nur, weil er sie nicht zu nah an sich rankommen lassen möchte, da sonst seine Libido mit ihm durchgeht. Ja, er erfüllt alle Klischees und dennoch hat er seine süße Seite. Abbi Glines schaffte es irgendwie diesen Charakter trotzdem zu mögen um ihn anzuschmachten.

Bei den Nebecharakteren gibt es keinen, den ich besonders hervorheben könnte. Sie sind gut, vielfältig und erfüllen ihren Zweck.

Hintergrund: Ich habe keine Ahnug von Golf und auch nicht davon, wie es ist als neuzehnjägrige all diese Dinge nach dem Tod der Mutter zu organisieren. An keiner Stelle habe ich das Gefühl gehabt, dass etwas am Hintergrund nicht stimmt. Die Familienverhältnisse sind etwas verworen, aber die Erklärung ihres Zustande kommens nachvollziehbar.

Fazit: Ein unerwartet gutes Buch, für dieses Genre. Ein Lesevergnügen nach meinem Geschmack, wenn ich leicht unterhalten werden möchte. Da fühlt man sich wieder jung und die Erotik kommt nicht zu kurz. Was ich bei „Beautiful Disater“ vermisst habe, ist Abbi Glines hier vollends gelungen. Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Ein wahrer „Rush of Lesen“.

Für alle, die Bad boys mögen und sich bei leichtem Lesevergnügen über eine Prise Erotik freuen.

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Rating: 5.0/6 (1 vote cast)
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Beautiful Disaster

Mai 25

Beautiful Disaster: Roman

Price: EUR 9,99



Autor:
Jamie McGuire

Originaltitel: Beautiful Disaster

Übersetzer: Henriette Zeltner

Erscheinungsdatum: 16. April 2013

ISBN-13: 978-3492303347

Verlag: Piper Taschenbuch

Taschenbuch: 464 Seiten

Klappentext:

 

Beautiful Disaster ist in aller Munde und Titel, Cover sowie Klappentext haben auch mich total neugierig gemacht. Ich hatte mehr Intimes erwartet und bin von daher etwas enttäuscht.

Abby und ihre Freundin America fangen mit dem College an. America hat sich gleich in Shepley verliebt. Dessen Cousin Travis bekommt jedes Mädchen, verdient Geld bei illegalen Kämpfen, ist tätowiert und hat immer einen taffen Spruch auf Lager. Dieser Bad Boy ist so gar nicht Abbys Typ, oder doch? Weil in ihrem Wohnheim das Wasser ausfällt,  müssen Abby und America eine Weile bei den Jungs einziehen. Abby und Travis giften sich nur an und dann verliert sie auch noch eine Wette gegen ihn und ist für einen weiteren Monat an ihrem Platz in seinem Bett gefesselt. Nein, die beiden sind nur Freunde. Aber Travis‘ Beschützerdrang und Abbys Anstrengungen ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen führen zu Spannungen der anderen Art. Wie zwei Magnete stoßen sie einander ab, aber einmal zueinander gewandt, ist ihre Anziehung unausweichlich. Welches Geheimnis umwittert Abby und schaffen die jungen Verliebten einen Weg miteinander zu finden?

Erster Satz: Alles in dem Raum schrie mir entgegen, dass ich dort nicht hingehörte.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 3.9/6 (1 vote cast)

Idee: Im Grunde ist es keine spektakuläre neue Idee, aber die Charaktere sind anders angelegt und das finde ich gut.

Plot: Ein großes Hin und Her. Was mir besonders gefallen hat, waren die Zeitsprünge hier und da. Die Story zieht sich über mehrere Monate hinweg und das macht das Ganze realistischer. Alle Szenen und Handlungen bauen aufeinander auf. Es gibt Ups und Downs, was den Leser sehr bei der Stange hält. Die schon im Klappentext erwähnte Wette ist schön und gut, jedoch habe ich den Antrieb der Hauptprotagonistin die Wettschulden einzulösen, nur auf dünnem Eis gesehen. Es funktioniert jedoch. Der Teil, der in Las Vegas spielt, war der für mich interessanteste Teil. Das mag an meiner Liebe zu Vegas liegen und auch an Abbys Hintergrund, der dort eine tragende Rolle spielt. Die Einleitung in den Showdown ließ dann leider zu viel vorhersehen, aber da war ich schon, oder besser gesagt immer noch, im Lesesog, dass es mir egal war. 

Schreibstil: Alles wird in Ich-Perspektive im Präteritum erzählt. Lieblingsperspektive! Der Stil ist sehr einfach, locker und leicht. Was besonders ist: die vielen Dialoge. Die waren so präsent. Ich habe das Gefühl, die Geschichte passiert ausschließlich in Dialogen. Das ist wohl auch das, was vorantreibt. Die Schlagabtausche in den Diskussionen der Hauptprotagonisten sind richtig gut und machen beim Lesen viel Spaß. Ich lese gerne Dialoge, vor allem wenn sie ohne viel Schnick-Schnack auskommen, aber sie hätten in diesem Buch ein bisschen mehr drum herum anhaben können.

Charaktere: Die Grundideen der Charaktere haben mir gut gefallen, aber manches hätte man weniger präsent zeigen und  anderes dafür deutlicher zeichnen können. Positiv sehe ich die nicht typischen Figuren.

Abby hat zwei Gesichter, wobei mir ihr Geheimes besser gefällt. Ich mochte sie, gerade weil sie krampfhaft versucht ein anders Leben zu führen und sich ihre Gefühle für Travis nicht eingestehen will.

Achtung:Spoiler Aufklappen

Ihren Auftritt in Vegas als Pokerspielerin fand ich von der ganzen Idee super. Für meine Begriffe hätte McGuire da mehr rausholen und diesen Part ausweiten können. Im Endeffekt dient er nur dazu einen Bruch in der Beziehung hervorzurufen und dafür war es wieder zu viel. Ich bin eben Fan von Mafia und Glücksspiel und hätte Abby gerne öfter beim Spiel gesehen.

Ich war Travis verfallen, als erwähnt wurde, dass er tätowiert ist. Ich mochte diesen Bad Boy. Er hat allerdings Macken, die ich anders, bzw. weniger geschrieben hätte. Wirklich auf die Nerven ging mir der Kosename für Abby. Täubchen, oder Taube erinnert mich ganz persönlich leider zu sehr an Hans Beimer aus der Lindenstraße, der seine Frau auch immer so genannt hat. Mag sein, dass das im Original des Buches ganz anders herüberkommt. Ebenso anstrengend fand ich seine teilweise zu extremen Reaktionen und Verhaltensweisen. Dennoch hatte er was.

Shepley und America sind bis auf ihre Namen ziemlich stereotyp angelegte Freunde. Dabei mochte ich vor allem die Freundschaft zwischen America und Amber.

Nennen möchte ich unbedingt Finch. Ein Nebencharakter, der viel mehr hätte poliert werden können. Ich mochte ihn sehr, doch leider kam er viel zu kurz.

Hintergrund: Das Setting am College war was anderes für mich und ich mochte es. Was mir jedoch aufgestoßen ist, und ich bin wirklich nicht prüde, ist der große Alkoholkonsum. Vor allem die Stellen, wo Abby mal eben Whiskey trinkt, um herunterzukommen, finde ich fragwürdig. Sicher ist es nicht unrealistisch, aber ein heikles Thema  bei einem Text für eine junge Zielgruppe.

Es in den erotischen Bereich zu packen, finde ich zu weit hergeholt. Da gibt es hier und da nette Szenen, aber es hat definitiv zu wenig klar ausgedrückten Sex.

Fazit: Diese absoluten Begeisterungsstürme kann ich nicht teilen, aber ich kann auch den Lesesog, der eindeutig da war, nicht von mir weisen. Ich hatte eben mehr Erotik erwartet. Aus Abby hätte man die „dunkle“ Seite mehr rausholen können. Travis Reaktionen hätten ihm etwas weniger impulsiv besser gestanden. Ob ich den zweiten Teil lesen möchte, weiß ich noch nicht. Der wird die Geschichte aus Travis Sicht erzählen. Ob dann so viel Neues dabei herum kommt?

Wer etwas wie Shades of Grey sucht, mit viel Erotik, wird enttäuscht sein.  Beautiful Disaster biete eine gute Unterhaltung, die durch die Hitzköpfigkeit und den Starrsinn der Protagonisten lebt, und ist für all jene etwas, die einen extrem gezeichneten Bad Boy mögen.

 

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Artikel 5

April 16



Autor:
Kristen Simmons

Originaltitel: Article 5

Übersetzer: Frauke Meier

Erscheinungsdatum: 16. April 2013

ISBN-13: 978-3492702867

Verlag: ivi

Broschiert: 432 Seiten

Klappentext:

 

Ich bin ehrlich: Artikel 5 wollte ich zu 80 % nur lesen, weil es bei ivi erschienen ist. Eigentlich wollte ich nicht wieder eine Trilogie anfangen, aber die Bücher von ivi waren bisher immer gut und mich hat genau der letzte Satz vom Klappentext neugierig gemacht. Man muss einfach wissen, was den Mann dazu getrieben hat, seine Freundin zu verraten.

Ember ist ein Artikel 5, ein unehelich gezeugtes Kind. Sie und ihre Mutter fliegen auf, weil der frühere Nachbar sie verraten hat. Chase, Embers große Liebe, der zum Militär gegangen ist. Ember kommt in eine Rezozialisierungsanstalt in der sie erlebt, wie das System funktioniert und das es nicht dass ist, für was sie es gehalten hat. Sie sorgt sich um ihre Mutter und will nichts lieber als raus aus der Anstalt, um sie zu retten. Bei dem Versuch wird sie jedoch geschnappt. Bevor ihr Gewalt angetan werden kann, kommt ihr ausgerechnet der Mensch zur Hilfe, der sie überhaupt erst in diese Situation gebracht hat: Chase. Er hat Embers Mutter versprochen, sie in ein sicheres Haus zu bringen und nutz nun seinen Status als Soldat, um ihr zu helfen. Allerdings begibt er sich dafür selbst in Gefahr, den er wird fahnenflüchtig. Den Schleuser zu finden, der die beiden in Sicherheit bringen soll, gestaltet sich jedoch schwierig. Schaffen sie es?

Erster Satz: Beth und Ryan hielten einander an den Händen, was durchaus reichte, um eine offizielle Vorladung wegen eines Sittlichkeit Vergehens zu riskieren, aber ich sagte nichts dazu.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.3/6 (1 vote cast)

Idee: Die Idee finde ich ehrlich gesagt nicht wirklich innovativ. Allerdings gibt es in Amerika Gegenden, die sehr scharfe Moralvorstellungen haben und so ist es mit dieser Thematik sicher interessant. Was ich aber wirklich ansprechend fand, war die Tatsache, dass die große Liebe der Verräter ist.

Plot: Mir hat der Plot sehr gut gefallen. Es geht gleich am Anfang los und schnell hat man alles vom Klappentext in der Handlung wiedergefunden. Das Beste: Zu dem Zeitpunkt hat man fast das ganze Buch noch vor sich! Die Drehungen und Wendungen machen die Handlung spannend und man rätselt eine ganze Zeit, ob man mit der Vermutung, was es mit Chases Verhalten auf sich hat, richtig liegt. Manche Dinge waren für mich vorhersehbar, aber das hat meine Leselust nicht getrübt. Ganz im Gegenteil, ich war gefesselt und musste weiterlesen. Als Film würde sich die Geschichte in meinen Augen sehr gut machen.

Schreibstil: Bingo! Wieder mal Ich-Perspektive im Präteritum. Ich liebe es. Vor allem sehr gut gemacht, was Dinge anbelangt, die bei anderen Personen passieren. Es lässt sich leicht und schnell lesen, bleibt aber trotzdem spannend. Gleich von Anfang an schafft es die Autorin eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen und dennoch hofft man mit Ember mit, die sich so durch einen Großteil des Buches bewegt. Details wie das langsame Verheilen von Narben wird toll in die Handlung eingesetzt. Ambers Beobachtungen über Mimik und Verhalten von Chase und ihre damit verbundenen Gefühle gehen sehr nah.

Charaktere: Vor allem Chase hat mir sehr gut gefallen. Auf mich wirkt er noch durchdachter als Ember, obwohl alle Charaktere, sowie auch die Nebenfiguren viel Liebe zum Detail erhalten haben.  Ich will nicht spoilern, deshalb geh ich nicht ins Detail, aber ich mag seinen inneren Antrieb. Auch Embers Liebe zu ihrer Mutter ist bedingungslos und man versteht, warum sie für sie alles riskieren will. Sehr gefallen hat mir vor allem die Beziehung zwischen Ember und Chase. Diese typischen Missverständnisse zwischen Männer und Frauen. Dieses aneinander vorbeireden. Toll eingefangenen. Das macht die Figuren so echt.

Hintergrund: Ich möchte eigentlich nicht erwähnen an was die Statuten erinnern und vor allem die Soldaten und das was mit den Menschen passiert, die aus der Reihe tanzen. Man merkt aber, dass sich da jemand Gedanken gemacht hat, wie die Welt mit solchen Moralvorstellungen aussieht. Gerne hätte ich mehr darüber erfahren, wie und warum es genau zu den Statuten kam. Es wird zwar angerissen, aber ich möchte mehr und hoffe auf die Fortsetzungen.

Fazit: Ich bin mit null Erwartungen an das Buch herangegangen, wollte nur diesem letzten Satz vom Klappentext auf den Grund gehen. Bekommen habe ich ein Leservergnügen, was mich die Seiten nur so hat umblättern lassen. Es war wieder eines dieser Bücher, die ich überall mithinschleppe und sich auch nur ein kleiner Absatz zwischendurch lohnt. Meist bin ich jedoch jedes Mal gefesselt worden. Ich habe einige Dystopien/Endzeit Geschichten gelesen, aber diese bestach vor allem durch die beiden Hauptcharaktere, ihre Interaktion und Antrieb. Das hat Artikel 5 für mich besonders gemacht.

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Happy Birthday! Der Blog und ich feiern Geburtstag!

November 16

Heute wird der Blog ein Jahr alt. Es macht immer noch Spaß und ich bereue die Entscheidung zum Bloggen keinesfalls. Viele nette Menschen habe ich dadurch kennengelernt. Mittlerweile bin ich voll vernetzt und habe die Buchmessen genossen. Manchmal ist das bloggen auch anstrengend. Wenn man die Rezension endlich fast fertig hat und WordPress abstürzt … Ja, dann macht sich Frustration breit.

Aber mir persönlich hat es was für die Schreiberei gebracht. Man liest die Bücher anders und das regelmäßige auseinandernehmen und bewerten macht einen auf viele Dinge aufmerksam. Zusätzlich bringt das texten der Rezensionen unheimlich viel. Außerdem schult man sich im Zusammenfassen von Büchern.

Durch das Bloggen habe ich auch ganz viele andere Blogs gefunden, was immer sehr interessant ist. Vor allem die Gesichter hinter den Blogs. Da bin ich immer neugierig, da ich mich ja eher in einem untypischen Genre begegne, wenn man mein Alter bedenkt. Und da habe ich auch schon die passende Überleitung: Denn nicht nur der Blog hat Geburtstag, sondern ich selbst auch.

Das möchte ich natürlich feiern!

Freundlicherweise haben mich einige Verlage unterstützt: ivi, Ink, Thienemann und cbj

 

Das sind:

Ein ganz großes Danke. Nicht nur für die Gewinne, sondern auch für die Unterstützung mit Rezensionsexemplaren und Interviews.

Als Kind fand ich auf den Geburtstagen eine Schnitzeljagd immer total klasse. Deshalb sollt ihr euch auch von Link zu Link hangeln, um schlussendlich  zu einem versteckten Beitrag zu gelangen. Unten findet ihr den Startlink. Im Zielbeitrag sucht ihr einfach die Textstelle, die farbig als Link markiert ist. Zum Schluss könnt ihr einen Kommentar hinterlassen mit eurem Buschwunsch und mir dann zusätzlich noch eure Adresse schicken, damit ich das Buch direkt lossenden kann. Ihr könnt natürlich auch mehrere Bücher angeben.

Geht auf die Suche und hinterlass bis zum 28.11.2012 23:49Uhr einen Kommentar.

Viel Spaß und viel Glück! Die Jagd startet hier.

Nachtrag: Ich könnt auch aus dem Ausland mitmachen, wenn ihr euch am Porto beteiligt. Leider ist das sehr teuer. Mein Teil wäre der in Deutschland übliche Tarif für Büchersendungen, den Rest zahlt ihr. Eine Idee, die durch eine Teilnehmerin entstand!

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Interview mit Beatrice Lampe von Piper Fantasy & IVI

Oktober 29

Piper Fantasy feiert dieses Jahr seinen 10. Geburtstag. IVI ist seit dem Frühjahr mit seinem Programm am Markt. Ein kleines Programm, das ich jetzt schon sehr schätze. Zusammen mit dem Programmleiter Carsten Polzin bildet Beatrice Lampe das Team für den Bereich Fantasy und IVI im Piper Verlag. Ich habe mich sehr gefreut, mit ihr sprechen zu können.

Wie wird man Lektor?
Es gibt keinen vorbestimmten Weg zum Lektorenberuf. Wichtig ist, dass man seine Begeisterung für Literatur und Bücher ausdrücken kann und am besten einen entsprechenden Studienabschluss besitzt. Ein Literaturstudium ist von Vorteil, aber nicht Voraussetzung. Ich habe Germanistik studiert und war danach Werbetexterin. Das bin ich im Grunde immer noch, denn ich texte die Titel der Bücher und die Buchtexte. Sogar bei einer Autorenvita muss man richtig einschätzen, welche Infos interessant sind und welche nicht. Welche starken Argumente führt man auf? Was darf ich sagen und was lieber nicht? Diese Kompetenz und meine Begeisterung für Fantasy war eine gute Voraussetzung für den Job.

Dann lektorieren Sie auch die Manuskripte?
Ja. Diese Arbeit stand aber früher sehr viel mehr im Zentrum. Heute sind wir Verlagslektoren eher Projektmanager. Wir müssen abwägen, welche Bücher zu uns passen, was auf dem deutschen und dem internationalen Markt geschieht, welche Autoren gerade gefragt sind. Wie wir an die kommen? Dafür gibt es literarische Agenten, die Autoren vertreten und denen wir gute Angebote machen müssen, damit wir den Zuschlag für ein Manuskript bekommen. Das ist nicht immer sicher, und wir bangen jedes Mal, ob es auch klappt – wie bei einer Auktion. Vielleicht wird man überboten und muss viel Engagement zeigen, um einen Titel am Ende zu bekommen.
Die Buchbranche ist ein sehr aufregender Markt. Und mein Job ist so toll, weil jeder Tag anders ist und ständig neue aufregende Ereignisse passieren.

Wie bewältigt man den Stapel unverlangt eingesandter Manuskripte?
Davon bekommen wir täglich 20–30 Einsendungen. Das können wir nicht alles lesen. Uns hilft eine Assistentin, die vorsortiert und ganz viel wieder zurückschickt. Die Sachen, die sie gut findet, landen auf unseren Tischen. In den seltensten Fällen ist bei den unverlangten Einsendungen wirklich guter Stoff dabei, und selbst dann diskutieren wir sehr intensiv, ob wir ein Projekt wirklich ins Programm nehmen können. Wenn es dann doch eine Standardabsage von uns gibt, heißt das nicht, dass wir es uns nicht angeguckt haben. Wir schauen uns jedes Manuskript an.
Priorität A haben jedoch die wichtigen internationalen Manuskripte. Außerdem gibt es Bücher, die uns Verlage direkt anbieten, die nicht über Agenturen laufen. Das hat Priorität B. Erst auf C kommen die unverlangt eingesandten Manuskripte.
Klar könnte ich den ganzen Tag mit Lesen verbringen, stattdessen muss ich aber sicherstellen, dass unsere Autoren ihre Termine einhalten, dass Manuskripte rechtzeitig zum Übersetzer gehen, kurzfristig für Ersatz sorgen, wenn jemand krank wird. Was kommt aufs Cover? Ist unser Buchtitel schutzfähig? Und was steht im nächsten Fantasy-Newsletter? Mit solchen Dingen beschäftige ich mich tagsüber. Die Manuskripte lese ich nach Feierabend und am Wochenende.

Wie schafft man es, sein eigenes Manuskript als „verlangt“ einzusenden?
Heutzutage ist der einfachste und effektivste Weg über eine namhafte Agentur. Es ist gut für angehende Autoren, sich Unterstützung und Hilfe von literarischen Agenturen zu holen. Wenn man es schafft, den Agenten von seinem Projekt zu überzeugen, hat man gute Chancen; dann ist man schon auf der Autobahn zum Verlag. Schließlich landet das Manuskript eher in unserem Fokus, wenn die Agentur eine große Empfehlung ausspricht.

Was ist das ausschlagende Element? Zählt die Form oder ein Foto?
Ein Foto ist ganz egal. Wichtig finde ich, dass schon das Anschreiben ansprechend und fehlerfrei ist. Ganz oft denken wir: Du schaffst es nicht, in zwei Sätzen zu beschreiben, warum du mir diesen Brief schickst. Wie willst Du dann den Leser auf den ersten zehn Seiten an die Hand nehmen? Im Exposé sollte der Autor erklären können, warum gerade sein Buch wichtig ist und was es besonders macht; was es von der breiten Masse abhebt. Wenn das Exposé stimmig ist, muss ich gar nicht unbedingt das Manuskript komplett lesen, weil ich weiß, dass das Konzept funktioniert. Diese Geschichte kann ich als Lektor gut erzählen – und die können die Buchhändler auch gut den Lesern erzählen.
In der Regel lese ich zuerst das Exposé. Dann informiere ich mich, wer der Autor ist und was er macht. Ist er IT-Techniker oder erst 16? Das spielt für meine Wahrnehmung eine Rolle. Dann lese ich die Leseprobe, und zwar den Romananfang, denn das ist die entscheidende Stelle, die den Leser mitreißen muss. Ein Manuskript muss von der ersten Zeile an gut sein. Ich lese die ersten zehn Seiten, und wenn ich bemerke, dass die Geschichte nicht funktioniert, muss ich aufhören – schließlich habe ich eine große Masse an anderen Manuskripten zu bewältigen. Wenn der Anfang mich jedoch überzeugt, lese ich noch mal 20–30 Seiten. Und wenn die ersten 50 Seiten gut sind, bin ich schon ziemlich positiv gestimmt. Aber das passiert in den wenigsten Fällen bei den unverlangten Einsendungen. Unser Auftrag ist es, das Beste vom Besten zu finden. Geschichten, die viele Leser finden und neue Trends auslösen könnten. Um ein solches Angebot zu liefern, muss man vor allem streng mit sich selber sein und mit den Autoren.

Wie viel hat der Autor mit dem Marketing zu tun?
Eigentlich sehr viel. Es hängt aber davon ab, wie stark er sich einbringen will und wie realistisch seine Vorstellungen sind. Manche Autoren haben ganz große Ideen, was wir als Verlag alles für sie machen könnten. Denen müssen wir manchmal erst klar machen, dass wir nicht nur einen, sondern schrecklich viele Autoren haben, die wir alle mit Marketing unterstützen wollen, obwohl unser Budget begrenzt ist. Wir werben so gut und breit wie möglich; man kann aber auch beobachten, dass große und teure Kampagnen der Konkurrenz auch mal danebengehen und der versprochene Erfolg ausbleibt.
Für uns ist es deshalb das Wichtigste, das Engagement des Autors einzufangen und daraus etwas Besonderes zu machen. Gerade in der Fantasy und im Jugendbuch sind wir ganz eng vernetzt mit dem Onlinemarketing. In diesen beiden Genres ist jede Onlinemaßnahme besser als eine teure Anzeige in der FAZ oder im Spiegel. Und da unsere Zielgruppe viel online ist, ist es sinnvoller, sich eine entsprechende Aktion für sie auszudenken, zum Beispiel eine Livestreamlesung mit dem Autor oder einen Schreibwettbewerb für Fans. Solche Aktionen haben viel mehr Potenzial und bewirken, dass sich ein Buch genau bei den Leuten herumspricht, die es auch lesen wollen.
Wenn unsere Autoren sich in diese Richtung engagieren wollen, stehen ihnen unsere Türen sehr weit offen.

Wie ist das bei den englischen Übersetzungen? Verändern Sie noch etwas an der Geschichte? Wie bringt man die Wirkung des Originals in die deutsche Sprache?
Wir arbeiten mit einem großen Pool an Übersetzern zusammen, die sich in unseren Genres sehr gut auskennen. Wir kennen die Übersetzer auch persönlich, diskutieren mit ihnen über vergangene Projekte und darüber, welche Stoffe sie persönlich interessieren. Schließlich muss ich im Vorfeld sehr genau einschätzen, wen ich mit welchem Projekt beauftrage. Im Nachhinein prüfen wir die Qualität jeder Übersetzung, um auf dem Laufenden zu bleiben. Zum Beispiel wirkt es sich auf den Text aus, wenn ein Übersetzer gerade eine schlechte Phase im Leben hat, und uns fällt auch auf, wenn jemand so gut wie nie zuvor übersetzt hat.
Wichtig ist, dass der deutsche Text in sich stimmig ist. Wir wollen nicht, dass der Leser über Anglizismen stolpert oder sich über viele Rechtschreibfehler ärgern muss. In der Redaktionsphase wird überprüft, dass der Übersetzer auch inhaltlich nichts übersehen hat, wie z. B. dass eine Figur einheitlich ihr Muttermal auf der linken Wange trägt. Wenn im Originaltext ein solcher Fehler auftaucht, dann greifen wir ausnahmsweise ein und korrigieren in der deutschen Fassung.

Welche Tipps haben sie für angehende Autoren?
Michael Peinkofer hat vor kurzem ein ganzes Buch zu dem Thema geschrieben: „Das Zauberer-Handbuch. Schreib deinen eigenen Fantasy-Roman“
Ich persönlich rate: Immer wieder an sich arbeiten. Überzeugt von seinem Stoff sein und trotzdem bereit, sein Manuskript wieder und wieder zu überarbeiten. Ein Autor muss beobachten, was die Konkurrenz macht. Muss am Markt dran bleiben und wissen, was die Leute lesen wollen. Und sich durchaus trauen, einen Stoff erst in zehn Jahren wieder anzufassen, wenn die Zeit dafür reif ist.

Was wird Trend?
Die Zeit der Dystopien ist vorbei. Spätestens in einem Jahr, denke ich. Realistischere Stoffe und Thriller werden auf der Buchmesse gerade in Massen angeboten. Viele Verlage werden deshalb auf Fantasy verzichten, aber da kontern wir und setzen gerade deshalb auf große fantastische Geschichten.

Wie ist IVI entstanden?
IVI ist aus einem bestimmten Grund entstanden. Mit unserem Fantasyprogramm haben wir schon immer nicht nur unsere erwachsenen männlichen Leser angesprochen, sondern auch jüngere und weibliche Leser. Das Problem: Im Buchhandel gibt es für Fantasy und Jugendbuch unterschiedliche Ansprechpartner. Der Einkäufer für Fantasy weiß: Vor meinem Regal stehen meist nur Kerle, warum soll ich die weiblichen All-Age-Titel ins Regal stellen? Deshalb wurden diese Bücher nicht bestellt und damit weniger verkauft. Da mussten wir unsere Strategie ändern. Wir trennten. Uns war klar, dass wir im erwachsenen Fantasyprogramm weiterhin männliche Leser ansprechen. Mit IVI bieten wir nun neuen Autoren eine Bühne, die auch wirklich dahin kommen, wo sie gebraucht werden, nämlich in die Regale der Jugendbucheinkäufer. Das ist uns bereits mit den ersten Büchern ganz gut geglückt. Unser Anspruch: Wir wollen kein riesiges Programm aufbauen und damit den traditionellen Jugendbuchverlagen das Wasser abgraben. IVI bedeutet: Wir machen Bücher für junge (Fantasy-)Leserinnen, wählen aus der Masse an All-Age-Manuskripten pro Programm aber nur die vier allerbesten Titel aus und setzen damit auch in Zukunft statt auf Quantität auf Qualität.

Wie wichtig sind Ihnen die Blogger?
Unsere Blogger sind superwichtig. Gerade für den All-Age-Bereich sind sie unerlässlich und mittlerweile das wichtigste Medium. An ihre Wirkung kommt keine klassische Rezension ran. Die Blogs haben eine ganz eigene Dynamik: Sobald eine Rezension veröffentlicht wird, entwickelt sich in den Kommentaren eine rege Diskussion. Wir sind immer wieder erstaunt, dass manche Leser sich für ein Buch entscheiden, nur weil es ein bestimmter Blogger, dessen Meinung vertraut wird, es empfiehlt. Das zu beobachten ist superspannend: Ich schaue mir deshalb jeden Morgen an, welche neuen Rezensionen in den Blogs erscheinen.

Habt ihr begrenzte Kontingente an Leseexemplaren?
Noch nicht, aber wir überlegen, wie wir das Angebot für unsere Blogger noch besser machen können. Es gibt beispielsweise einen englischen Verlag, der ein Bloggerbelohnungssystem einsetzt. Blogger können sich dort exklusiv registrieren und damit Botschafter des Verlags werden. Der nächste Schritt wäre für uns, dass wir euch Blogger noch näher an unsere Seite holen, damit ihr euch wohlfühlt und auch was davon habt, wenn ihr tolle Rezensionen zu unseren Büchern schreibt.

Wie gehen Sie mit negativen Rezensionen um?
Passiert ständig und ist verständlich. Natürlich finden wir es schade, wenn ein Buch einem Leser einmal nicht gefallen hat, aber wir wollen ja auch lernen und lesen negative Rezensionen deshalb aufmerksam durch. Es ist wichtig, das berechtigte Kritik bei uns ankommt. Die wird nicht zensiert. Aber am Ende zählt: Ein Buch kann noch so viele 5 Sterne Rezensionen haben, wenn es einfach nicht meine Sprache spricht, werde ich es nicht mögen. Deshalb ist es uns ein echtes Anliegen, bei IVI Bücher aus ganz unterschiedlichen Genres, mit ganz unterschiedlichen Themen und Erzählstilen zu bieten.

Vielen Dank für dieses interessante Interview und weiterhin viel Erfolg für Piper Fantasy und IVI!

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