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Ein Herzschlag danach

Juni 17

Ein Herzschlag danach

Price: EUR 14,99



Autor:
Sarah Alderson

Originaltitel: Hunting Lila

Übersetzer: Karlheinz Dürr

Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2012

ISBN-13: 978-3473400850

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Taschenbuch: 352 Seiten

Klappentext:

 

Mich sprach das Cover an und der Titel. „Ein Herzschlag danach“ verheißt Gefühl, aber auch Spannung und trifft damit den Inhalt perfekt. Eine Protagonistin mit Namen Lila interessiert mich allein schon, weil ich den Namen sehr mag. Paranormale Fähigkeiten? Ja, dieses Buch musste gelesen werden.

Lila ist siebzehn und hat telekinetische Fähigkeiten. Ihr großes Geheimnis, was ihr nicht immer leicht fällt zu verbergen. Bei einem Angriff auf den Londoner Straßen schnappt sie in Gedanken nach dem Messer ihres Angreifers und bedroht ihn damit. Der Auslöser sich möglichst schnell aus London zu entfernen und dem in LA lebenden Bruder einen Besuch abzustatten. Jack, der nach dem Tod der Mutter bei der Familie seines besten Freundes aufwuchs, freut sich, möcht Lila aber auch schnell wieder nach Hause schicken. Er arbeitet fürs Militär, eine Spezialeinheit, und darf darüber nicht sprechen. Lila möchte aber nicht weg, denn auch Alex ist bei dieser Einheit. Seit Kindheitstagen ist sie in den besten Freund des Bruders verliebt. Sie hofft die Gefühle eines Tages erwidert zu bekommen. Als sie in Gefahr gerät und Alex sie beschütz, scheint das Glück zum Greifen nah. Bis Lila erfährt, dass sie zu den Menschen gehört, die Alex und Jack jagen und fangen. Doch wer ist nun der Feind? Der Mann, der es auf Lila abgesehen hat, oder Alex und ihr eigener Bruder Jack?

Erster Satz: Die scharfe Spitze bewegte sich auf sein Auge zu wie ein Skalpell auf ein Geschwür.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.3/6 (1 vote cast)

Idee: Es gibt die üblichen Klischees: den supertollen Jungen, paranormale Fähigkeiten und das schüchterne Mädchen. Nichts Neues also. Allerdings gut verpackt und ich mag solche Geschichten einfach.

Plot: Man ist direkt im Geschehen drin. Mich hat das im ersten Moment überrumpelt, im Nachhinein finde ich es aber richtig gut. Zunächst lernt man Lila kennen, wie sie die Flucht ergreift und was ihr Hintergrund ist. Man erfährt von der toten Mutter, warum Jack in Amerika lebt und was alles seit dem Tod der Mutter passiert ist. Eine ganze Weile beschränkt sich die Handlung auf Lila und vor allem auf ihre Verliebtheit. Die Situationen die sie falsch deutet und ihr Gefühlschaos bereiten. Ihre Neugier, was hinter der mysteriösen Einheit steckt. Da liest man und liest und ist tatsächlich gefesselt und erfreut sich an Lila und ihre Hoffnung, bis plötzlich Action aufkommt. Nicht das es vorher langweilig war, aber mit einem Mal nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und die vermeintliche reine Liebesgeschichte entpuppt sich auch als Verfolgungsjagt mit Motorrad und Kanonen. Mir hat das richtig gut gefallen. Ein Plot nach meinem Geschmack. Ich mag es, wenn die Geschichte langsam beginnt und man überrascht wird, dass es gar nicht in die Richtung geht, die man vermutet hatte.

Schreibstil: Schon wieder Ich-Perspektive im Präteritum. Muss ich noch erwähnen wie sehr ich das Liebe? Dazu liest es sich so locker und leicht, dass man fast viel zu schnell durch ist. Mir haben vor allem die echt wirkenden Gedankengänge Lilas gefallen. Auch die Dialoge sind mitunter richtig amüsant. Die kleinen Zärtlichkeiten zwischen Lila und Alex sind traumhaft schön dargestellt und man kann sie beim Lesen fühlen. Nicht unbedingt ein Stil, der aus der Masse herausfällt, aber oben mit dabei ist.

Charaktere: Das große Plus dieses Buches sind die Protagonisten. Lila ist wirklich siebzehn. Ihre naiven Gedanken sind echt und so wunderbar. Ich habe mich richtig zurückversetzt gefühlt. Wie sehr man doch manche Dinge falsch interpretiert in dem Alter. Das hat Frau Alderson klasse eingefangen und es macht so viel Spaß das zu lesen. Alex entspricht natürlich jedem Klischee, aber mal ehrlich: Wer will mit siebzehn nicht den perfekten Typen? Ich mag ihn allein wegen des Namens (ich spreche ihn englisch aus) und wegen seiner ganzen Art. Man wird außerdem von Lilas Schwärmerei so sehr mitgezogen, dass man sich automatisch verliebt. Alex ist ein wirklicher Beschützer und zwischen den beiden baut sich die Beziehung nach und nach auf. Dabei ist auch Alex unsicher und unbeholfen, was ich sehr sympathisch finde.

Richtig gut sind die Wendungen in den Charakteren. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Karten werden zwischendurch neu gemischt und nicht jeder ist das, was man zunächst meint.

Anführen möchte ich auch wieder einen Nebencharakter: Suki. Ich liebe den Namen und außerdem hat diese kleine Gedankenleserin eine Art, die mich stark an Alice aus „Twilight“ erinnert hat. Sie ist nicht abgekupfert, aber vor allem ihre Antworten auf Gedanken lockern alles auf und bringen natürlich auch bisher unausgesprochene Dinge ans Licht.

Hintergrund: Ob das alles so logisch ist mit der Einheit und Alex und Jack als sehr junge Teamleiter mag dahin gestellt sein. Sarah  Alderson erklärt jedoch alles und es passt zusammen. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Man merkt aber, dass die Hauptarbeit bei Lila geleistet wurde. Es werden eben viele klassische Elemente aus dem Gesamtrepertoire an paranormaler Jugendliteratur genutzt. Das ist jedoch nicht schlimm, da die Autorin es schön zusammengestellt und verpackt hat.

Fazit: Eine kleine Perle, die, wie ich finde, viel bekannter sein sollte. Es wird nie langweilig, man möchte weiterlesen und so hat es sich für mich zu einem Pageturner entwickelt. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung.

Für alle, die paranormale Geschichten nicht satt sind, sich, wie siebzehn verliebt fühlen wollen und Altbewährtes neu entdecken möchten.

 

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Rating: 5.0/6 (1 vote cast)
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Gefangene der Magie

Juni 6

Gefangene der Magie

Price: EUR 9,99



Autor:
Rebecca Wild

Erscheinungsdatum:  1. Februar 2013

ISBN-13: 978-3473584390

Taschenbuch: 320 Seiten

Klappentext:

 

Ich liebe Dilogien und schon der erste Teil, „Verräter der Magie“, hat mich sehr begeistert. Nicht nur die wunderschönen Cover sind toll, auch der Witz der Geschichte ist richtig gut. Das Beste: Eine deutschsprachige Autorin die sich traut Paranormalen eine amüsante Note und Normalität zu verpassen. Natürlich musste ich Gefangene der Magie lesen.

Da glaubte Kira sie ist diesen lästigen Meistermagier Cian Kingsley los, muss sie sich doch weiter mit ihm rumplagen. Aber das ungleiche Paar will Abhilfe schaffen und so gräbt Kira Cians Leiche aus, um den leblosen Körper wieder die zugehörige Seele einzupflanzen. Was sich einfach anhört, gestaltet sich schwierig. Anstelle Cian, nimmt nach einer Beschwörung ein Dämon von seinem Körper Besitz. Aber anstatt die flüchtende Leiche einzufangen, müssen sie erst gegen einen Drachen ankommen. Es folgt eine Odyssee, inklusive Gefangenschaft, eifersüchtigem Werwolf, mächtig wütendem Magier (nicht Cian) und einer aufkeimenden Liebe.

Erster Satz: Kira hatte immer geglaubt, eine Sidhe mit Anstand zu sein.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.7/6 (1 vote cast)

Idee: Schon die Grundidee fand ich, wie auch im ersten Teil, richtig toll. Da dieser Zweiteiler in meinen Augen auch gut ein dicker Einzelband sein könnte, wirkt in meiner Bewertung der erste Teil unweigerlich mit. Einen besonderen Charme hat jedoch die Idee mit dem Kinsley – Zombie. Alle Daumen hoch!

Plot: Die Geschichte erinnert zuweilen an einen Roadmovie, was ich immer sehr gerne mag. Wie schon beim Vorgänger, reiht sich hier ein Ereignis nach dem anderen aneinander bei dem man mit Sicherheit wieder schmunzeln muss und es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Es gab sogar eine Stelle, an der ich dachte, es ist gleich vorbei, aber es kamen noch viele Seiten. Cian ist eben Cian und Rebecca Wild hat seinen Charakter benutzt, um dem Plot noch einmal eine Wendung zu geben. Zeitweilens hatte ich ein paar Probleme zeitlich mitzukommen. Soweit ich das überblicke, spielt die Geschichte in einem sehr kurzen Zeitraum.  Alles in allem wir die Geschichte nie langweilig. Die Figuren und Handlungen treiben den Fortgang der Geschichte an.

Schreibstil: Locker, flockig und so was von amüsant und witzig. Wieder grandios umgesetzt sind die Gespräche, die Cian und Kira im Kopf haben. Ebenso die Wechsel, wenn Cian oder Kira den Körper übernehmen. Klasse gemacht. An die Begriffe hat man sich gewöhnt und schaut nicht mehr so oft in das Glossar wie beim ersten Teil. Zum ersten Teil gibt es nicht so eine große Entwicklung, aber das ist auch nicht nötig. Rebecca Wild bleibt sich treu und ist individuell mit ihrem Witz und Charme. Sicher bleibt sie auf der Liste der Autoren, die ich mir allein wegen des Stils merke und zum nächsten Buch greifen würde.

Charaktere: Ich finde nicht, dass sich die Figuren so sehr vom ersten Teil unterscheiden. Cian macht wohl zum Schluss hin die größte Entwicklung durch. Das ist aber auch alles gar nicht schlimm, denn mir hat die freche Art von Kira schon im ersten Band gut gefallen und so konnte man sich gleich wieder in sie hineinfinden. Auch Cian hat seinen Charme und seine Arroganz zunächst behalten. Die beiden sind, auch wenn man den ersten Teil sieht, gut ausgearbeitete Charaktere. Man muss die beiden mögen.

Aber eine besondere Aufmerksamkeit möchte ich Pooka geben. Dieses Wesen, was sich in alles verwandeln kann, ist spitze. Auch wenn er im zweiten Teil eine Strecke des Weges fehlt, ist er doch präsent genug. Ihm sollte man ein eigenes Buch widmen!

Aber auch alle anderen Nebencharaktere sind toll, individuell und man lernt jeden kennen. Jeder hat seine Eigenarten und bleibt im Kopf hängen.

Die Figuren tragen die Geschichte, was mir sehr gefällt.

Hintergrund: Die Welt die Rebecca Wild geschaffen hat, begeisterte mich schon im ersten Teil. Sicher könnte man noch mehr Geschichte dort hineinspinnen, dafür hat die Idee mit den Paranormalen in Reservaten genug Potenzial.

Fazit: Toll! Die Fortsetzung hat mich nicht enttäuscht. Diese Dilogie ist spritzig, witzig  und hat ihren ganz eigenen Charme. Ich hoffe wir werden noch viel von Rebecca Wild zu lesen bekommen.

Für alle die Magier, Feen, Werwölfe und Co. anders erleben wollen und es lieben, beim Lesen ein Dauerlächeln zu haben.

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Interview mit Heike Herd–Reppner vom Ravensburger Verlag

Februar 3

Mir ist Ravensburger seit meiner Kindheit ein Begriff und verbinde es vor allem mit Kinderbüchern, Spielen und Puzzeln. Im Jugendbuchbereich galt meine Verbindung eher zu Schullektüre, wie zum Beispiel „Die Wolke“.

2012 habe ich die Entdeckung von „Lost Girl“ und „Verräter der Magie“ gemacht. Ich habe mich sehr gefreut, als Heike Herd-Reppner, die Pressereferentin von Ravensburger, einem Interviewtermin zugestimmt hat.

 

Wird das Programm von Ravensburger im Bereich Jugendbuch/Junge Erwachsene weiter ausgebaut?Heike-Herd-Reppner

Angefangen mit den Pappbilderbüchern, wird man mit Ravensburger groß. Das Programm ist sehr breit gefächert. Der Bereich Jugendbuch / Junge Erwachsene ist eine feste Größe unseres Programms. Wir planen in der Regel zwei Jahre im Voraus und überlegen, was ist interessant, was passt in unser Programm? Übrigens, wir feiern 2013 „50 Jahre Ravensburger Kinder- und Jugend-Taschenbücher“ mit einem besonderen Programm.

 

Was wird denn in Zukunft interessant?

2014 ist bereits geplant und momentan sind die Programmleiter und Lektoren auf der Messe unterwegs um neue Titel für 2015 zu finden. Ich bin selbst sehr gespannt, was sie mitbringen. Im Kinderbuchbereich kehrt gerade der Humor wieder zurück. Ein Beispiel für Leser ab zwölf Jahren ist: „Jungs sind keine Hamster“. Unsere Neuentdeckung Rebecca Wild verknüpft im Jugendbuch mit „Verräter der Magie“ Humor mit Fantastik.

Es gibt unter den Jugendlichen und den ‚All–Agern‘ ganz unterschiedliche Interessen und wir möchten für jeden gerne etwas dabei haben.

 

Einige Meinungen gehen in Richtung reale Liebesgeschichten. Was sagen Sie dazu?

Das beobachten unsere Lektoren auch. Es wird viel Realistisches angeboten. Ich vermute, der fantastische/mythische Bereich bleibt uns noch erhalten – die Community ist groß!.

 

Legen Sie Wert darauf etwas andere Geschichten zu finden? So wie bei „Lost Girl“ oder „Verräter der Magie“, die nicht gerade stereotyp für ein Genre sind?

Das versucht jeder Verlag. Eine ‚Panem‘-Kopie würde nicht funktionieren. Wir versuchen das Interesse der Leser an einem Stoff aufzugreifen und einen neuen Aspekt zu finden.

 

Ist es bei Ihnen auch so, dass viel über Lizenzen passiert, oder haben sie auch so Perlen zwischen den unaufgefordert eingesandten Manuskripten gefunden?

Es wird wirklich jede Einsendung angeschaut und deshalb dauert das Sichten auch einige Zeit. Ein Tipp für junge Autoren ist die Zusammenarbeit mit einer Literaturagentur.

In Österreich gibt es auch das Institut für Kinder- und Jugendliteratur, das Manuskripte prüft (kostenpflichtig) (www.jugendliteratur.net). Wenn man sich wirklich beruflich in Richtung Autor orientieren möchte, ist das eine ganz gute Investition, da sie/er eine kompetente Einschätzung und Rückmeldung zum Manuskript bekommt. .

Marlene Röder ist ein Beispiel für eine Ravensburger Entdeckung. Sie schickte uns ein unaufgefordertes Manuskript, das unsere damalige Programmleiterin im Zug ins Wochenende zu lesen angefangen hat. Sie hat Marlene praktisch aus dem Zug angerufen und gesagt: „Das nehme ich.“

 

Wie handhabt der Verlag das Herausgeben von Rezensionsexemplaren?

Wir haben ein begrenztes Kontingent und müssen Schwerpunkte setzen. Wir schätzen sehr die Zusammenarbeit mit den Bloggern und freuen uns auf Feedback zu unseren Titeln. Aus zeitlichen Gründen schaffen wir es jedoch nicht, die vielen Anfragen direkt zu beantworten. Daher verlagern wir auf Aktionen bei ‚Lovelybooks‘,  ‚Blogg dein Buch‘ oder ähnliche. Dort freuen wir uns über jede Bewerbung.

 

Vielen Dank für das Interview Frau Herd-Reppner.

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Lost Girl – Im Schatten der Anderen

Oktober 27



Autor:
Sangu Mandanna

Originaltitel: The Lost Girl

Übersetzer: Wolfram Ströle

Erscheinungsdatum: 1.Juli 2012

ISBN-13: 978-3473400805

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Klappentext:

 

Allein der Klappentext hat mich total neugierig gemacht. Das Cover ist natürlich auch nicht zu verachten. Für mich war es ein neues Thema und deshalb fing ich an, ganz ohne Erwartungen zu lesen.
Erster Satz: Ich weiß noch, wie ich mit Mina Ma in der Stadt war.

Obwohl ich es immer mache, möchte ich den Inhalt nicht zwingend selbst wiedergeben, da ich sicher zu viel von der Handlung verraten würde. In diesem Fall möchte ich das nicht, denn man würde zu viel verraten und meiner Meinung nach den Lesespaß mindern. Ich rate wirklich dazu, sich am Klappentext Appetit zu holen und in die Geschichte hineinschubsen zu lassen.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Mir gefiel die Idee des „Echos“, eines Doppelgängers sehr gut. Vor allem, weil Amarras Echo wirklich jedes Detail ihres Lebens kopieren können muss.

Plot: Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt, was stimmig und gut ist. Dabei spielen die Teile an verschiedenen Orten. Im ersten Teil lernen wir Amarras Echo kennen und ihr Leben. Die Aufgabe, alles zu kopieren, die Gestik zu lernen und Familienmitglieder zu lieben, die man noch nie live gesehen hat, sind des Echos ganzer Tagesinhalt. Außerdem erlebt der Leser, wie sich das Echo selbst findet und einen eigenen Namen sucht. Sie nennt sich „Eva“.

In den ersten beiden Teilen hat mich Sangu Mandanna  total mitgenommen. Das Tempo der Geschichte ist perfekt. Nicht zu schnell, aber auch nicht so langsam, dass es langatmig wäre. Leider ändert dich das etwas im dritten Teil. Dort zieht der Fortgang der Geschichte an und manche Zusammenhänge sind zu zufällig. Dennoch passt alles und im Grunde hat mich das im Gesamtbild nicht so gravierend gestört.

Schreibstil: Erzählt wird als Icherzähler aus der Sicht des Echos  im Präteritum. Kein besonders hervorstechender Stil, aber es lässt sich flüssig lesen.  Allerdings schafft es die Autorin, den Leser direkt abzuholen und in die Geschichte zu ziehen. Man muss einfach weiterlesen.
Vor allem hat mir aber gefallen, wie sie die Nebencharaktere in die Geschichte einbindet. Obwohl manche von denen eine ganze Weile im Buch nicht primär vorkommen, sind sie dennoch präsent.

Der ganze Text hat einen ausgewogenen Anteil an Dialogen und übriger Handlung. Dabei mochte ich die Dialoge sehr, da sie recht authentisch wirken. Teilweise kommen sie ohne viele Schnörkel aus. Das gefiel mir richtig gut.

Charaktere: Amarra und ihr Echo sind sehr unterschiedlich. Eva muss ständig überlegen und sich selbst maßregeln, damit sie so wie ihre Andere reagiert. Dabei entdeckt sie natürlich auch ihre eigenen Charakterzüge, die sie als gutes Echo eigentlich nicht haben darf. Bis zu einem gewissen Punkt fügt sie sich ihrem Leben, aber ihre tiefen, verbotenen  Gefühle zu ihrem Vormund Sean lösen etwas in ihr aus, was sie immer weiter treibt für sich  einzustehen.

Sean ist ein toller Charakter, den man mögen muss. Allerdings hätte ich mir mehr von ihm gewünscht. Durch Evas Gedanken ist er immer präsent und dadurch  so sympathisch herübergekommen.

Die Nebencharaktere haben beim Erschaffen und Umsetzen sehr viel Liebe erhalten. So viel, das einem sogar die Antagonisten, die „Meister“ auch sehr gut gefallen. Alle sind auch bei Abwesenheit sehr präsent und man hat das Gefühl, das jeder Charakter für die Geschichte sehr wichtig ist.

Hintergrund: Tja, jetzt kommen wir an den Punkt, wo ich zwiegespalten bin. Sieht man sich das ganze Setting an und die Art, wie die Autorin ihre eigenen Hintergründe hat einfließen lassen, ist es super recherchiert in meinen Augen. Jedoch weiß ich weder wie die Echos gemacht werden, noch was sie nun genau sind. Klone? Der ganze Hintergrund mit den „Meistern“, der „Meisterei“ und dem „Machen“ von Echos  bleibt dem Leser verborgen. Da würde ich gerne mehr wissen.

Fazit: Ein wunderbares, tolles Buch. Angefangen vom wunderschönen schlichten Cover, bis hin zur spannenden Geschichte. Im letzten Absatz des Textes war ich dann  zufrieden und schlug das Buch einerseits mit einem Grinsen, andererseits mit fragendem Blick zu. Auf der Homepage spricht die Autorin von eine Fortsetzung, die aber vermutlich nur erscheint, wenn sich dieses Buch gut verkauft. Grundsätzlich ist es ein Einzelband. Aber es bleiben genügend Fragen, die einfach beantwortet werden müssen. Also hoffe ich auf eine Fortsetzung.

Wer genervt vom Mainstreamgenre ist, findet in Lost Girl eine gelungene Abwechslung. Die Geschichte bietet Persönlichkeit, Liebe und berührt. Die Echos sind eine interessante Erfindung. Dennoch hat man das Gefühl einer realistischen Geschichte. Sie regt zum Nachdenken an. Vor allem was Trauer anbelangt, aber auch die Einzigartigkeit jedes Menschen. Natürlich auch was Macht über andere Personen anbelangt und wie weit der Mensch „Gott“ spielen darf.

Ein wunderbares Buch.

 

 

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Verräter der Magie

September 6

Verräter der Magie

Price: EUR 9,99

Autor: Rebecca Wild

Erscheinungsdatum: 1. August 2012

ISBN-13: 978-3473584178

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Taschenbuch: 320 Seiten

   

Kurzinhalt:

 

Erster Satz: Wenn man ein Magier ist, die Geheimnisse des Universums entschlüsseln kann und die verborgenen Kräfte der Erde zu nutzen weiß, neigt man dazu, arrogant zu werden.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch Laura, von „The mortal bookshelf“. Das Cover in Zusammenhang mit dem Klappentext hat mich dann neugierig gemacht, denn für mich ergab sich da irgendwie keine Gemeinsamkeit. Als ich das Buch dann im Original in Händen hielt, hat mich der goldene Prägedruck gleich begeistert und alles in allem finde ich ist es ein sehr gelungenes Cover. Etwas schade, dass es nur ein Taschenbuch ist. Ich finde, es ist eines Harcovers würdig. Der Klappentext führt etwas in die Irre. Die WG ist nicht wirklich „schrill“ und kommt außerdem nur kurz am Anfang vor.

Kira wird von einer Seele befallen. Cian Kingsley, der Meistermagier, wurde Opfer eines Attentats und konnte seinen Geist in letzter Sekunde retten. Ausgerechnet mit ihm muss sich die freche Fee jetzt abplagen. Denn Cian ist arrogant und möchte ebenso wie Kira schnell getrennt werden und einen neuen Körper erhalten. Irgendetwas verleitet Kira schließlich doch dazu sich auf den Weg zu machen, um Cians Freund und Magier Evan zur Hilfe zu bitten. Es startet eine rasante Flucht und Verfolgungsjagd mit jeder Menge Werwölfen, Feen und anderen magischen Wesen. Immer dabei und stetiger Begleiter der beiden Streithähne in einem Körper: Pooka, Kiras wandlungsfähiger Freund aus der Kindheit, der sich auch mal als Ananas tarnt. Schnell merken die beiden, dass sie doch so einiges gemeinsam haben und schlussendlich auch zusammenarbeiten müssen.

 

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Plot
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Charaktere
Hintergrund
Rating: 5.7/6 (1 vote cast)

Idee: Einfach genial. Story und Charaktere sind offensichtlich einem sehr kreativen Kopf entsprungen.

Plot: Ich liebe Storys mit Prolog und Epilog. Nach dem aufregenden Auftakt wird man dann erst in die ganz normale Wohnsituation Kiras geworfen. Schnell kommt die Autorin an den Punkt, wo es nur noch rasant wietergeht. Dann nimmt das Tempo wieder etwas ab, um erneut in einem klasse Ende zu münden. Die Geschichte fesselt, denn man muss einfach wissen: Was kommt als Nächstes? Über was streiten sie gleich wieder? Und ganz abgesehen davon möchte man einfach die ganze Zeit das amüsierte Grinsen im Gesicht behalten.

Schreibstil: Was mir am meisten gefallen hat, waren vor allem die Dialoge. Die sind einfach gerade heraus und dieser Stil wird in der Gedankenkommunikation der beiden Hauptprotas weitergeführt. Speziell auch diesen Part, als Cian in Kiras Kopf ist, hat die Autorin glaubwürdig herübergebracht. Der ständige Wechsel der  beiden, wobei auch mal Cian die Macht über Kiras Körper hat, ist zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar. Nie habe ich mich gefragt, wer da gerade spricht oder denkt. Zudem lässt sich das Buch locker flockig weglesen. Rebecca Wild meidet komplizierte Formulierungen und hätte ich mehr Zeit und Ruhe gehabt, wäre dieses Buch an einem Tag von mir verschlungen worden. Man wird durch den Stil direkt in das Geschehen reingesogen und kann sich schwer lösen.

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die Begriffe! Da spielt sicherlich meine Aversion gegen Vokabeln lernen mit, aber ich konnte mir die Aussprache mancher Begriffe (die wunderbar in einem Glossar aufgeführt sind), zunächst  nicht merken. Diese Tatsache hat dem ganzen Lesespaß jedoch keinen Abbruch getan.

Charaktere: Ein Kompliment an diese anderen Charaktere. Kira ist einem von Anfang an sympathisch.
Frech und frei Schnauze redend geht sie ihren Weg. Gerade dass fand ich so toll an ihr. Manchmal ist sie dabei zu impulsiv und handelt unüberlegt. Man fiebert richtig mit und fasst sich auch mal an den Kopf, um gleich wieder über Kira zu schmunzeln. Außerdem gibt es da noch eine ernste Seite an ihr und die betrifft ihr Geheimnis. Kira ist eine besondere Fee.

Ihr Weggefährte Pooka ist einer meiner Lieblingsnebenrollen überhaupt. Spätestens nach der Verwandlung in eine Ananas musste ich dieses rotäugige Wesen lieben, welches Kira so manches Mal aus der Patsche hilft.

Cian ist ebenso kein typisch männlicher Hauptprotagonist. Er besticht natürlich durch Charakter, seine vorlaute arrogante Art, in der ein warmes Herz innewohnt, anstatt durch blendendes Aussehen, wie so manch andere Protas in anderen Büchern.

Auch die Entwicklung zwischen den beiden stufe ich als realistisch ein. Kein ewiges Liebesgesäusel. Die beiden haben sich einfach irgendwann, dagegen können sie gar nichts machen. Eben wie es im richtigen Leben oft passiert. Natürlich spielt die Entwicklung der Figuren dabei eine Rolle, denn durch ihr unfreiwilliges Zusammensein verlieren sie die Vorurteile gegenüber der jeweiligen Art.

Auch alle anderen Charaktere sind frisch und spritzig und auf ihre Art individuell.

Hintergrund: Eine tolle Welt hat die Autorin da geschaffen. Die Vorstellung mit den Reservaten und den Magierstädten ist klasse. Da werden ganz normaler realistischer Alltag mit Fantastischem kombiniert. Auch dass so viele verschiedene paranormale Wesen in der Geschichte vorkommen, mag ich hier gern. Nichts wirkt übertrieben sonder eher selbstverständlich. Die beiden Hauptcharaktere agieren so toll miteinander, vor allem wenn sie die Macht über Kiras Körper tauschen.

Fazit: Ich freue mich schon auf Teil zwei und bin froh, dass man nur ein halbes, statt ein ganzes Jahr darauf warten muss. Ich bin gespannt, welchen Weg Kira und Cian noch zusammen und getrennt gehen werden. Wenn die Spritzigkeit und der Witz dieser Geschichte und ihrer Figuren so bleiben, oder sich noch steigern, können sich die Zwerchfelle freuen. Ein tolles Debüt einer jungen Autorin, von der wir hoffentlich noch mehr großartige Geschichten erwarten dürfen und weiter schreiben wird.

 

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