Aisling Breith lesen, schreiben, hören

Touched – Die Macht der ewigen Liebe (Touched 3)

April 1


Gebundene Ausgabe:
  448 Seiten

Autor: Corrine Jackson

Übersetzer:   Heidi Lichtblau

Verlag: Thienemann Verlag

ISBN-13: 978-3522201667

Originaltitel: Touched – Ignited

 

Erster Satz: Ich verbarg mich in der mit Schatten bemalten Gasse und hoffte inständig, nicht in das getreten zu sein, dessen fauliger Gestank in die Nase stieg.

Ich habe diese Trilogie von Anfang an gemocht. „Touched“ ist eine gute Titelwahl. Die Idee mit Heilern und Beschützern, Remy als eher starken und sich wehrenden Charakter. Es war etwas anderes im Romantasy Genre. Zuert dachte ich, die Trilogie kommt zu spät auf den Markt, jetzt war ich froh nach all den Dystopien, New Adult und was es sonst noch gab, mal wieder richtig schön in Romantasy abzutauchen. Dabei fand ich die, in meinen Augen für amerikanische Stories übliche Dreiecksbeziehung, in keiner Weise langweilig oder nervig. Sie ist sogar sehr gut.

 

 
Idee: Wunderbar geht es hier auch noch mal um den ganzen Hintergrund zu Heilern und Beschützern. Das ist toll kombiniert mit der Dreiecksbeziehung, sodass mir die Gesamtidee für diesen Abschluss gut gefallen hat.

Plot: Es war überhaupt kein Problem, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Die Autorin hat genügend Inhalte gestreut, die einem alles ins Gedächtnis zurückrufen. Ich finde es ist eine perfekte Balance zwischen den Teilen, in denen etwas passiert und eher rasant voranschreiten und den Teilen, die sich in den Zwischenmenschlichen Beziehungen verlieren. Das hat Corrine Jackson sehr gut hinbekommen. Besonders hat mir gefallen, dass es nicht mit der hochtrabenden Action geendet hat. Die gibt es zwar, aber danach folgt noch ein Teil, indem man erfährt wie Remy nun damit umgeht, was passiert ist und was aus den Charakteren wird. So wird man als Leser zufrieden zurückgelassen und schließt die Buchdeckel mit einem Lächeln.

Schreibstil: Ich empfand damals einen eindeutige Verbesserung zwischen Teil 1 und 2. Ich würde nun behaupten, Jackson hat das Niveau von Teil 2 beibehalten. Im Vergleich zu anderen Romanen sind mir teilweise eher verschachtelte Sätze aufgefallen, wie z.B. schon beim ersten Satz, aber das hat mich gar nicht gestört. Wunderbar ist natürlich wieder die Ich-Perspektive die meiner Meinung bei diesem Genre am besten ankommt. Die Autorin verliert sich dadurch manchmal in den Gedanken Remys, aber das ist etwas, was ich sehr mag, denn es muss nicht immer dauerhaft eine hohe Spannung aufgebaut sein.

Charaktere: Die Charaktere entwickeln sich weiter, sind aber nun im dritten Teil genug eingeführt worden. Remy macht natürlich noch mal einiges durch, lernt ihre Wurzeln kennen, einen Teil ihrer Familie und ebenso klärt sich ihre besondere Rolle, mit der sie zurecht kommen muss. Durch die intensiven Gedankengänge, die man als Leser begleitet, fühlt und leidet man mit ihr. Auch bei Asher gibt es eine Entwicklung, mit der man nicht rechnet. Ebenso gibt es ein Wiedersehen mit Gabriel. Die Beziehungen unter den drei Figuren haben mir sehr gut gefallen, da ich sie trotz des ganzen Fantasyaspektes sehr reell empfunden habe. Eine nicht immer einfache Beziehung, die aber im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten unter den Umständen der Handlung nah an das reale Leben kommt. Die Figuren transportieren ganz klar, dass man manchmal einfach nicht anders kann. Dies spiegelt sich auch in der ganzen Interaktion zu Lucy, Lottie und Erin wieder. Alles in allem gut gezeichnete Charaktere, vor allem Remy, die eben keine „Bella“ ist, sondern viel Selbstbewusstsein mitbringt.

Hintergrund: Die Ganze Geschichte um die Beschützer und Heiler wird beleuchtet und löst sich auf. Das wünscht man sich zum Abschluss. Bei mir ist keine Frage offen geblieben.

Fazit: Wunderbar! Ganz nach meinem Geschmack. Nicht zu tiefgründig, nicht zu perfekt und mit einer ganz anderen Protagonistin. Leicht, zum schwärmen, zum Nachdenken und einfach nur zum Treiben lassen und genießen. Wer einen literarischen Erguss sucht, sollte lieber zu anderer Lektüre greifen. Mir hat diese Trilogie jedoch gut gefallen. Der Abschluss hinterlässt einen zufrieden. Die Geschichte ist beendet, obwohl sie Raum für Fortsetzungen hätte, aber das braucht es nicht. In meinen Augen perfekte Romantasy!

Für alle, die Twilight und Co. geliebt haben und sich in ähnlicher Weise wieder mit Leidenschaft in die Romantasy entführen lassen möchten.

 

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Lost Land – Der Aufbruch (Lost Land 2)

Oktober 21

Lost Land 02: Der Aufbruch

Price: EUR 19,95


Autor:  Jonathan Maberry

Originaltitel:  Dust & Decay (Rot & Ruin)

Übersetzer:  Franca Fritz und Heinrich Koop

Erscheinungsdatum:  15. Juli 2013

ISBN-13:  978-3522201766

Verlag:  Thienemann Verlag

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten

Klappentext:

 

„Lost Land“ war im letzten Jahr eine meiner Überraschungen. Durch „Ashes“ hatte ich Lust auf Zombies bekommen und zu „Lost Land“ gegriffen, was von eineigen Bloggern positiv bewertet wurde. Die Reihe von Jonathan Maberry zeichnet sich durch den anderen Umgang mit Zombies und einer tollen Brüderbeziehung aus. Lange hatte ich die Fortsetzung hier jetzt liegen, aber bei so einem Sommer hatte ich nicht wirklich Lust auf das Thema. Eine Schande, Benny, Tom, Nix, Lilah und Co. so lange unangetastet warten zu lassen. Eine wirklich tolle Fortsetzung.

Tom hat die Kids in den letzten Monaten seit dem Tod von Rotaugen–Charlie unterrichtet. „Klug wie ein Krieger“ sollen die Jugendlichen handeln, wenn es ins Leichenland geht. Alle Vorbereitungen werden getroffen um sich nach Osten aufzumachen, um dort den mysteriösen Jet zu finden. Doch die Routen, die Tom selten nimmt, erweisen sie sich als nicht so sicher wie gedacht. Der Zusammenstoß mit einem Rhinozeros trennt die Gruppe und bringt alle Beteiligten in Gefahr. Gameland scheint auferstanden und auch mit den Zombies und Menschen passieren unübliche Dinge. Da gibt es eine Leiche, die nicht „zurückgekommen“ ist und wandelnde Tote, die plötzlich nicht nur schnell, sonder auch in gewisserweise intelligent handeln. Ein fulminanter Showdown erwartet nicht nur die Gruppe um Benny und Tom, sonder auch einer ganzen Kompanie an Zombiekartengrößen.

Erster Satz: Benny Imura war empört, als er erfuhr, dass die Apokalypse mit Hausaufgaben verbunden war.

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Plot
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Hintergrund
Rating: 5.5/6 (1 vote cast)

Idee:  Es war ja aus Teil 1 schon zu erahnen, was in der Fortsetzung passiert. Gameland ist eine schreckliche Erfindung, aber für einen Zombieroman genau das Richtige. Maberry bleibt sich auch hier treu kein reines Gemetzel zum Kern der Geschichte zu machen. Das ist etwas, was ich ganz besonders an der Reihe mag.

Plot:  Der Großteil der Geschichte platziert sich im Leichenland. Was mir besonders gefallen hat, waren die Perspektivenwechsel, die es dem Autor ermöglichten auch von verschiedenen Plätzen aus zu schreiben. So bleibt die Spannung nahezu den gesamten Plot über oben. Das Buch ist wieder aufgeteilt, dieses Mal in fünf Teile mit jeweiliger Überschrift und Zitat. Das mag ich immer gerne, obwohl ich so in der Handlung versunken war, dass ich gar nicht wirklich sagen kann inwiefern die Teile in sich funktionieren. Die Geschichte beginnt ein paar Monate nach dem Fall von Rotaugen–Charlie. Es fiel mir überhaupt nicht schwer wieder in das Geschehen hineinzufinden. Sofort war man mit den Charakteren vertraut und schnell in die Ereignisse eingebunden. Das hat mir sehr gut gefallen. Maberry hat hier und da die wichtigen Dinge aus dem Auftakt der Serie Revue passieren lassen und das teilweise sogar aus der Sich von verschiedenen Figuren.

Einträge aus Nix‘ Tagebuch bringen mehr Nähe zum Geschehen. Eine tolle Idee, diese einzubringen.

Der Epilog ist mir besonders aufgefallen, denn er hat noch mal 4 Unterkapitel. So was habe ich bisher noch nicht gesehen, aber es bringt viel Neugierde auf den dritten Teil und was darin passiert.

Schreibstil:  Wieder hat mich der Autor in das Setting ziehen können. Er schafft es besonders durch seine Figuren eine ganz besondere Stimmung zu schaffen. Obwohl es ein Zombieroman ist, habe ich den Text gerne gelesen. Maberry übertreibt nicht mit blutigen Szenen. Es gibt sie ausreichend, aber für meine Begriffe dominiert dabei nicht der Ekelfaktor sonder die Handlung. Das macht diese Reihe sehr sympathisch.

Charaktere:  Der Autor versteht es besondere Charaktere zu erfinden, die alle ihren Platz in der Handlung bekommen. Dabei bedient er sich zwar klassischer Klischees, bindet diese aber perfekt ein um die Figuren authentisch wirken zu lassen. Zu Benny und Tom habe ich schon einiges in der Rezension zu „Lost Land – Die erste Nacht“ geschrieben. Benny wächst mit den Ereignissen. Besonders sympathisch war mir die Beziehung zwischen ihm und Nix. Der Autor lässt uns an den Gefühlen der Beiden zueinander teilhaben und unterstreicht dadurch, dass es sich immer noch um Teenager handelt, die in dem ganzen Grauen ihre erste Liebe erfahren. Auch bei Lilah und Chong wird es thematisiert.

Tom ist und bleibt einer meiner Lieblingscharaktere überhaupt. Ich habe eine Schwäche für diesen Samurai entwickelt und werde sicher beim Anblick eines Katanas immer an seine Kämpfe denken. Alleine wegen ihm möchte ich diese Reihe gerne verfilmt sehen.

Im zweiten Teil dieser Reihe begegnen uns endlich einige der größten Zombiekartenberühmtheiten. Sei es in positivem, wie auch im negativen Sinne. J–Dog und Dr. Skillz haben es mir sehr angetan und ich fand sie gerade durch den  Surfer–Slang authentisch. Ich hoffe, dass es in Teil drei ein Wiedersehen mit all diesen wunderbar ausgedachten Figuren gibt. Man sollte ihnen ein Videospiel widmen, denn sie erinnern mich an all diese Spiele in denen man sich solche „coolen“ Charaktere basteln und erspielen kann.

Hintergrund:  Nach wie vor bleibt die Frage offen, warum es zu den Zombies kam und um allem noch eins draufzusetzen, bleibt der Leser zudem im Dunkeln, was es mit den „neuen“ Zombies auf sich hat. Hat mich das gestört? Wie auch schon beim ersten Teil: nicht im Geringsten! Dafür schafft der Autor Charaktere mit gutem Hintergrund zu erschaffen und rückt diese in den Vordergrund. Das Buch enthält viel Zwischenmenschliches, was mir sehr gefallen hat.

Fazit: Um ehrlich zu sein frage ich mich, trotz der Themen im Epilog, wie Herr Maberry diese Geschichte weiterschreibt. Nicht alle Figuren überleben Gameland, was im Grunde okay ist, denn ich finde Kampfszenen, aus denen alle Beteiligte unversehrt herausgehen unglaubwürdig, aber hier hat er schon einen Hammer gebracht. Und dennoch: Unter all den apokalyptischen Romanen wird Lost Land als Reihe für mich immer eine Perle sein. Ich finde die Bücher besonders, weil sie Tiefe haben. Eben weil die Zombies anders gesehen werden und es gute geschriebene Bücher sind. Mit der Fortsetzung hat Maberry einen, wie ich finde, spannenderen Teil als den Auftakt geschaffen, der mich zu Tränen gerührt hat.

Nicht nur für Zombiefans, auch etwas für Liebhaber toller Charaktere, die gegen ein bisschen Gemetzel nichts einzuwenden haben.

 

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Glits

April 10

Glits

Price: EUR 13,95



Autor:
Robert Wolfe

Originaltitel: Glits

Übersetzer: Thorsten Nötges

Erscheinungsdatum: 8.Februar 201

ISBN-13: 978-3522201735

Verlag: Thienemann Verlag

Broschiert: 288 Seiten

Klappentext:

 

Erster Satz: Als es geschah, verstanden nur wenige Menschen, dass es etwas aufseheneregendes war, etwas, das viele Menschen berühren und das Land spalten würde.

Mich hat der Klappentext so sehr angesprochen, dass ich mich richtig auf das Buch gefreut habe. Merkwürdiges Wesen, Roadtrip und dann das andere Setting der Niederlande. Vielleicht hab ich zu hohe Erwartungen gehabt. Vielleicht habe ich mich an dem teils wirren Plot zu sehr gestört. Aber mich hat dieses Buch letztlich nicht so begeistern können, wie ich es erhofft habe. Sicher bietet es aber viel Raum für Diskussionen.

Jay ist einer von der Gruppe Jugendlicher, die den Glits, eine Art Gelwesen, verstehen. Dadurch gerät er in die Ermittlungen des Geheimdienstes, der auf der Suche nach der Herkunft dieses Wesens ist. Niemand weiß was oder wer es ist. Aber die Jugendlichen verstehen ihn. Es löst in ihnen vertrauenserregende Gefühle aus. Jay verändert sich  und es passieren merkwürdige Dinge. Der Geheimdienst will den Glits eliminieren, was Jay und Rachel, die es auch verstehen kann, verhindern und mit dem Wesen fliehen. Es folgt eine Verfolgungsjagd durch die Niederlande, während die Kunde vom Glits sich immer mehr verbreitet. Was ist der Glits? Und was macht er hier?

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Idee
Plot
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Charaktere
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Idee: Ich mag andere Wesen, und wenn sie glibberig sind, haben sie eine merkwürdige Anziehung auf mich.  Jugendliche, die so ein Ding vor den Fängen des Geheimdienstes bewahren, hört sich für mich nach einer sehr guten Idee an.

Plot: Leider, leider muss ich sagen, dass ich mit dem Plot so gar nicht warm wurde. Zu oft wurde gesprungen und ich habe mich ein paar Mal gefragt, ob ich was überlesen habe, und musste zurückblättern. Alles in allem sehr verwirrend. Mal eben nur ein oder zwei Seiten lesen, wie ich es manchmal mache, klappt bei diesem Buch nicht.

Schreibstil: Es wird in der dritten Person erzählt. Der Autor hat hier die auktoriale Perspektive voll ausgenutzt. Mitten in einem Absatz schwenkt er zwischen den Figuren hin und her. Mir persönlich hat das nicht so gelegen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich so oder so Ich-Perspektive bevorzuge. Aber sonst ist der Text jugendlich, frisch und angenehm zu lesen. Robert Wolfe schafft es die Sicht der Jugendlichen einzufangen und benutz dabei teils außergewöhnliche Vergleiche und Bilder. Alles in allem kann ich doch sagen, dass mir der Schreibstil gefallen hat.

Charaktere: Jay ist eher unsympathisch und sogar für einen Jungen seines Alters viel zu introvertiert und merkwürdig. Allerdings ist es ein gut ausgearbeiteter Charakter, der eine starke Entwicklung durchmacht. Sicher etwas überspitzt dargestellt, aber das fand ich nicht störend. Mir persönlich hat leider der innere Antrieb gefehlt. Dass allein der Glits für die Veränderung verantwortlich sein soll, ist mir persönlich zu wenig. Trotz allem ist Jay ein gut gelungener Charakter, dem man einfach alles Gute wünscht.

Der Glits ist toll ausgedacht. Da ist mal mehr, mal weniger Transparenz. Mal ein Leuchten, dann wird er kleiner oder größer. Das er sich von Bleistiften ernährt ist ein witziger Aspekt. Das alles hat mich schon angesprochen. Allerdings fehlt mir absolut das Warum und wozu. Da fehlt der Hintergrund und diese Figur agiert mir zu wenig.

Rachel ist ein von Grund auf aggressives Mädchen. Sie ist ganz gut gezeichnet, jedoch fehlen bei ihr für meine Begriffe die Wandlungen. Da passiert zwar was, aber teils wird da nicht weiter drauf eingegangen oder es ist zu abgedreht  und nicht altersentsprechend. Warm Rachel überhaupt so extrem ist, wird leider nicht erklärt. Bei ihr fehlt mir der Hintergrund.

Es gibt viele Charaktere. Und ich muss gestehen, dass ich sie nicht auf die Reihe bekomme. Zu viele zu gleich wirkende Geheimagenten, Pressemenschen und dann sind am Anfang da noch die anderen Jugendlichen, die irgendwann verschwinden und nicht wieder auftauchen.

Meiner Meinung hätte man mit weniger Charakteren mehr erreichen können.

Hintergrund: Die Niederlande als Setting ist eine Abwechslung und ebenso ein mir vertrauter Ort, da man doch schon häufiger dort war (ich wohne eine gute Stunde von der Grenze entfernt) Mir schien der Geheimdienst etwas chaotisch und auch die Presseleute überzeugten mich nicht. Den Glits an sich fand ich gut ausgedacht, obwohl mir einfach der Hintergrund fehlte. Wenn das so beabsichtigt ist, hat das der Autor gut gemacht, aber mir hinterlässt es ein unbefriedigtes Gefühl.

Fazit: Meine Bewertung liegt genau zwischen drei und vier. Da mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte, bleibt der Gesamtdurchschnitt dann noch bei drei. Es entsprach einfach nicht meinen Erwartungen. Die Geschichte war zu abgedreht oder einfach in der Wirrnis nicht richtig stimmig. So empfinde ich es zumindest. Vielleicht habe ich das Buch nicht wirklich verstanden. Sicher gibt es ein tiefere Aussage, dass Jugendliche auch noch einen anderen Kosmos außer dem eigenen sehen sollten, aber der ist nicht eindeutig zu sehen. Sehr schwierig fällt es mir den Leser zu beschreiben, für den Glits etwas ist. Wer eine gut durchkonzipierte Handlung mit einem klaren Abschluss mag, der kann enttäuscht werden. Wer aber gerne bei Geschichte am Ende darüber nachdenken will und es mag gewisse Dinge im Raum stehen zu lassen, für den könnte Glits etwas sein.

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Interview mit Heinke Schöffmann von der Thienemann Verlag GmbH

März 10

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Ein tolles Gespräch führten wir mit Heinke Schöffmann vom Thienemann Verlag.

Was gibt es Neues, seit unserem letzten Interview? Gibt es im Programm Neuorientierungen?

Da in Verlagen die Programmplanung 1-2 Jahre im Voraus feststeht, ist nicht so viel passiert. Man kann natürlich schon sehen welche Schwerpunkte funktionieren. „Wieviel Leben passt in eine Tüte“ hat eine wunderbare Entwicklung gemacht. Da bekommen wir ganz tolle Rezensionen. Uns freuen diese positiven Leserstimmen.

Habt ihr das bei diesem Buch so erwartet?

Als der Titel in unserem Haus gelesen wurde, waren die Meinungen von allen positiv und uns war klar, dass wir diesem Titel zu einem Schwerpunkt machen müssen. Wir haben 100 Erscheinungen im Jahr, davon sind so drei bis fünf Schwerpunkte im Halbjahr. Diese bekommen dann das größte Budget an Marketing und werden Bloggertitel.

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Wird das dann im Team entschieden?

Ja, da gibt es eine große Marketingrunde, wobei wir den Vorschlägen aus dem Lektorat oft folgen. Wenn allerdings die Mehrheit für einen anderen Titel stimmt, entscheiden wir an

ders. So war das z. B. bei „Dummie die Mumie“. Eigentlich gab es einen anderen Schwerpunkt, aber nachdem wir es alle gelesen haben, wurde relativ kurzfristig noch mal umgestrickt, weil es das wert war. Wir haben damit auch recht behalten und es läuft sehr gut.

Ihr habt immer noch einige Mehrteiler im Programm. Wie ist euer Kaufverhalten für die neuen Programme?

Das kommt immer darauf an, was angeboten wird. Wir wollen Mehrteiler vermeiden aber es ist tatsächlich so, das sie stark dominieren. Wir haben jetzt ein Angebot bekommen, was noch nicht geschrieben ist, wo wir die Autorin gefragt haben, ob man es nicht zusammenschnüren kann und wir einen Einzelband mit 600 Seiten machen können.

Bei Mehrteilern muss man oft lange warten, was als Leser manchmal nervt uns aber die Mechanismen bewusst sind, dass es auch Zeit braucht. Wie gehen Verlage damit um?

Im Kinderbuchbereich kann man natürlich nicht so lange warten, weil die Leser sehr schnell aus dem Alter heraus sind, das ist schon manchmal problematisch.

Dann gibt es andere Faktoren. Bei „Touched“ z.B. war der zweite Band einfach noch nicht geschrieben zu dem Zeitpunkt, wo wir ihn gerne nachgeschossen hätten. Da mussten wir zwei Mal schieben. Die Autorin hat länger gebraucht und in diesem Fall muss dann ja auch noch übersetzt werden. Wir hätten es natürlich gerne anders gehabt, gerade weil wir es so früh eingekauft haben. Da gab es das Buch noch gar nicht.

Bei „Homelanders“ konnten wir gleich vier fertige Teile einkaufen, die wir dann alle halbe Jahre herausbringen können. Das ist der Idealfall.

Wieso sind Ebooks kaum günstiger als die Printausgabe?

Wir bringen zum Hardcover das Ebook gleichzeitig heraus, damit der Kunde direkt entscheiden kann, in welcher Form er es haben möchte. Dazu müssen wir eine Mischkalkulation erstellen. Wenn das Ebook viel später auf den Markt kommen würde

, wie zum Beispiel bei unserem „Räuber Hotzenplotz“, da entstehen viel geringere Kosten, vor allem weil sich das Buch schon jahrelang gut verkauft hat. Da haben sich die Herstellungskosten schon amortisiert. Allerdings wenn man es als ein Produkt sieht, das einfach in verschiedenen Erscheinungsformen auf dem Markt kommt, ist es nur logisch, dass es einen Preis gibt.

Einen richtigen Anreiz stellt das Ebook dann nicht dar.

Ich glaube das Ebook wird vor allem dem Taschenbuch stark Konkurrenz machen, weil die Leute sich z. B. für den Urlaub oder unterwegs einen Reader kaufen.

Nach ein paar Jahren wird der Ebookpreis sicher sinken, wenn die Taschenbuchausgabe eines Hardcover erscheint und sich daran orientiert wird.

Kann Selfpublishing ein Sprungbrett sein?

Nele Neuhaus hat auch so angefangen. Vor ca. 6 Jahren. Sie hat die Bücher drucken lassen und dann in der Metzgereikette ihres Mannes vertrieben. Das ist natürlich ideal, weil man breit streuen kann. Dann hat eine Ullsteinlektorin es gelesen und fand es gut.

Ist so ein Buch dann für den Verlag noch interessant?

Wenn die Geschichte gut ist, ja. Natürlich muss es im Fall einer Erscheinung noch durch das Lektorat und Korrektorat.

Wer bestimmt die Auflagenhöhe? Inwieweit hat man als Autor Mitspracherecht beim Cover?

Das bestimmt der Verlag. Er sucht den Covergestalter aus und bestimmt generell die Ausstattung. Kommt es als Hardcover oder Taschenbuch. Wir versuchen aus unserer Erfahrung einzuschätzen, wie der Markt mit dem Buch umgehen wird und versuchen so gut wie möglich zu kalkulieren. Wir müssen natürlich das Geld, was wir im Vorfeld investiert haben wieder reinholen. Also was wir teuer eingekauft haben müssen wir in einer höheren Auflage wieder verkaufen als wie bei einer Neuentdeckung, bei der man nicht so viel Geld in die Hand genommen hat.

Wie hoch sind die Auflagenhöhen?

Im Bilderbuch sind 3.000 viel, Klassiker wie „Jim Knopf“ haben auch schon eine Höhe von 25000 Stück.

Kinderbücher wie „Dumie die Mumie“ verkaufen wir auch 20.000 bis 30.000 mal, aber in mehreren Auflagen.

Im Jugendbuch sind 10.000 zu erreichen echt schwer.

Wenn ein Buch unter eine bestimmte Stückzahl rutscht und unser Vertrieb sieht, dass es gut verkauft wird, bestellen wir eine neue Auflage. Das kann bei einem Buch ein halbes Jahr dauern, beim anderen vielleicht auch zwei. Das beobachten wir ständig. Wenn wir pro Jahr weniger als 200 Stück absetzen überlegen wir uns, ob wir den Titel aus dem Programm nehmen.

Es gab ein Buch von einem anderen Verlag, wo nur der erste Teil erschienen ist. Anscheinend hat es sich nicht genug verkauft. Wonach richtet es sich, auch die Fortsetzung zu verlegen?

Bei „Homelanders“ mussten wir die ersten vier Teile auf einmal kaufen, da bringt man die dann auch. Wenn man wie bei „Touched“ die Titel erst nach und nach bekommt, überlegt man schon. Sollte dann ein zweiter Teil gar nicht laufen, kaufen wir den dritten nicht ein.

Wenn z. B. eine Trilogie schlussendlich abgeschlossen am Markt erhältlich ist, merkt man einen Anstieg in den Abverkaufszahlen?

Der erste Teil zieht dann noch nach. Aber bei allen Mehrteilern, verkauft sich der erste Teil am besten.

Wie verhält es sich mit Lizenzkäufen?

Man kauft häufig nur aufgrund des Exposés, also sprichwörtlich die Katze im Sack. Dann bekommt man ein paar Monate später das ganze Manuskript, danach die Übersetzung. Das ist für den Verlag immer ein hohes Risiko.

Wäre es denn nicht weniger Risiko einen neuen deutschen Autor heranzuziehen und aufzubauen?

Das hat Thienemann sehr lange gemacht. Wir sind der Verlag der Autoren und haben uns lange als solchen verstanden. Michael Ende z. B. haben wir aus dem Stapel gezogen, ebenso Ottfried Preussler. Wir haben Joachim Friedrich und Ralf Isau aufgebaut. Wir arbeiten jetzt mit Janine Wilk. In den letzten vier Jahren haben wir vermehrt Lizenzen aufgemacht, davor hatten wir ganz wenige und lieber unsere Lizenzen ins Ausland verkauft. Den Räuber Hotzenplotz gibt es in 34 Sprachen, da verdienen wir jedes mal mit. Somit lohnt es sich durchaus Autoren zu suchen und aufzubauen und eben den Weg anders herum in das Ausland zu gehen.

 

Vielen Dank für das Gespräch. Es hat Spaß gemacht

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Touched – Die Schatten der Vergangenheit (Touched 2)

Februar 6



Autor:
Corrine Jackson

Originaltitel: Pushed

Übersetzer: Heidi Lichtblau

Erscheinungsdatum: 14.Januar 2013

ISBN-13: 978-3522201650

Verlag: Thienemann Verlag GmbH

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Klappentext:

 

Lange musste man warten, denn eigentlich sollte der zweite Teil schon seit Herbst erschienen sein. Ich habe mich sehr gefreut für das Warten belohnt zu werden, denn meiner Meinung ist dieser Teil der Trilogie besser als sein Auftakt.

 

Remy  hat heimlich nach ihrem Großvater gesucht und bekommt endlich eine Antwort auf die Anzeige, die sie dazu gestellt hat. Sie besucht ihn um den Mann kennenzulernen, vor dem ihre Mutter weglief. Sie verheimlicht Franc ihre Beschützerseite aus Angst vor seiner Reaktion. Als der sie in eine Siedlung von Heilerin führt, hofft Remy endgültig eine Lösung für ihr und Ashers Problem zu finden. Doch es ist nicht alles so harmonisch unter der Heilergemeinde. Der Hass auf die Beschützer macht Remy Angst. Den heimlich nachgereisten Asher kann sie nur heimlich treffen. Bis er entführt wird. Gabriel kommt ihr zur Hilfe und integriert sich undercover in die Heilergemeinde. Gemeinsam finden sie unfassbare Dinge heraus und plötzlich verstehen sie sich auch richtig gut. Wo ist Asher? Und was hat Franc damit zu tun?

 

Erster Satz: Track zwei auf Remy O‘Malleys iPod.

 

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Idee: Mir gefällt es, dass Remy ihre Wurzeln kennenlernen möchte. Die Verstrickungen der Heilergemeinde mit ihrem Großvater und auch Gabriels Rolle sind sehr gut. Ich hatte keine genaue Vorstellung, wie sich die Geschichte fortsetzen konnte und bin positiv überrascht.

 

 

Plot: Es fängt gemächlich an, dafür gespickt mit nicht zu vielen Rückblenden, die das Geschehen des ersten Teils der Touched – Trilogie in Erinnerung rufen. Das hat mir richtig gut gefallen, vor allem weil nun doch einige Zeit vergangen war, seit ich den Auftakt las. Mir sind keine Plotlöcher aufgefallen und der Aufbau der Geschichte ist spannend und gut aufeinander abgestimmt. Corrine Jackson hat sich da zum Vorgänger sehr gesteigert. Ich hatte zwar recht schnell eine Ahnung vom Ende, aber dennoch konnte man beim Lesen die ganze Zeit grübeln, wo die Reise hingeht. Das hat richtig Spaß gemacht.

 

Schreibstil: Man merkt der Autorin das fortgeschrittene Studium an. Der Stil ist viel besser als im ersten Teil. Es gab zwar auch hier und da Wiederholungen, aber die sind durch Remys Gedanken bedingt. In diesem Fall finde ich dadurch die Nähe zu ihr greifbarer. Ihre Gefühle wirken echt und man nimmt ihre Achterbahnfahrt mit auf. Die Dialoge zwischen Remy und Gabriel haben mir sehr gut gefallen. Das hat die Autorin toll umgesetzt und somit Gabriel auch mehr Farbe verpasst.

 

Charaktere: Remy hat mir in der Fortsetzung viel besser gefallen. Frau Jackson wollte eine weibliche Figur schaffen, die stark und besonders ist. Das ist ihr sehr gelungen. Remy wächst über sich in diesem Teil hinaus. Sie wird mit ihren Fähigkeiten fertig und lernt sie besser zu kontrollieren. Was sie besonders sympathisch macht, ist die realistische Darstellung von dem, was in dem Mädchen vorgeht. Das Hin und Her, tiefe Trauer, Liebe, Skepsis und Neugierde. Ihr innerer Antrieb, eine gemeinsame Zukunft für sich und Asher zu sichern ist jederzeit präsent. Die Entscheidungen, die sie trifft, sind nicht immer logisch, was sie umso mehr authentischer macht. Ich bin wirklich gespannt, was Corrine Jackson noch aus ihr herausholt in der Fortsetzung.

 

Asher macht nicht so eine starke Entwicklung durch wie Remy und Gabriel. Aber ich mag ihn immer noch sehr gern. Seine Liebe für Remy ist unermesslich und hält ihn aufrecht.

 

Gabriel nimmt einen größeren Part ein und wird für die Handlung sehr wichtig. Da ich nicht spoilern möchte, versuche ich es zu umschreiben. Er hat seine arroganten Züge, die ihn aber auf eine Art und Weise attraktiv machen. Sein innerer Antrieb ist die Liebe zu Asher, die ihn sogar zu einer Zusammenarbeit mit Remy bringt. Im Laufe der Story lernt man aber auch seine weiche Seite kennen und auch Gabriel hat sich in mein Herz geschlichen.

 

Insgesamt hat die Autorin tolle Figuren geschaffen, ebenso auch die Nebencharaktere.

 

Hintergrund: Ein guter ausgefeilter Plot. Die Zusammenhänge der Figuren und der Handlung hat sie perfekt ineinandergestrickt. Zwar sind mir alle Hintergründe noch nicht klar, was die Heilergemeinde angeht, aber da mag ich auch wieder zu kompliziert denken. Da hätte ich gerne mehr gehabt.

 

Fazit: Ich bin total geflashed, da eine richtige Steigerung zum ersten Teil da ist. Wer eine starke weibliche Figur bevorzugt und sich schon in Teil eins in das Heilerinnen–Beschützer–Ding verliebt hat wird begeistert sein. Eine Zeit lang dachte ich, dass diese Trilogie eigentlich zu spät am Markt aufgetaucht ist, aber wenn es anderen nach vielen Dystopien, Zombies und Endzeitstimmung ähnlich wie mir geht, freut sich sicher auf diese romantisch–fantastische Abwechslung. Was ich am Auftakt noch bemängelt habe, ist verschwunden. Ich freue mich so sehr auf die Fortsetzung und hoffe auf einen abwechslungsreichen Handlungstrang der zu einer großartigen Auflösung führt.

 

 

Ein besonderes Extra am Schluss des Buches ist ein Interview mit der Autorin sowie Auszüge aus ihrer Playlist zu den ersten beiden Trilogieteilen. Das ist eine wirklich gute Idee und würde mir so etwas als Ausklang einer Geschichte öfter wünschen.

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Lost Land – Die erste Nacht

November 11


Autor: Jonathan Maberry
Originaltitel: Rot & Ruin
Übersetzer: Franka Fritz und Heinrich Koop
Erscheinungsdatum: 27. September 2012
ISBN-13: 978-3522201513
Verlag: Thienemann Verlag
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten

Klappentext:



 

Es gab eine Zeit, in der ich gerne Zombiefilme geguckt habe. Ansehen mag ich das nicht mehr, aber darüber zu lesen, finde ich spannend. Vor einiger Zeit hatte ich es mal mit „Der Wald der tausend Augen“ versucht, was mich aber nicht vom Hocker gehauen hat. Der Klappentext zu Lost Land hat mich sehr neugierig gemacht. Außerdem reizte mich die Brudergeschichte. Ich brauchte mal was, wo eine Liebesgeschichte nicht in den Vordergrund drängt.

Erster Satz: Weil Benny Imura es in keinem Job lange aushielt, verlegte er sich aufs töten.

Benny Imura lebt in Mountainside, einer Enklave umringt von Zäunen, die die Menschen vor den Zombies schützen. Niemand weiß genau, was in der „ersten Nacht“ passierte. Der fünfzehnjährige Teenager hat nur noch eine Erinnerung: Von seinem Bruder Tom gepackt und weggetragen, sieht er wie sein zum Zombie mutierter Vater seine Mutter angreift. Seither ist sein älterer Bruder in Bennys Augen ein Feigling, der die Eltern im Stich gelassen hat.
Es ist der Sommer in dem Benny mit 15 volljährig wird, und einen Job finden muss. Nach einigen Versuchen muss er doch in das „Familienunternehmen“ einsteigen und Lehrling seines Bruders werden. Tom ist angesehener Zombiejäger. Überrascht und geschockt, wie Tom arbeitet, verändert sich Bennys Zombiebild. Aber nicht nur das, auch Tom rückt in ein anderes Licht. Benny muss feststellen, dass sein Bruder ganz und gar nicht gefühllos ist. Durch die gemeinsame Arbeit gerät Benny jedoch in einen alten Streit. Toms Ideale treffen nicht auf die der anderen Kopfgeldjäger zu. Das bringt das Bruderpaar in Gefahr. Jemand trachtet ihnen nach dem Leben. Was weiß Tom? Wer hat Bennys Freundin Nix entführt? Was hat es mit dem mysteriösen Mädchen auf einer der Zombiekarten aus sich?

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Idee: Zombies sind nichts Neues. Aber sie so zu zeigen, wie es Jonathan Maberry in Lost Land gemacht hat, gekoppelt mit dieser wunderbaren Beziehung zwischen zwei Brüdern, ist eine tolle Idee.

Plot:
Das Buch ist in vier Teile Aufgeteilt, die für sich immer einen Abschnitt darstellen mit einem eigenen Einstieg, Höhepunkt und Abschluss. Das hat mir gut gefallen. Zudem weißt es einen Spannungsbogen über die gesamte Länge auf, der eine gut am Lesen hält. Man lernt zuerst die Brüder, insbesondere Benny, kennen. Dann betritt sein Bruder Tom die Bühne und zeigt ihm das „Leichenland“. Das verändert die Beziehung der Brüder. Insgesamt wechseln spannende Szenen mit ruhigen und tiefgründigen Szenen ab. Ein spannender Plot, mit tollen Dialogszenen. Mir ist nur einmal ein kleiner Fehler aufgefallen, aber sonst hat mir der Fortgang der Geschichte gut gefallen. Vor allem der Epilog war super. Fast hätte ich geweint.

Schreibstil: Die ersten Seiten war ich beeindruckt und ich hatte das Gefühl eine amerikanische Filmproduktion zu sehen. Ein frecher Stil, der einen direkt abholt und nach Mountainside direkt hineinzieht. Das flacht etwas ab, aber nicht so sehr, als sei die Geschichte nun langweilig geschrieben. Sicher gibt es markantere, hervorstechendere Stile, aber mir hat es sehr gut gefallen. Jonathan Maberry beschreibt die Szenen sehr gut. Man ist in dem Setting mittendrin.

Charaktere: Benny Imura vollzieht eine starke Entwicklung in der Geschichte.
Am Anfang ist er der Teenager mit ganz alltäglichen Problemen. Dazu die Besonderheit, dass Jugendliche in Mountainside mit 15 volljährig sind und arbeiten müssen, um Nahrung zu bekommen. Das bedingt natürlich eine frühe Auseinandersetzung mit Verantwortung. Benny hat mir gut gefallen. Seine Überzeugungen, die im Laufe der Story von ihm selbst hinterfragt werden. Seine Loyalität gegenüber seinen Freunden. Die Impulsivität seiner Gefühle. Ich nehme ihm sein Alter ab und auch seine Entwicklung ist absolut nachvollziehbar.
Tom Imura, Bennys älterer Bruder ist mir sehr sympathisch. Meiner Meinung nach der eigentliche Held der Geschichte. Der einsame Samurai in diesem amerikanischen Endzeitsetting. Im Gegensatz zu seinem Halbbruder sind bei Tom beide Elternteile Japaner. Er strahlt auch genau diese ruhige Art der Asiaten aus. Der Baum, der in dem großen Sturm keinen Zweig bewegt. Die Schlange, die im richtigen Moment zuschnappt. Viel Gefühl und Tiefe, aber auch Schmerz. Er kannte das Leben vor der ersten Nacht, hatte die Hoffnung auf ein langes erfülltes Leben. Ein einsamer Krieger, der sich so pflichtbewusst und voller Liebe um seinen kleinen Bruder kümmert. Sein Sichtweise auf die Zombies sticht hervor. Er sieht in jedem den Menschen, der er vor der Verwandlung war.
Jeder andere Charakter ist wunderbar ausgearbeitet und hat eine besondere Farbe. Sicher typische Charaktere, die man in Filmen finden kann, aber hier toll zusammengestellt und in keiner Weise langweilig.

Hintergrund: Natürlich fehlt die Erklärung, warum und wieso es zu der ersten Nacht kam und warum alle Toten wieder auferstehen. Komischerweise hat mich das nicht im geringsten gestört. Der Autor hat es geschafft, die Trostlosigkeit gepaart mit dem Überlebenskampf der Menschen den Grund in den Hintergrund rücken zu lassen. Frei nach dem Motto: Ändern kann man es sowieso nicht. Die Beschreibung der Umgebung und der Zombies ist sehr gut, sodass man sich alles sehr bildhaft vorstellen kann. Gerade die ander Sicht der Zombies, diese menschliche Sicht, bringt Maberry sehr gut herüber. Ich hatte sogar Mitleid mit den lebenden Toten.

Fazit:
Wow! Das hatte ich nicht erwartet und ich beglückwünsche Thienemann zu diesem guten Buch. Hoffentlich werden die Fortsetzungen auch erscheinen und genau so gut sein. Vor allem auf ein Wiedersehen mit Tom freu ich mich. Wer viele blutige Szenen erwartet, sollte nicht zu viel erwarten. Es gibt blutige, erschütternde Szenen, aber in erster Linie empfand ich es als eine Story, die sich um die beiden Brüder dreht. Wer aufgrund des Klappentextes eine Liebesgeschichte zu finden meint, wird enttäuscht werden. Benny verliebt sich zwar schon, aber das Hauptaugenmerk liegt eben nicht in der Lovestory, die ich nur am Rande wahrgenommen habe. Auf jeden Fall bekommt Lost Land eine Leseempfehlung von mir. Nach diesem Buch werde ich Zombies wohl nie mehr als blutrünstige Monster ansehen können. Herr Maberry hat meine Sichtweise geändert. Auch wenn man sich diesem Genre bisher nicht genähert hat, dürfte man von der Story mitgerissen werden.

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Elena – Ein Leben für Pferde

Juni 26

Gebundene Ausgabe:   320Seiten

Autor: Nele Neuhaus 

Verlag: Planet Girl Verlag; Auflage: 1. (17. März 2011)

ISBN-13: 978-3522502368

Elenas Welt sind die Pferde. Und der Pferdehof ihrer Eltern ist ihr Leben. Besonders liebevoll kümmert sie sich um ihr schwer verletztes Fohlen Fritzi, das die anderen bereits aufgegeben haben. Nun trainiert sie ihn heimlich zusammen mit Tim im Wald. Tim, der ihr Herz höherschlagen lässt und ausgerechnet der einzige Junge, mit dem sie nie zusammen sein darf. Denn die Familien der beiden Pferdehöfe sind verfeindet. Und je näher sich Elena und Tim kommen, desto mehr dringt von dem dunklen Geheimnis an die Oberfläche, das diesen Hass verursacht hat … Ein packendes Pferdebuch, eine spannende Krimihandlung und die große erste Liebe – eine tolle Mischung für Mädchen ab 11 Jahren [/feature_box]
 

Erster Satz: Wie immer, wenn im Leben etwas wirklich Schlimmes passiert, geschieht es meistens ohne jede Vorwarnung und manchmal merkt man es erst gar nicht.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee : Die Idee hat einen leichten Hauch von „Romeo & Julia“. Zwei Jugendliche deren Familien bis aufs Blut verfeindet sind, freunden sich an und verlieben sich. Eingebettet in ein Pferdehof-Setting ist die Idee neu verpackt und macht sie deswegen lesenswert.

Plot : Gut strukturierte Geschichte. Nele Neuhaus vermittelt die Pferdehofatmosphäre sehr glaubhaft. Die Story schreitet zügig voran, man hat nicht das Gefühl das sie ins Stocken kommt. In jeder Szene passiert etwas und man möchte weiterlesen.

Schreibstil : Flüssiger Schreibstil, den man locker runterlesen kann. Genau richtig für einen entspannten Abend auf der Couch mit einer Tasse Tee (oder anderen Getränken).

Charaktere : Die Protagonisten sind gut herausgearbeitet. Mit Elena kann man sich identifizieren und Tim muss man gern haben. Der Konflikt der beiden Familien wird gut beleuchtet und nachvollziehbar aufgeklärt. Durch das fundierte Fachwissen der Autorin, wird Elena zu einer glaubhaften Hauptfigur die ein Leben lang auf einem Reiterhof gelebt hat.

Fazit : Eine schöne Sommerlektüre für alle Pferdebegeisterten die für den Strand noch nach etwas zum Lesen suchen. Ich fühlte mich bestens unterhalten. Nur zum empfehlen. Vielen Dank an die Thienemann Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar.

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Das Geheimnis von Ashton Place – Band 1

Juni 9

Gebundene Ausgabe:  304 Seiten

Autor: Maryrose Wood

Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (24. Januar 2012)

ISBN-13: Originaltitel: 978-3522182966

Erster Satz: Es war nicht Miss Penelope Lumleys erste Fahrt mit der Eisenbahn, aber zum ersten Mal reiste sie ohne Begleitung.

Kurzinhalt:

 

Mich haben einfach das Cover und der Titel gereizt. Nach dem Klappentext habe ich eine witzige Story erwartet und wurde nicht enttäuscht. Vielen Dank an den Thienemann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Penelope ist frischgebackene Absolventin der Swanburne Academy und tritt ihren ersten Job als Gouvernante der drei Findelkinder in Ashton Place an. Auch wenn diese etwas ungewöhnlich sind, nimmt siech das junge Mädchen der Kinder an und geht mit viel Enthusiasmus und Geduld an die Aufgabe heran. Dabei muss sie die Kinder oft gegen Lady Constance behaupten, und als dann auf dem Weihnachtsball deren tierische Instinkte gereizt werden und ein von den Kindern heiß geliebtes Eichhörnchen auftaucht, scheint das Fest in einer Katastrophe zu enden.

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Idee
Plot
Schreibstil
Charaktere
Hintergrund
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Idee: Die Zeit, in der das Buch spielt, liebe ich und außerdem fand ich die wilden Kinder ganz nett. Eine schöne Idee.

Plot: In Band eins lernt man natürlich erst mal Penelope kennen und erfährt, wie sie ihren ersten Job bekommt. Ein ganz gemächlicher Plot, der immer wieder durch den Witz der Kinder aufgeheitert wird. Zum Schluss hin wird es dann richtig rasant und man bleibt mit einer offenen Frage stehen, deren Antwort sich erahnen lässt, aber sicher erst im nächsten Teil beantwortet wird. Natürlich will man wissen, wie es weitergeht.

Schreibstil: Ein leicht zu lesender Stil, der immer wieder mit Bemerkungen der Autorin an den Leser gespickt ist. Ich musste oft schmunzeln. Genau passend für die Zielgruppe.

Charaktere: Miss Penelope Lumley ist der präsenteste Charakter und wunderbar. Halb Kind, halb perfekte Gouvernante. Stets ein Zitat ihrer Mentorin auf der Zunge, meistert sie perfekt und adrett jede Situation. Ich mag sie. Die Kinder kommen meiner Meinung nach etwas zu kurz und hätten noch präsenter sein können. Obwohl sie toll sind. Ihre spezielle Liebe zu Eichhörnchen ist unvergleichlich.

Die Hausherrin ist sympathisch übertrieben und das klassische Mädchen, das in Ohnmacht fällt. Lord Ashton ist der Geheimnisträger und ich denke es wird noch dauern, bis man in den nächsten Bänden dahinter kommt.

Hintergrund: Da gibt es nicht viel zu sagen. Zeitlich ist es um die Jahrhundertwende in Britannien angesiedelt. Ich mag so ein Setting und die Autorin lässt einen in diese Welt mit Humor abtauchen.

Fazit: Ein toller Zeitvertreib für zwischendurch. So etwas lese ich gerne mal, da es leichte Kost ist und viel Humor hat. Ich freue mich auf die Fortsetzung. Genau mein Geschmack, wenn es um ein Buch zwischendurch geht.

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Interview mit Corrine Jackson mit Querytracker (in Auszügen)

Mai 21

Corrine JacksonIm Rahmen der Zusendung des Rezensionsexemplares von „Touched — Der Preis der Unsterblichkeit“ vom Thienemann Verlag, war auch folgendes Interview mit der Autorin Corrine Jackson beigefügt, dass ich euch nicht vorenthalten möchte.

Querytracker: Können Sie uns ein wenig über das Buch erzählen, um das sich die Agentur nun kümmern wird? Was hat Sie dazu inspiriert, es zu schreiben?

Corrine Jackson: Touched ist ein Jugendroman über Remy, einen Teenager, der daheim misshandelt wird und Menschen mittels Berührung heilen kann. Als der Vater, der den Kontakt zu ihr abgebrochen hatte, sie zu sich nimmt, muss sie sich in einer neuen Stadt mit seiner neuen Familie auseinandersetzen. Sie begegnet Asher Blackwell, einem Jugendlichen aus dem Ort, der ebenfalls über besondere Fertigkeiten verfügt, darunter auch die, Remys wachsende Fähigkeiten auf aufreizende Weise zu prüfen. Die Geheimnisse, die die beiden voreinander haben, könnten beide das Leben kosten.

Im November 2008 las ich ein paar Jugendromane, deren weibliche Hauptfiguren grundsätzlich auf einen Mann zu warten schienen, der sie rettete. Die klassische ,Jungfrau in Nöten‘. Ich sehnte mich nach Literatur über eine starke junge Frau, die Überlebenskünstlerin ist, eine, die andere rettet anstatt andersherum. Gleichzeitig wollte ich eine realistische HeIdin, fast schon eine HeIdin wider Willen. Dieses Mädchen hat durch ihre Familie Narben davongetragen, und ich wollte erforschen, wie schwierig es ist, genau die Menschen zu lieben, die einem den größten Schaden zugefügt haben. Und so wurde Touched geboren.

QT: Wie lange schreiben Sie schon?

CJ: So richtig ernsthaft seit ein paar Jahren, aber Kurzgeschichten habe ich auch schon im Grundschulalter geschrieben.

QT: Wie lange haben Sie an diesem Buch gearbeitet?

CJ: Die eigentliche Niederschrift ging ganz schnell. Im Dezember 2008 fing ich an und war im März 2009 fertig. Dann folgte die Überarbeitung, an der ich mehrere Monate saß.

QT: Hat es je eine Zeit gegeben, zu der Sie am liebsten aufgegeben hätten, und was hat Ihnen geholfen, dranzubleiben?

CJ: Ja, im Dezember. Das Manuskript wurde zwar achtmal angefordert, aber es schien sich nichts daraus zu entwickeln. User in den Foren von Absolute Write und die Freunde, die ich dort gefunden hatte, hörten nicht auf, mir zu schreiben, als ich aufgeben wollte. Außerdem war meine Familie fantastisch. Sie wusste, dass ich kämpfte, und sie überraschte mich zu Weihnachten mit zwei gebundenen Ausgaben meines Romans. Sie wollten mich daran erinnern, wie sehr sie an mich glaubten, und das hat auch geklappt.

QT: Ist Touched Ihr erstes Buch?

CJ: Ja.

QT: Haben Sie eine offizielle Schreibausbildung hinter sich?

CJ: Ich habe den Master-Grad in Englisch und bin dabei, einen Master of Fine Art in Kreativem Schreiben zu machen.

QT: Halten Sie beim Schreiben einen gewissen Zeitplan ein, oder haben dabei eine bestimmte Schreibroutine?

CJ: Neben dem Schreiben gehe ich einer Vollzeitbeschäftigung nach. Normalerweise arbeite ich acht bis zehn Stunden und mache mich dann zum hiesigen, rund um die Uhr geöffneten Starbucks auf, wo ich noch mal mehrere Stunden schreibe. Die Wochenenden sind gewöhnlich eine einzige Schreibveranstaltung. Als ich an Touched gearbeitet habe, habe ich an sieben Tagen in der Woche geschrieben. Es konnte mir gar nicht schnell genug gehen, die Geschichte fertig zu bekommen.

QT: Wie viele Male haben Sie Ihr Buch umgeschrieben/überarbeitet?

CJ: Wenn ich sowohl Finger, als auch Zehen benutze, kann ich sie alle zählen. Durchs Überarbeiten wird die Story besser.

QT: Hatten Sie Betaleser für Ihr Buch?

CJ: Natürlich! Jeder Leser geht anders an das Buch heran. Einige weisen auf Grammatikfehler hin, andere auf Probleme im Handlungsablauf, und wieder andere erzählen dir, was ihnen besonders gut gefallt. Eine Leserin las die Kapitel, sobald ich sie fertig hatte, und die Begeisterung dieser Leserin und ihr Hunger aufs nächste Kapitel hielt mich am Schreiben. Dann hatte ich auch Leser, die mich mit Fakten versorgten, als das Buch fertig geschrieben war und die Überarbeitung begann.

QT: Haben Sie zuvor einen Entwurf des Buches erarbeitet, oder haben Sie einfach losgelegt?

CJ: Die ersten 40, 50 Seiten habe ich ganz spontan geschrieben. Dann fing ich an, die Story in groben Zügen zu umreißen. Allerdings hielt ich mich nicht streng an diesen Entwurf In erster Linie half er mir dabei, die Übersicht über die Handlung zu behalten, doch lasse ich mir gern noch Platz für Überraschungen. Um den Überblick über die Fähigkeiten meines Helden und meiner HeIdin zu behalten, habe ich mir, als der Plot komplizierter wurde, mit Tabellen beholfen.

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Thienemann Verlag

März 28

Kurz vor Toresschluss am Samstag auf der Leipziger Buchmesse hatten wir noch die Möglichkeit ein Interview mit Mitarbeiterinnen von der Thienemann-Verlagsgruppe zu führen. Die GmbH besteht aus dem 1849 gegründeten Thienemann Verlag, dem Gabriel Verlag und dem 2010 ‚gestarteten‘ Imprint Planet Girl-Verlag. Das Programm des Gabriel Verlags geht eher in die ökumenische Richtung und möchte Kindern und Eltern mit christlichen Traditionen im Jahres- und Lebenslauf neu vertraut machen. Der Planet-Girl Verlag hingegen ist mehr auf die junge weibliche Leserschaft ausgerichtet und unteranderem mit den „Freche Mädchen, freche Bücher“-Reihe deutschlandweit bekannt.

Frau Unbehaun und Frau Langenströer haben sich viel Zeit genommen und uns unsere Fragen mehr als ausführlich beantwortet.

Haben Sie das Gefühl, dass Deutsche mehr schreiben und Sie in den letzten Jahren mehr Manuskripte erhalten, als es früher der Fall war?
Nein, aber es sind immer noch ziemlich viele.

 

Wie viele Manuskripte erhalten Sie im Jahr?
Circa 2000 unverlangt eingesendete Manuskripte, dazu kommen dann noch die der Agenturen und die von uns in Auftrag gegebenen. Aktuell arbeiten vier Autorinnen an einer neuen Serie, ‚Die Zaubermädchen‘. Der Planet-Girl-Verlag hat diese Serie entwickelt und hat gezielt Autorinnen angesprochen und sie für dieses Projekt verpflichtet.

 

Und wie viele der unverlangt eingereichten Manuskripte werden von Ihnen als Bücher herausgebracht?
Die Realisierungen liegen im unteren einstelligen Bereich.

 

Woran liegt das?
Das hat unterschiedliche Gründe. Ein Teil der unverlangt eingesendeten Manuskripte passen einfach nicht in unser Programm, sondern werden auf ‚Gut Glück‘ verschickt. Ein großer Teil sind aber auch unoriginelle Geschichten oder Stoffe die es bereits massenhaft auf dem Markt gibt. Vieles ist aber auch einfach handwerklich nicht gut gemacht, also schlecht geschrieben.

 

Was muss ein Autor haben um bei Thienemann ‚punkten‘ zu können.
Wir sind immer auf der Suche nach tollen, humorvollen, besonderen Geschichten, die die Leser der einzelnen Altersgruppen ansprechen. Es bringt nichts, wenn man ein Buch schreibt, worüber sich die Erwachsenen amüsieren, aber die Kinder nicht lachen können.

Interessant ist es auch, wenn der Autor verschiedene Genres mischt. Im Planet-Girl Verlag gibt es zum Beispiel die Pferdebücher von Nele Neuhaus. Sie mischt hier den Bereich Krimi mit Pferden, die auf den ersten Blick scheinbar nicht zusammenpassen. Astrid Frank zum Beispiel hat mit ihrem Roman ‚Acher – Legende des roten Landes‘ eine Pferdegeschichte mit historischem Hintergrund geschrieben.

 

Auf dem Buchmarkt sieht man immer mehr ausländische Autoren. Warum?
Überwiegend veröffentlicht die Thienemann Verlag GmbH deutsche Autoren. Im Bereich Fantasy ist es aber in der Tat so, dass eher ausländische, vorwiegend amerikanische Autoren veröffentlich werden. Die Amerikaner gehen dieses Thema anders an und treffen damit eher den Geschmack der Leser.

 

Wie stehen Sie zum Thema, deutsche Autoren sollen nur in deutschen Settings schreiben?
Ausländische Settings sind in Ordnung, wenn sie gut recherchiert und authentisch sind. Wenn man beim Lesen das Gefühl bekommt, der Autor hat z.B. einfach nur New York als Setting ausgesucht, weil er es so toll findet, sich aber weder in der Stadt, noch mit den amerikanischen Gepflogenheiten auskennt, so ist das nicht mehr glaubwürdig.

 

In den Buchhandlungen findet man immer mehr Trilogien. Wird das von den Verlagen so gewünscht?
Nein. Wir legen es nicht darauf an, einen Dreiteiler herauszubringen. Meist sind die dritten Teile längst nicht mehr so gut wie der Erste. Es ist eher so, dass die Autoren die Geschichten direkt auf drei Teile konzipieren und sie so auf dem Markt angeboten werden.

Wir zum Beispiel, verlegen gerne auch Serien. Keine Mehrteiler sondern richtige Serien. ‚Unsere Tierklinik‘ ist da ein schönes Beispiel oder auch ‚Der Robin Hood Club‘. Aber auch die Freche Mädchen Bücher um einige starke Protagonistinnen werden von unseren Leserinnen gewünscht, weil sie einfach gerne wissen wollen, wie es weitergeht.

 

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben.
Sehr gerne. Es waren sehr interessante Fragen.

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